Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Was genau verspricht du dir von diesen Informationen?
Ich würde mal behaupten, aufgrund von solch geringen Fallzahlen auf Risiken für einen "30-jährigen ohne Vorerkrankungen" zu schließen, ist statistisch eher gewagt. Und in einigen Studientypen ist es sogar so, dass unter einer gewissen Anzahl an Personen pro Gruppe keine Anzahl mehr angegeben wird, da das sonst Rückschlüsse auf die einzelnen möglich machen könnte.
Also von den 6 hatten ja womöglich 4 schwere Vorerkrankungen...
Womöglich aber auch nicht. Solche Spekulationen sind vollkommen sinnlos.
Hatte hier nicht mal jemand eine Studie gepostet zur Ansteckungsgefahr?
Am Anfang hieß es man bräuchte 10-15min engeren Kontakt also zb ein Gespräch, inzwischen kommt es in den Medien so rüber als reicht einmal dicht aneinander vorbeigehen und man hat es schon :)
roxolana
29.04.2020, 10:22
Es ist leider nicht so einfach. Es gab dokumentierte Übertragungen über einen Abstand von mehreren Metern von Personen, die nicht mit einander gesprochen haben, z.B. hier in einem Restaurant mit Klimaanlage: https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/7/20-0764_article
Von daher gibt es sicherlich noch mehr Übertragungswege als "10 min miteinander sprechen bei < 1,5 m Abstand", ob aneinander vorbeigehen schon ausreicht, ist allerdings unklar.
Gibt es eine offizielle Stellungnahme von irgendeiner Fachgesellschaft zum Mund-Nasen-Schutz bei Kindern?
Ich würde gerne irgendwas (kurz und knapp) Offizielles zum Erwidern haben, wenn ich mal wieder irgendwelche Warnungen per Whatsapp bekomme, dass unter der Maske CO2 retiniert werden würde. Dann muss ich nicht ewig diskutieren.
Es gibt eine von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin: https://www.dgkj.de/fileadmin/user_upload/Meldungen_2020/200424_DGKJ_MaskenEmpfehlung.pdf
Hier wird unter anderem auch genannt, dass die Onko-Kinder ja auch Masken tragen; aber gleichzeitig auch, dass "aber die Umsetz- und Zumutbarkeit für Kinder im Allgemeinen anders als bei der Protektion bewertet werden [muss]".
Zur Sicherheit des Maskentragens:
"Atemschutzmasken führen zu einem erhöhten Atemwegswiderstand. Besondere Einwände bzw. Vorsichtsmaßnahmen gilt es bei Kindern (wie auch Erwachsenen) formal dann zu beachten, wenn sie aufgrund einer akuten oder chronischen Erkrankung der Atemwege oder des Herzkreislaufsystems in ihrer Lungenfunktion eingeschränkt sind, d.h. beim Ein- und Ausatmen, wenn sie subjektiv oder objektiv erhebliche Atemnot verspüren oder erhebliche (zusätzliche) Anstrengungen für die Ein- oder Ausatmung aufbringen müssen. Dicht sitzende FFP2-Masken sind hier problematischer, für die Anwendung dieser speziellen Masken beim Kind gibt es nach unserer Einschätzung ohnehin keine Indikation. Säuglinge sollten zur Prävention des plötzlichen Kindstodes generell keine Masken tragen."
Ganz frisch von gestern gibt es auch eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin: https://www.dgspj.de/wp-content/uploads/service-stellungnahme-maskenpflicht-kinder-bvkj-dgspj-2020.pdf
"Unsere Einschätzung:
Bei gesunden, wachen Kindern geht von einer MNB keine Gefahr der Anschoppung von CO2 aus, wenn die MNB nicht als Knebel verwandt wird."
Feuerblick
29.04.2020, 10:49
*grins* „wenn die MNB nicht als Knebel verwandt wird“... war da jemand beim Verfassen leicht genervt?? :-))
Ja, über den Teilsatz hab ich mich auch sehr gefreut :-D
Es ist leider nicht so einfach. Es gab dokumentierte Übertragungen über einen Abstand von mehreren Metern von Personen, die nicht mit einander gesprochen haben, z.B. hier in einem Restaurant mit Klimaanlage: https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/7/20-0764_article
Von daher gibt es sicherlich noch mehr Übertragungswege als "10 min miteinander sprechen bei < 1,5 m Abstand", ob aneinander vorbeigehen schon ausreicht, ist allerdings unklar.
Na ja. Wahrscheinlich gibt 1000 ähnlicher Fälle, wo keine Übertragung statt gefunden hat. Ansonsten wäre mitterweile jeder infiziert. So einfach überträgt es sich dann wohl doch nicht.
Ein case macht noch keine Evidenz. Trägt eher zur Verunsicherung bei.
arbeiter79
30.04.2020, 07:36
Ja das ist ja ein gute Aufschlüsselung.
Wenn man das jetzt noch mit Vorerkrankungen kombinieren würde.... Also von den 6 hatten ja womöglich 4 schwere Vorerkrankungen... aber dazu wird es keine Auswertungen geben oder??
Also mehrere Studien gehen von 99% Toten mit Vorerkrankungen aus. Am wahrscheinlichsten also das 6/6 auch schon krank waren.
