Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Worauf ich bei diesem Vergleich hinaus wollte: Respiratorische Erreger sind Zoonosen, faktisch immer, mithin haben sie das Reservoir des Menschen erobert, als diese begannen eng mit Tieren zusammenzuleben. Da die entsprechenden, sich in Transformation befindlichen, Jäger- und Sammlerkulturen auch kein trainiertes Immunsystem hatten, hätten diese auch wie die Fliegen von den respiratorischen Viren hingerafft werden müssen, schließlich fehlte ihnen ja auch das "Training".
Wer sagt Dir denn, dass das bei Erstkontakt nicht der Fall war? Die Datenlage aus prähistorischen Zeiten ist… lückenhaft ;-)
Unabhängig davon spielt das aber aktuell eine untergeordnete Rolle, da es nur ein Faktor von vielen ist, insofern ist die Diskussion eh müßig.
@Christoph: ich beobachte in meiner Praxis gehäuft Zoster-Infektionen 2-3 Monate nach Covid sowie generell eine verstärkte Infektneigung zu banalen Atemwegsinfektionen. Deutlich stärker als nach Inluenza.
Wir hatten auch bereits diverse Patienten, die aufgrund ihrer Clozapin Medikation monatliche Diff-BB bekommen, und nach einer durchgemachten Coronainfektion eine relevante Leukopenie/Lymphopenie hatten.
Wer sagt Dir denn, dass das bei Erstkontakt nicht der Fall war? Die Datenlage aus prähistorischen Zeiten ist… lückenhaft ;-)
@Christoph: ich beobachte in meiner Praxis gehäuft Zoster-Infektionen 2-3 Monate nach Covid sowie generell eine verstärkte Infektneigung zu banalen Atemwegsinfektionen. Deutlich stärker als nach Inluenza.
Den Zoster habe ich heute 2 Wochen nach abgeschlossener Infektion mit 2 Tagen Krank und sonst mildem Verlauf bei meiner Mama auch gefunden. Wie gut, dass sie einen guten Neurologen zum Freund nennt und sich die medikamentöse Therapie damit dann telefonisch regeln liess. Auf Intensivhasi wollte sie ja nicht hören.
Wie gut, dass Du diese Beobachtung in der Praxis häufiger machst. Danke für die Info!
Relaxometrie
05.10.2022, 19:29
ich beobachte in meiner Praxis gehäuft Zoster-Infektionen 2-3 Monate nach Covid
Beobachtest Du gehäufte Zosterinfektionen auch nach Covidimpfung? Das stand ja mal zur Debatte, ist meines Wissens nach aber widerlegt.
Relaxometrie
05.10.2022, 19:30
Den Zoster habe ich heute 2 Wochen nach abgeschlossener Infektion mit 2 Tagen Krank und sonst mildem Verlauf bei meiner Mama auch gefunden.
Gute Besserung an die Intensivhasimutter.
tragezwerg
05.10.2022, 19:33
Was ich von mehreren befreundeten Allgemeinmedizinern schon gehört habe ist eine Häufung von Blutungskomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Omikroninfektion...massivste Menstruationsblutung, Hyposphagma, Hämatome...hat das jemand von euch auch schon festgestellt?
Relaxometrie
05.10.2022, 19:37
Häufung von Blutungskomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Omikroninfektion...massivste Menstruationsblutung, Hyposphagma, Hämatome.
Davon habe ich noch nichts gehört (was aber nichts heißt). Aber nach Modernaimpfungen kam es wohl in seltenen Fällen zu extrem starken Menstruationsblutungen.
Gute Besserung an die Intensivhasimutter.
Danke! :-love
Dazu gibt es halt 0 Evidenz, zumal Du ja bereits einen Bias bei der Auswahl Deines Patientenguts hast. Das ist ja keine "gesunde" Klientel, sondern bereits eine vorselektierte Risikogruppe.
Mir wäre zum Beispiel im Rahmen meiner praktischen Tätigkeit keine Häufung von Infektionen bei post Covid Patienten aufgefallen.
.
Mir sagen gefühlt 50% der Infektpatienten, dass sie seit Covid mehr Infekte haben - aber das ist auc nur gefühlte Evidenz.
MBS- du kannst einige Symptome von Long Covid schon gut objektiv nachweisen, zb Posturales Tachykardiesyndrom über Kipptischtests oder Autoantikörper gegen adrenerge Rezeptoren im Labor... da ist halt noch viel Forschung notwendig um cluster zu bilden, die man dann diagnostizieren kann.
Insgesamt halte ich für Long COVID für DAS argument, jetzt eben nicht auf Masken zu verzichten und selbst wenn die Masken häufigere grippale Infekte mit sich bringen, nehm ich lieber 3 Erkältungen als ein Covid mit dem Risiko für Long Covid.
<- ist müde, weil hat heute, wie gestern auch, viele Leute mit covid telefonisch krankschreiben müssen.
Christoph_A
05.10.2022, 21:43
Posturale Tachykardie kannst Du bei ca. 50% aller Menschen mit oder ohne Covid auslösen. Wie übrigens auch Synkopen, deshalb spielt das Teil ja auch fast keine Rolle mehr bei der Synkopenabklärung.
Zumal die dokumentierten Tachykardien zumeist Sinustachykardien sind, gab da grade in Bonn bei der DGK Herbsttagubg ein paar nette Sitzungen zu long covid und Rhythmologie und daß da eben sehr wenig objektivierbar ist.
