Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Jasmine2
05.05.2020, 22:16
Vor allem ist interessant, dass der Patient überhaupt nicht verreist ist, und seine Ehefrau in einem Supermarkt am Pariser Flughafen arbeitet, vermutlich war sie asymptomatisch und nur er hatte im Dezember eine Lungenentzündung, die man nicht zuordnen konnte.
Wieviele Fälle gab es im Dezember, Januar und Februar nun wirklich ?
War noch im Februar am Flughafen in Zürich, auch noch einkaufen dort im Supermarkt. Der Flughafen ist natürlich der perfekte Ort sich mit solchen "internationalen" Viren anzustecken. Nur damals war alles noch normal.
WackenDoc
06.05.2020, 04:57
Habt ihr die Studie?
Wie testet Ihr eigentlich Patienten? Also, ich rede von elektiven oder sonstwie im Krankenhaus aufschlagenden Patienten, die ja wohl alle derzeit erst mal durch die Testung müssen. Ich musste heute eine Patientin in die Klinik schicken, so semi-notfallmäßig. Sie soll sich heute in der Ambulanz zunächst für einen Test vorstellen, den sie dort so machen, dass die Leute 20sec mit hab ich vergessen was gurgeln müssen und das Sputum damit dann getestet wird, abgestrichen wird wegen zu viel falsch negativer Tests sowie zu großer Belastung beim Abstrich selber (niesen, würgen, Husten) gar nicht mehr.
Hier wird weiter abgestrichen. Symptomatische Patienten (was seeehr großzügig ausgelegt wird) bekommen außerdem ein Low-dose-CT, bei verdächtigen CT Befund und negativem Abstrich werden Sputumkulturen gemacht.
juke5489
06.05.2020, 17:49
Wie testet Ihr eigentlich Patienten? Also, ich rede von elektiven oder sonstwie im Krankenhaus aufschlagenden Patienten, die ja wohl alle derzeit erst mal durch die Testung müssen. Ich musste heute eine Patientin in die Klinik schicken, so semi-notfallmäßig. Sie soll sich heute in der Ambulanz zunächst für einen Test vorstellen, den sie dort so machen, dass die Leute 20sec mit hab ich vergessen was gurgeln müssen und das Sputum damit dann getestet wird, abgestrichen wird wegen zu viel falsch negativer Tests sowie zu großer Belastung beim Abstrich selber (niesen, würgen, Husten) gar nicht mehr.
bei uns gurgeln alle.
alle patienten, die über die notaufnahme laufen werden getestet. sind sie symptomatisch gehts bis zum testergebnis auf die transitstation in isolation. sind sie asymptomatisch gehts auf normalstation unter einhaltung der entsprechenden abstandsregelungen und mit mns.
elektive chirurgische patienten werden zum vorstationären tag auf corona getestet und nur dann operiert wenn das testergebnis vorliegt. ambulante patienten müssen auch 2 tage vor op zur testung kommen. wer nicht getestet ist wird nicht operiert.
hat dazu geführt, dass gestern 2 unfallchirurgische säle komplett abgesetzt wurden, weil bei den patienten keine testergebnisse vorlagen.
[Französischer Corona-Fall im Dezember 2019]
Habt ihr die Studie?
Hier (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0924857920301643) die Studie.
One sample was positive taken from a 42 years old manborn in Algeria, who lived in France for many years, and worked as a fishmonger. His last trip was in Algeria during August 2019. One of his child presented with ILI prior to the onset of his symptoms. His medical history consisted in asthma, type II diabetes mellitus. He presented to the emergency ward on December 27 2019 with hemoptysis, cough, headache and fever, evolving for 4 days. Initial examination was unremarkable and the performed CT scan revealed bilateral ground glass opacity in inferior lobes (Figure 3). at admission he had a lymphopenia, an elevated C-Reactive Protein and fibrinogen while Pro Calcitonin was in normal range value. No pathogen was identified on sputum sample collected in the emergency ward. The patient was admitted to the ICU with antibiotic therapy, and evolution was favorable until discharge on December 29,2019
Bei Reuters (https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-france-idUSKBN22G20L) steht noch mehr:
“He was sick for 15 days and infected his two children, but not his wife, who works in a supermarket.
“He was amazed, he didn’t understand how he had been infected. We put the puzzle together and he had not made any trips. The only contact that he had was with his wife.”
The man’s wife worked alongside a Sushi stand, close to colleagues of Chinese origin, Cohen said. It was not clear whether those colleagues had travelled to China, and the local health authority should investigate, he said.
