Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
roxolana
14.03.2020, 19:43
Wer kann evtl schon was zur Durchführbarkeit, Verfügbarkeit und Kosten von ELISAs sagen?
Die Abstricherei (herrliches Wort) ist ja für den Immunitätsnachweis nicht geeignet (soweit ich weiß).
Es gibt einen Schnelltest (https://www.doccheckshop.de/2019-ncov/coronavirus-schnelltest/11807/servoprax-cleartest-corona-2019-ncov-igg/igm-schnelltest). Sensitivität für IgM soll 85% sein, für IgG 100%, allerdings basierend auf einer kleinen Testpatientenzahl... Ich bin noch nicht so überzeugt. Gibt es hier Labormediziner, die sich dazu äußern können?
Soweit ich weiß sind die Antikörper doch während der infektiösen Phase eh noch nicht positiv und so ein Schnelltest entsprechend nichtssagend?
WackenDoc
14.03.2020, 19:52
Wie sieht es aus mit durchgemachter Krankheit und Zeiträumen bis man nicht mehr ansteckend ist? Ich finde den Artikel nicht mehr. Meine es gibt auch welche die noch länger Ausscheider sind obwohl sie asymptomatisch sind. Weiss da jemand was?
Mir würde als Hausärztin aber auch ein Immunitätsnachweis sehr dienen. Je nach Geschwindigkeit der Durchseuchung der Bevölkerung würde ein Immunitätsnachweis meiner Person mir schon was bedeuten. Dann wüsste ich, ich hab’s hinter mir. Ich möchte nicht ausschließen, dass hier unerkannte Fälle rumgeistern. Wie wahrscheinlich könnte es also sein, dass med. Personal die Erkrankung unerkannt und unbemerkt durchmacht.
wenn vertretbar, könnte man med. Personal doch von Zeit zu Zeit abchecken. Wenn ich Abstriche mache, muss ich sofort melden und der Laden ist dicht.
roxolana
14.03.2020, 19:59
IgM sind wohl ca. 1 Woche nach Symptombeginn positiv, habe ich gehört. Wegen der Ausscheidung: Es ist nicht klar, ob Ausscheidung = infektiös. Angeblich braucht es eine gewisse Mindestmenge Virus. Ich meine, die Münchener Ärzte, die die ersten deutschen Fälle behandelten, haben was dazu publiziert.
Remember
14.03.2020, 20:02
IgM sind wohl ca. 1 Woche nach Symptombeginn positiv, habe ich gehört. Wegen der Ausscheidung: Es ist nicht klar, ob Ausscheidung = infektiös. Angeblich braucht es eine gewisse Mindestmenge Virus. Ich meine, die Münchener Ärzte, die die ersten deutschen Fälle behandelten, haben was dazu publiziert.
Daszu hatte drosten im Podcast was gesagt (ich meine der hat das mit veröffentlicht)
Muss am Dienstag oder Mittwoch gewesen sein.
Kackbratze
14.03.2020, 20:08
Und was hat er gesagt?
Aus dem Ärzteblatt "Analyse von 1.070 Proben, die bei 205 Patienten mit COVID-19 entnommen wurden. Die Tests fielen in der Flüssigkeit der Bronchiallavage zu 93 Prozent positiv aus. Es folgten in der Häufigkeit Sputum (72 Prozent), Nasenabstrich (63 Prozent), bronchoskopische Bürstenbiopsie (46 Prozent), Rachenabstrich (32 Prozent), Stuhlproben (29 Prozent) und Blutproben (1 Prozent). Dagegen fiel keine von 72 Urinproben positiv aus"
Sagt natürlich nichts über die Kontagiosität der einzelnen Materialien aus
Zu den podcasts gibt es auch die Scripts, da findet man Gesuchtes etwas schneller.
https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Update-Die-Podcast-Folgen-als-Skript,podcastcoronavirus102.html
Feuerblick
14.03.2020, 20:13
@nitas: Meines Wissens ist bisher nicht sicher geklärt, ob „hinter sich haben“ wirklich hilfreich ist oder ob es Re-infektionen gibt. Oder weiß jemand da was Neues?
vanilleeis
14.03.2020, 20:16
„Also, Coronaviren hinterlassen eine flüchtige Immunität, und wir haben kaum die Möglichkeit, das direkt zu messen. Wir können nur sagen, auf indirekte Art und Weise: Man kann sich alle paar Jahre wieder mit dem selben Coronavirus infizieren. Und das ist nicht so wie bei der Influenza, dass das Influenzavirus sich immer weiter antigenetisch verändert über die Zeit, sondern die Coronaviren sind sehr antigenetisch stabil. Das heißt, sie müssen eine relativ flüchtige Populationsimmunität hinterlassen, sonst würden sie sofort aussterben bei dieser antigenetischen Stabilität. Das ist so ein Hinweis, den wir haben, und eine andere interessante Idee ist: Es gab ja ein Coronavirus, das dann verschwunden ist, nämlich das SARS Virus. Und in chinesischen Gruppen von Patienten, die in größerer Zahl mit SARS infiziert wurden, hat man später mal nachgeschaut und nach ungefähr fünf Jahren keine Antikörper mehr nachweisen können“
https://www.ndr.de/nachrichten/info/coronaskript106.pdf
Remember
14.03.2020, 20:19
Und was hat er gesagt?
