PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 [210] 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399

tarumo
16.11.2020, 17:41
Naja, was soll er auch anderes sagen? Dass die Krankenhäuser bei zu vielen infizieren Ärzten und Pflegekräften geschlossen werden und die Leute direkt auf den Friedhof fahren sollen, wenn die Pandemie wirklich ein derartiges Stadium erreicht?

Was Jens Spahn stattdessen sagen könnte:
"Ich freue mich, daß die ersten zwanzigtausend Kräfte meiner Pflegeoffensive aus 2018 jetzt die Situation etwas entspannen"
" Zum Glück gelang wie 2019 von mir vorgeschlagen die Rückwerbung von mehreren Tausend ausgewanderten ÄrztInnen aus dem Ausland, so daß wir infiziertes Personal nicht arbeiten lassen müssen"
"Ich habe gleich nach der ersten Welle angeordnet, daß sich von den derzeit 178.000 überwiegend im home-office befindlichen GKV-Verwaltungskräften 50.000 mindestens tatsächlich "solidarisch und gerecht" im Sinne der Gemeinschaft als Pflegehilfskräfte eingesetzt werden, was dann wiederum die Freistellung von examinierten Kräften für ITS-Schnellkurse erlaubte"
"Ich freue mich, benötigte Mittel für eine Anwerbung und übertarifliche Bezahlung von Wiedereinsteigern bereitstellen zu können und habe deswegen Unfug wie eine Abnehm-App, die im Quartal fast 500 EUR zulasten der GKV-Versichertengemeinschaft kosten soll, sofort beendet- auch wenn das meinen buddies aus der IT nicht gefallen wird"
"Ich erkenne an, daß die ÄrztInnen gute Arbeit machen und werde deswegen Pläne für einen eHBA, der die Arbeit am Patienten weiter erschweren wird, und mit den 35fachen Kosten bei identischen Fähigkeiten zum Personalausweis zu Buche schlägt, sofort stoppen, um nicht noch mehr Bürokratie zu verursachen."
"Ich begrüße den Rücktritt des jetzigen Innenministers, der in den 90er Jahren maßgeblich das Kaputtsparen des deutschen Gesundheitswesens initiiert hat und maßgeblich dafür verantwortlich ist, daß so ziemlich alles im Gesundheitssektor schon vor Corona mit dem Suffix ´...-mangel´ versehen wurde- und das in einem der angeblich reichsten Industrieländer. Aber im Kabinett Merkel werden Sesselkleber bekanntlich nicht geduldet. Und meiner Mitverantwortung stelle ich mich im Rahmen des von der FDP beantragten Untersuchungsausschuss über meine Aktionen im Frühjahr selbstverständlich auch."
"Ich sage mal gar nichts, sondern verlasse mich stillschweigend auf den ärztlichen Berufsethos. Öffentliche Aufrufe zu Heldentaten durch Regierungsmitglieder sind in den letzten 100 Jahren jedenfalls meistens schiefgegangen"

Evidence based
16.11.2020, 17:47
Was aber nichts daran ändert, daß Du bei Deiner Prognose beträchtlich daneben gelegen hast und die Situation (noch) nicht wirklich besser geworden ist. Wirklich sinken tun die Infektionszahlen immer noch nicht, die Positivrate steigt und die Zahl der intensivpflichtigen COVID-Patienten leider auch.

Natürlich passiert gar nichts. Die Leute sind verständlicherweise völlig desensibilisiert. 8 Monate Horrorgeschichten und leere Versprechen. Jetzt sollen sie privat Zuhause bleiben, aber jeden morgen in überfüllten Zugabteilen zur Arbeit fahren. Da verzichtet doch keiner mehr auf sein Feierabendbier mit 3-5 Freunden.

Thomas24
16.11.2020, 17:47
Ach, Tarumo. Bei dir klingt das immer gleich so, als ob du an das Prinzip der Bestenauslese in der Spitzenpolitik glauben würdest... Einfach mal deine Erwartungshaltung an die Realität des zur Verfügung stehenden Personals anpassen. Schon wirst du nicht mehr negativ überrascht :D Hack doch nicht immer auf den Bankkaufmann ein..

