Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
arbeiter79
05.08.2020, 19:07
Dann müsste man bei den militanten Anti-Corona Demonstranten halt noch weiter gehen: Nachgewiesene Infektion bei einer solchen Demo, unter Missachtung von Abstand und Maske? Dann sollte die Krankenkasse in dem Ausnahmefall das Recht haben, sich sämtliche Behandlungskosten von der Person zurückzuholen (von mir aus auch unter Abzug aller bisher gezahlten Beiträge). Bei der Form der groben Fahrlässigkeit wird sicherlich auch keine andere Versicherung einspringen. Dann endet es halt mit 1,4 Mio. Euro Schulden und der Privatinsolvenz. Das würde dann glaube ich genug weh tun, dass auch die Dümmsten der Dummen verstehen, dass man sowas nicht zu machen hat.
Klar, ich bin auch bei Weitem nicht mit allen Maßnahmen einverstanden. Aber bei dieser wirklich mutwillige Missachtung jeder Regeln (siehe die Bilder heute aus Berlin) reicht halt auch eine "Ich tue mein Missfallen darüber kund"-Aussage von Mama Merkel/Spahn/Wieland nicht mehr aus...
Du wirst aber niemals nachweisen können, wo eine Infektion eingetreten ist. Selbst wenn von 500 eng zusammenstehenden Leuten an einem Ort 400 davon ne Woche später krank wären, hättest Du immer noch keinen Beweis, dass bei jedem die Infektion genau dort erfolgt ist. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, aber das zählt nicht.
Rechtlich nicht machbar aber auch sonst fernab jeder Realität.
Bei 17.000 Teilnehmern und etwa aktiv 9000 Infizierten in 83.000.000 Einwohnern waren etwa 1,8 Infizierte auf der Demo. Ok, manche sind asymptomatisch, manche wissen es (noch) nicht, wiederum sind aber andere auch zu krank auf so eine Demo zu gehen.
Wie hoch ist also das Risiko sich dort unter freiem Himmel und wahrscheinlich eher niedriger Verweildauer an einem Ort anzustecken? Wie sinnvoll und notwendig ist es da eine Maske zu tragen und Abstand zu halten? Und vor allem wie realitätsfern ist es da ein Drama zu konstruieren, dass diese Demo irgendeinen signifikanten Einfluss auf das Infektionsgeschehen in Deutschland haben wird..
WackenDoc
05.08.2020, 19:25
Ach je mal wieder Zahlentricksereien. Und wie bei allen Coronaleugnern einen völlig falschen Bezugsrahmen gewählt.
Der Eigenbrödler aus dem nahezu coronafreien Ostfriesland wird tendenziell eher nicht teilgenommen haben. Dafür Menschen, die sich eh schon nicht an Abstandsregeln halten. Achso und in Berlin hat´s gerade knapp 300 neue Fälle innerhalb der letzten 7 Tage.
arbeiter79
05.08.2020, 20:01
Ach je mal wieder Zahlentricksereien. Und wie bei allen Coronaleugnern einen völlig falschen Bezugsrahmen gewählt.
Der Eigenbrödler aus dem nahezu coronafreien Ostfriesland wird tendenziell eher nicht teilgenommen haben. Dafür Menschen, die sich eh schon nicht an Abstandsregeln halten. Achso und in Berlin hat´s gerade knapp 300 neue Fälle innerhalb der letzten 7 Tage.
Achso Eigenbrötler nehmen an sowas nicht teil? Keine Ahnung, aber vllt. ist Eigenbrötlerei auch der ideale Nährboden für solche kruden Verschwörungstheorien wie sie auf den Demos verbreitet werden...
Laut RKI treten Infektionen zur Zeit vor allem hier auf:
..größere Feiern im Familien- und
Freundeskreis, Freizeitaktivitäten, Arbeitsplätzen, aber auch mit Gemeinschafts- und
Gesundheitseinrichtungen. Hinzu kommt, dass COVID-19-Fälle zunehmend unter Reiserückkehrern
identifiziert werden.
Sind das Situationen und Orte wo sich verstärkt Covididioten aufhalten? Und selbst wenn unter Demoteilnehmern die Wahrscheinlichkeit infiziert zu sein 2-,3-, oder 4 mal höher wäre ist sie immer noch extrem gering.
