Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Du willst also einer nicht näher definierten Risikogruppe das aufzwingen, was du für dich selbst als Leben „schlimmer als im Gefängnis mit Freigang“ definierst?
Weil du dein Leben wieder haben willst, sollen sich die Leute, die die Frechheit besitzen an dieser Pandemie schwer zu erkranken oder zu versterben, gefällst mehr einschränken. Was passiert denn, wenn du selbst aus irgendwelchen Gründen plötzlich zur Risikogruppe zählst. Schränkst du dich dann auch wieder massiv ein?
Ich höre die Forderung nach „isolierten Risikogruppenschutz“ eigentlich immer nur von Leuten, die selbst nicht dazugehören und ihre eigenen Privilegien wieder haben wollen. Sollen sich doch die einschränken, die es trifft. Ich will wieder leben!
Ich glaube, viele ist gar nicht klar, wer alles zur Risikogruppe zählt. Da reicht schon ein BMI im übergewichtigen Bereich, Hypertonus, Asthma oder Diabetes.
Wenn da knallhart diese Risikogruppen isoliert, dann bleibt nicht mehr viel übrig. Und die Risikogruppen treten sich in den extra für sie geschaffenen Einkaufszeiten auf die Füße.
Die Gruppe jung, schlank, gesund ist kleiner als viele sich das vorstellen mögen.
Sollen Risikogruppen dann auch nicht mehr zur Arbeit gehen? Dann wird’s nämlich auch dünne mit den Freizeitbeschäftigungen.... oder an den Supermarktkassen.
Feuerblick
13.02.2021, 12:33
An Corona wird deutlich, wie unfassbar egoistisch und egozentrisch die meisten Menschen sind. Solidarität? Klar, gerne. Aber nur, solange man selbst sich nicht einschränken muss. Sich mal am Riemen reißen und einsehen, dass es ist wie es ist? Nee, das geht auch mal gar nicht. Stattdessen werden Einschränkungen in der Freizeitgestaltung als Weltuntergang hingestellt. Ein Armutszeugnis!
Dass „die Politiker“ genauso eingeschränkt sind in ihrer Freizeitgestaltung, das wird gerne übersehen. Auch für die sind nämlich Kneipen, Kinos, Theater und Läden zu. Aber wahrscheinlich will man das als Politiker alles nicht und steht auf eingesperrt sein mit „Freigang“.
tragezwerg
13.02.2021, 12:36
Das Problem an der oft genannten Idee "Risikogruppen schützen und alle anderen bekommen Normalität" ist allerdings, dass eben ein großer Teil der Risikogruppe nicht allein irgendwo wohnt, sondern bei der Familie. Und dann funktioniert es eben nicht mehr (meine Eltern leben bei mir im Haus. Wenn ich jetzt "normal" lebe, gefährde ich sie also.).
Daher ist die Abschottung der Risikogruppen keine gangbare Lösung für die Gesamtbevölkerung.
Und Beispiele für gelungene andere Konzepte statt eines Lockdowns habe ich noch keine gefunden. Die Länder, die verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen sind, hatten schon früh deutlich härtere Maßnahmen ergriffen (ganztägige Ausgangssperre, Einreiseverbote, kostenpflichtge Zwangsquarantäne im Hotel etc.), siehe Australien oder Neuseeland.
Auch bei knappem Impfstoff können die Gruppen, die die Hauptbelastung der Kliniken liefern (Ü 70) realistisch betrachtet bis zum Sommer geimpft werden. Kombiniert mit der zu erwartenden saisonalen Verbesserung ist es doch völlig unwahrscheinlich dass es jetzt für immer Lockdowns geben wird. (Und der Begriff "einsperren" ist ja sowieso völliger Quatsch. Frag mal die Leute in Ländern, die "richtige" Lockdowns hatten, in Italien, Spanien, Australien...)
Feuerblick
13.02.2021, 12:42
@tragezwerg: Hier ist das mit den Risikopersonen genauso. Alles andere unterschreibe ich auch sofort! :-)
GelbeKlamotten
13.02.2021, 12:46
Ich glaube, viele ist gar nicht klar, wer alles zur Risikogruppe zählt. Da reicht schon ein BMI im übergewichtigen Bereich, Hypertonus, Asthma oder Diabetes.
Wenn da knallhart diese Risikogruppen isoliert, dann bleibt nicht mehr viel übrig. Und die Risikogruppen treten sich in den extra für sie geschaffenen Einkaufszeiten auf die Füße.
