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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread



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GelbeKlamotten
06.04.2020, 21:08
Ich sehe das Problem in der falschen Prioritätensetzung: "treat first what kills first". Die "Welle" ist noch nicht mal durch, es fehlt an allen Ecken und Enden an Schutzkleidung, die Produktion von Medikamenten und Medizinausrüstung ist auf Nimmerwiedersehen ins Ausland verlagert, das ebenso existenziell wichtige Gesundheitswesen wird zwar momentan, aber vermutlich nicht auf Dauer, mit warmen Worten und Geld zugeschüttet, die nicht-autoproduzierende Wirtschaft ächzt unter Bürokratie und Steuern, das Dienstleistungswesen ist vor dem Kollaps und Söder forciert JETZT SCHON die Absatzförderung von eher hochpreisigen Vehikeln, die schon vor der Coronakrise in großer Anzahl teils nur durch Betrügereien oder steuerbegünstigt als Dienstwagen zu verkaufen waren, und die in der kommenden Wirtschaftskrise mangels Bedarf an Luxusartikeln noch viel weniger Abnehmer finden werden?
Eine Rückholung von Schlüsselindustrien, vernünftige Instandsetzung der Infrastruktur (Bahn z.B.) und die Produktion eines tatsächlich preiswerten und sparsamen Autos würden vielleicht noch viel mehr Arbeitsplätze sichern. Hat übrigens bis in die 70er oder sogar 80er Jahre so funktioniert.

Viele reiche europäische Länder (Schweiz, Skandinavien) kommen übrigens sogar ganz ohne eigenständige Autoindustrie aus bzw. haben nur ausgelagerte Montagewerke (BeNeLux, iberische Halbinsel) mit weit weniger Lobbyisteneinfluß

Eine Priorisierung im Sinne von "jetzt kümmern wir uns erstmal um Covid und lassen alles andere links liegen, und dann in einem halben Jahr retten wir die bis dahin völlig kaputte Automobilindustrie" wird leider nicht funktionieren.
Auch fast ausnahmelos jeder weitere Satz in deinem Post zeugt von so einer enormen Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge, dass es mir innerlich richtig wehtut. Zugunsten des eigentlichen Themas verzichte ich hier aber darauf, das alles auseinanderzunehmen, es sei denn du bestehst darauf.

h3nni
06.04.2020, 21:15
Auch fast ausnahmelos jeder weitere Satz in deinem Post zeugt von so einer enormen Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge, dass es mir innerlich richtig wehtut. Zugunsten des eigentlichen Themas verzichte ich hier aber darauf, das alles auseinanderzunehmen, es sei denn zu bestehst darauf.

Mich würde schon interessieren, warum eine vernünftige Infrastruktur ala Bahn und Breitband nicht nötig sind bzw wieso sich der Staat nicht darum kümmern sollte. Hätte es bei LTE nicht entsprechende Auflagen gegeben, wäre ich in meinem 3000 Einwohner-Städtchen immer noch ohne vernünftiges Internet.
Oder warum Medikamente in Indien hergestellt werden sollen, wenn man ja schon öfter gesehen hat, dass das zu großen Schwierigkeiten führen kann.


O2 gebraucht? Der gute liegt auf der Intensivstation-
Ich meine, für ein "nach 10 Tagen wollte ich mich mal durchchecken lassen" ist O2 schon viel. Und ITS noch mehr...

Matzexc1
06.04.2020, 21:17
Er ist seit gestern Abend im KH... So schnell wird er hoffentlich nicht gestorben sein.

Das würde sich schenller verbreiten als der Virus. Das Britische Gesundheitssystem wurde noch mehr kaputt gespart als das Deutsche

tarumo
06.04.2020, 21:28
Eine Priorisierung im Sinne von "jetzt kümmern wir uns erstmal um Covid und lassen alles andere links liegen, und dann in einem halben Jahr retten wir die bis dahin völlig kaputte Automobilindustrie" wird leider nicht funktionieren.
Auch fast ausnahmelos jeder weitere Satz in deinem Post zeugt von so einer enormen Unkenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge, dass es mir innerlich richtig wehtut. Zugunsten des eigentlichen Themas verzichte ich hier aber darauf, das alles auseinanderzunehmen, es sei denn du bestehst darauf.