GelbeKlamotten
16.11.2020, 18:05
Ich denke ich hätte Karriere in der Politik machen sollen. Herr Lindner und ich wären ein tolles Team und die FDP dann wahrscheinlich locker bundesweit bei 25%. Ob ich da jetzt noch eine Chance als Quereinsteigerin habe?

tarumo
16.11.2020, 18:09
Ach, Tarumo. Bei dir klingt das immer gleich so, als ob du an das Prinzip der Bestenauslese in der Spitzenpolitik glauben würdest...

Nö, die glauben das aber selbst- sogar schöde Bundestagsabgeordnete haben sich als Vergütungsmaßstab vor ein paar Jahren die Qualifikation eines Verfassungsrichters zugrunde gelegt. Ziemlich arrogant meiner Meinung nach, die wenigsten Politiker dürften eine solche Qualifikation mitbringen.
Davon abgesehen habe ich lediglich ein paar Jubelmeldungen von Jens Spahn aus 2018 und 2019 hervorgekramt- und ein paar Dinge, die er im Corona"Windschatten" durchgesetzt hat, zusammen mit seinem mastermind KL.
Aber vielleicht sollte ich meinen Namen auf "Eulenspiegel" ändern?

tarumo
16.11.2020, 18:22
Ob ich da jetzt noch eine Chance als Quereinsteigerin habe?

Sicher, unter der nach Umfragen nächsten "Volksfront"- Bundesregierung "G-R-R" aber nicht in der FDP- und mit abgeschlossenem naturwissenschaftlichem Studium dann schon als mißtrauisch beäugte Ausnahme zwischen Hardcoreökos, "Alternativen", "Koboldsuchern" und Salonsozialisten mit 36 Semester Politologiestudium.
Ich glaube daher auch nicht an eine staatliche Impfpflicht- vielmehr werden wir 2025 "Corona-Globuli" auf der Basis 10hoch23 verdünnten Pangolinpanzerextrakts im GKV-Leistungskatalog haben. Und der deutsche Michel wird sich deswegen an extern verordneten, weitreisend...,äh, reichenden Reiseverboten "erfreuen" dürfen. Ist ja auch gut fürs Klima...und die blöden ÄrztInnen müssen dann eben auch hierbleiben*gnihi*

*satire off*
Wer das für abwegig hält, kann sich ja mal den Umgang mit der Pandemie in gewissen Bundesländern vor Augen führen- oder die Aussagen der einschlägigen Politiker, die sich überhaupt nur zu Wort melden, weil die Demos vom politisch entgegengerichteten Spektrum gekapert wurden...

roxolana
16.11.2020, 19:58
96 Impfungen pro Tag inkl. Aufklärung für einen völlig neuartigen Impfstoff mit fehlenden Langzeitdaten - na das wird ja ein Spaß. https://www.rnd.de/politik/ein-arzt-soll-bis-zu-96-menschen-pro-tag-impfen-konnen-KHNEFVS4TNDUXAURE2NHFIQIWQ.html

Relaxometrie
16.11.2020, 20:02
Nach aktueller Studienlage werde ich mich weder selbst mit mRNA-Impfstoff impfen lassen, noch werde ich Patienten damit impfen.

tarumo
16.11.2020, 20:05
96 Impfungen pro Tag inkl. Aufklärung für einen völlig neuartigen Impfstoff mit fehlenden Langzeitdaten - na das wird ja ein Spaß. https://www.rnd.de/politik/ein-arzt-soll-bis-zu-96-menschen-pro-tag-impfen-konnen-KHNEFVS4TNDUXAURE2NHFIQIWQ.html

Sind genau fünf Minuten pro Impfung bei einem Achtstundentag- aber nur wenn der/die/das zu Impfende komplett compliant ist und der Sprache in Wort und Schrift mächtig (was ja bekanntlich überall der Fall ist), keine Kontraindikationen hat- und der Impfende nicht zwischendurch auf Toilette muß.
Das selige DDR-Politbüro wäre stolz auf so eine minutiöse Planung.

