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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread



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Leucovorin
12.12.2021, 16:47
Mit dem Ziel die Auslastung der Krankenhäuser zu reduzieren? In erster Näherung wohl vor allem Bewohner von Pflegeeinrichtungen und alle Menschen Ü60 (hinsichtlich der genauen Altersgrenze kann man sich sicherlich streiten). Dann könnte man noch über chronisch Kranke (z.B. die in den DMPs erfassten Erkrankungen) nachdenken.

https://www.spektrum.de/news/corona-immer-mehr-juengere-menschen-erkranken-schwer-an-covid-19/1917562
Ah, du weißt schon, dass auch junge Menschen schwer erkranken können? Die sind auch auf der Intensivstation. Du kennst sowas wie LongCovid?

Ich hatte erst gestern eine Patientin Ende 50, die berichtete, dass ihre Coronainfektion im MAI 2021 (als es noch nicht genug Impfstoff gab und sie deshalb nicht geimpft war) sie immer noch schlaucht und sie max. 1 Etage Treppensteigen kann und sich total abgelämpft und schlapp fühlt. Inzwischen hat sie sich auch impfen lassen als Genesene.

Oder unser 3x kluger Freund aus Bayern? Jetzt leidet er unter Lungenproblemen und ist erst nächstes Jahr wieder einsetzbar. Was meinst du wie sich das auf seine Karriere ?(und Reputation) auswirkt.

https://www.focus.de/sport/fussball/leiche-infiltrationen-in-der-lunge-kimmich-faellt-nach-corona-infektion-fuer-den-rest-des-jahres-aus_id_24502510.html

Immerhin die späte Einsicht, jetzt will er sich doch impfen lassen
https://www.tagesschau.de/sport/kimmich-impfung-109.html


Es gibt kein wirksames Medikament gegen diese Pandemie außer die Impfung, wie jeder weiß. Ich sehe es als unverantwortlich an die Impfung als "Individualentscheidung" abzutun, wobei sie uns doch alle betrifft. Jeder, der da keinen Bock drauf hat sei es aus Querdenkertum/Aluhutfraktion oder einfacherer Faulheit und Bequemlichkeit treibt die Pandemie weiter an, blockiert als Einzelner einer verschrobenen Gruppe wichtige Resourcen im Gesundheitswesen. Das geht garnicht.

OhDaeSu
12.12.2021, 19:04
Nein, nicht dreimal Nein. Deine Aussagen sind kurzsichtig und das kann man so nicht stehen lassen.
Sind Ungeimpfte Treiber der Pandemie. Klares JA. Und Ungeimpfte Pflegekräfte sind auch Ungeimpfte. Umso dramatischer, wenn sie als wandelnde Virusschleuder durchs Altenheim auf Hochrisikopatienten treffen.
Wo genau alle Hotspots für Corona sind, weiß letztendlich keiner 100%.

Dann leuchtet eine exklusive Impfpflicht für die Beschäftigten im Gesundheitswesen nicht wirklich ein, oder?


Man kann davon ausgehen, dass eine ungeimpfte hustenden nach Luft schnaubenden Person, die kurz vor der Krankenhauseinweisung steht hochinfektiös ist im Vergleich zu einer Infizierten Person mit nur leichten Symptomen, die vllt nichtmal bemerkt werden.

Meines Wissens kann man nicht davon ausgehen, dass die maximale Viruslast bei Durchbruchinfektionen deutlich geringer ist als bei der Infektion Ungeimpfter. Inwiefern asymptomatische Verläufe und damit unbemerkte Infektionen nun das Risiko einer Übertragung im beruflichen Kontext reduzieren, müsstest du nochmal erklären.


Ich hatte erst gestern eine Patientin Ende 50, die berichtete, dass ihre Coronainfektion im MAI 2021 (als es noch nicht genug Impfstoff gab und sie deshalb nicht geimpft war) sie immer noch schlaucht und sie max. 1 Etage Treppensteigen kann und sich total abgelämpft und schlapp fühlt. Inzwischen hat sie sich auch impfen lassen als Genesene.

Oder unser 3x kluger Freund aus Bayern? Jetzt leidet er unter Lungenproblemen und ist erst nächstes Jahr wieder einsetzbar. Was meinst du wie sich das auf seine Karriere ?(und Reputation) auswirkt.