Wie hoch ist eigentlich der Anteil idealgesunder Menschen im Alter von 10, 20, 30 etc. Jahren in der Bevölkerung von Staat X oder Territorium Y ? Gibt es darüber Untersuchungen, nicht nur Beobachtungen, unter Berücksichtigung von Lebensstandard, Gesundheitssystem und geoklimatischen Bedingungen? Mir ist schon klar, dass man nur findet, wonach man sucht, aber ein bisschen mehr als „normalgewichtig, ohne Beschwerden, passt schon“ sollte es schon sein.
FirebirdUSA
30.04.2020, 11:41
Wie hoch ist eigentlich der Anteil idealgesunder Menschen im Alter von 10, 20, 30 etc. Jahren in der Bevölkerung von Staat X oder Territorium Y ? Gibt es darüber Untersuchungen, nicht nur Beobachtungen, unter Berücksichtigung von Lebensstandard, Gesundheitssystem und geoklimatischen Bedingungen? Mir ist schon klar, dass man nur findet, wonach man sucht, aber ein bisschen mehr als „normalgewichtig, ohne Beschwerden, passt schon“ sollte es schon sein.
Und wo sollen solche Zahlen herkommen? ... jeder Gesunde wurde nur nicht ausführlich genug untersucht;-)
@arbeiter79: eher 5/6. Gibt einen Fall der in der Presse hoch und runter gebracht wurde, 29 J keine Risikofaktoren
Kackbratze
30.04.2020, 12:21
29 J keine Risikofaktoren
So wie die kerngesunde Krankenschwester in England, die "einfach so" an Covid gestorben ist?
Das sie auf eine Lebertransplantation gewartet hat, wurde irgendwie von der Presse vergessen zu erwähnen.
Ich war heute in der psychiatrischen Sprechstunde das erste Mal damit konfrontiert, dass jemand von mir eine ärztliche Bescheinigung zur Befreiung von der Maskenpflicht haben wollte. Gibt es dafür irgendwelche konkreten Maßstäbe? Wie Handhaben das andere niedergelassene Kollegen? Gibt es da irgendwelche Erfahrungswerte oder Empfehlungen? So richtig fündig geworden bin ich bis jetzt nicht...
FirebirdUSA
30.04.2020, 18:18
So wie die kerngesunde Krankenschwester in England, die "einfach so" an Covid gestorben ist?
Das sie auf eine Lebertransplantation gewartet hat, wurde irgendwie von der Presse vergessen zu erwähnen.
Naja, gab gestern Interview im TV mit dem CA vor Ort und der hat das auch so dargestellt.
Ich war heute in der psychiatrischen Sprechstunde das erste Mal damit konfrontiert, dass jemand von mir eine ärztliche Bescheinigung zur Befreiung von der Maskenpflicht haben wollte.
Gesunde Anteile gibt es auch bei psychiatrischen Patienten.
WackenDoc
30.04.2020, 18:41
Schwere COPD, Lungenfibrose, schwere Herzinsuffizienz usw.
Bei psychiatrischen Erkrankungen würde ich es nur für gerechtfertigt halten, wenn ein nachvollziehbares! Trauma mit Erstickungsängsten vorliegt oder ein vergleichbares Thema schon dokumentiert ist.
Bei uns ist das Geheule wegen den Masken unter den Mitarbeitern durchaus Thema. Aber nicht weil was konkretes dahinter steckt, sondern eher "mimimi, es ist IN nicht belastbar zu sein".
Kackbratze
30.04.2020, 19:21
Heute in Supermarkt hab ich so viele Möglichkeiten gesehen, wie man eine Maske nicht tragen sollte.
Ich glaub, die machen das mit Absicht so, so dumm kann man nicht sein...
Am schönsten finde ich die Variante "richtig tragen, aber zum Sprechen absetzen".
Choranaptyxis
30.04.2020, 19:57
Oder hochschieben, um Rauchen zu können, also ne Nasenmaske :D (runter ist natürlich häufiger). Da beschwere man sich noch mal über CO(2)-Akkumulation.
Bei uns sind innerhalb eines Tages 4 Leute weniger auf ITS mit Covid, und 4 weniger generell (bei ITS heißt das -30%). Die vermutlich falsche Hoffnung ist, dass zeitgleich von ITS auf Normalstation verlegt und von Normalstation entlassen wurde. Mal sehen, ob ich das rausbekomme. So bekommt man auch Bettenkapazität...
ehem-user-19-08-2021-1408
30.04.2020, 20:43
Allgemeine Frage:
Wie schaut es in Deutschland aus? Sinken die Zahlen an den Krankenhaeusern? Gab es ueberhaupt Krankenhaeuser, die ueberflutet wurden a la Italien oder New York? Ich rede nur mit meiner Mutter in Muenchen und die hat mit der Medizin nichts am Hut.
Wir in Boston hatten letze Woche unseren Hoehepunkt und waren fast am Limit (Tufts) und kommen jetzt langsam runter mit den Zahlen. Aktuell 100 Covid Patienten, davon 60 auf der Intensiv und das fuer ein 430 Betten Haus.
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