“We’re wondering whether she was asymptomatic,” he said.
Hier (https://time.com/5832106/france-coronavirus-case-december/) wird der Patient selbst zitiert.
Hammar told French broadcaster BFM-TV on Tuesday that he drove himself to a hospital emergency unit at 5 a.m. one morning in late December because he felt very sick, with chest pains and breathing difficulties.
“They said, ‘Perhaps you have an infection, a pulmonary infection, although it’s not certain. But what you have is very serious, very serious, because you are coughing blood. It’s not normal flu,’” he said.
Und irgendwo habe ich noch gelesen, dass der Supermarkt, in dem seine Frau arbeitet, in der Nähe vom (oder im?) Pariser Flughafen sein soll, aber dafür habe ich keine konkrete Quelle. Von dieser Familie ausgehend wurden keine weiteren Ansteckungsfälle in Frankreich registriert.
Der erste in China gefundene Fall ist ja vom 17. November 2019 (https://www.news.com.au/lifestyle/health/health-problems/very-first-coronavirus-case-traced-back-to-november/news-story/94cfd814b558f651e78ff1c5f82081a8).
WackenDoc
06.05.2020, 18:47
Aber es wurde auch nicht nachhinein irgendwie positiv auf Corona getestet? Könnte natürlich sein, aber Entlassung innerhalb von 2 Tagen. Vielleicht atypische Pneumonie anderer Genese?
Doch, ganz am Anfang (Abstract) der verlinkten Studie steht:
We report here a case of a patient hospitalized in December 2019 in our intensive care, of our hospital in the north of Paris, for hemoptysis with no etiological diagnosis and for which RT-PCR was performed retrospectively on the stored respiratory sample which confirmed the diagnosis of COVID-19 infection.
und im Text selbst ist erläutert:
We reviewed medical record of ICUs patients admitted for ILI between December 2, 2019 and January 16, 2020, with a negative RT-PCR performed at admission. Every respiratory sample collected in our hospital are frozen at -80°C in ThermoScientific -86°C freezer and stored for four years in case of a need for further analysis. Samples taken from patients with both ILI symptoms (fever higher than 38.5°C, cough, rhinitis, sore throat or myalgia) and ground glass opacity according to their medical record underwent SARS-COV-2 RT-PCR.
Die haben 14 eingefrorene Patienten-Samples, die ursprünglich negativ auf Influenza und andere Erkältungsviren getestet worden waren und bei denen die Fallgeschichte passend zu Covid-19 war, nachträglich auf Covid-19 getestet. Anscheinend heben die ihre Sputum-Proben bei Intensivpatienten extra für derartige Nachtestungen eine Weile auf. Eine der 14 Proben brachte ein positives Ergebnis, das ist der beschriebene Fall, der auch im CT die entsprechenden pulmonalen Veränderungen zeigte.
(...)
elektive chirurgische patienten werden zum vorstationären tag auf corona getestet und nur dann operiert wenn das testergebnis vorliegt. ambulante patienten müssen auch 2 tage vor op zur testung kommen. wer nicht getestet ist wird nicht operiert.
hat dazu geführt, dass gestern 2 unfallchirurgische säle komplett abgesetzt wurden, weil bei den patienten keine testergebnisse vorlagen.
Asymptomatische Patienten auf sars-cov-2 zu screenen, ist nicht sinnvoll. Auf sowas können auch nur Chirurgen kommen. Gruselig wird es, wenn die anfangen, low-dose ct als Screening Instrument zu benutzen.
FirebirdUSA
06.05.2020, 20:27
Asymptomatische Patienten auf sars-cov-2 zu screenen, ist nicht sinnvoll. Auf sowas können auch nur Chirurgen kommen. Gruselig wird es, wenn die anfangen, low-dose ct als Screening Instrument zu benutzen.
Naja, Intubation stellt einen Hochrisikoeingriff dar und ich glaube nicht FFP3 Masken gibt es genug, insofern finde ich das Screening elektiver Patienten vor Intubation als extrem sinnvoll.
Asymptomatische Patienten auf sars-cov-2 zu screenen, ist nicht sinnvoll.