Interessant, aber wenn ich dich richtig verstehe, hätte eine Impfpflicht im Gesundheitswesen keinen dieser Fälle verhindert. Eine Impfung der betreffenden Person aber schon.

FirebirdUSA
12.12.2021, 19:06
Naja, möglich ist viel. Aber auf ITS liegen immer noch überwiegend ältere Patienten (Ü50) oder Voererkrankte. Die wenigen Jungen würde man schon behandelt bekommen.
Nur der Impfschutz ist bei den Risikogruppen vermutlich besonders kurz, deshalb macht eben Inpfpflicht im Gesundheitswesen (inkl Pflege) ggf schon Sinn.
Es wird über kurz oder lang zu einer gewissen Immunität der Bevölkerung kommen, analog Grippe... nur ob das 2 oder 3 Jahre oder x Jahre dauert weiß leider keiner. Mit Impfungen geht es vermutlich schneller, und die Kollateralschäden dind geringer... aber es wird leider nicht direkt das Ende der Pandemie bedeuten

Leucovorin
12.12.2021, 20:23
Dann leuchtet eine exklusive Impfpflicht für die Beschäftigten im Gesundheitswesen nicht wirklich ein, oder?


Das ist ein Anfang.



Meines Wissens kann man nicht davon ausgehen, dass die maximale Viruslast bei Durchbruchinfektionen deutlich geringer ist als bei der Infektion Ungeimpfter. Inwiefern asymptomatische Verläufe und damit unbemerkte Infektionen nun das Risiko einer Übertragung im beruflichen Kontext reduzieren, müsstest du nochmal erklären.


Wie gesagt an Ausbrüchen sind in 8/10 Fällen Ungeimpfte (Siehe Link oben) beteiligt. Die Diskussion ist sehr müßig.
Ich



Interessant, aber wenn ich dich richtig verstehe, hätte eine Impfpflicht im Gesundheitswesen keinen dieser Fälle verhindert. Eine Impfung der betreffenden Person aber schon.

Das sind doch nur Beispiele, die für die Impfung sprechen!!!
Geimpfte verteilen logischerweise, da sie entweder garnicht oder nur leicht erkranken weniger das Virus. zum 1000x Mal. Gerade im Gesundheitswesen mit Alten, Kranken, Multimorbide brauchen wir keine Virenschleudern.
Die allgemeine Impfpflicht wird schwieriger zu etablieren sein als die bereits beschlossene Impfpflicht für Gesundheitsberufe, weil in der Öffentlichkeit / an den Arbeitsplätzen in der Regel keine Multimorbiden, alte und schwerkranke Personen anzutreffen sind

OhDaeSu
12.12.2021, 21:33
Wie gesagt an Ausbrüchen sind in 8/10 Fällen Ungeimpfte (Siehe Link oben) beteiligt. Die Diskussion ist sehr müßig.
Ich

"Beteiligt" schließt aber natürlich den (lt Artikel häufigsten) Fall ein, dass der Infizierte nicht geimpft ist. Insofern ist das für unsere Diskussion (Vermeintliche Überträger im Gesundheitswesen verpflichtend impfen und damit Risikogruppen indirekt schützen vs. Risikogruppen durch Impfungen direkt schützen und damit Überlastung der Intensiv-Kapazitäten verhindern) nicht allzu trennscharf.

Basierend auf der dir bekannten Evidenz - Welcher Effekt der Impfung ist ausgeprägter: Das Risiko einer Infektion und damit der Übertragung des Virus zu reduzieren oder die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe zu senken?


Geimpfte verteilen logischerweise, da sie entweder garnicht oder nur leicht erkranken weniger das Virus. zum 1000x Mal.

Weniger, aber sie tun es (laut dem von dir verlinkten Artikel immernoch in zwischen einem Viertel und einem Drittel der Fälle). Wie gesagt die maximale Viruslast ist durchaus vergleichbar, die Ausscheidung nimmt aber schneller ab.