Die Absatzzahlen der betreffenden Hersteller sind fast zur Hälfte Dienstwagen, d.h. das Produkt wird von der "normalen" Bevölkerung nicht angenommen. Ich gehöre noch zur Generation Golf, aber ein neuer Golf mit halbwegs vernünftiger Ausstattung übertrifft schon Jahresgehälter in vielen Berufsgruppen. Das Feld der günstigen Klein/Kompaktwagen hat man komplett dem Ausland überlassen, einfach weil die Marge nicht stimmt (seltsam, daß die Asiaten dann trotzdem prosperieren). Ich bin der Meinung, daß ein Produkt, daß nicht mehr ausreichend nachgefragt wird, dann auch vom Markt verschwinden sollte. Das hat zig andere Autohersteller ebenso betroffen, die kennt aber heute keiner mehr. Länder wie Japan und Südkorea machen übrigens vor, daß man eine prosperierende Automobilindustrie bei gleichzeitig hohen Löhnen und ohne Zerfall der staatlichen Infrastruktur wie Bahn und Gesundheitswesen betreiben kann.
Die hier genannten Firmen spielten in der Wirtschaftswunderzeit bis in die späten 60er übrigens nur eine Rolle unter "ferner liefen" (BMW) bzw. waren gar nicht als solche existent (Audi), soweit zum Thema Systemrelevanz.
Ich bin auch nicht dafür, den Coronathread mit Nebenthesen zur Autoindustrie zu kapern und vielleicht bin ich auch insgesamt einfach uninformiert, aber ich WEISS, daß man jeden Euro nur einmal ausgeben kann und wenn Söder jetzt, sagen wir mal, 3000 EUR Neukaufprämie auslobt, dann wird er das Geld aus dem Staatssäckel nehmen müssen, und dort fehlt es dann an anderer Stelle, von den Krankenhäusern, wo die Ländern jetzt schon ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, bis hin zum desolaten öffentlichen Gesundheitswesen.
Und vielleicht würde sich ein besser bezahlter KH- oder ÖGD-Arzt dann "einfach so" ein neues Auto kaufen, ohne daß man dann noch subventionieren muss?
Aber die Regierung hat sich ja auch nicht entblödet, ein Gesetz zur Nichtzahlung von Mieten zu erlassen, anstatt denen, die sich die Miete gerade nicht leisten können, mit einer Überweisung auf die Sprünge zu helfen. Was daraus geworden ist, kann man in den Medien bestaunen.

EDIT: ich fordere übrigens auch keine Fabrikschließungen. Die Schweiz hat nach Einstellung des Straßenfahrzeugbaus eine Eisenbahnindustrie von Weltruf aufgezogen, BMW könnte in Ingolstadt ohne weiteres Flugzeugturbinen statt Oberklasse-PKW produzieren, die haben einen Produktzyklus von weit über 30 Jahren und sind weit weniger anfällig für so kurzfristige Schwankungen. Aber wer mit einer Produktpalette aufwartet, die entweder von Finanzheinis, Clanmitgliedern oder Handelsvertretern gekauft wird (die "Hausfrauenpanzer" werden sowieso in den USA gebaut), der darf sich nicht wundern, wenn er in einer Wirtschaftskrise auf seinen Produkten sitzenbleibt. Sowohl Audi und BMW sind übrigens mit Kleinwagen zu akzeptablen Preisen großgeworden und es war eine strategische (Fehl?)-Entscheidung, dieses Marktsegment zu verlassen.

bmfbagels
06.04.2020, 21:34
Tag 10 seit Beginn der Symptomatik ITS. Der schreit nach nem Tubus.

Mal ne Frage: hat noch jemand anders schon langsam so ein Überlastungsgefühl? Unsere ITS hat seit 2 -3 Wochen die fragliche Ehre die Corona Patienten zu behandeln. So langsam sind wir voll und mir geht ehrlich gesagt allmählich die Puste aus. Immer der selbe Scheiss, Corona kotzt mich schon richtig an, die jungen und fitten packens und den alten und kranken schaut man beim schlechter werden zu. 10x am Tag lagern und die Niere geht auch jedem 2. flöten. Mich schaudert die Vorstellung das noch Monate mitmachen zu müssen.

Wie ist die Motivation/Durchhaltevermögen auf euren ITSsen? Gehts euch auch so?

