Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
ich habe meine KV-Dienste auf Ende März gelegt bzw Anfang April, damit ich die ganzen Schnupfenpatienten nicht sehen muss - jetzt habe ich Corona an der backe. :-wand
Ich hab Samstag Dienst in der Notfallpraxis... ich glaube, ich will da nicht hin...
Menschen in Quarantäne bekommen nur eine AU wenn sie auch krank sind. Bei prophylaktischer Absonderung (Kontaktpersonen Risikoklasse I oder II) bekommt man eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt.
So ist auch mein Kenntnisstand. Deswegen hatte ich es ja so formuliert. Grundgehalt wird man dann auch (als Angestellter) weitergezahlt bekommen, ich bezweifle allerdings, daß man z.B. Musicaltickets oder das Abo fürs Fitnesstudio beim Gesundheitsamt zur Erstattung einreichen kann. Ebenso ist es fraglich, ob eine Reiserücktrittsversicherung eintritt, wenn gar keine Krankheit vorliegt. Selbstständige haben keine Entschädigung zu erwarten, deswegen will das auch kaum jemand machen.
In RLP versucht die KV auch mobile Ärzteteams aufzustellen, damit alle Fiebernden die sich bei der 116117 melden evtl abgestrichen werden. Stundenlohn 100€, es wird zumindest ein Dienstwagen gestellt, vl auch mit Fahrer.
Wichtig wäre es zu wissen, ob hier auch adäquate Schutzkleidung gestellt wird und ob die KV auch das finanzielle Ausfall/Mortalitätsrisiko übernimmt und die Angehörigen separat absichert(vermutlich eher nicht).
Aber vielleicht gibt es ja Orden, wie im Sozialismus üblich.
vanilleeis
04.03.2020, 09:39
Tarumo: auch Selbstständige bekommen bei Quarantäne nach IfSG Verdienstausfall, da bist du nicht richtig informiert
In mind 2 der größeren Firmen hier in der Gegend werden alle Mitarbeiter, die sich in den letzten 2 Wochen in Risikogebieten aufgehalten haben, sofort wieder nach Hause geschickt und zum homeoffice bzw. Unbezahlter Freistellung verdonnert wenn kein homeoffice möglich ist. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass sie dann alle brav zuhause bleiben wenn sie sich gesund fühlen.
pineapple
04.03.2020, 10:02
Könnten vermeintlich Kranke nicht einfach aus Höflichkeit einen Mundschutz anziehen, um weniger Erreger zu verbreiten, wenn sie schon nicht auf direktem Wege die Corona Ambulanz aufsuchen wollen ?
Feuerblick
04.03.2020, 10:05
Woher nehmen, ohne zu stehlen? :-))
Tarumo: auch Selbstständige bekommen bei Quarantäne nach IfSG Verdienstausfall, da bist du nicht richtig informiert
Präzise formuliert, gibt es eine noch zu berechnende und nicht näher bezifferte "Entschädigung". Von einer vollständigen Erstattung des Umsatzes (aus dem z.B. die Miete, Mitarbeiterlöhne etc. bestritten werden) steht nichts im Gesetz. Wer schon mal die staatlichen "Entschädigungen" für z.B. eine Tätigkeit am Gericht als Sachverständiger oder Schöffe gesehen hat, der weiß, daß das ganze ein Defizitgeschäft ist. Die KVen verweisen schon auf eine Ausfallsversicherung, die in Anspruch zu nehmen wäre. Hat aber auch nicht jeder. Betriebsausgaben werden nach § 56 IfSG nur übernommen, wenn sie nicht anderweitig gedeckt sind und auch nur in "angemessenem" Umfang.
Da ja mittlerweile doch einige Praxen betroffen sind, werden wir dieses in ein paar Monaten erfahren. Interessant wäre auch, wie mit Mitarbeiter zu verfahren ist, die mangels zeitlich/örtlicher Betroffenheit nicht in Quarantäne müssen, andererseits ihren Arbeitsplatz nicht mehr aufsuchen dürfen. Sollen die alle unbezahlt freigestellt werden wie in der Industrie?