Die allgemeine Impfpflicht wird schwieriger zu etablieren sein als die bereits beschlossene Impfpflicht für Gesundheitsberufe, weil in der Öffentlichkeit / an den Arbeitsplätzen in der Regel keine Multimorbiden, alte und schwerkranke Personen anzutreffen sind

Nein, sie ist deswegen leichter im Gesundheitssystem zu etablieren, weil es oberflächlich logisch klingt und die Beschäftigten im Gesundheitswesen in den Augen Vieler ohnehin den Status nützlicher Idioten haben. Zudem handelt es sich um keine relevante Wählergruppe (anders als bspw. Personen Ü60) und es bestehen kaum berufliche Alternativen (Wechsel zum ambulanten Pflegedienst, in die Niederlassung, in andere oder patientenferne Fächer o.ä. werden nicht helfen, um sich dieser Pflicht zu entziehen).

h3nni
12.12.2021, 22:44
Weniger, aber sie tun es (laut dem von dir verlinkten Artikel immernoch in zwischen einem Viertel und einem Drittel der Fälle). Wie gesagt die maximale Viruslast ist durchaus vergleichbar, die Ausscheidung nimmt aber schneller ab.

Was natürlich dem Individuellen Fall nichts bringt, aber statistisch eben schon. Wie bei vielen Interventionen mit NNT>1.

Zudem wurde die Viruslast in dem Nature Paper mittels Ct aus der PCR gemessen. Ich meine, es gab ein Paper, das mittels Zellkultur eine geringere Aktivität der Viren gezeigt hat, die trotzdem niedrigere Ct Werte hatten, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8282117/
Dieses geht zumindest in die Richtung. Also scheint die Impfung doch was zu bringen, da es ja um infektiöses Virus und nicht um Virusreste, inaktiviertes Virus usw gehen sollte

Leucovorin
12.12.2021, 23:50
Basierend auf der dir bekannten Evidenz - Welcher Effekt der Impfung ist ausgeprägter: Das Risiko einer Infektion und damit der Übertragung des Virus zu reduzieren oder die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe zu senken?


Irrelevant. Ungeimpfte sind a) extrem infektiös b) haben die schweren Verläufe



Weniger, aber sie tun es (laut dem von dir verlinkten Artikel immernoch in zwischen einem Viertel und einem Drittel der Fälle). Wie gesagt die maximale Viruslast ist durchaus vergleichbar, die Ausscheidung nimmt aber schneller ab.


Irrelevant. Die Ungeimpften sind das Problem, weil sie auf jeden Fall Spreader sind und schwer erkranken, wie schon bereits 100x gesagt.



Nein, sie ist deswegen leichter im Gesundheitssystem zu etablieren, weil es oberflächlich logisch klingt und die Beschäftigten im Gesundheitswesen in den Augen Vieler ohnehin den Status nützlicher Idioten haben. Zudem handelt es sich um keine relevante Wählergruppe (anders als bspw. Personen Ü60) und es bestehen kaum berufliche Alternativen (Wechsel zum ambulanten Pflegedienst, in die Niederlassung, in andere oder patientenferne Fächer o.ä. werden nicht helfen, um sich dieser Pflicht zu entziehen).


Quatsch. Wer gerne als potentieller Superspreader ungeimpft im Gesundheitswesen arbeitet, weil er sich "die Freiheit rausnimmt" eine extrem vulnerable Patienten (sozusagen seine "Kunden") zu gefährden", der ist im Gesundheitswesen ganz klar fehlplatziert.
Und wie man in Italien und FRankreich gesehen hat. Die Einsicht kommt dann doch schneller, wenns um den Arbeitsplatz geht.
Hier werden auch nicht alle totale Querdenker/Aluhüte gewesen sein, sondern nur etwas "faul" oder "unsicher" mit extrem langer Bedenkzeit. Die wir leider nicht haben.

Und dass Pflege keine Jobalternativen hat, ist ja wohl der beste Witz des Jahrhunderts. Umschulungen (z.B. Casemanager, DRG Codierer), Branchenwechsel (im kommunalen Dienst z.B. Stadtverwaltung, Ordnungsamt usw.). Auch gerne vom Arbeitsamt beraten und bezahlt. Das sind jetzt ein paar Beispiele von frustierten Pflegekräften, die ich kenne.
Du arbeitest offensichtlich nicht im Gesundheitswesen oder? Du hast auch schon lange keine Intensivstation von Innen mehr gesehen oder? Sonst würdest du sicher nicht so schreiben à la: Pflegekräfte haben keine anderen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Willkommen in der Realität. Selbst Personen 50+ gelten inzwischen auf dem Arbeitsmarkt als vermittelbar. Vor ein paar Jahrzehnten, war das noch ganz anders.
Da gibt es unzählige Möglichkeiten

anignu
13.12.2021, 00:13
Ist :"ich bin übrigens geimpft... " das neue "ich habe nichts gegen Ausländer, aber..."
Danke!

