Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Im Juli und Anfang August waren in Herne kontinuierlich alle 4 Covid-Beatmungsplätze belegt.
habichnicht
23.08.2020, 08:25
Beamtete Patienten halten sich hier noch in Grenzen, Sind die alle noch im Urlaub? SCNR
Laut DIVI-Intensivregister liegen in Bochum und Herne jeweils zwei Covid-19-Patienten auf Intensiv?
Wo siehst du diese genauen Zahlen?
FirebirdUSA
23.08.2020, 08:57
Beamtete Patienten halten sich hier noch in Grenzen, hier werden halt auch Patienten aus halb NRW hingekarrt wenn sie beatmet werden müssen.
In der ZNA sehen wir wieder fast täglich Covid-Patienten und auf der Normalstation liegen mittlerweile wieder alle Iso-Zimmer voll und andere Patienten der betreffenden Station müssen wieder auf andere Stationen ausgelagert werden.
Sind überwiegend verhältnismäßig junge Reiserückkehrer.
Müssen die stationär liegen? Im Frühjahr wurde hier eigentlich wenn irgendwie möglich alles nach Hause geschickt mit Betreuung über Covid Ambulanz
Wo siehst du diese genauen Zahlen?
Hier:
https://www.divi.de/joomlatools-files/docman-files/divi-intensivregister-tagesreports-csv/DIVI-Intensivregister_2020-08-23_12-15.csv
(mein Freund ist Informatiker :-) )
Alternativ bereitet es Zeit Online auch grafisch auf.
Müssen die stationär liegen? Im Frühjahr wurde hier eigentlich wenn irgendwie möglich alles nach Hause geschickt mit Betreuung über Covid Ambulanz
Ja, das sind vor allem die Patienten mit Sauerstoffbedarf (+/- Dyspnoe), sehr hohem Fieber und gruseligen CT-Befunden. So einmal die Woche wandert auch nochmal einer von den Normaltstationspatienten weiter auf die ITS.
Stabile Patienten ohne Sauerstoffbedarf werden hier wieder nach Hause geschickt.
Machen sich bei euch die insgesamt steigenden Infektionszahlen bemerkbar?
Frage mich sowieso wie es weitergehen wird, wann wieder Elektivfälle gestrichen werden und viele Betten freigehalten werden müssen. Aktuell ist man ja politisch zumindest noch in einem sehr "liberalen" Modus unterwegs...die Frage ist nur wie lange noch...und wie sich das bald wieder kühlere Wetter tatsächlich auswirken wird.
Thomas24
23.08.2020, 20:50
Machen sich bei euch die insgesamt steigenden Infektionszahlen bemerkbar?
Frage mich sowieso wie es weitergehen wird, wann wieder Elektivfälle gestrichen werden und viele Betten freigehalten werden müssen. Aktuell ist man ja politisch zumindest noch in einem sehr "liberalen" Modus unterwegs...die Frage ist nur wie lange noch...und wie sich das bald wieder kühlere Wetter tatsächlich auswirken wird.
Meine Annahme wäre ja, das wir das so ohne einen zweiten Lockdown hinnehmen müssen.
Bei annualisiert -11% GDP in Deutschland und ca. -9,5 % in den USA wäre ein zweiter Lockdown auch kaum verkraftbar. Vielleicht gibt es dann noch regional beschränkte Lockdowns.
Nicht alle der über 10 Mio Kurzarbeiter werden ihren Job zurückbekommen.
https://www.arbeitsagentur.de/presse/2020-34-der-arbeitsmarkt-im-juni-2020
Ein zweiter nationaler Lockdown über mehrere Wochen wäre dann: Game over.
Ein zweiter nationaler Lockdown über mehrere Wochen wäre dann: Game over.
Der Börse ging es nie besser!!!! Apple hat endlich die 2T geknackt. Bullmarket forever! Zur Not Drucken FED und EZB eben noch 100 Billionen hinterher.
Thomas24
23.08.2020, 21:12
Der Börse ging es nie besser!!!! Apple hat endlich die 2T geknackt. Bullmarket forever! Zur Not Drucken FED und EZB eben noch 100 Billionen hinterher.