Die Gruppe jung, schlank, gesund ist kleiner als viele sich das vorstellen mögen.
Sollen Risikogruppen dann auch nicht mehr zur Arbeit gehen? Dann wird’s nämlich auch dünne mit den Freizeitbeschäftigungen.... oder an den Supermarktkassen.
Eine sehr willkürliche Definition der Risikogruppe, die mit der Realität nicht viel zu tun hat.
Bei den unter 50 Jährigen liegt die Sterblichkeit bei Covid-Erkrankung weiterhin bei unter 0,1%. Und da sind alle Vorerkrankten und Übergewichtigen mit eingerechnet. Wenn du da jetzt noch die wenigen mit wirklich schwerer Vorerkrankung (fortgeschrittene Krebserkrankungen in Palliativsituation, schwere Mukoviszidose, u.ä.) herausrechnen würdest, kämst du auf eine Sterblichkeit von nahezu 0.
Von daher: Nein, es müsste ganz bestimmt nicht jeder mit Asthma, Übergewicht oder einem gut eingestellten Diabetes zur besonders zu schützenden Risikogruppe gezählt werden.
Der weit überwiegende Teil der Risikogruppe ist weiterhin 70+ und arbeitet weder im Supermarkt, noch als Bademeister im Schwimmbad.
Für diese Leute sollte spezifische es SchutzANGEBOTE geben. Keinen Zwang.
Du willst also einer nicht näher definierten Risikogruppe das aufzwingen, was du für dich selbst als Leben „schlimmer als im Gefängnis mit Freigang“ definierst?
Weil man nicht eine bestimmte Gruppe einschränken darf muss man alle einschränken? Gute Logik.
Weil du dein Leben wieder haben willst, sollen sich die Leute, die die Frechheit besitzen an dieser Pandemie schwer zu erkranken oder zu versterben, gefällst mehr einschränken.
So etwas wie solidarische Grundrechtseinschränkung gibt es eigentlich nicht. Dass diejenigen, die geschützt werden sollen, auch etwas mehr Einschränkungen in Kauf nehmen sollen, erscheint mir jedenfalls gerecht. Es redet ja auch niemand davon, diese Menschen zu inhaftieren, in meinem Post war von definierten Einkaufs- und ÖPNV-Zeitplänen die Rede.
Ich höre die Forderung nach „isolierten Risikogruppenschutz“ eigentlich immer nur von Leuten, die selbst nicht dazugehören und ihre eigenen Privilegien wieder haben wollen. Sollen sich doch die einschränken, die es trifft. Ich will wieder leben!
Siehe oben, du willst offensichtlich lieber alle einschränken als nur einige wenige. Oder alle massiv statt einige etwas mehr; dass man komplett ohne Einschränkungen durch die Pandemie kommt sagt ja niemand, es geht nur darum, diese etwas zu justieren.
Ich glaube, viele ist gar nicht klar, wer alles zur Risikogruppe zählt. Da reicht schon ein BMI im übergewichtigen Bereich, Hypertonus, Asthma oder Diabetes.
Wenn da knallhart diese Risikogruppen isoliert, dann bleibt nicht mehr viel übrig. Und die Risikogruppen treten sich in den extra für sie geschaffenen Einkaufszeiten auf die Füße.
Das ist das hohle Argument der nicht-perfekten Machbarkeit. Nach diesem Argument würde gelten, dass man etwas, weil es nicht zu 100% umsetzbar ist, lieber gar nicht machen soll. Es würde schon reichen, die Alterskohorten so gut wie möglich zu trennen (das ginge schon mit einer ordentlicher Trennschärfe einher, was Krankheitsverlauf und Mortalität angeht). "So gut wie möglich" nimmt dann halt auch in Kauf, dass Menschen im Risikoalter teilweise auch mit Jüngeren zusammenleben (was bei uns aber deutlich seltener ist als z.B. in Italien oder Spanien). Wie gesagt, es geht nicht perfekt, aber "so gut wie möglich" ist besser als gar nichts in dieser Hinsicht zu unternehmen.
Die Gruppe jung, schlank, gesund ist kleiner als viele sich das vorstellen mögen.
Lass mich raten, du bist selbst übergewichtiger Asthmatiker und du fühlst dich auf den Schlips getreten?
ABCDEF12345
13.02.2021, 13:05
Man könnte auch grundsätzlich nur Männer innerhalb der Risikogruppen isolieren, schließlich haben wir eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf.
Genauso wie es viele effizienter wäre vorrangig Männer in den Risikogruppen zu impfen.