Kackbratze
06.04.2020, 21:40
Wenn die Automobilindustrie systemrelevanz hätte, warum wurde sie dann auf dem Klimaaltar bereitwillig geopfert?
Jetzt der Coronakrise die Schuld am Niedergang zu geben, ist einfach nur billig.

Alle Konjunkturprogramme kommen aus dem Steuersäckel. Wer füllt nochmal das Steuersäckel? Der liebe Gott?
Man könnte auch alternativ den Leute mit Geld weniger Steuern abnehmen, dann könnten die mit ihrem Geld das konsumieren, was sie wollen.
Steigert auch die Nachfrage, kostet den Staatshaushalt weniger. Aber diese Fragen sind eher philosophischer Natur und unterliegen Glaubenskriegen in der Volkswirtschaftslehre.

freak1
06.04.2020, 22:01
Nordkorea wird eine amerikanische Kolonie bevor wir in Deutschland Steuersenkungen für normale Menschen sehen..

Matzexc1
06.04.2020, 22:03
Warum bringen Konjunkturprogramme aktuell nichts?
1) Problem im Bereich Nachfrage (Corona-Infektionsgefahr, persönliche wirtschaftliche Unsicherheiten)
2) Absatzmärkte sind alle betroffen
3) Lieferketten sind massiv gestört
4) Gefährdung der Produktion durch Ausbreitung von Corona

Die Industrie in Deutschland ist eh am absteigen (Klimatheater, Strompreise bzw. unsichere Versorgungslage, politisches Kalkül)
Corona ist für mich maximal das Tüpfelchen auf dem I.

Edit: Steuersenkungen kann es sowieso nicht geben ab 2025 trifft uns ein Rentenschock und wir müssen noch die ganze Welt retten. Ich bin bereit zu wetten das wir vor 2030 die Mehrwertsteuer bei über 20% sehen

tragezwerg
07.04.2020, 01:43
Tag 10 seit Beginn der Symptomatik ITS. Der schreit nach nem Tubus.

Mal ne Frage: hat noch jemand anders schon langsam so ein Überlastungsgefühl? Unsere ITS hat seit 2 -3 Wochen die fragliche Ehre die Corona Patienten zu behandeln. So langsam sind wir voll und mir geht ehrlich gesagt allmählich die Puste aus. Immer der selbe Scheiss, Corona kotzt mich schon richtig an, die jungen und fitten packens und den alten und kranken schaut man beim schlechter werden zu. 10x am Tag lagern und die Niere geht auch jedem 2. flöten. Mich schaudert die Vorstellung das noch Monate mitmachen zu müssen.

Wie ist die Motivation/Durchhaltevermögen auf euren ITSsen? Gehts euch auch so?

Bei uns gibt es auch schon zwei Intensivstationen die am Limit sind. Die Kollegen dort berichten Ähnliches wie du
Ich bin aktuell in der Anästhesie im OP, und auch dort breitet sich zunehmend Stress aus, da wir ja viel Aerosolkontakt haben und dementsprechend ein hohes Risiko, uns selbst zu infizieren.
Mir graut es davor, was noch kommen wird. Entweder der Staat beendet die Einschränkungen, dann haben wir in ein paar Wochen Verhältnisse wie in den anderen europäischen Ländern. Oder wir schaffen es, weiter zu verzögern, und haben dafür noch viele Monate "Spaß" mit COVID.
Habe Berichte aus dem Elsass gelesen und mich ganz übel gegruselt. Hätte gerade gerne Homeoffice.

Evil
07.04.2020, 06:32
Aber diese Fragen sind eher philosophischer Natur und unterliegen Glaubenskriegen in der Volkswirtschaftslehre.
Amen. Das fasst die Diskussion hier über Staatshilfen ganz gut zusammen, wobei dabei dermaßen viel heisse Luft produziert wird, dass der Klimawandel Gefahr läuft, zusätzlich beschleunigt zu werden...

THawk
07.04.2020, 09:17
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/beatmung-beim-coronavirus-lungenfacharzt-im-gespraech-16714565.html

Lesenswert! Für mich nur zum Kopfschütteln. Wie ein Pulmologe sich hinstellt und erklärt, dass Covid-19 die Domäne der Lungenfachärzte ist und nicht die der Intensivmediziner und Anästhesisten. Und es unethisch ist, den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter bei Therapieentscheidungen zu berücksichtigen.