Könnten vermeintlich Kranke nicht einfach aus Höflichkeit einen Mundschutz anziehen, um weniger Erreger zu verbreiten, wenn sie schon nicht auf direktem Wege die Corona Ambulanz aufsuchen wollen ?
Was das angeht: https://twitter.com/michaelkegler/status/1234402853810249732
Hier beschreibt einer seine Odysee nach bestätigtem Kontakt einen Anprechpartner für das weitere Vorgehen zu finden ^^
Also anscheinend ist in unserem Landkreis Corona angekommen. Kleinstadt. Eingeschleppt nach mit dem Ende der Faschingsferien. Ausserdem gibt es neue Infos:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/110759/COVID-19-Patienten-in-China-juenger-als-bisher-angenommen
Ich bin immer noch am Überlegen, wie man die Risikogruppe Patienten > 60,70 oder 80 Jahre beschützen kann. Ausser Mundmaske...Hygienemassnahmen usw.
Fange für mich selbst völlig wissenschaftlich UNbestätigte Knobitherapie an. Dann gehen die Leute automatisch auf 1-2 meter Abstand. :-)
Die FFP3 Masken wollte ich nicht für mich, sondern für betagte Risikogruppe reservieren.
Sogar der Preis der Beatmungsgeräte hat sich verdreifacht, na ganz toll.
Feuerblick
04.03.2020, 16:45
Ich finde ja, dass dieses Thema für deine Art von Spam wirklich zu wichtig ist. Da du nicht ärztlich tätig bist, wie du selbst angegeben hast, ist es schlichtweg nicht mal im Ansatz dein Job, irgendwen vor irgendwas zu "schützen" oder irgendwelche Masken/Wasauchimmer zu verteilen.
Außerdem wolltest du dich doch aus dem Thread und dem Forum verabschieden, oder?
Herr Laumann hat sich gerade sowas von disqualifiziert. Auf die Knappheit von Schutzausrüstung angesprochen:
Kritik gab es von Laumann an Arbeitgebern im Gesundheitswesen: Er warf ihnen im Zuge der Coronavirus-Ausbreitung mangelnde Vorbereitung beim Arbeitsschutz vor. „Es kann nicht sein, dass die Arbeitgeber im Gesundheitswesen im Arbeitsschutz so schlecht vorbereitet sind wie sie jetzt vorbereitet waren“, sagte der Minister. Arbeitsschutz sei Sache der Arbeitgeber.
So, jetzt sind also Ärzte und Kliniken selbst Schuld, wenn sie für den massiv erhöhten Materialbedarf bei Epidemien, den die offiziellen Stellen aufgrund der Anordnungen erst verursacht haben, nicht selber Reserven vorhalten.
Einmal ein Gesundheitspolitiker mit Kompetenz bitte! Wenigstens einmal möchte ich sowas erleben... :-??? :-kotz
Bei der Nachrichtenmeldung hab ich auch kurz gedacht, ich hab mich verhört oder bin zu doof es zu verstehen.
Feuerblick
04.03.2020, 19:29
Da greift man sich bisschen an den Kopf.
Ich finde dieses Konzept von der Idee her übrigens ganz pfiffig: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/coronavirus-drive-in-in-gross-gerau-eroeffnet-abstrich-im-auto-16663134.html
In ländlichen Gegenden, wo zwangsläufig die meisten Menschen (mangels ausreichender Öffi-Anbindung) ein Auto haben, kann man so zumindest verhindern, dass Leute, die nur zum Test kommen andere anstecken.
Moorhühnchen
04.03.2020, 19:42
Herr Laumann hat sich gerade sowas von disqualifiziert. Auf die Knappheit von Schutzausrüstung angesprochen:
So, jetzt sind also Ärzte und Kliniken selbst Schuld, wenn sie für den massiv erhöhten Materialbedarf bei Epidemien, den die offiziellen Stellen aufgrund der Anordnungen erst verursacht haben, nicht selber Reserven vorhalten.