Lass mich raten, du bist selbst übergewichtiger Asthmatiker und du fühlst dich auf den Schlips getreten?
Homo homini lupus...
Melina93
13.02.2021, 13:52
An Corona wird deutlich, wie unfassbar egoistisch und egozentrisch die meisten Menschen sind. Solidarität? Klar, gerne. Aber nur, solange man selbst sich nicht einschränken muss. Sich mal am Riemen reißen und einsehen, dass es ist wie es ist? Nee, das geht auch mal gar nicht. Stattdessen werden Einschränkungen in der Freizeitgestaltung als Weltuntergang hingestellt. Ein Armutszeugnis!
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Wobei Solidarität auch kein moralisches Werkzeug sein sollte absolute politische Fehlentscheidungen und Versäumnisse zu legitimieren. Mal abgesehen davon, dass der Begriff "Solidarität" doppelmoralisch verwendet wird. Oder wo bleibt die Solidarität für Friseure? Gastronome? Eventmanager? Schausteller? Opfer von sexueller/häuslicher Gewalt? Studenten? Obdachlosen? Migrantenkindern, die zu Hause keine Chance auf schulische Bildung haben? Psychisch Erkrankte?
So lange es nur um die nächste Party oder den Sommerurlaub geht, lässt sich doch alles irgendwie schaffen. Und selbstverständlich nehme ich derartige Einschränkungen in Kauf wenn ich dafür Mitmenschen schützen kann. Aber über diese Banalitäten sind wir doch schon lange hinausgeschossen.
Feuerblick
13.02.2021, 14:59
Ich frage mich halt, warum jeder politische Fehlentscheidungen sieht. Haben wir irgendwo auf der Welt denn eine Regierung, die in Sachen Lockdown irgendetwas besser gemacht hat und die man nachahmen müsste/könnte? Sehe ich nicht.
Ja, beim Impfen hat man aufs falsche Pferd gesetzt. Hätte aber auch genauso gut klappen können.
Ich bin solidarisch mit allen Menschen, indem ich verhindere, dass sie sich anstecken, Angehörige verlieren, auf ITS landen und sterben. Hey, ich finde, was Besseres als zu LEBEN gibt es nicht. Der andere Kram ist Luxus.
Psychisch Erkrankte können sich helfen lassen, Gewaltopfer können sich helfen lassen, Studenten werden es überleben, wenn das Studium mal nicht aus eigener Faulheit ein Semester länger dauert. Und schulische Bildung kann man nach Corona auch noch nachholen. Wir leben in einer Ausnahmesituation. Also weniger jammern sondern einfach überlegen, wie man es auf Dauer besser machen kann.
ehem-user-02-08-2021-1033
13.02.2021, 15:15
Psychisch Erkrankte können sich helfen lassen,.
Als Anästhesist darf ich sagen, dass sich die multimodale Versorgung der Menschen mit einer F45.41 deutlich verschlechtert hat, d.h. konkret: es wurden Therapieangebote eingeschränkt... Auch gibt es seitens Selbsthilfegruppen Probleme Gruppentreffen durchzuführen.
Für psychisch Kranke gibt es dzt. wirklich sehr viele Einschränkungen.
Feuerblick
13.02.2021, 15:26
Ja, mag sein. Dennoch sehe ich nicht, dass man für eine Minderheit die Mehrheit gefährden muss. Irgendwer fällt IMMER hinten runter. Lässt man die Schulen zu, jammern Pädagogen und Kinderpsychologen, wie furchtbar das ist. Macht man die Schulen auf, jammern Eltern und Lehrer wegen des Infektionsrisikos. Nur so als Beispiel.
Btw: Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen mit der F45.41 schon immer und auch schon vor Corona schlecht bis gar nicht multimodal versorgt waren. Zumindest ist das der Eindruck, den ich im Rahmen meines Jobs täglich gewinne. :-nix
GelbeKlamotten
13.02.2021, 15:47
Ja, mag sein. Dennoch sehe ich nicht, dass man für eine Minderheit die Mehrheit gefährden muss
:D
Soll ich das jetzt außeinandernehmen oder will jemand anders?
Melina93
13.02.2021, 15:52
Ich frage mich halt, warum jeder politische Fehlentscheidungen sieht. Haben wir irgendwo auf der Welt denn eine Regierung, die in Sachen Lockdown irgendetwas besser gemacht hat und die man nachahmen müsste/könnte? Sehe ich nicht.
Ja, beim Impfen hat man aufs falsche Pferd gesetzt. Hätte aber auch genauso gut klappen können.