Und jetzt kommst noch dicker, in Berlin gibt es zur Zeit gut 400 aktive Fälle bei gut 3,7 Mio Einwohner, wenn nun alle Demonstranten aus Berlin waren, wie viele Infizierte wären statistisch unter den 17.000?? Genau 1,8! :-)):-)) Das Argument ist also genauso stichhaltig wie der Rest...
WackenDoc
05.08.2020, 20:05
Das Problem sind eher die Deppen die ohne Maske munter im Bus zusammen gefahren sind. Oder halt irgenwelche Deppen, die sich online kennen und da vor Ort treffen. Evtl auch noch ins Restaurant gehen oder sich sonstwo in geschlossenen Räumen aufhalten.
Was ist denn eure Einschätzung wie es jetzt mit den steigenden Infektionszahlen bzgl. restriktiverer Regelungen weitergehen wird?
Denkt ihr dass so Dinge wie exzessive Bettensperrungen oder Pausierung jeglicher Elektiveingriffe wieder auf uns zukommen?
Bonnerin
08.08.2020, 23:42
Ich glaube, Belgien (?) hat momentan einen ähnlichen Anstieg der Fälle, vor allem in und um Antwerpen. Allerdings sind die belgten Betten quasi konstant, weil die Infizierten fast alle <40 Jahre und an sich eher gesund sind. Habe nicht mitbekommen, dass bei uns die belegten Betten ansteigen trotz der Neuinfektionen. Eventuell wird aber von Patientenseite elektiver Kram gecancelled werden,
WackenDoc
09.08.2020, 09:28
Ich denke die Bettensperrungen werden nicht so kommen wie bei der ersten Welle. 1. Verteilen sich die Fälle über ganz Deutschland. 2. Ist mehr/ausreichend PSA vorhanden, dazu kommt, dass man mehr Erfahrung hat.
Sinnvoll wäre, auf steigende Krankenhausfälle/Belegung der ITS innerhalb einer Region zu reagieren.
Evtl. kapieren es die Leute auch, wenn es wieder mehr Erkrankte, auch im jeweils eigenen Umfeld gibt und halten sich doch wieder mehr an Abstand etc. oder fliegen doch nicht in den Urlaub.
Ein Problem wird der Winter, wenn die Leute wieder drinnen sind und noch die normalen Erkältungskrankheiten und Influenza dazu kommen.
Wie hoch ist also das Risiko sich dort unter freiem Himmel und wahrscheinlich eher niedriger Verweildauer an einem Ort anzustecken? Wie sinnvoll und notwendig ist es da eine Maske zu tragen und Abstand zu halten? Und vor allem wie realitätsfern ist es da ein Drama zu konstruieren, dass diese Demo irgendeinen signifikanten Einfluss auf das Infektionsgeschehen in Deutschland haben wird..
Das Risiko, sich unter freiem Himmel anzustecken, ist eher gering: die bekannten Hotspots, von Ischgl über die Faschingsveranstaltungen und Starkbierfeste bis zum Schlachthof, waren samt und sonders in geschlossenen Räumen. Aus diesem Grund wird auch eine Infektionswelle unter Demoteilnehmern vermutlich ausbleiben, was dann wiederum als Beleg für die Richtigkeit deren Thesen gewertet werden wird (leider). Ich bin daher dafür, solche Demos in Veranstaltungshallen zu verlegen. Das macht auch die Personalienerfassung und die entsprechende "Würdigung", falls es zu einer Ansteckung gekommen sein sollte, leichter...
Fun fact:
In japanischen U-Bahnen sind bis dato keine Infektionen aufgetreten. Neben der sprichwörtlichen Hygiene dürfte in erster Linie das seit Jahrzehnten etablierte Maskentragen im ÖPNV verantwortlich sein.
roxolana
09.08.2020, 12:14
Ein Problem wird der Winter, wenn die Leute wieder drinnen sind und noch die normalen Erkältungskrankheiten und Influenza dazu kommen.
Ja, das fürchte ich auch. Im Moment kann man die Aerosole durch aggressives Lüften noch gut verdünnen, aber das wird dann bald nicht mehr in der Form möglich sein.