Also, ich bin mittlerweile ja auch für die Impfpflicht im Gesundheitswesen
Ich nicht unbedingt. Allgemeine Impfpflicht und fertig.

Als ich vor einem Jahr sagte, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt, dass ohnehin ständig Mutationen auftauchen und die Maßnahmen so bis zum St. Nimmerleinstag weiter geführt werden können wurde ich heftig dafür angegriffen. Ich kenn inzwischen mehrere Fälle die trotz Dreifach Impfung infiziert waren. Prügelt mal schön weiter auf den Ungeimpften ein. Ich bin übrigens dreifach geimpft. Die Massnahmen stehen in keinem Verhältnis zum Schaden (verspätete Krebsdiagnosen, etc.), der angerichtet wird. Wir werden noch in einem Jahr kein normales Leben führen können. Selbst wenn ale geimpft sind werden aufgrund einer neuen Variante die Maßnahmen verlängert.
Soviele falschen Schlüsse in einem so kurzen Text.
Wahrscheinlich kennt jeder irgendwelche Einzelfälle die sich trotz irgendwas noch infiziert haben. Was sagt uns das? Nichts.
Das ist genau der Grund warum man irgendwann von den Inzidenzzahlen weggegangen ist zu Hospitalisierungszahlen. Die Inzidenz ist egal wenn die Hospitalisierung null ist. Die Auslastung der Krankenhäuser und speziell der Intensivstationen ist das große Problem. Und weil die aktuell so hoch ist führt das zu einem mehr oder weniger Lockdown, einer Reduktion von Untersuchungen und Eingriffen (auch weil sich Patienten nicht mehr trauen zu kommen) und damit zu den angesprochenen Schäden. Eine hohe Impfquote senkt die Hospitalisierungsrate senkt den Lockdown und erhöht Untersuchungen und verhindert Spätschäden.

Dann leuchtet eine exklusive Impfpflicht für die Beschäftigten im Gesundheitswesen nicht wirklich ein, oder?
Ich hab da ein paar Vermutungen: 1. ist es rechtlich wahrscheinlich super easy durchzusetzen 2. ist es ein erster Testballon. 3. in manchen Bereichen bringt es tatsächlich was und 4. die Politik zeigt dass sie was tut.

So richtig viel bringt das glaub ich auch nicht, vor allem nicht wenn eh schon viele geimpft sind. In Heimen wo teilweise nicht mal die Hälfte der Altenpflegerinnen geimpft sind (willkommen in Bayern) bringt das aber tatsächlich was. Weil bei den zweifach oder dreifach geimpften vor allem Heimbewohner betroffen sind. Zumindest bei uns.

Wie gesagt an Ausbrüchen sind in 8/10 Fällen Ungeimpfte (Siehe Link oben) beteiligt. Die Diskussion ist sehr müßig.
Und das bei einer Impfquote von mindestens 2/3 (Bayern) bis zu 4/5 (Bremen). Zu deutsch: die Ungeimpften trifft es häufiger und härter.

Irrelevant. Ungeimpfte sind a) extrem infektiös b) haben die schweren Verläufe

Irrelevant. Die Ungeimpften sind das Problem, weil sie auf jeden Fall Spreader sind und schwer erkranken, wie schon bereits 100x gesagt.

Quatsch. Wer gerne als potentieller Superspreader ungeimpft im Gesundheitswesen arbeitet, weil er sich "die Freiheit rausnimmt" eine extrem vulnerable Patienten (sozusagen seine "Kunden") zu gefährden", der ist im Gesundheitswesen ganz klar fehlplatziert.
Es fehlt noch dass davon ausgegangen wird dass man als Ungeimpfter deutlich länger Spreader ist.

