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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread



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vanilleeis
04.11.2020, 10:32
Gibt es denn mittlerweile mal irgendwelche Daten, wie und wo sich die meisten Ansteckungen ereignen?

Ein Kollege aus Tschechien meinte letzte Woche, dort gäbe es eine Untersuchung wonach sich 40% am Arbeitsplatz, 30% in der Familie und der Rest irgendwo anstecken. Wie valide das ist weiß ich natürlich nicht.

Gibt es wöchentlich Dienstags im RKI Bericht https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Nov_2020/2020-11-03-de.pdf?__blob=publicationFile

roxolana
04.11.2020, 12:41
Das Problem ist, dass ein großer Teil der Infektionen überhaupt nicht zuzuordnen ist. Im Sommer waren es in Berlin ca. 30-50%, mittlerweile über 90% unklare Ansteckungswege. Dass sich ein Großteil derer, wo der Ansteckungsweg bekannt ist, im Haushalt ansteckt, ist ja auch klar. Das ist viel einfacher nachzuverfolgen als z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Feuerblick
04.11.2020, 12:55
Und das mit dem Zuordnen wird nicht besser, wenn die Infektionszahlen steigen und man die Kontakte nicht mehr nachverfolgen kann. Was gezielte Maßnahmen einfach mal ausschließt.

Evil
04.11.2020, 12:58
Da hat endlich mal jemand mitgedacht, denn das ist nicht nur effizienter als die Schließung von Fitnessstudios oder Maskenpflichten auf Feldern, sondern es sorgt auch noch für ein Fortbestehen unseres gesellschaftlichen Systems. Daran sollten sich Merkel, Spahn & Co. mal ein Beispiel nehmen anstatt wertvolle Steuergelder dafür zu verschwenden, unsere gesamte Nation runterzuwirtschaften und dafür eine möglichst hohe Rechtssicherheit zu schaffen.
Das ist theoretisch. Ob das dann auch in der Praxis funktioniert, steht auf einem anderen Blatt.
Theoretische Erwägungen allein sind meines Erachtens keine ausreichende Grundlage für eine derart überhebliche Kritik, wie Du sie führst.

WackenDoc
04.11.2020, 16:45
"Am Arbeitsplatz" ist ja die FRage, ob das genauer differenziert ist- Sind das x-100 Leute die bei Tönnies unter üblen Bedingungen und wenig Schutz eng zusammenarbeiten? Oder Lehrer? Med. Personal? Verkäufer?
Ich hab Gruppen von Arbeitnehmern, da ist die Arbeit als solche nicht das Problem- ARbeit an der frischen Luft in kleinen Kolonnen, teils alleine oder zu zweit. Da sind die Pausen der Knackpunkt.

Privat- sind das eher die großen hochzeitsfeiern, oder doch mal hier mit 10, da mit 15 zum Geburtstag?

WackenDoc
05.11.2020, 18:42
Werden bei euch symptomatische Covid-Patienten "frei" getestet? Oder einfach irgendwann aus der Quarantäne entlassen?

Evil
05.11.2020, 19:30
Unser Gesundheitsamt streicht nach 1 Woche Symptomfreiheit nochmal ab, und wenn die PCR dann negativ ist, wird die Quarantäne beendet.

vanilleeis
05.11.2020, 19:35
Werden bei euch symptomatische Covid-Patienten "frei" getestet? Oder einfach irgendwann aus der Quarantäne entlassen?

Hier nicht. Laut RKI auch nicht sinnvoll, da eine positive PCR nicht mit infektiösität gleichzusetzen ist. Zudem fehlen die Kapazitäten

Muriel
05.11.2020, 19:49
Hier werden Sie aus der Quarantäne entlassen, Voraussetzung ist allerdings mindestens 48h Symptomfreiheit. So wurde meinem Kollegen die Quarantäne verlängert, weil er an Tag 12 nach Symptombeginn immer noch fiebert. Ich hoffe, er fängt sich bald. Trotz milden Verlaufs geht es ihm einfach nicht gut.

Kackbratze
05.11.2020, 20:04
Die nationale Teststrategie ist wieder modifiziert worden. Wie ist da jetzt das Vorgehen?

GelbeKlamotten
06.11.2020, 09:54
Hier nicht. Laut RKI auch nicht sinnvoll, da eine positive PCR nicht mit infektiösität gleichzusetzen ist. Zudem fehlen die Kapazitäten

Gleichzusetzen sicher nicht aber bei positiver PCR dürfte die Chance schon deutlich erhöht sein, dass die Person noch ansteckend ist.

Bei Trump hat man es ja anscheinend andersrum gemacht, was sicher deutlich kritischer zu sehen ist: nach wenigen Tagen war er offiziell nicht mehr ansteckend, wahrscheinlich aufgrund einer negativen PCR. Was da dann doch noch beim Sprechen oder gar Husten aus der Tiefe an Viren hoch kam weiß wohl keiner so genau.