Fun fact:
In japanischen U-Bahnen sind bis dato keine Infektionen aufgetreten. Neben der sprichwörtlichen Hygiene dürfte in erster Linie das seit Jahrzehnten etablierte Maskentragen im ÖPNV verantwortlich sein.
Ich denke, die kurze Kontaktzeit spielt dabei auch eine Rolle. Ich fahre selbst mit Öffis zur Arbeit und habe mal nachgezählt, wie oft ich mehr als 10 Minuten neben der gleichen Person sitze oder stehe - so gut wie nie.
Ich denke, die kurze Kontaktzeit spielt dabei auch eine Rolle. Ich fahre selbst mit Öffis zur Arbeit und habe mal nachgezählt, wie oft ich mehr als 10 Minuten neben der gleichen Person sitze oder stehe - so gut wie nie.
Das stimmt eben nicht- die durchschnittliche Verweilzeit für japanische Pendler in den Bahnen ist mehrere Stunden am Tag- weil die Siedlungen weit außerhalb der Stadtzentren liegen. Die Vorortzüge sind mit den U-Bahnen ziemlich identisch, sowohl was den "Füllungsgrad" als auch die Bauform (überwiegend Stehplätze) angeht. Und die Grenzen zwischen U-und S-Bahn sind dort ohnehin fließend. individueller PKW-Verkehr spielt in den Metropolen kaum eine Rolle- die ziemlich leeren Straßen um 7h in Tokyo City muß man mal selbst gesehen haben.
WackenDoc
09.08.2020, 12:45
Wenn ich mit Öffis zur Arbeit fahren würde, wäre ich mit vielen der Mitreisenden ca. 20min zusammen auf engem Raum. Vorort bis Hauptbahnhof. Dazu kommt noch, dass man nicht weiss, wie das mit den Aerosolen genau ist, im Winter kommt ja noch die allgemeine Erkältungszeit, da husten und niesen die Mitreisenden halt auch. So viel Luftaustausch ist in der Bahn dann doch nicht. DAs war ja schon vor corona kein besonderer Spass.
Wie streng wird bei Euch in den Kliniken die Coronaverordnung umgesetzt? Wer kontrolliert? Gibt es eine Cafeteria, die für Patienten und Besucher zugänglich ist?
Im Stationsalltag funktioniert das bei uns, aber wenn ich vor den Haupteingang trete oder den Außenbereich neben der Klinik betrachte, sowie mit Patienten Kaffee trinkende Besucher, dann frage ich mich schon, was für einen Sinn dann die 1-Besucher mit Maske-Regelung dann noch hat. GF interessiert sich nicht wirklich dafür.
Wenn ich mit Öffis zur Arbeit fahren würde, wäre ich mit vielen der Mitreisenden ca. 20min zusammen auf engem Raum. Vorort bis Hauptbahnhof. Dazu kommt noch, dass man nicht weiss, wie das mit den Aerosolen genau ist, im Winter kommt ja noch die allgemeine Erkältungszeit, da husten und niesen die Mitreisenden halt auch. So viel Luftaustausch ist in der Bahn dann doch nicht. DAs war ja schon vor corona kein besonderer Spass.
Das sind die deutschen Verhältnisse. Fenster nicht zu öffnen, Klimaanlage defekt (oder nicht vorhanden). Das gibt es in Japan nicht. Mit Maske auf schweigend rumstehen vermindert auch deutlich die Aerosolbildung, ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo laute oder lauteste Gespräche in den Öffis nicht mit sofortiger Ächtung und Rauswurf bestraft werden.
tragezwerg
10.08.2020, 05:41
Bei uns ist strikt Maskenpflicht, nur an den Tischen der Cafeteria nicht. Klappt ganz gut, bisher ist mir selten was anderes aufgefallen.
Den Leuten das Sprechen zu verbieten würde wohl zu weit gehen. Wenn man es so genau nimmt müssten ja auch alle nicht unbedingt zum Überleben notwendigen Einrichtungen geschlossen werden. Was ich tatsächlich gar nicht so schlecht fände - aus infektiologischer Sicht zumindest (aus wirtschaftlicher vielleicht nicht).
Warum soll es im Winter übrigens zu einer Zunahme der Infektzahlen kommen wenn alle weiterhin brav ihre Masken tragen? Eigentlich dürften dann ja keine Aerosole übertreten, oder?