Entschuldige, da es ein paar Tage her ist wollte ich ungern was weiteres dazu sagen, damit ich keine falschen Infos verbreite. Ich GLAUBE es war sinngemäß, dass einige noch lange ausscheiden aber nicht mehr ansteckend sind und man nach einer Woche (symptomlosigkeit?) theoretisch davon ausgehen kann, dass es okay ist. Werde gleich noch mal versuchen das Zitat aus dem Skript zu suchen.
Edit: hier aus dem Skript vom 10. 03
https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Update-Die-Podcast-Folgen-als-Skript,podcastcoronavirus102.html
"
HARTNÄCKIGER VIRUS IN LUNGE
Dann gibt es noch etwas aus dieser Studie. Das ist die
Erkenntnis: Im Labortest haben die Patienten nach
der Gesundung noch lange Zeit Virus in der Lunge, im
Lungensekret. Aber auch dort ist es so, dass wir mit
nach Ablauf der ersten Woche kein lebendes Virus
aus dem Lungensekret mehr isolieren können in der
Zellkultur. Wir glauben, dass das daher kommt, dass
zu dem Zeitpunkt langsam Antikörper gebildet werden
und die Immunreaktion einsetzt.
Dass dieses Virus, dass wir da nachweisen, im Prinzip
in der Umgebung der Lunge durch dort ausgeschwitz-
te Antikörper auch getötet wird. Ich wähle da jetzt bewusst sehr einfache Formulierungen. Aber ich glaube,
man kann sich gut vorstellen.
Anja Martini
Was bedeutet das?
Christian Drosten
Das ist ein wichtiger Fund, denn wir werden in eine Si-
tuation kommen, wo Krankenhausbetten Mangelware
sind in Krankenhäusern. Und wir werden dann so eine
Situation haben: Der Patient ist wieder gesund, aber
in der Lunge ist noch Virus nachweisbar im Labortest.
Kann man den wieder entlassen? Eigentlich nicht, der
kann ja draußen wieder Patienten infizieren. Wenn
wir das konsequent durchdenken, und so ist das zum
Beispiel bei den Münchener Patienten dann auch ge-
wesen in dieser Frühphase der Epidemie: Die hat man
so lange im Krankenhaus gehalten, bis zweimal dieser
Labortest negativ wurde hintereinander. Die haben auf
diese Art und Weise nach der Gesundung noch zwei
weitere Wochen im Krankenhaus verbracht. Das ist
natürlich katastrophal, wenn man das Thema Betten-
verfügbarkeit durchdenk"
Wer kann evtl schon was zur Durchführbarkeit, Verfügbarkeit und Kosten von ELISAs sagen?
Die Abstricherei (herrliches Wort) ist ja für den Immunitätsnachweis nicht geeignet (soweit ich weiß).
https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/pharmakonzern-roche-neuer-schnelltest-fuer-coronavirus-16678244.html
Da steht natürlich nichts von der Zuverlässigkeit
Mr. Pink online
14.03.2020, 20:38
Aufgrund der aktuellen Situation wurde bei Spiegel auch schon die möglichkeit diskutiert, das Arbeitszeitgesetz für medizinisches Personal auszusetzen. Die Regierungspräsidien haben wohl diese Möglichkeit. Könnt ihr euch vorstellen was das konkret bedeutet? Gilt der Tarifvertrag dann trotzdem weiterhin?
Wäre ja keine neue Situation....
John Silver
14.03.2020, 20:50
Auch wenn das Gesetz kurzzeitig außer Kraft gesetzt wird, muss die gesamte Arbeitszeit mit allen Zuschlägen vergütet werden.
Das allerdings wäre neu...
Im Krisenfall gelten eh keine Regelungen mehr. Was willst du denn dagegen machen, eingeteilt zu werden. Klagen? Viel Glück...
Das allerdings wäre neu...
:D :D :D
traurig, dass es stimmt
vanilleeis
14.03.2020, 20:56
Der krankenhausalarmplan Niedersachen zB spricht von Ruhezeit:Arbeitszeit von 12:12
https://www.aekn.de/fileadmin/media/Downloadcenter/Infos-fuer-Klinik--Praxis/KAEP.pdf
Viertletzte Seite
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.