Zusammengefasst:
Für mich ist es total easy wie man in einer durch Aerosole übertragenen Pandemie agieren muss. Mittels Impfung oder Kontaktbeschränkungen=Lockdown (oder beides). Freiwillige Impfung hat offensichtlich nicht funktioniert, freiwillige Kontaktbeschränkungen (incl. Schulschließungen) auch nicht. Also bleiben verpflichtende Impfungen oder verpflichtende Kontaktbeschränkungen. Was wollt ihr? Oder habt ihr andere Vorschläge?

cartablanca
13.12.2021, 00:43
Soviele falschen Schlüsse in einem so kurzen Text.
Wahrscheinlich kennt jeder irgendwelche Einzelfälle die sich trotz irgendwas noch infiziert haben. Was sagt uns das? Nichts.
Das ist genau der Grund warum man irgendwann von den Inzidenzzahlen weggegangen ist zu Hospitalisierungszahlen. Die Inzidenz ist egal wenn die Hospitalisierung null ist. Die Auslastung der Krankenhäuser und speziell der Intensivstationen ist das große Problem. Und weil die aktuell so hoch ist führt das zu einem mehr oder weniger Lockdown, einer Reduktion von Untersuchungen und Eingriffen (auch weil sich Patienten nicht mehr trauen zu kommen) und damit zu den angesprochenen Schäden. Eine hohe Impfquote senkt die Hospitalisierungsrate senkt den Lockdown und erhöht Untersuchungen und verhindert Spätschäden.

Da sind überhaupt keine falschen Schlüsse drin. Du hast es schlicht weg nicht verstanden. Ich schrieb: "selbst wenn alle geimpft sind gehen die Maßnahmen weiter." In Gibraltar gibt es eine 100%ige Impfquote und die Maßnahmen gehen weiter. Meinetwegen sollen sie alle impfen und meinetwegen soll es eine allgemeine Impfpflicht geben, aber dann müssen die Maßnahmen beendet werden, wenn alle geimpft sind. Weil es nämlich einfach reicht! Die Auslastung der Intensivstationen ist nicht nur abhängig von COVID sondern hat z.T. andere Motive. Man muss damit leben lernen.

anignu
13.12.2021, 01:27
Ach komm. Langweil doch nicht die Leute. Gibraltar ist DAS Paradebeispiel an dem sich die Querdenker auf Telegram ihren täglichen Orgasmus holen. Wegen einer angeblichen Impfquote von 100% die tatsächlich ungefähr 90% ist. Kinder und Jugendliche mal nicht erfasst und damit einen Übertragungsfaktor völlig ignoriert in einem Land in dem sehr viele Pendler und Touristen kommen... Merkst schon erste argumentative Schwierigkeiten?

Und dann schau einmal für drei Sekunden näher hin. Einfach mal bei Google "Gibraltar Corona" eintippen und einen der ersten paar Artikel lesen. Was gehen denn dort für "Maßnahmen weiter"? Haben die einen Lockdown oder was? Die Regierung hat die Weihnachtsfeiern der Regierung abgesagt. Respekt. Zu Pandemie-Zeiten. Bei uns denkt niemand auch nur annähernd über eine Weihnachtsfeier nach. Und was sagt uns dass? Dass die Regierung verantwortungsbewusst handelt.

Und dann lies mal folgende Sätze und versuche sie zu verstehen, aus einem der ersten gefundenen Artikel, die Quintessenz ist aber in allen Artikeln gleich (in "normalen" Medien, nicht auf Telegram)
"Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei über 1000 – und damit an der Spitze Europas. Zwar sieht die Situation auf den ersten Blick tatsächlich dramatisch aus. Blickt man jedoch genauer hin, verlieren die Zahlen ihren Schrecken. Nach offiziellen Angaben liegt nur ein einziger Mensch auf der Corona-Station im Krankenhaus. Intensiv wird keine Person behandelt." Und stell dir das mal bei uns vor. Zum Beispiel bei uns im Landkreis. Da sind das aktuell im 3 Intensivpatienten auf die Bevölkerung von Gibraltar runtergebrochen und 14 Normalstationspatienten. Impfquote irgendwo um 2/3. Ist schon klar, macht keinen Unterschied. Oh mann... Ich hatte mal bissl mehr erwartet von dir. Schade.

cartablanca
13.12.2021, 10:16
Oh mann... Ich hatte mal bissl mehr erwartet von dir. Schade.

Ok, wir lassen es einfach mal so stehen und schauen, ob bei 100 % Impfquote in einem halben Jahr die 2 G, 3 G oder 4 G Regeln (was auch immer dann wieder erdacht werden wird), die Maskenpflicht, etc. fallen gelassen werden oder ob der Ausnahmezustand einfach weiter geht. Mehr schreib ich auch nicht dazu.