Ich frage als sonst stiller Mitleser explizit nicht provokativ, sondern eher erstaunt, weil sich das die letzten Seiten so herauskristallisiert hat...
Empfindet ihr wirklich dieses Maskengetrage (nicht FFP2-3) als das riesen Ding zur Verhinderung von Sars-Virusinfekten? Da seid ihr wirklich überzeugt von? Frage ich übrigens als Intensivmediziner, der die erste Welle aktiv mitversorgen durfte (mit Face-shield, FFPs und Plexiglas Intubationscontainer...)
Feuerblick
10.08.2020, 21:28
Im Alltag? Bei normalen Kontakten z.B. beim Einkaufen? Verhindern, nein. Risiko verringern, ja sicher. Aber nur, wenn ALLE Masken tragen.
Ist ein winziger Unterschied, ob jemand dir einfach begegnet und sich vielleicht kurz mit dir unterhält oder ob du einen schwer Erkrankten im KH versorgst und damit beim Intubieren etc. die Aerosole noch besonders „aufwirbelst“.
GelbeKlamotten
10.08.2020, 21:48
Ich frage als sonst stiller Mitleser explizit nicht provokativ, sondern eher erstaunt, weil sich das die letzten Seiten so herauskristallisiert hat...
Empfindet ihr wirklich dieses Maskengetrage (nicht FFP2-3) als das riesen Ding zur Verhinderung von Sars-Virusinfekten? Da seid ihr wirklich überzeugt von? Frage ich übrigens als Intensivmediziner, der die erste Welle aktiv mitversorgen durfte (mit Face-shield, FFPs und Plexiglas Intubationscontainer...)
Im Alltag? Bei normalen Kontakten z.B. beim Einkaufen? Verhindern, nein. Risiko verringern, ja sicher. Aber nur, wenn ALLE Masken tragen.
Ist ein winziger Unterschied, ob jemand dir einfach begegnet und sich vielleicht kurz mit dir unterhält oder ob du einen schwer Erkrankten im KH versorgst und damit beim Intubieren etc. die Aerosole noch besonders „aufwirbelst“.
Sehe ich wie Feuerblick. Es geht um eine Reduktion des Ansteckungsrisikos im Alltag, nicht darum, dass eine Alltagsmaske ein ausreichender Schutz wäre, um mit einem nachgewiesenermaßen Infizierten in Kontakt zu treten.
Ist doch super und natürlich absolut essentiell, dass ihr auf Intensiv bessere Schutzausrüstung habt. Ich verstehe aber nicht, warum die Alltagsmasken oft so kritisiert werden. Selbst wenn sie möglicherweise das Infektionsrisiko nur um 20% senken, wäre das eine extrem kosteneffiziente Maßnahme.
Und so schlimm ist es nun auch wieder nicht, im Supermarkt halt einfach mal für ne halbe Stunde son Ding aufzusetzen. Wenn wir das im OP stundenlang können, warum soll es Hans-Peter von der Anti-Corona-Schwurbelfraktion nicht für ein paar Minuten können?
Es werden immer noch ganze Branchen in den Ruin getrieben für vermutlich viel weniger Schutzwirkung als durch konsequentes Maskentragen. DAS kann man kritisieren. Wenn man sich fürs Maske tragen zu schade ist, nur weils ein bisschen lästig ist, finde ich das ziemlich arrogant.
Wie viel es tatsächlich bringt, weiß im moment noch keiner genau. Auch kein Intensivmediziner, Virologe oder Verschwörungstheoretiker. Also warum nicht die potentielle Schutzwirkung mitnehmen?
Ich persönlich bin von einer geringen bis mäßigen Schutzwirkung überzeugt. Und ich denke, dass man auch beim RKI schon viel früher daran geglaubt hat als man zugegeben hat. Damals einfach um nicht die Versorgung der Krankenhäuser und Pflegeheime mit Masken noch mehr zu gefährden. Ob das klug war oder nicht ist schwer zu sagen.
Interessant - hätte die Schutzwirkung wirklich höher eingeschätzt.
Feuerblick
10.08.2020, 23:09
Naja, wie hoch die Schutzwirkung ist, weiß man ja noch nicht. Die 20% waren ja nur eine Annahme („Selbst wenn...“).
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