Die Hersteller haben sich vorsichtshalber schon mal weitreichende Haftungsausschlüsse zusichern lassen...und bei den zu erwartenden Komplikationen (die wird es bei dieser Anzahl schon rein statistisch geben) wird dann wer belangt? Naa? Und sei es nur wegen unzureichender Aufklärung, wie immer. Jens "ich liebe Euch doch alle " Spahn wird auch hier ein paar "Maßnahmen" in der Hinterhand haben.
Gibt es denn überhaupt ÄrztInnen, die unbeschäftigt herumsitzen und auf kommende Massenimpfungen warten? Wenn nicht, dann hat das Wort "Impfzwang" dann demnächst vielleicht noch eine andere Bedeutung.

GelbeKlamotten
16.11.2020, 20:11
96 Impfungen pro Tag inkl. Aufklärung für einen völlig neuartigen Impfstoff mit fehlenden Langzeitdaten - na das wird ja ein Spaß. https://www.rnd.de/politik/ein-arzt-soll-bis-zu-96-menschen-pro-tag-impfen-konnen-KHNEFVS4TNDUXAURE2NHFIQIWQ.html

Offenbar ist ja vorgesehen, dass der Arzt nur aufklärt und die Impfung vom Hilfspersonal gemacht wird. Wird darauf rauslaufen, dass der Patient selbstständig einen Bogen durchliest, vom Praxispersonal zur Unterschrift genötigt wird und der Arzt allenfalls mal kurz pro forma hallo sagt. Wer zu viele Fragen stellt, dem wird man klarmachen, dass Querulanten nicht gewünscht sind. Wer kein deutsch kann oder zu alt ist um so richtig zu kapieren worum es geht, dem wird halt mit einem großen Kreutz gezeigt, wo die Unterschrift hin muss und gut ist. Läuft doch heute bei vielen Sachen genauso.
Ich denke das ganze wird - genau wie die Tests - für die Praxen durchaus eine lukrative Angelegenheit werden.

Wenn dann doch unvorhergesehene Nebenwirkungen auftreten, dann wird die Suche nach den Schuldigen interessant. Uns Ärzte wird man nicht pauschal von der Verantwortung entbinden wie die Pharmaindustrie.

GelbeKlamotten
16.11.2020, 20:18
Gibt es denn überhaupt ÄrztInnen, die unbeschäftigt herumsitzen und auf kommende Massenimpfungen warten? Wenn nicht, dann hat das Wort "Impfzwang" dann demnächst vielleicht noch eine andere Bedeutung.

Wenn man die 96 Impfungen pro Tag durchzieht, sprich 12 pro Stunde, und wie in den Abstrichstellen 15 Euro Patient abgerechnet werden können, dann dürften sich da durchaus genug Ärzte finden.

tarumo
16.11.2020, 20:21
Ich denke das ganze wird - genau wie die Tests - für die Praxen durchaus eine lukrative Angelegenheit werden.

So lukrativ, daß die gesamte Republik in kürzester Zeit mit testwilligen Praxen überzogen wurde, jeder Urlaubsrückkehrer oder Verdachtsfall zeitnah einen Testtermin bekam und irgendwelche "Teststrecken" in Bierzelten und "Fieberambulanzen" in Staatsregie eher Drittweltländern vorbehalten bleiben. Gelle?

Oder meintest Du die "cash-for-test"-Einrichtungen an großen Flughäfen?

Selbst die Labore mußten zwischenzeitlich einsehen, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen- eine erheblich gekürzte Vergütung im Kassenbereich und gleichzeitig auf dem Weltmarkt explodierende Preise für Reagenzien haben dort die Begeisterung merklich gedämpft. Daher auch die mittlerweile erfolgte Beteiligung von Firmen aus dem Nichtmedizinsektor.

Davon abgesehen ist doch schon durchgesickert, daß das ganze nicht von Einzelpraxen zu stemmen sein wird.

freak1
16.11.2020, 20:21
Kommt denke ich ganz darauf an, ob die Ärzte die Impfen entsprechend auch von jedweden Haftungsrisiken befreit werden.

GelbeKlamotten
16.11.2020, 20:31
So lukrativ, daß die gesamte Republik in kürzester Zeit mit testwilligen Praxen überzogen wurde, jeder Urlaubsrückkehrer oder Verdachtsfall zeitnah einen Testtermin bekam und irgendwelche "Teststrecken" in Bierzelten und "Fieberambulanzen" in Staatsregie eher Drittweltländern vorbehalten bleiben. Gelle?

