Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Relaxometrie
22.03.2020, 11:29
Was meint ihr, wird man die Corona Krise dazu nutzen, dieses Vorhaben durchzusetzen und die Krankenhauslandschaft analog der zunehmend schließenden Apotheken zu "bereinigen", indem man die kleineren Krankenhäuser aushungern lässt?
Inwiefern die Coronasache eine Veränderung der Krankenhauslandschaft bewirkt, wäre jetzt vielleicht zu viel Kaffeesatzleserei. Insofern belasse ich es vorerst mal bei der Meinung, die ich schon lange "vor Corona" hatte:
Der Meinung des Barmer-Chefs (über dessen sonstige Meinungen und vertretene Positionen weiß ich nichts; also nicht denken, daß ich seine sämtlichen Meinungen unterstütze):
"Bislang seien alle Versuche, Krankenhäuser ausschließlich nach „den Faktoren hoher Versorgungsqualität und medizinischer Sinnhaftigkeit“ zu betreiben, an einer „irrationalen Liebe der Bürger, der Politik und der Medien zu ihrem wohnortnahen Krankenhaus“ gescheitert, moniert der Barmer-Chef."
schließe ich mich voll an.
Was ich wirklich maximal ätzend finde, ist diese Dauerschleife an verquasten, niemals zielführenden Diskusisonen über Krankenhäuser, die geschlossen werden sollen. Es ist immer der gleiche frustrane Ablauf: KH macht Verluste ---> Angestellen müssen sich mehr anstrengen/ Arbeitsdichte erhöht sich ---> KH macht trotzdem Verluste ---> über eine Schließung wird laut nachgedacht ---> Proteste der Bevölkerung ---> Beschwichtigungen und / oder Rettungsphantasien durch Lokalpolitiker ---> Krankenhaus schließt. (vereinfacht dargestellt).
Was aus meiner Sicht zielführend wäre: gesellschaftliche Diskussion darüber, was medizinisch sinnvoll und gewollt ist. Dann konsequent abgestuftes Vorgehen, welches jetzt mal ins Unreine gesprochen etwa so aussehen könnte: 1. wenige Maximalversorger
2. ausreichende Anzahl von Krankenhäusern der Grundversorgung, die halbwegs wohnortnah ein abgespecktes Leistungsprofil anbieten
3. wohnortnaher Ausbau der ambulanten Versorgung
Bombenbauer
22.03.2020, 11:31
Hallo.
Ich hab bisschen mitgelesen, aber längst nicht alles.
Ich habe keine Ahnung deswegen eine Frage bzw ein bitte um Kommentar zu meiner Sicht:
Sterberate ist sehr niedrig: 1% (kann man ja immer am ende sagen, aber trotzdem)
Die Wahrscheinlichkeit unter 60 Jahren an Korona zu sterben ist geringer als von nem Auto überfahren zu werden.
Die Medien machen zu viel Panik und Hysterie bzw steuern mit Bildern und der Wortwahl (meine Eltern werden sterben, Särge stabeln sich, Krematorien 24/7 mimimi) die Bürger durch Angst um Maßnahmen zu halten nur damit das Gesundheitssystem nicht kollabiert.
Die Politik schläft, das Gesundheitssystem ist vor allem in Italien trashig, deswegen so viele Tote dort.
Bin für ne saftige Gehaltserhöhung von 25% aller Gesundheitsberuf, Rücktritt von Merkel und Spahn und Reform des Gesundheitssystems um Ärzte und Co zu entlasten.
Autolyse
22.03.2020, 11:31
Der entscheidende Vorteil von wenigen großen Häusern ist doch, dass man das Personal noch mehr knechten kann. Es kann ja im Idealfall ohne Umzug nicht weg.
Sterberate ist sehr niedrig: 1% (kann man ja immer am ende sagen, aber trotzdem)
Die Wahrscheinlichkeit unter 60 Jahren an Korona zu sterben ist geringer als von nem Auto überfahren zu werden.
Die Medien machen zu viel Panik und Hysterie
Ich mache mir auch nicht ins Hemd, an Corona zu sterben. Man sollte aber auch nicht vergessen, daß Corona (Grippe etc..) noch ON TOP geht, d.h. das Risiko, einen Autounfall zu erleiden, wird nicht geringer. Gegeneinander aufrechnen hilft nicht.
Was die Medien angeht: only bad news are good news.