Generell ist ja, soweit ich im Kopf habe, bisher keine exakte Definition dieses Syndroms aufgestellt worden, die Disziplinen übergreifend anerkannt wäre. Hier besteht noch viel Forschungsbedarf. Generell sehe ich long covid jedoch nicht für so häufig und dramatisch an, als daß es gröbere Einschnitte in die gesellschaftlichen Freiheitsrechte rechtfertigen würde, daher sollte man, sofern es irgendwann möglich wäre, auch wieder Ansteckungen miittels Impfung zu verhindern, zeitnah sämtliche Einschränkungen beenden. Was explizit die einrichtungsbezogenen inkludieren sollte, die bis dahin natürlich ihre Berechtigung behalten sollten. Und der ganze Mummenschanz mit Maskenpflicht in Zügen, Flugzeugen etc. führt sich im europaweiten Fallzahlenvergleich eh ad absurdum. Bin gespannt, wann wir wirklich die einzigen sind, die das noch machen.
Beobachtest Du gehäufte Zosterinfektionen auch nach Covidimpfung? Das stand ja mal zur Debatte, ist meines Wissens nach aber widerlegt.
Nein. Als Impfkomplikationen sehe ich überwiegend Erytheme oder teilweise schwere Autoimmunreaktionen.
Christoph_A
07.10.2022, 22:51
Wir hatten einige Myokarditiden nach Impfung, v.a. nach der Pfizer Vakzine. Allerdings habe wir deutlich mehr bei Covidpatienten gesehen, v.a. bei ungeimpften.
Relaxometrie
08.10.2022, 10:39
Nein. Als Impfkomplikationen sehe ich überwiegend Erytheme oder teilweise schwere Autoimmunreaktionen.
Sind es bei den Autoimmunreaktionen überwiegend Myokarditiden?
Relaxometrie
08.10.2022, 10:48
Wir hatten einige Myokarditiden nach Impfung, v.a. nach der Pfizer Vakzine.
Das ist ja interessant, dass Ihr die Myokarditiden überwiegend nach Pfizer-Impfungen gesehen habt. Kann natürlich auch daran liegen, dass die Leute in Eurer Region überwiegend mit Pfizer geimpft worden sind? Aber die Daten sind verwirrend und wahrscheinlich bleibt es auch zu einem gewissen Grad unklar, welcher Impfstoff mehr Myokarditiden verursacht. Nachdem eine zeitlang Moderna verimpft worden ist, hieß es ja, dass man bei Männern unter 30 Jahren geringgradig mehr Myokarditiden sieht, als man in dieser Alterstufe nach Pfizerimpfung sieht.
Wenn man jetzt also wieder mehr Myokarditiden nach Pfizerimpfung sieht, kann es sein, dass dieser Impfstoff vielleicht einfach genauso viele Myokarditiden wie Moderna macht, aber die Moderna-Myokarditiden bei jungen Leuten jetzt eben wegfallen, weil der Impfstoff u30 nicht mehr verwendet wird.
Welche Altersklasse war in Eurer Praxis besonders von Myokarditiden nach Impfung betroffen? Oder hat es querbeet alle Altersklassen betroffen?
Sind es bei den Autoimmunreaktionen überwiegend Myokarditiden?
Häufiger Erstmanifestationen oder Schübe von rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis oder Polymyalgia rheumatica. Myokarditiden auch, aber selten (dafür heftig).
Christoph_A
08.10.2022, 14:14
@Evil: Klar sind wir hier, da sehr viel mehr Pfizer verimpft wurde, gebiased, ist sicher nicht repräsentativ.
Die Altersgruppe war jung, keiner älter als 50, die meisten Frauen in den 30ern, meist fit und ohne relevante Vorerkrankungen. War schon etwas spooky, das zu sehen.
Die Charité hat eine sehr interessante Post-COVID Einrichtung und bietet sehr viele Fortbildungen auch kostenlose Videos an.
pcn.charite.de
Ich habe einen interessanten Vortrag zu Autoantikörper gegen ß-adrenerge Rezeptoren und die Wirkung von Immunadsorption gehört. Man kann ME, CFS, Post- und Long-COVID auch objektiv messen.
Kackbratze
08.10.2022, 22:07
@Evil: Klar sind wir hier, da sehr viel mehr Pfizer verimpft wurde, gebiased, ist sicher nicht repräsentativ.
Die Altersgruppe war jung, keiner älter als 50, die meisten Frauen in den 30ern, meist fit und ohne relevante Vorerkrankungen. War schon etwas spooky, das zu sehen.
Letztes Jahr im Dezember, zum Zeitpunkt des BT Mangels habe ich mehr Moderna als BT verimpft, ich denke, das war in Hausarzt-Praxen genauso, bedingt durch die Bestellmengen.
Gab es da keine Beobachtungen dazu?
Christoph_A
09.10.2022, 13:12
Kann ich hier unten nix zu sagen, wir hatten bis weit in den Winter rein nur Pfizer und davor AZ. Daten wirste aber sicher finden.
Christoph_A
09.10.2022, 13:14
.......
Ich habe einen interessanten Vortrag zu Autoantikörper gegen ß-adrenerge Rezeptoren und die Wirkung von Immunadsorption gehört. Man kann ME, CFS, Post- und Long-COVID auch objektiv messen.
Dürfte ich erwas ketzerisch fragen, wie Du etwas, das noch nicht mal einheitlich in der Symptomatik erfasst wurde, objektiv messen willst?
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