Feuerblick
13.12.2021, 10:28
Stimmt… im Sommer wurde ja auch nirgends und gar nicht irgendwas an Maßnahmen aufgehoben. Da ist es sehr wahrscheinlich, dass bei niedriger Hospitalisierungsquote alles an Maßnahmen aufrecht erhalten wird. Weil es ja viel besser für Wirtschaft und Staat ist als Menschen, die ohne irgendwelche Tests und sonstige Regeln ihrem Leben nachgehen können.
Mehr muss man dazu wohl nicht schreiben.

FirebirdUSA
13.12.2021, 13:04
Ok, wir lassen es einfach mal so stehen und schauen, ob bei 100 % Impfquote in einem halben Jahr die 2 G, 3 G oder 4 G Regeln (was auch immer dann wieder erdacht werden wird), die Maskenpflicht, etc. fallen gelassen werden oder ob der Ausnahmezustand einfach weiter geht. Mehr schreib ich auch nicht dazu.

Die Maßnahmen gehen solange weiter, wie Patienten auf ITS in großen Massen auflaufen. Die Chance mit Inpfen besteht darin, dass es ggf schneller geht. Kannst dir ja mal den Verlauf historischer Viruspandemien ansehen...
Gibraltar ist ein wunderbares Beispiel, wie Maßnahmen mit entsprechender Impfquote reduziert werden können. Da hilft tatsächlich sich mal zu informieren was dort gilt. Wenn Maske tragen für dich schon unzumutbar ist, sehe ich aber noch eine ganze Zeit lang schwarz für dich
ITS Auslastung hat andere Ursache? Also bei mir ist es 75% Corona und die Patienten liegen z.T Stunden lang im Schockraum da keine ITS Kapazität mehr da... elektive Fälle? Nur noch Minimum... bei anigu ist es glaube ich noch schlimmer.

Evidence based
13.12.2021, 13:08
Spannend, dass die Impfpflicht hier nur vor dem Hintergrund Patientenschutz betrachtet wird. Sie ist aber aus anderen Gründen wichtig und richtig:
- Es gibt nur wenige Berufe, in denen man so exponiert und damit gefährdet ist. Damit ist eine verpflichtende Impfung eine sinnvolle Arbeitsschutzmaßnahme.
- Sofern sich ein relevanter Teil des medizinischen Personals symptomatisch infiziert, gefährdet dies die Patientenversorgung. Es ist ja sowieso schon alles auf Kante genäht. Wenn 5-10 % des medizinischen Personals aufgrund eines Coronainfekts ausfällt, kann die Patientenversorgung in vielen Bereichen nicht mehr aufrechterhalten werden. Geimpftes Personal infiziert sich zum einen seltener und ist zum anderen auch nach durchgemachter Infektion schneller wieder einsatzbereit, da seltener schwere Verläufe auftreten.
- Infiziert sich medizinisches Personal nachweislich auf der Arbeit, gilt dies als Berufskrankheit. Dementsprechend muss die BG dafür aufkommen. Eine Impfung reduziert die Wahrscheinlichkeit für langwierige und teure Akutbehandlungen und Rehabilitationsverfahren.

OhDaeSu
13.12.2021, 21:44
Was natürlich dem Individuellen Fall nichts bringt, aber statistisch eben schon. Wie bei vielen Interventionen mit NNT>1.

Natürlich bringt es etwas. Meine These war ja, dass die Alternative (Risikogruppen direkt durch Impfung schützen) mehr bringt und damit auch die number needed to Grundrechtseingriff geringer ausfällt.



Irrelevant. Ungeimpfte sind a) extrem infektiös b) haben die schweren Verläufe


Du bist kein Freund kontextbezogener Antworten, oder? :D



Und wie man in Italien und FRankreich gesehen hat. Die Einsicht kommt dann doch schneller, wenns um den Arbeitsplatz geht.
[...]
Und dass Pflege keine Jobalternativen hat, ist ja wohl der beste Witz des Jahrhunderts. Umschulungen (z.B. Casemanager, DRG Codierer), Branchenwechsel (im kommunalen Dienst z.B. Stadtverwaltung, Ordnungsamt usw.). Auch gerne vom Arbeitsamt beraten und bezahlt. Das sind jetzt ein paar Beispiele von frustierten Pflegekräften, die ich kenne.
Du arbeitest offensichtlich nicht im Gesundheitswesen oder? Du hast auch schon lange keine Intensivstation von Innen mehr gesehen oder? Sonst würdest du sicher nicht so schreiben à la: Pflegekräfte haben keine anderen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Willkommen in der Realität. Selbst Personen 50+ gelten inzwischen auf dem Arbeitsmarkt als vermittelbar. Vor ein paar Jahrzehnten, war das noch ganz anders.
Da gibt es unzählige Möglichkeiten

Ist der drohende Verlust des Arbeitsplatzes nun ein wirksamer Anreiz oder hat die Pflege unzählige alternative attraktive Berufsfelder?

