Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
WackenDoc
08.04.2020, 09:28
Weiss jemand ob es Informationen zu Coronaverbreitung und Klimaanlagen (jeglicher Art) gibt? Also Raum-zu-Raum verbreitung? Aufwirbelung in Räumen bei "normalen" Klimaanlagen die direkt mit der Außenwelt verbunden sind?
tragezwerg
08.04.2020, 09:55
Weiss jemand ob es Informationen zu Coronaverbreitung und Klimaanlagen (jeglicher Art) gibt? Also Raum-zu-Raum verbreitung? Aufwirbelung in Räumen bei "normalen" Klimaanlagen die direkt mit der Außenwelt verbunden sind?
Quellen hab ich keine, aber unsere Hygieniker haben die Anweisung herausgegeben, dass auf der Intensiv die Klimaanlage in den COVID-Zimmern abgeschaltet werden soll (außer natürlich in den Stationen, die Infektio-Zimmer mit Schleuse und Unterdruck haben) und dafür altertümlich gelüftet werden soll.
Weiss jemand ob es Informationen zu Coronaverbreitung und Klimaanlagen (jeglicher Art) gibt? Also Raum-zu-Raum verbreitung? Aufwirbelung in Räumen bei "normalen" Klimaanlagen die direkt mit der Außenwelt verbunden sind?
Quellen hab ich keine, aber unsere Hygieniker haben die Anweisung herausgegeben, dass auf der Intensiv die Klimaanlage in den COVID-Zimmern abgeschaltet werden soll (außer natürlich in den Stationen, die Infektio-Zimmer mit Schleuse und Unterdruck haben) und dafür altertümlich gelüftet werden soll.
Pauschal kann Dir das wohl keiner sagen. Dafür müsste man wissen, wie die Klimaanlage / Raumlufttechnische Anlage bei Euch funktioniert.
Bei uns ist es so, dass die Stationen, incl. Intensiv keine Klimaanlage in den Zimmern hat, sondern die Flure "belüftet" werden. Auch nicht klimatisiert, sondern etwas "gekühlt"... quasi eine passive Kühlung. Die Zimmertüren sollen auf bleiben, die Fenster zu.
Im OP mit der Reinluftanlage sind es halt wieder anders aus. Dort herrscht im OP Überdruck und ein laminar airflow. Dort müsste im Prinzip die Raumluftanlage abgestellt werden, weil sonst Keime aus dem OP in die Schleusen und Flure übertreten könnten...
Also wie gesagt, pauschal nicht zu beantworten, kommt auf die Anlage an.
Wenn auf der ITS auch Überdruckzimmer sein sollten, müssten diese auch abgeschaltet werden, sonst hat man die Aerosole überall.
Im Drosten-Podcast hieß es, daß Umluftanlagen wie z.B. in Supermärkten wahrscheinlich eher die Viruslast der Raumluft reduzieren. Die Frage ist ja auch, welche Partikelgröße in den Filtern der Klimaanlage herausgefiltert wird.
Die WHO stört sich nicht an direkter Entlüftung in die Umwelt, HEPA ist nicht gefordert. Die wollen aber ne gewisse Luftwechselrate, Hauptintention ist wahrscheinlich das Verdünnen der Viren
WackenDoc
08.04.2020, 12:01
Hab was gefunden (bzw von Kollegen bekommen):
https://www.kka-online.info/download/1550881/2020_03_26_empfehlungen_btga_fgk_rlt_betrieb_rlt_a nlagen_covid_19_pandemie.pdf (geht in meinem Fall nicht um den medizinischen Bereich, sondern Büroräumlichkeiten und Produktionsstätten)
https://www.fkt.de/news-wissen/newsletter/details/post/detail/News/zimmer-mit-covid-19-patienten-nicht-die-komplette-lueftung-abschalten/
Auch eine ganz interessante Analyse https://www.mittellaendische.ch/2020/04/07/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen/?fbclid=IwAR0--FvdM-hbAvCM6qbCdv0T3OWshzvKSxOYRbuP4Xy-0cP1ou1gYcCn0F0
"Ärztepräsident" Reinhardt fällt der Ärzteschaft ein weiteres Mal in den Rücken
Eine Gefahrenzulage für Ärzte dagegen sei nicht nötig
https://www.oldenburger-onlinezeitung.de/nachrichten/aerztepraesident-will-neue-sicherheitsregeln-fuer-altenheime-38736.html
Ein Wunsch, der beim MB, DKG, VKA, BMG und Co. sicher gern gehört wird. Und wer will schon "den Ärzten" einen Wunsch abschlagen?
Ich weiß zwar nicht, wer da befragt wurde, aber der Drops ist wohl gelutscht.
Seltsam ist auch die Anregung, die Folgen der Seuche der Berufsgenossenschaft aufzubürden und nicht dem Staat, wie es InfSG und Co. vorsehen
Der Mann verfolgt eine eigene Agenda, sich für die Interessen der Ärzte einzusetzen gehört eher nicht dazu.