Ich bin solidarisch mit allen Menschen, indem ich verhindere, dass sie sich anstecken, Angehörige verlieren, auf ITS landen und sterben. Hey, ich finde, was Besseres als zu LEBEN gibt es nicht. Der andere Kram ist Luxus.
Psychisch Erkrankte können sich helfen lassen, Gewaltopfer können sich helfen lassen, Studenten werden es überleben, wenn das Studium mal nicht aus eigener Faulheit ein Semester länger dauert. Und schulische Bildung kann man nach Corona auch noch nachholen. Wir leben in einer Ausnahmesituation. Also weniger jammern sondern einfach überlegen, wie man es auf Dauer besser machen kann.
Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Und DU sagst wir würden ja in unserer Bubble leben, ja?
Lebensqualität ist kein Luxus und mit psychisch kranken Menschen hattest du offensichtlich in letzter Zeit auch nicht viel zu tun. Und lass mich raten, für dich sind Frauen sowieso selber Schuld wenn sie Opfer von Gewalt werden, gel?
Wann genau sollen die Kinder schulische Bildung nach Corona nachholen? 2031? Nie? So trantütig wie die deutsche Regierung agiert sind das leider keine abwägigen Szenarien mehr. Aber klar, du hast keine Kinder und einen systemrelevanten Beruf...warum also anderen nicht irgendwelche Solidaritäts-Geschwaffeleien aufdrücken.
Feuerblick
13.02.2021, 15:54
Mehrheit = Gesamtheit der Risikogruppen plus Gesundheitswesen. Minderheit = Diejenigen, die nicht zur Risikogruppe gehören, aber schlecht psychiatrisch versorgt sind oder anderweitig passager benachteiligt.. Ich weiß grade nicht, was du auseinandernehmen willst.
Aber ich bin hier raus. Mir geht dieses ständige Gejammer aus allen Ecken einfach nur auf den Keks!
@Melina: Mit psychisch Kranken habe ich viel zu tun. In der Familie, im Freundeskreis. Die sind gut versorgt.
Kinder können schulische Bildung nachholen, wenn die Situation unter Kontrolle ist. Ein Jahr mehr wird jeder überleben.
Und nein, Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden, sind nicht selbst schuld. Aber es gibt ja durchaus Hilfsangebote. Auch jetzt. Man muss sie halt nutzen. Und wenn man sie nicht nutzt, liegt es nicht an Corona.
Btw. Ich habe KEINEN systemrelevanten Beruf und befinde mich seit fast einem Jahr weitestgehend im häuslichen Umfeld, weil ich mich und meine Familie konsequent schützen möchte.
Und soll ich dir was sagen? Ich bin bisher nicht dran gestorben, dass meine ganzen Hobbies nicht durchführbar sind. Ist halt so. Na und? Und ich frage mich: Wenn ich das kann, wenn meine Familie das kann, wenn meine Freunde (auch die mit Kindern) das können - warum zum Geier müssen dann alle anderen ständig jammern und meckern und motzen? DAS ist definitiv Jammern auf ganz hohem Niveau! Insbesondere wenn man in andere Länder schaut, wo man schlichtweg nur noch zum Einkaufen und zum Arztbesuch oder zur Arbeit aus dem Haus darf und ansonsten fest in den vier Wänden sitzt.
Heult, motzt und meckert gerne weiter. Ich bin hier raus. Das ist mir alles einfach zu blöd.
Melina93
13.02.2021, 16:04
Warum schaust du dann nicht nach Israel, Japan oder Südkorea? Gibt einige Länder, die mit gleichen oder weniger Ressourcen das Ganze besser hinbekommen haben. Das ist kein Jammern, das ist ein Konstatieren.
Feuerblick
13.02.2021, 16:06
Jau. Die haben einfach ordentlich DICHT gemacht und ansonsten das, was unsere Datenschützer in Richtung Schnappatmung bringt. Wäre ich sofort dafür. Aber DAS Gejaule möchte ich hören. Die haben sich bei der Corona-App ja schon in die Hosen gemacht.
GelbeKlamotten
14.02.2021, 11:31
https://m.bild.de/bild-plus/politik/inland/politik-inland/lockdown-immer-mehr-deutsche-haben-die-corona-massnahmen-satt-75348090.html
Könnten wir vielleicht etablieren, dass (insbesondere bei paywall-Artikeln) eine kurze Beschreibung des Inhalts hinter dem Link beigefügt wird?
ich finde das für eine Diskussion wenig hilfreich, einfach Links hinzuschmeißen.
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