@Evidence based
Deine Argumente erklären aber nicht hinreichend, weshalb die Impfpflicht nun exklusiv fürs Gesundheitswesen kommt, oder?

- Sinnvolle Arbeitsschutzmaßnahme wäre eine Impfung auch in Großraumbüros, Verhandlungssälen, bei Kundenkontakt, Schulen, Kindergärten, Taxifahrern usw.
- Überlastete Intensivstationen gefährden ebenfalls die Patientenversorgung. Die Frage ist, ob man diese mit einer Impfpflicht Ü60 nicht stärker entlasten würde.
- Eine Impfung reduziert die Wahrscheinlichkeit für langwierige und teure Akutbehandlungen und Rehabilitationsverfahren bei allen Menschen. Insbesondere natürlich bei Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf...

anignu
13.12.2021, 22:20
Natürlich bringt es etwas. Meine These war ja, dass die Alternative (Risikogruppen direkt durch Impfung schützen) mehr bringt und damit auch die number needed to Grundrechtseingriff geringer ausfällt.
Damit vergisst du 2 Sachen: 1. diejenigen die sich tatsächlich nicht impfen lassen können und auch ein Recht darauf haben dass sie geschützt werden und 2. liegen bei uns auf der Intensivstation ja nicht nur Risikogruppen und verursachen eine Überlastung. Außer du definierst Risikogruppe plötzlich um in männlich, um die 40, keine Vorerkrankungen etc.

Ist der drohende Verlust des Arbeitsplatzes nun ein wirksamer Anreiz oder hat die Pflege unzählige alternative attraktive Berufsfelder?
Beides. Ein drohender Verlust ist ein wirksamer Anreiz OBWOHL es unzählige alternative attraktive Berufsfelder gibt. Weil der Mensch Angst vor Veränderungen hat. Gibt man dem Mensch 2 Alternativen wählt er das vermeintlich sicherere.

@Evidence based
Deine Argumente erklären aber nicht hinreichend, weshalb die Impfpflicht nun exklusiv fürs Gesundheitswesen kommt, oder?
Daher bin ich ja für eine allgemeine Impfpflicht. So wie die Situation in unseren Krankenhäusern in unserer Gegend aussieht muss man ALLE Impfen dass es besser wird. Nicht bloß ein paar depperte Hanseln in Krankenhäusern oder Altenheimen die das noch nicht gemacht haben.

Sinnvolle Arbeitsschutzmaßnahme wäre eine Impfung auch in Großraumbüros, Verhandlungssälen, bei Kundenkontakt, Schulen, Kindergärten, Taxifahrern usw.
Oder halt überall?

Überlastete Intensivstationen gefährden ebenfalls die Patientenversorgung. Die Frage ist, ob man diese mit einer Impfpflicht Ü60 nicht stärker entlasten würde.
Stärker als mit der jetzt beschlossenen Impfpflicht wahrscheinlich schon, aber nicht stärker als mit einer allgemeinen Impfpflicht.

Eine Impfung reduziert die Wahrscheinlichkeit für langwierige und teure Akutbehandlungen und Rehabilitationsverfahren bei allen Menschen. Insbesondere natürlich bei Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf...
Korrekt. Also einfach alle Impfen!