WackenDoc
06.11.2020, 14:54
Patientin war die komplette Quarantänezeit positiv. Irgendwie ist aber die Quarantäne und bei Symptomfreiheit dann auch die AU aufgehoben worden. Die Symptomfreiheit hat aber nicht wirklich angehalten und jetzt sind thorakale Beschwerden dazu gekommen.

Wir sind jetzt auf Sicherheit gegangen und vergeben einen neuen Termin- ist in der Arbeitsmedizin zum Glück nicht so das Problem.

pineapple
06.11.2020, 19:20
den Impfstoff kann man sich wahrscheinlich eh sparen, wenn das Virus auf Tiere überspringt, mutiert und dann vom Tier auf den Menschen rückübertragen wird. wer weiß wer mittlerweile alles schon das neue nerzvirus hat

Colourful
06.11.2020, 19:58
den Impfstoff kann man sich wahrscheinlich eh sparen, wenn das Virus auf Tiere überspringt, mutiert und dann vom Tier auf den Menschen rückübertragen wird. wer weiß wer mittlerweile alles schon das neue nerzvirus hat

Das sehe ich mit dem Impfstoff ähnlich kritisch, wenn das Virus tatsächlich so schnell mutiert.

vanilleeis
06.11.2020, 20:04
Den Impfstoff halte ich solange für kritisch, bis reelle Daten zur Immunreaktion bei Geimpften vorliegen. Das Problem der hyperinflammation wird nämlich nicht gelöst, wenn nicht eventuell sogar angetriggert

Colourful
06.11.2020, 20:08
Okay, das kommt noch dazu.

Mometasonfuroat
06.11.2020, 20:33
Zwei Freundschaften (darunter ein Kollege) hat es nun auch erwischt, beide mit Symptome und einem geht es ganz besonders schlecht obwohl erst Anfang 30 ohne Vorerkrankungen. Das besonders bittere ist, dass er eigentlich im Home Office arbeiten könnte, sein Chef allerdings alle Mitarbeiter mindestens einmal die Woche ins Büro gezwungen hat. Jetzt muss die ganze Belegschaft in Quarantäne. Habe für sowas Nullverständnis.

Evil
07.11.2020, 05:29
Den Impfstoff halte ich solange für kritisch, bis reelle Daten zur Immunreaktion bei Geimpften vorliegen. Das Problem der hyperinflammation wird nämlich nicht gelöst, wenn nicht eventuell sogar angetriggert
Ist das so? Hyperinflammation wird beispielsweise bei Dengue verursacht durch die AK getriggerte Aufnahme der Viren, bzw virusbefallenen Zellen in Monozyten, die für das Dengue-Virus ebenfalls ein Target darstellen. Und das verstärkt letztendlich die Virusreplikation.
Monozyten sind aber genau wie alle anderen Immunzellen meines Wissens kein Target für SARS-CoV-19, von daher sehe ich das Risiko der Hyperinflammation nicht.
Und zu dem tatsächlichen Ausmaß der Mutationsfolgen in Nerzpopulationen fehlen valide Daten, da kann man noch nichts sagen.

Übertriebenen Pessimismus in Bezug auf die Impfung halte ich derzeit für unangebracht.

roxolana
07.11.2020, 06:48
Es gab mal ein Paper, das hat untersucht, wie die Antikörper der Covid-19-Genesenen auf molekularer Ebene tatsächlich wirken. Und da kam raus, dass bei einem Teil (ich glaube, 10-30%) der Genesenen die Antikörper die Bindung des Virus an den ACE2-Rezeptor sogar verstärken. Das würde die Fälle erklären, wo die zweite Infektion schwerer verlief. Dass eine Impfung einen schwereren Verlauf der Krankheit verursacht, wäre auch nicht das erste Mal, siehe z.B. RSV-Impfung oder FIP (auch ein Coronavirus) bei Katzen. Daher muss der Impfstoff wirklich gründlich geprüft werden und darf nicht vorzeitig auf den Markt gespült werden. Die langfristigen Folgen für die Impfbereitschaft der Bevölkerung wären sonst gravierend.

FirebirdUSA
07.11.2020, 07:15
Ist das so? Hyperinflammation wird beispielsweise bei Dengue verursacht durch die AK getriggerte Aufnahme der Viren, bzw virusbefallenen Zellen in Monozyten, die für das Dengue-Virus ebenfalls ein Target darstellen. Und das verstärkt letztendlich die Virusreplikation.
Monozyten sind aber genau wie alle anderen Immunzellen meines Wissens kein Target für SARS-CoV-19, von daher sehe ich das Risiko der Hyperinflammation nicht.
Und zu dem tatsächlichen Ausmaß der Mutationsfolgen in Nerzpopulationen fehlen valide Daten, da kann man noch nichts sagen.

Übertriebenen Pessimismus in Bezug auf die Impfung halte ich derzeit für unangebracht.

Naja, die normale Impfstoffentwicklung dauert doch in der Regel ein paar Jahre länger und bei SARS war meinem Kenntnisstand nach die Hyperimmunität doch tatsächlich das Problem bei der Impfstoffentwicklung. Insofern finde ich die Sorge nicht unberechtigt und teile sie schon seit längerem.