Und was hat das mit der Realwirtschaft zu tun? Der SP 500 ist derzeit nur noch ein SP 5. Und warum die Zentralbanken der Welt global koordiniert versuchen, eine Asset Deflation -whatever it takes- zu verhindern, wurde ja schon mehrfach im Geldanlage Thread erläutert (unter anderem: weil niemand Lust hat auf wütende Volksaufstände mit Fackeln und Mistgabeln, weil die Pensionskassen, Lebensversicherungen, Banken usw. die Grätsche machen). Oder glaubst du die versenkbaren Panzersperren vor der EZB in Frankfurt wurden aus gestaltungstechnischen Gründen dahingebaut? ;-)
Daher meine Annahme: 2 großflächiger Lockdown ist vom Tisch, allenfalls regionale Lockdowns. Ansonsten würde nur noch ein Universal Basic Income und MMT die Lage stabilisieren können- für ein paar Quartale zumindest.
Irgendwie hat man schon seit langem den intuitiven Eindruck, dass das System eigentlich gegen die Wand fahren müsste - Eigenkapitalquote von nicht mehr messbar bei den Geschäfts-und Privatbanken, horrende Verschuldungen in Zahlenbereichen die nicht vorstellbar, nicht durch Realwerte deckbar und somit total fiktiv erscheinen - und dennoch ging es immer irgendwie weiter, egal was passiert ist. Ob ein zweiter Lockdown wirklich zu einer Katastrophe führen würde halte ich zumindest für fraglich - vor allem da sehr viele Branchen trotzdem weiter funktionieren könnten; hängt natürlich auch davon ab wie man "Lockdown" definiert - in so krasser Form wie in anderen Ländern hatten wir das ja nie. Würden die Infektionszahlen auf einmal explodieren und viele Arbeitnehmer außer Gefecht gesetzt werden dann könnte das auch zu einer Krise führen, ganz zu schweigen von einer dann unter Umständen ausbrechenden Massenpanik.
Fiktiv kann man mehrere Szenarien versuchen zu antizipieren, aber wie etwas tatsächlich ausgeht kann man bei einem so komplexen System wie Virus in Relation zu Gesellschaft und Wirtschaft denke ich nie mit Sicherheit sagen. Durch die Vielzahl an Schnittstellen, wechselseitigen Abhängigkeiten und die damit verbundene nichtlineare Systemdynamik halte ich das für unmöglich.
Je mehr sich Menschen austauschen dürfen desto größer ist auch das Risiko eines formierten Aufstands - das sollte man auch mit einkalkulieren. Wenn man jeden zuhause in seiner "Filterblase" einsperrt und mit den richtigen News füttert kann man eine Stabilität sicher auch unter härteren wirtschaftlichen Umständen erzwingen - bzw. halte ich das zumindest grundsätzlich für möglich.
Aber ja, es ist interessant zu lesen wie andere das einschätzen. Es bleibt spannend.
Noch eine Frage: Wenn alle verfügbaren Beatmungsplätze für COVID Patienten in manchen Regionen ständig vollbelegt sind - was passiert denn dann eigentlich jeweils mit den Fällen die keinen Platz mehr kriegen? Dass hier "Angebot" und "Nachfrage" einen Deckungsgrad von exakt 100% über einen prolongierten Zeitraum aufweisen halte ich jedenfalls für sehr unwahrscheinlich...wie wird das in eurer Klinik bzw. Region gehandhabt?
(Hier sind die Fallzahlen und auch Zahlen an Neuinfektionen sehr weit unter dem Durchschnitt, weshalb sich auch noch keine diesbezüglichen Probleme ergeben haben, und Verlegungen gab es auch schon seit einiger Zeit nicht mehr; man kann/wird vermutlich auch nicht beliebig weit wegverlegen...)
Cor_magna
24.08.2020, 03:06
Daher meine Annahme: 2 großflächiger Lockdown ist vom Tisch, allenfalls regionale Lockdowns. Ansonsten würde nur noch ein Universal Basic Income und MMT die Lage stabilisieren können- für ein paar Quartale zumindest.
Liegt die Entscheidung für Lockdowns nicht bei den Ländern? Hier schätze ich z.b das Risiko eines harten Lockdowns in Bayern unter Söder (der sich ja mittlerweile einen Namen als Anhänger strikter Aktionen gemacht hat) als deutlich höher ein, als beispielsweise in Mecklenburg Vorpommern. Schon alleine in Anbetracht deutlich divergierender Fallzahlen.