Wir müssen die allgemeine Impfpflicht einführen damit wir endlich den Menschen die sich seit einem Jahr in die falsche Richtung verrannt haben einen Ausweg bieten können!
Es gibt immer wieder Leute die sagen "ich will erst mehr Daten, ich trau dem Impfstoff nicht". Das Misstrauen versteh ich, ein bissl mulmiges Gefühl hab ich auch gehabt. Aber mein Glaube an die Wissenschaft und dass die schon korrekt arbeiten war größer. Aber kommen wir zurück zu denjenigen der bissl mehr dran zweifelt und sagt "ich will erst dass es mehr Erfahrung mit dem Impfstoff gibt". Da kommt man schwierig dran. Denn wo zieht man denn die Grenze dass ausreichend Erfahrung da ist? Wenn 1 Mio Impfdosen verimpft sind (schon erreicht) und damit wahrscheinlich sehr viele auch seltene Nebenwirkungen entdeckt wurden. Wenn 1 Milliarde Impfdosen verimpft sind (auch schon erreicht) und damit ziemlich sicher alles bekannt ist? Wenn 1 Billion Impfstoffe verimpft sind? Das wird nicht passieren. Ok, also Erfahrung über die Zeit. Wenn 1 Monat vorbei ist? Wenn 1 Jahr vorbei ist? Wenn 1 Jahrzehnt vorbei ist? Und man merkt dann schon langsam dass man die Forderungen 1 Milliarde und 1 Jahr erfüllen kann aber die nächste Eskalationsstufe nicht mehr. Die Leute legen sich daher auf "Zweifel" fest und begründen das mit "fehlender Erfahrung" legen sich aber nicht fest wann die Erfahrung denn erreicht ist.
Auch wenn man sich Interviews anhört wie sie beispielsweise auf ARD/ZDF etc. kurz eingeblendet werden wo gefragt wird warum sich manche Leute denn genau jetzt Erstimpfen lassen kommt eigentlich immer raus dass es zwar Zweifel an dem Impfstoff gibt aber durch 2G in vielen Bereichen der Druck zu groß wurde. Und lauter solchen Leuten kann man mit einer allgemeinen Impfpflicht helfen. Dass sie sich endlich impfen lassen können ohne vor sich selbst oder irgendwem anders ihr Gesicht zu verlieren. Wer vor einem halben Jahr noch groß getönt hat dass er sich nicht impfen lässt wegen Zweifeln der tut sich schwer das nun zu begründen. Mit einer allgemeinen Impfpflicht schafft man die Ausrede für die Leute dass sie sich impfen lassen können und gleichzeitig ihr Gesicht wahren, auch sich selbst gegenüber.
Die ganz aggressiven und militanten Impfgegner werden Möglichkeiten finden das zu umgehen. Ganz ehrlich? Das ist mir egal. Wenn sich genug Leute impfen lassen spielt das gesamtgesellschaftlich keine Rolle.

Daher allgemeine Impfpflicht!

mbs
13.12.2021, 22:56
Die Reaktion auf die angedrohte Impfpflicht ist hier, dass die ganze Stadt immer öfter lahmliegt wegen "Demonstrationen". Das Aufgebot an Polizei und Co. ist auch bemerkenswert. Das grenzt schon fast an Bürgerkrieg. Selbst außerhalb des Zentrums randalieren die Menschen und brüllen wie am Spieß. Die nächste Eskalationsstufe ist, dass Panzer von der Bundeswehr anrollen.

anignu
14.12.2021, 00:33
Daher muss man sie EINFÜHREN. Nicht ANDROHEN.

Leucovorin
14.12.2021, 00:33
Die Reaktion auf die angedrohte Impfpflicht ist hier, dass die ganze Stadt immer öfter lahmliegt wegen "Demonstrationen". Das Aufgebot an Polizei und Co. ist auch bemerkenswert. Das grenzt schon fast an Bürgerkrieg. Selbst außerhalb des Zentrums randalieren die Menschen und brüllen wie am Spieß. Die nächste Eskalationsstufe ist, dass Panzer von der Bundeswehr anrollen.

Hier ist garkeine Reaktion momentan. Mio Stadt.
Ich fand den arbeitsrechtlichen Aspekt (Schutz der Angestellten vor Corona und Long Covid) bemerkenswert.

cartablanca
14.12.2021, 11:09
Stimmt… im Sommer wurde ja auch nirgends und gar nicht irgendwas an Maßnahmen aufgehoben. Da ist es sehr wahrscheinlich, dass bei niedriger Hospitalisierungsquote alles an Maßnahmen aufrecht erhalten wird. Weil es ja viel besser für Wirtschaft und Staat ist als Menschen, die ohne irgendwelche Tests und sonstige Regeln ihrem Leben nachgehen können.
Mehr muss man dazu wohl nicht schreiben.

Niedrige Hospitalisierungsrate ... JETZT. Sobald eine neue Variante auftaucht und die Inzidenzen und Hospitalisierungsraten wieder steigen geht es los mit dem nächsten Lockdown.