Achja ? Warum ?
bei uns gurgeln alle.
alle patienten, die über die notaufnahme laufen werden getestet. sind sie symptomatisch gehts bis zum testergebnis auf die transitstation in isolation. sind sie asymptomatisch gehts auf normalstation unter einhaltung der entsprechenden abstandsregelungen und mit mns.
elektive chirurgische patienten werden zum vorstationären tag auf corona getestet und nur dann operiert wenn das testergebnis vorliegt. ambulante patienten müssen auch 2 tage vor op zur testung kommen. wer nicht getestet ist wird nicht operiert.
hat dazu geführt, dass gestern 2 unfallchirurgische säle komplett abgesetzt wurden, weil bei den patienten keine testergebnisse vorlagen.
Hier genauso.
Heute haben wir wieder eine Pneumonie diagnostiziert (bin ja jetzt auf IMC rotiert, da ist das natürlich öfter) und gleich abgestrichen, das Gurgeln ist noch nicht zu uns vorgedrungen.
tragezwerg
06.05.2020, 21:17
Bei uns werden alle Patienten, die im "Hochrisikobereich" operiert werden (= HNO etc. mit Aerosolbildung intraop) abgestrichen, völlig wurscht ob Symptome oder nicht. Wir haben dadurch schon mehrere völlig symptomfreie SARS-CoV2-Infizierte erkannt und konnten dadurch Patienten und Personal besser schützen. So unsinnig ist das also nicht.
Da es ja auch bei diesem Test falsch-positive Ergebnisse gibt, frage ich mich auch ob das Screening asymptomatischer Personen sinnvoll ist. Über pretest-Wahrscheinlichkeit, prädiktive Werte etc. kennt man ja schon genug von der ganzen CRP-Diskussion.
An unserer Uni hier wird das (fast) nicht gemacht. Niederschwelliger Test bei allen, die Symptome bieten. Keine Testung symptomfreier, selektiver Patienten. Interessanterweise neu regelmäßige Screening-Tests beim Personal der Covid-Stationen. Keine Ahnung ob das sinnvoll ist...
roxolana
07.05.2020, 07:22
Falsch-positive PCR? Das kann ich mir eigentlich nur durch Verunreinigung im Labor etc. vorstellen. Bei sachgerechter Handhabung dürfte das, anders als bei der Serologie, nicht passieren. Hast du da Zahlen zu?
Espressa
07.05.2020, 12:28
Thawk meint sicher die serologie.
Jeannychen
07.05.2020, 12:55
Bei uns gibt es seit Mitte März keine elektive Eingriffe mehr (bis auf Tumor-OPs). Alle stationäre Patienten bekommen einen Abstrich.
Falls Patient mit Symptomen/Verdacht, geht auf die Isolierstation.
Personal: haben alle einen Abstrich bekommen. Falls man direkte Kontakte während der Arbeit gehabt, dann sogar jedes Mal am Ende des Arbeitstages.
FirebirdUSA
07.05.2020, 13:07
Falsch-positive PCR? Das kann ich mir eigentlich nur durch Verunreinigung im Labor etc. vorstellen. Bei sachgerechter Handhabung dürfte das, anders als bei der Serologie, nicht passieren. Hast du da Zahlen zu?
Selbst wenn, falsch positiv würde bei elektiven Eingriffen ja nur zu einer Verschiebung führen und bei dringlichen/Notfall zur Anwendung entsprechender Schutzausrüstung.
Ich finde das in der Nutzen-Risiko Abwägung bei vermutlich über 60% klinisch asymptomatisch Ansteckenden sinnvoll
ninakatharina
07.05.2020, 13:21
Hier werden alle Patienten getestet, die stationär aufgenommen werden. Die Mitarbeiter der Coronastation en und Ambulanz werden präemptiv getestet. Derzeit keine pos. Pat. auf Normalstation ab und an mal mal einer in der Notaufnahme . Zahlen von ITS weiss ich nicht. (Uni, tiefster Osten).
Mein Mann hatte Montag einen pos. getesteten Pat. in seiner Ambulanz (PIA, pat. hatte keine Symptome und aufgrund seiner psychiatrischen Kh ohnehin soziale Kontakte gemieden, wurde präemptiv vor stationärer Aufnahme getestet). Mein Mann wurde gestern dann auch abgestrichen, finde ich etwas früh nach potentieller Exposition. Er hatte eine stoffmaske auf und der Patient ebenfalls.
roxolana
07.05.2020, 14:47
Wie sieht es bei euch eigentlich mit Hygienemaßnahmen im Kollegium aus? Mindestabstand bei Besprechungen? Masken? Wir haben zwar Anweisungen, aber es hält sich keiner dran...
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