"Not my president"
Wir hatten das Thema ja vor zwei Wochen schon mal und ich bin froh, daß das damals von jemand anders gepostet wurde, sonst würde man mir wieder mal "bashing" unterstellen.
Eigentlich gibt es nur drei Möglichkeiten: man kritisiert dieses Verhalten (tue ich zum Beispiel), bekommt es nicht mit, zumal man mit so einem Thema nicht auf der Seite 1 des DÄB hausieren geht (das ändere ich gerade) oder man findet es ok. Dann aber hinterher nicht meckern. Unsäglich finde ich aber, so ein Verhalten des obersten "Repräsentanten" zu verteidigen bzw. schönzureden , den Boten der schlechten Nachricht zu prügeln und hinterher behaupten, das wäre ja sicher nicht so gemeint gewesen, er wäre falsch zitiert worden, man würde nicht das Positive (was????) sehen wollen und überhaupt...
Übrigens hat Hubertus Heil heute das AZG für Medizinpersonal offiziell außer Kraft gesetzt. Das mag in einer Notstandsituation noch angehen, ich habe aber das doofe Gefühl, daß diese Regelung noch bestehen bleibt, wenn alle anderen Einschränkungen zurückgenommen wurden.
Auch eine ganz interessante Analyse https://www.mittellaendische.ch/2020/04/07/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen/?fbclid=IwAR0--FvdM-hbAvCM6qbCdv0T3OWshzvKSxOYRbuP4Xy-0cP1ou1gYcCn0F0
Danke, toller Artikel. Ich kann echt die Kritiker nicht mehr packen. Auch die Idee einer Herdenimmunität ist völlig absurd - containment, containment, containment!!
WackenDoc
08.04.2020, 20:19
Der Typ hat die Systematik der Berufskrankheiten nicht kapiert. Aber wir Betriebsärzte sind in den Augen der meisten Kollegen eh keien richtigen Ärzte- aber dann kommt halt auch so ein Mist bei raus.
Eine Anerkennung als BK ist übrigens nicht ausgeschlossen. Mit zunehmender Durchseuchung wird es aber schwierig nachzuweisen, WO man sich angesteckt hat.
Ähm die Maskenpflicht für bestimmte Anlässe (Einkäufe etc.) werden wohl tatsächlich DAS Mittel gegen die Drecksseuche sein.
Aber nicht die Seuche ist das Hauptproblem, sondern die grassierende Dummheit.
Zumindest ist die Zwangsverpflichtung in NRW vom Tisch!
Choranaptyxis
09.04.2020, 06:22
Hier wird eine für Normalstation für Covid-Patienten jetzt wieder für alle Patienten freigegeben, da die Zahlen sich halbwegs halten. "Dringliche" OPs ohne Überwachung werden wohl auch wieder mehr, wobei da auch schon elektive TEPs drunterfielen.
Mal ne doofe Frage: Bei Kontaktallergie auf die Klinikkleidung, kann ich mir da eine Salbe auch vom Hausarzt verschreiben lassen, muss ich da zum Betriebsarzt und hat es Nachteile, wenn das dann irgendwo vermerkt ist? Cetirizin ist nur mäßig erfolgreich und nachts kann man sich teilweise wunderbar aufs kratzen fokussieren.
Zumindest ist die Zwangsverpflichtung in NRW vom Tisch!
Aber nicht aus Einsicht, sondern weil die FDP das Gesetz blockiert hat. In Bayern ist die Zwangsverpflichtung zumindest theoretisch möglich, gleich kombiniert mit dem Verzicht auf körperliche Unversehrtheit (schön versteckt im neuen Katastrophenschutzgesetz).
Gestern im Fernsehen wurde eine Ärztin aus NY gezeigt, die ziemlich empört meinte, sie könnte auf das Klatschen vom Balkon gut verzichten, die Leute sollten lieber aufhören, Ärsxxe zu wählen, die das Gesundheitssystem und den Sozialstaat ruinieren wollen. Ich schließe mich dem vollumfänglich an.
Ich habe es damals so gehandhabt, dass ich sämtliche frisch gewaschene Kleidung mit nach Hause genommen habe und selbst noch mal gewaschen habe, bevor ich sie dann getragen habe.
Bei Bereichskleidung, die mir nicht persönlich zugeteilt war, ging das nicht. Aber da hab ich immer was drunter getragen.
Ansonsten kam ein Hausarzt so ziemlich alles :-) auch Salben verschreiben.
Der Betriebsarzt könnte aber evtl. was dazu sagen, dass es besser wäre, eine Lösung für dich zu finden, dass du eben gerade KEINE Salbe brauchst. Das ist doch kein Zustand.