Ob wir auch stapelweise Leichen in Plastiksäcken mit Armeelastern ins Krematorium fahren müssen, wird man sehen. Die Leute sterben ja in diesem Szenario nicht "an Corona" sondern weil es keine Beatmungsplätze mehr gibt. Deswegen lieber vom schlechteren Szenario ausgehen.
Ob das Gesundheitssystem zumindest in Norditalien so viel grottiger organsiert war, als das in Deutschland, wird sich ebenfalls in ein paar Wochen zeigen.
In Deutschland gibt es momentan aber zuviele Gaga-Entscheidungen, wie Baumärkte und Restaurants offenhalten, im einen Bundesland darf man vor die Tür, im anderen nicht, mit 200 Kollegen in der Fabrik stehen ist erlaubt, eine Kontaktsportart wie Golfen aber verboten. Hinz und Kunz können über 116 117 einen "Abstrich" in Form eines Hausbesuches mit null therapeutischer Relevanz anfordern und gleich noch zusätzliche Vektoren kreiieren, aber ärztliches Personal mit z.T. Kontakt zu positiv getesteten oder sogar Erkrankten wird nicht mehr getestet etc...
Ob die Entscheidung von Jens Spahn, noch vor zwei Wochen Offerten von Schutzartikelherstellern zu ignorieren und stattdessen die Beschaffung an das äußerst effektive Beschaffungsamt der Bundeswehr zu delegieren (die Presse berichtete), ihm politisch auf die Füße fallen wird, wird sich zeigen. Mit ein paar knallharten Gesetzen "Handyüberwachung" "Zwangsrekrutierung" kann man dann aber prima ablenken
Im übrigen dürfte im Jahr 2020 ein Hausarzt, der in diesem Falle hochbetagte und überwiegend bettlägerige Patienten bei Heimbesuchen stapelweise mit Physiotherapierezepten versorgt, eine Rarität sein. Das klappt ja noch nicht mal bei Berufstätigen.
Im Gegenteil, offensichtlich hast Du keinen Einblick (oder auch Ahnung) von den spezifischen Regelungen bei Heilmittelverordnung.
Gerade multimorbide ältere Patienten bieten genug Diagnosen, bzw. deren Kombinationen, um als Praxisbesonderheit oder gar automatische Langfristverordnung das Budget zu entlasten, man muß allerdings die entsprechenden Diagnosen kennen und angeben.
Nicht, dass mich diese Winkelzüge und Schlupflöcher nicht ankotzen würden, aber das System ist durchlässig, wenn man es einmal verstanden hat.
Zur Hydroxychloroquin-Studie
https://www.mediterranee-infection.com/wp-content/uploads/2020/03/Hydroxychloroquine_final_DOI_IJAA.pdf
Ganz unten sind die Tabellen und dort sieht man "Time between onset of symptoms and inclusion (days)". Bei 6/16 Kontrollen unbekannt.
Also, erstens ist das kaum ein Unterschied: 4,1 Tage bei den Behandelten, 3,9 Tage bei den Unbehandelten. Zweitens ist die Zeitspanne nur bei 2 Personen (von 36) unbekannt. (Supplementary Table 1, Seite 22).
flopipop
22.03.2020, 12:34
Ob die Entscheidung von Jens Spahn, noch vor zwei Wochen Offerten von Schutzartikelherstellern zu ignorieren und stattdessen die Beschaffung an das äußerst effektive Beschaffungsamt der Bundeswehr zu delegieren (die Presse berichtete), ihm politisch auf die Füße fallen wird, wird sich zeigen. Mit ein paar knallharten Gesetzen "Handyüberwachung" "Zwangsrekrutierung" kann man dann aber prima ablenken
Noch ist die Akteptanz für die Zwangsmaßnahmen in der Bevölkerung gegeben, sollten die Politiker damit übertreiben, wird die Stimmung nach 1-2 Monaten Ausgangssperre kippen. Dann gehen die Ersten auf die Straße, damit diese die Klappe halten werden immer mehr Staatshilfen ausgegeben, immer mehr Geld wird gedruckt, was in einer Hyperinflation endet.
Im Gegenteil, offensichtlich hast Du keinen Einblick (oder auch Ahnung) von den spezifischen Regelungen bei Heilmittelverordnung.
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Ich kenne mich nicht mit der Heilmittelversorgung aus, weiß aber, daß Heimbesuche bei "meinen" Allgemeinmedizinern ungefähr so beliebt sind wie Fußpilz und nach Möglichkeit vermieden werden. Natürlich kann das wieder von der jeweiligen KV abhängen oder von Extraverträgen. Die Physiotherapiepaxis, mit der ich vor ein paar Jahren mal das Gebäude teilte, hatte auch die Heimbesuche mangels Rezepten eingestellt. Es ging aber eigentlich um das Nichtanstecken von per se durch die Bettlägerigkeit schon besser sozial isolierten Patienten.