Oder meintest Du die "cash-for-test"-Einrichtungen an großen Flughäfen?

Selbst die Labore mußten zwischenzeitlich einsehen, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen- eine erheblich gekürzte Vergütung im Kassenbereich und gleichzeitig auf dem Weltmarkt explodierende Preise für Reagenzien haben dort die Begeisterung merklich gedämpft. Daher auch die mittlerweile erfolgte Beteiligung von Firmen aus dem Nichtmedizinsektor.

Davon abgesehen ist doch schon durchgesickert, daß das ganze nicht von Einzelpraxen zu stemmen sein wird.

Also bei mir in der Gegend waren die Plätze in den zentralen Abstrichstellen sehr begehrt unter den Hausärzten. Oft gab es 3 oder 4 „Bewerber“ auf einen bestimmten Zeitraum und es musste verhandelt werden, wer den Abstrichdienst übernehmen darf. Es hätte sicherlich vom ärztlichen Personal her mindestens die doppelte Kapazität geschaffen werden können, völlig problemlos. Hätte man die Abrechnungsmodalitäten vereinfacht, dann wahrscheinlich die zehnfache. War nur politisch nicht gewollt bzw. offenbar nicht nötig. Ich rede von einem Risikogebiet.

Evil
16.11.2020, 20:31
Langsam wird das Spiel langweilig, dass immer willkürlich genau der Wert herausgesucht wird, anhand dessen man die größte Panik verbreiten kann. Wir habe sie so langsam auch alle durch: Gemeldete Infektionen, geschätzte Infektionen, R-Wert, Intensivbetten, Positivrate, Fallsterblichkeit, Infektionssterblichkeit, 7-Tage-Inzidenz, usw.

Klar dass da immer irgendwas dabei ist, worauf man sich stürzen kann. Und wenn nicht, dann muss man sich halt wieder was neues einfallen lassen oder auf Italien verweisen. Oder auf die überlasteten Krematorien, in denen komischerweise Die angestellten in Kurzarbeit sind.
Diese Ironie... Dir ist schon klar, daß das haargenau auf Deine Beiträge zutrifft, wenn man "größte Panik" durch "jedes mögliche Haar in der Suppe" ersetzt und "Italien" oder "überlastete Krematorien" durch "Sexarbeiter" und "MasseurInnen" :-D

tarumo
16.11.2020, 20:35
Wenn man die 96 Impfungen pro Tag durchzieht, sprich 12 pro Stunde, und wie in den Abstrichstellen 15 Euro Patient abgerechnet werden können, dann dürften sich da durchaus genug Ärzte finden.

Die fünf Minuten sind doch eher utopisch. Der erste Migrant ohne Sprachkenntnisse und dann die Lehrerin mit Doppelnamen killt Dir dann die gesamte Planung. Ich rechne da eher so fünf Fälle pro Stunde, selbst bei einem erprobtem und routiniertem Verfahren wie Grippeschutzimpfung wird man nicht über 10 hinauskommen, erst recht nicht in einer fremden Umgebung wie in einer Turnhalle, mit Assistenzpersonal, das man vielleicht noch nicht mal kennt.
Da die deutsche Gesundheitspolitik bekanntlich niemals Kürzungen vornimmt und alle versprochenden Gelder grundsätzlich in voller Höhe und unbudgetiert ausgezahlt werden*ironie off* macht das ein Stundensatz von 75 EUR. Vor Steuern. Die niedergelassenen Ärzte werden sich darum reißen, für diesen Satz ihre Praxen zu schließen, und Honorarärzte (ANÜ) bekommt man da auch sofort. Oder wolltest Du mit Personal, was zum MB-Tarif in den KH angestellt ist, an deren freien Wochenenden impfen lassen? Dann mußt Du aber noch 30 Jahre fürs Impfen dazurechnen...
Der Anwalt, der sich dann dem behaupteten Impfschaden annimmt, berechnet für ein risikoloses Erstgespräch dann 200 EUR- und wenn er gut ist, schafft er auch mehrere davon in einer Stunde.