Einmal ein Gesundheitspolitiker mit Kompetenz bitte! Wenigstens einmal möchte ich sowas erleben... :-??? :-kotz
Arbeitsschutz im Gesundheitswesen?!??! Hä?
Mukopolysaccharid
04.03.2020, 19:48
Ich hätte gerne mal Schutz vor unfähigen Politikern
WackenDoc
04.03.2020, 19:55
Eigentlich könnten Patienten auch selber das Stäbchen durch die Nase pulen und in das zugehörige Röhrchen tun. Noch weniger Kontakt für das Fachpersonal.
Bei uns auf der Arbeit ist es relativ entspannt. Wir haben jetzt Infozettel aufgehangen dass wir nicht mehr Hände schütteln und ne Desiflasche an der Anmeldung. Wir selber waschen uns jetzt konsequenter die Flossen. Erkältet ist eh die Hälfte der Patienten.
Personalversammlung ist abgesagt.
Es tun sich aber andere Probleme auf: Hab ne Schwangere im 7. Monat beraten. Ähhhm in 2 Monaten werden wir wohl voll in der Coronawelle sein- könnte etwas schwierig mit der Krankenhausversorgung werden. Das ist eine Personengruppe, die vielleicht rechtzeitig ne Packung Windeln, Feuchttücher und Desi organisieren sollte.
Feuerblick
04.03.2020, 19:56
Könnten sie sicher... Aber irgendwer muss die Dinger ja an den Patienten aushändigen und wieder mitnehmen.
Rettungshase
04.03.2020, 20:13
(...)Die FFP3 Masken wollte ich nicht für mich, sondern für betagte Risikogruppe reservieren.
Und du bist überzeugt davon, dass die die korrekte Anwendung dieser Masken hinbekommen?
Eigentlich könnten Patienten auch selber das Stäbchen durch die Nase pulen und in das zugehörige Röhrchen tun. Noch weniger Kontakt für das Fachpersonal.
Genau das empfiehlt jetzt die KVWL:
Szenario 1: Ein Patient beschreibt im Telefonat mit der Praxis Symptome, die den Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus begründen.
Empfohlene Vorgehensweise:
Patienten auffordern, unbedingt zu Hause zu bleiben (Isolierung im häuslichen Umfeld)!
Im persönlichen Telefonat mit dem Patienten wird die Notwendigkeit eines Abstrichs eingeschätzt.
Falls Abstrich angezeigt: Wir empfehlen, dass der Patient den Abstrich zu Hause selbst durchführt. Dazu soll er bzw. ein Angehöriger umgehend ein Teströhrchen an der Praxis abholen, das ohne direkten Kontakt übergeben wird. Abhängig von den räumlichen und baulichen Gegebenheiten bietet sich dazu beispielsweise eine deutlich beschriftete Box an, die außen vor der Praxis deponiert wird. Unter „Tipps zur Information Ihrer Patienten“ finden Sie eine Anleitung für die Patienten zur richtigen Probengewinnung.
Anschließend wird das Teströhrchen umgehend zur Praxis zurückgebracht. Die Übergabe erfolgt wiederum kontaktlos! Zur Überbrückung einer eventuell eintretenden Wartezeit bis zum Transport in ein Labor, können die Proben bis zu zwölf Stunden gekühlt in der Praxis verbleiben.
Der Patient verbleibt bis zum Vorliegen des Testergebnisses in der häuslichen Isolation.
Um die Infektionsketten möglichst schnell zu unterbrechen, ist es ausnahmsweise möglich, dem COVID-19-Verdachtspatienten ohne unmittelbare körperliche Untersuchung eine Arbeitsunfähigkeit (AU) bis zu maximal drei Tagen auszustellen!
Bei positivem Testergebnis folgt der weitere Ablauf dem angehängten Flussschema des Robert-Koch-Institutes
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