Warum isoliert man nicht die Risikopatienten und lässt die jungen weiter leben, jandeln und arbeiten?
1) weil Isolierung von Risikopatienten eben auch nicht so gut klappt (siehe Würzburg)
2) weil die jüngeren auch nicht per se immun sind (schwere Verläufe auch bei jungen Patienten 50% Belegung auf ITS).
Was Du forderst, würde darauf hinauslaufen, grundsätzlich allen Älteren (Ü 50? Ü 60? Ü 70?) die Therapie zu verweigern, damit jüngere Patienten dann immer eine Behandlungsmöglichkeit haben. Und wenn dann die jüngeren sich trotzdem weiter anstecken und ernsthaft erkranken, senken wir das Alter dann auf 45? Oder 40?
Ansätze von diesem Modell sind ja in GB und NL zu finden, wie die sich schlagen, werden wir schon mitbekommen.
facialis
22.03.2020, 13:02
https://www.capital.de/wirtschaft-politik/thomas-straubhaar-die-oeffentliche-meinung-wird-kippen
schnix25
22.03.2020, 13:03
Meine persönliche Meinung:
es wird genauso kommen, man arbeitet da schon jahrelang dran, und Corona ist dann halt der Turbo und der Tropfen, der beim Titrieren die Farbe umschlagen läßt.
Es wird sicher nicht passieren, daß man jetzt eine 180Grad Wende hinlegt, kleine Häuser wieder aufmacht und Finanzmittel in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen. Zumal man dann ja zugeben müßte, sich geirrt zu haben.
Ganz im Gegenteil, es laufen enorme Kosten auf und gleichzeitig wird es fatal, daß die Kassenbeiträge prozentual an die Einkommenshöhe gebunden sind. Bekommen wir jetzt eine Wirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit, fallen die Einnahmen ins Bodenlose. Und da mit der GKV der größte Teil des Gesundheitswesens umlagebasiert finanziert ist, kann auch nur soviel ausgegeben werden, wie man einnimmt. Und bevor wir nur eine einzige Krankenkasse weniger bekommen, gehen weitere KH über den Jordan. Funktionäre first. Ein Umlagesystem ist ein Schneeballsystem und WIRD zusammenbrechen, die Frage ist nur, ob es jetzt schon zusammenbricht oder erst bei der nächsten Krise (oder der übernächsten).
Ein willkommenen Vorwand für die Auflösung der PKV und die Einbeziehung deren Milliardenrückstellungen (die den Zusammenbruch der GKV dann etwas hinauszögern) hat man nun auch. Bitte dazu einfach mal die Höhe der Rücklagen der PKV mit dem schon seit Jahren zur Vermeidung des Kollaps notwendigen Staatszuschuss an die GKV vergleichen.
Ob sich andere Länder mit der gleichen Problematik und völlig unterschiedlichen Systemen, vom komplett staatlichen NHS bis zur Schweiz, wo de facto jeder privat versichert ist, a la longue besser schlagen, wird man sehen.
So, und jetzt dürft ihr mich wieder wegen "Panikmache" und "Politisieren" bashen...
Die Auswirkungen auf die PKV werden interessant sein. Wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen noch ein paar Wochen anhalten und die Kurzarbeit noch länger anhält wird ein beträchtlicher Teil die Pflichtversicherungsgrenze nicht mehr überschreiten. Könnte wenns blöd läuft wirklich auf eine ordentliche Schrumpfung der PKV hinauslaufen.
Die Auswirkungen auf die PKV werden interessant sein. Wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen noch ein paar Wochen anhalten und die Kurzarbeit noch länger anhält wird ein beträchtlicher Teil die Pflichtversicherungsgrenze nicht mehr überschreiten. Könnte wenns blöd läuft wirklich auf eine ordentliche Schrumpfung der PKV hinauslaufen.
Die Anzahl der rein PKV-versicherten Angestellten (also keine Beamten und Selbstständigen) dürfte im Verhältnis und nach zigfachem Hochsetzen der Versicherungspflichtgrenze innerhalb der PKV insgesamt sehr überschaubar sein, wie überhaupt die PKV im Gegensatz zur GKV mit 10% ja eine Minderheitsveranstaltung ist. Die Schrumpfung aufgrund des Hochsetzens der Versicherungspflichtgrenze läuft doch schon ein paar Jahre. Ein erheblicher Anteil der in der PKV versicherten Selbstständigen wird aber die Prämien nicht mehr bedienen können, denke ich.