tarumo
16.11.2020, 20:44
Also bei mir in der Gegend waren die Plätze in den zentralen Abstrichstellen sehr begehrt unter den Hausärzten. Oft gab es 3 oder 4 „Bewerber“ auf einen bestimmten Zeitraum und es musste verhandelt werden, wer den Abstrichdienst übernehmen darf. Es hätte sicherlich vom ärztlichen Personal her mindestens die doppelte Kapazität geschaffen werden können, völlig problemlos. Hätte man die Abrechnungsmodalitäten vereinfacht, dann wahrscheinlich die zehnfache. War nur politisch nicht gewollt bzw. offenbar nicht nötig. Ich rede von einem Risikogebiet.

Das Entnehmen eines Abstriches ist medizinisch weitgehend risikolos (ist einem Patienten je ein Stäbchen ins Auge oder ins Stammhirn gebohrt worden?), das einzige Risiko bestand in der persönlichen Ansteckung bei fehlender PSA oder unsachgemäßer Handhabung.
Wie Du bemerkst, handelte es sich um eine Anstellung an einer zentralen Stelle und daß die Vergütung hierfür exorbitant war, war der Not geschuldet und habe ich sogar damals selbst hier dokumentiert.
Die Gewährung einer Vergütung, für die man weder einen Haarschnitt, noch einen Reifenwechsel bekommt, dafür aber ein unzureichend erprobtes Verfahren am Patienten anwenden darf (auf eigene Rechnung und nicht als Angestellter einer Zentralstelle), ist dann nochmal eine andere Hausnummer.

Wenn man Personal zum Impfen anstellen wollte, dann hätte Jens Spahn einen Stundensatz genannt und nicht eine fallbezogene Vergütung. Aber wie er schon selbst bemerkt hat: wenn Ärzte für eine Quartalspauschale von 16 EUR (Derma in NRW) bereit sind zu arbeiten, dann sind 15 EUR für einen Pieks auch nicht zu hoch gegriffen....

Übrigens ist Thalidomid auch ordnungsgemäß erprobt und zugelassen worden (und ist es bis heute!) , nur über die Nebenwirkungen erlangte man erst später Kenntnis.

GelbeKlamotten
16.11.2020, 20:56
Das Entnehmen eines Abstriches ist medizinisch weitgehend risikolos (ist einem Patienten je ein Stäbchen ins Auge oder ins Stammhirn gebohrt worden?), das einzige Risiko bestand in der persönlichen Ansteckung bei fehlender PSA oder unsachgemäßer Handhabung.
Wie Du bemerkst, handelte es sich um eine Anstellung an einer zentralen Stelle und daß die Vergütung hierfür exorbitant war, war der Not geschuldet und habe ich sogar damals selbst hier dokumentiert.
Die Gewährung einer Vergütung, für die man weder einen Haarschnitt, noch einen Reifenwechsel bekommt, dafür aber ein unzureichend erprobtes Verfahren am Patienten anwenden darf, ist dann nochmal eine andere Hausnummer.

Übrigens ist Thaliodomid auch ordnungsgemäß erprobt und zugelassen worden (und ist es bis heute!) , nur über die Nebenwirkungen erlangte man erst später Kenntnis.

Wie kommst du denn überhaupt darauf, dass die Vergütung so schlecht sein wird? Ich glaube nicht, dass die Impfungen an der mangelnden Bezahlung des Personals scheitern werden.

Machen möchte ich das selbst nicht, auch bei guter Bezahlung, da ich selbst unter den aktuellen Bedingungen keine Befürworterin der Impfung bin.

Ich bin aber überzeugt, dass eine Vergütung aufwärts von 120-150 Euro/h genug interessierte Kollegen anlocken wird, auch solche die bereit sind eventuelle Rechtsunsicherheiten auf sich zu nehmen bzw. die gar nicht erst darüber nachdenken

tarumo
16.11.2020, 21:18
Wie kommst du denn überhaupt darauf, dass die Vergütung so schlecht sein wird? Ich glaube nicht, dass die Impfungen an der mangelnden Bezahlung des Personals scheitern werden.