Evil
07.04.2020, 09:33
Bei den Pulmologen hochspezialisierter Kliniken wie der Ruhrland-Klinik in Essen mag das zutreffen, dass die die größte Expertise haben. Der gemeine niedergelassene Pulmologe mangels intensivmedizinischer Beatmungspraxis sicher weniger.

Und ich glaube, die Aussage zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter wurde vom Reporter falsch wiedergegeben.
Mitarbeiterschutz sollte keine Kontraindikation für NIV sein, die logische Konsequenz muss dann aber die Beschaffung von Helmen sein, die die Aerosole gering halten.

Meuli
07.04.2020, 09:42
Also ich hatte eher das Gefühl, dass wir unsere eher zu spät intubieren ... sicher nicht zu früh oder gar leichtfertig ...

Mano
07.04.2020, 09:47
Es gibt ja auch so viele Pneumologen... Und ein CT rettet nicht den Patienten sondern sichert die Diagnose - aber bei ihm klingt es so, als wenn er damit den heiligen Gral gefunden hätte. Bei uns bekommt auch schon seit Wochen jeder sein Aufnahme-CT.
Und Covid-Schwerpunktkliniken mag im Ruhpott eine tolle Idee sein und funktionieren. Die meisten Gebiete in Deutschland sind jedoch wesentlich schwächer besiedelt. Jetzt jeden Corona-Patienten in den Maximalversorger zu fliegen ist da wohl wenig praktikabel.
Fazit: Elfenbeinturm...

freak1
07.04.2020, 12:28
Bei uns (Uni NRW) bekommt auch jeder mit V.a. Covid ein CT. Wenn atypische Pneumonie dann Isolation bis das PCR-Ergebnis da ist.

Reflex
07.04.2020, 13:49
Tag 10 seit Beginn der Symptomatik ITS. Der schreit nach nem Tubus.

Mal ne Frage: hat noch jemand anders schon langsam so ein Überlastungsgefühl? Unsere ITS hat seit 2 -3 Wochen die fragliche Ehre die Corona Patienten zu behandeln. So langsam sind wir voll und mir geht ehrlich gesagt allmählich die Puste aus. Immer der selbe Scheiss, Corona kotzt mich schon richtig an, die jungen und fitten packens und den alten und kranken schaut man beim schlechter werden zu. 10x am Tag lagern und die Niere geht auch jedem 2. flöten. Mich schaudert die Vorstellung das noch Monate mitmachen zu müssen.

Wie ist die Motivation/Durchhaltevermögen auf euren ITSsen? Gehts euch auch so?

Was belastet Dich denn an der Situation am meisten? Das hohe Arbeitsaufkommen mit vielen Überstunden und wenig Erholungsmöglichkeiten? Oder die Hilflosigkeit? Oder die Redundanz des Krankheitsbildes durch die Überpräsenz der Covid 19 Patienten?

Fr.Pelz
07.04.2020, 14:48
Hier (auch NRW, auch größeres Haus) gibt es noch kaum Patienten auf der ITS, so 1-3, wir haben da echt noch Glück. Und dementsprechend haben wir Chirurgen noch extrem wenig zu tun.
Vielleicht sollte man angesichts dieser Verteilung über mehr deutschlandweite Verlegungen nachdenken?

Salzi19
07.04.2020, 15:15
https://www.nordbayern.de/politik/flugzeug-mit-acht-millionen-schutzmasken-aus-china-erwartet-1.10010784

"Es ist ein wichtiger Schritt, um den Mangel an Atemschutzmasken in Deutschland zu beheben: Heute landet ein Flieger aus China in München, der acht Millionen Schutzmasken an Bord hat. Der Ministerpräsident nimmt diese Lieferung selbst in Empfang."

Na dann wird ja jetzt alles gut :-wow :-))

freak1
07.04.2020, 16:15
Die nach Österreich gelieferten Masken waren ja einfach defekt bzw. undicht. :knuddel:

Fr.Pelz
07.04.2020, 19:00
Auch der normale MNS ist beim Husten undicht.... https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111799/COVID-19-Patienten-husten-Viren-durch-chirurgische-Masken-und-Baumwollmasken-hindurch?rt=96385d1bd85cd9505891d1b7473b4dd1