Cor_magna
24.08.2020, 03:06
Und was hat das mit der Realwirtschaft zu tun? Der SP 500 ist derzeit nur noch ein SP 5. Und warum die Zentralbanken der Welt global koordiniert versuchen, eine Asset Deflation -whatever it takes- zu verhindern, wurde ja schon mehrfach im Geldanlage Thread erläutert (unter anderem: weil niemand Lust hat auf wütende Volksaufstände mit Fackeln und Mistgabeln, weil die Pensionskassen, Lebensversicherungen, Banken usw. die Grätsche machen). Oder glaubst du die versenkbaren Panzersperren vor der EZB in Frankfurt wurden aus gestaltungstechnischen Gründen dahingebaut? ;-)
Daher meine Annahme: 2 großflächiger Lockdown ist vom Tisch, allenfalls regionale Lockdowns. Ansonsten würde nur noch ein Universal Basic Income und MMT die Lage stabilisieren können- für ein paar Quartale zumindest.
Liegt die Entscheidung für Lockdowns nicht bei den Ländern? Hier schätze ich z.b das Risiko eines harten Lockdowns in Bayern unter Söder (der sich ja mittlerweile einen Namen als Anhänger strikter Aktionen gemacht hat) als deutlich höher ein, als beispielsweise in Mecklenburg Vorpommern. Schon alleine in Anbetracht deutlich divergierender Fallzahlen.
Cor_magna
24.08.2020, 03:07
Doppelpost
FirebirdUSA
24.08.2020, 06:57
Noch eine Frage: Wenn alle verfügbaren Beatmungsplätze für COVID Patienten in manchen Regionen ständig vollbelegt sind - was passiert denn dann eigentlich jeweils mit den Fällen die keinen Platz mehr kriegen? Dass hier "Angebot" und "Nachfrage" einen Deckungsgrad von exakt 100% über einen prolongierten Zeitraum aufweisen halte ich jedenfalls für sehr unwahrscheinlich...wie wird das in eurer Klinik bzw. Region gehandhabt?
(Hier sind die Fallzahlen und auch Zahlen an Neuinfektionen sehr weit unter dem Durchschnitt, weshalb sich auch noch keine diesbezüglichen Probleme ergeben haben, und Verlegungen gab es auch schon seit einiger Zeit nicht mehr; man kann/wird vermutlich auch nicht beliebig weit wegverlegen...)
Sie werden ausgeflogen: Nachrichten | heute journal: Kliniken am Rande der Kapazität - ZDFheute https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/kliniken-am-rande-der-kapazitaet-100.html
Davon sind wir aktuell aber weit weg und ich sehe es auch im Moment nicht so weit kommend
Aktuell schaut es tatsächlich so aus, daß die Verläufe im Durchschnitt weniger schwer sind bei trotz allem steigenden Fallzahlen. Aber ist das jetzt schon die Abschwächung von SARS-CoV-19 zum harmlosen Erkältungsvirus hin? Das Risiko würde ich noch nicht eingehen wollen.
Genaugenommen ist der Anteil der positiv Getesteten an der Gesamtzahl der Getesteten ansteigend, was ja das Argument widerlegt, daß die höheren Zahlen nur durch das vermehrte Testen kommen.
Und die Frage nach der Abwägung zwischen Wirtschaft und Gesundheit wird hier ganz gut erörtert, nämlich daß sie sich gar nicht in dem Sinne stellt:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/corona-wirtschaft-lockdown-1.5006067
roxolana
24.08.2020, 12:51
Wir haben im Moment noch das "Glück", dass vor allem Jüngere betroffen sind. In Berlin ist z.B. die Inzidenz in der Altersgruppe 10-25 am höchsten. Da sind die Hospitalisierungs- und Mortalitätsraten natürlich sehr niedrig. Wobei man in Berlin jetzt schon langsam einen Anstieg der Hospitalisationen sieht, aber weiterhin auf niedrigem Niveau.
Ich denke auch, dass uns aktuell die Altersverteilung hilft.
Dass SARS-CoV-2 sich gerade tatsächlich in Richtung "harmloser" entwickelt, wage ich noch nicht zu glauben.
pineapple
24.08.2020, 19:34
Erkältungsvirus passt eh nicht, eher Multiorgan betreffend. Unsere COVID haben neurologische und GI- Probleme... ich geb zu, es sind „nur“ 2 Patienten, aber gerade die untypischen Verläufe erschrecken mich
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.