Deren Problem ist aber, daß Selbstständige traditionsgemäß in der GKV auch nicht wirklich gewünscht sind.
Derzeit muß der Bund die GKV trotz weltweit höchster Beiträge mit 14 Milliarden jährlich bezuschussen, um den Kollaps zu verhindern. Die Gesamtrückstellungen der PKV betragen derzeit 264 Milliarden, jetzt kann man sich ausrechnen, wie lange sich der GKV-Kollaps wegen Kürzung oder Entfall des Bundeszuschusses noch in die Zukunft verschieben kann, falls man die PKVen in die geplante "Bürgerversicherung" (eigentlich auch nicht korrekt, es werden nämlich ca 150 "Bürgerversicherungen") überführt.
Bombenbauer
22.03.2020, 18:23
Irgendwie will ich dass das ganze kollabiert und gegen die Wand fährt. Ich will dass alle Politiker vor Angst zittern und sich einnässen.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105751/Grippe-Chirurgische-Maske-schuetzt-genauso-gut-wie-teure-N95-Atemschutzmaske
Jemand eine Meinung dazu?
Grippe: Chirurgische Maske schützt genauso gut wie teure N95-Atemschutzmaske
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2749214
Bombenbauer
22.03.2020, 18:24
Die Bundesapothekerkammer empfiehlt Plexiglas-Schutzwände in Apotheken sowie einfache Barrieren auf Gesicht- oder Körperhöhe :D daher also bleiben Baumärkte geöffnet:D
In polen haben die apotheken und viele behörden frischhaltefolie genommen haha
Ja panisch
22.03.2020, 19:23
„Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie Kontakt zu einer Person hatte, die mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.
Der infizierte Mediziner hatte die Kanzlerin am Freitag prophylaktisch gegen Pneumokokken geimpft.“
https://www.t-online.de/nachrichten/id_87571902/kontakt-zu-coronavirus-infiziertem-kanzlerin-angela-merkel-muss-in-quarantaene.html?fbclid=IwAR1Z3Hk47eibn1TUATSGdIWt kWY9Gyxq2eQi8d6eyBrG7aQlVrD-fJQ1XDA
Wer von euch war das :D?
Irgendwie will ich dass das ganze kollabiert und gegen die Wand fährt. Ich will dass alle Politiker vor Angst zittern und sich einnässen.
So etwas fordern nur sehr dumme Menschen. Denn auf welchen Rücken wird das ausgetragen? Auf dem Rücken von realen Menschen, die sterben könnten und ein nicht geringer Anteil werden Kollegen sein, die es trifft.
WackenDoc
22.03.2020, 19:32
Frischhaltefolie ist doch ne guteIdee, wenn man sonst nichts hat.
Ich finde den Autoteilezulieferer cool. Die haben kurz überlegt, ihren Konstrukteuren nen Auftrag gebene- die quasi in ne Nachtschicht gejagt und produzieren jetzt diese Plexiglasscheiben.
Deutscher Erfindergeist.
Baumärkte hbaen noch einen anderne Effekt- die Leute sind jetzt in ihren Gärten beschäftigt und können Gemüse für den Eigenbedarf anpflanzen. Hat nicht sooo ganz geklappt, weil halt einige Großeltern mit ihren Enkeln hin sind und das ganze als Spielplatzersatz missbraucht wurde.
Ich finde den Autoteilezulieferer cool. Die haben kurz überlegt, ihren Konstrukteuren nen Auftrag gebene- die quasi in ne Nachtschicht gejagt und produzieren jetzt diese Plexiglasscheiben.
Deutscher Erfindergeist.
Ja, das ist saustark. Clevere Idee.
WackenDoc
22.03.2020, 19:37
Die haben auch alles was nicht vor Ort sein muss in HO geschickt und die Arbeiter arbeiten so in Schichten, dass sie möglichst wenig Kontakt miteinander haben. Laut einem Interview arbeiten die noch an weiteren Sachen.
So scheiben wären auch eine gute Investition für Krankenhäuser und Praxen denke ich. Oder auch Kantinen... Damit ist man zwar nicht in der Untersuchungssituation selber geschützt. aber an der Anmeldung, bei der Anamneseerhebung und Beratung usw. Minimiert halt den Kontakt zum Patienten. Eigentlich kann man ALLEs mit den Dingern trennen.
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