Aber nicht aus Einsicht, sondern weil die FDP das Gesetz blockiert hat. In Bayern ist die Zwangsverpflichtung zumindest theoretisch möglich, gleich kombiniert mit dem Verzicht auf körperliche Unversehrtheit (schön versteckt im neuen Katastrophenschutzgesetz).
Gestern im Fernsehen wurde eine Ärztin aus NY gezeigt, die ziemlich empört meinte, sie könnte auf das Klatschen vom Balkon gut verzichten, die Leute sollten lieber aufhören, Ärsxxe zu wählen, die das Gesundheitssystem und den Sozialstaat ruinieren wollen. Ich schließe mich dem vollumfänglich an.
Die Zwangsarbeit von Hausärzten ist in Bayern bereits Realität. Ich wiederhole das noch mal, weil es so scheint, als sei das untergegangen bzw anhand deines Postings nur theoretisch so.
Der Typ hat die Systematik der Berufskrankheiten nicht kapiert. Aber wir Betriebsärzte sind in den Augen der meisten Kollegen eh keien richtigen Ärzte- aber dann kommt halt auch so ein Mist bei raus.
Eine Anerkennung als BK ist übrigens nicht ausgeschlossen. Mit zunehmender Durchseuchung wird es aber schwierig nachzuweisen, WO man sich angesteckt hat.
Im Falle der typischen niedergelassenen Ärzte kommt ja noch hinzu, daß die Zahlung an die BG freiwillig ist- und die BG kommt vermutlich eher weniger für Schäden auf, wenn man nicht eingezahlt hat. Seuchenbekämpfung ist per Gesetz Staatsaufgabe, und wenn ich per Zwangsarbeit verpflichtet werde, daran mitzuwirken, dann ist nach meinem Rechtsverständnis als juristischer Laie der Staat mein Dienstherr und daher auch verpflichtet, für Spätschäden aufzukommen. War damals (TM) im Rahmen der Wehrdienstverpflichtung auch nicht anders geregelt. Zumal, wenn ich z.B. als "Abstricher" ohne Schutzausrüstung (ebenso staatliches Verschulden) an die Front gejagt werde. In Tschernobyl gab es ja wenigstens Orden und eine Prämie.
Reinhardt hat bei diesem und seinen unzähligen anderen Aktionen (z.B. Verschleppung der Reform der Gebührenordnung) schon seit Jahren nicht das Wohl seiner Klientel im Sinn, sondern einzig und alleine das Interesse der staatlichen Seite bzw. der Kostenträger.
Typisch ist auch, daß man solche Bomben wie "Zulage nicht nötig" nicht prominent platziert werden, sondern in Interviews irgendwo in der Provinzpresse. Auf daß es keiner seiner Schäfchen merkt und weiterhin ohne zu murren oder zu protestieren Beiträge zahlt...
In Frankreich würden solche Typen mit zerissenem Hemd über Zäune gejagt werden, wie schon vorgekommen.
Gibt es eigentlich was neues bzgl. Antikörpertest?
Choranaptyxis
09.04.2020, 07:33
Danke für die Antwort :)
Der Betriebsarzt könnte aber evtl. was dazu sagen, dass es besser wäre, eine Lösung für dich zu finden, dass du eben gerade KEINE Salbe brauchst. Das ist doch kein Zustand.
Ich bezweifle, dass sich da für eine studentische Aushilfe jemand Mühe macht.
Geht leider um die Bereichskleidung (vielleicht auch die andere, aber bei 2-3h Kittel tragen mit hochgekrempelten Ärmeln hatte ich bisher Glück), und selbst mit Shirt und Leggins drunter bleiben leider noch genug Stellen, wo es reibt bzw Kontakt hat (und wenn es nur die Unterarme sind, die ja auch immer mal Kontakt haben).
Will einfach nur was haben für die nächsten Nachtdienste, weil es so echt ätzend ist, auch morgens dann zum Schlafen.
Naja, noch ein Grund nicht an der Uniklinik PJ zu machen :-wow
Choranaptyxis
09.04.2020, 07:35
Gibt es eigentlich was neues bzgl. Antikörpertest?
Bei uns läuft jetzt das hier (https://www.umm.de/institut-fuer-klinische-chemie/immunitor-studie/) dazu an, leider bekommt man (erstmal) nicht das Ergebnis.
Gut, ab und zu mal Cortisonpräparat drauf schmieren bedeutet (abhängig vom Anteil an der Körperoberfläche, wohlgemerkt) nicht gerade den gesundheitlichen Weltuntergang, aber bei bekanntem Auslöser müsste man meiner Ansicht nach erst mal alles unternehmen, um den Auslöser abzuschalten.
Sonst könnte man auch mal Loratadin oder ähnliches versuchen, wobei ich trotzdem darauf beharre, dass ein Waschmittel in meiner Welt nicht darüber entscheiden sollte, ob ich Medikamente nehmen muss...
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