Stimmt, schlechte Vergütung ist im deutschen Gesundheitswesen überhaupt kein Thema und deswegen findet sich auch jederzeit genug ärztliches, nichtärztliches und pflegerisches Personal um alle nachgefragen Tätigkeiten in ausreichender Anzahl durchzuführen. Das Wort Personalmangel gibt es nur innerhalb der Verwaltungsebene.




Ich bin aber überzeugt, dass eine Vergütung aufwärts von 120-150 Euro/h genug interessierte Kollegen anlocken wird, auch solche die bereit sind eventuelle Rechtsunsicherheiten auf sich zu nehmen bzw. die gar nicht erst darüber nachdenken

Du bist das beste Beispiel, wie solche "Möhren vor die Nase" funktionieren. Jens Spahn hat eine Vergütung von 15 EUR pro Fall in Aussicht gestellt. Und selbst die sind nicht garantiert.

Alles andere hast Du Dir dazufantasiert, z.B. daß man in einer fremden Umgebung mit unbekanntem Personal und bekanntlich immer komplett sprachkundigen, hinreichend intelligenten Patienten und ohne Diskussionen 12 Fälle pro Stunde dauerhaft abarbeiten könnte. Die Zuteilung bzw. Vorenthaltung des Impfstoffs darfst Du übrigens auch gleich noch vornehmen, daher auch die vorgesehene Security.

Von einer weitreichenden Haftungsbefreiung für die Impfer lese ich ebenfalls nichts, was den Schluß zuläßt, daß es eben nicht vorgesehen ist. Und der erste Richter wird Dir erzählen, daß Du mRNA spätestens im dritten Semester kennengelernt haben solltest und daher wissen müßtest, was das für ein weitreichender und unerprobter Eingriff sei...

Der von Dir herbeifantasierte Impf-Stundensatz ist übrigens der übliche Stundensatz für einen angestellten Facharzt in ANÜ, für Routinetätigkeiten in einem fachgerecht eingerichteten Umfeld und ohne größere Diskussionen oder weitreichende Haftungsrisiken.

Wieviel Massage bekomme ich bei Dir für 15 EUR?

GelbeKlamotten
16.11.2020, 21:47
Du bist das beste Beispiel, wie solche "Möhren vor die Nase" funktionieren. Jens Spahn hat eine Vergütung von 15 EUR pro Fall in Aussicht gestellt. Und selbst die sind nicht garantiert.

Alles andere hast Du Dir dazufantasiert, z.B. daß man in einer fremden Umgebung mit unbekanntem Personal und bekanntlich immer komplett sprachkundigen, hinreichend intelligenten Patienten und ohne Diskussionen 12 Fälle pro Stunde dauerhaft abarbeiten könnte. Die Zuteilung bzw. Vorenthaltung des Impfstoffs darfst Du übrigens auch gleich noch vornehmen, daher auch die vorgesehene Security.

Ich habe oben beschrieben, unter welchen Umständen ich das für möglich halte. Dass das ein wünschenswertes Vorgehen ist, habe ich nicht gesagt.


Von einer weitreichenden Haftungsbefreiung für die Impfer lese ich ebenfalls nichts, was den Schluß zuläßt, daß es eben nicht vorgesehen ist.
Die wird es auch nicht geben, da habe ich keinerlei Illusionen. Sonst könnte man sich die ärztliche Aufklärung auch ganz sparen und den Leuten einen kurzen Erklärfilm zeigen oder so. Das Übernehmen der Verantwortung ist ja quasi das einzige, wofür du als Arzt beim Impfen bezahlt wirst. Alles andere kann auch jemand anders machen.


Und der erste Richter wird Dir erzählen, daß Du mRNA spätestens im dritten Semester kennengelernt haben solltest und daher wissen müßtest, was das für ein weitreichender und unerprobter Eingriff sei...
Das mag sein. Letztlich muss man halt schauen, dass die Haftpflichtversicherung das ausreichend abdeckt. Dann ist das Risiko, dass man großen persönlichen Schaden nimmt gering, wenn auch vielleicht nicht 0.


Der von Dir herbeifantasierte Impf-Stundensatz ist übrigens der übliche Stundensatz für einen angestellten Facharzt in ANÜ, für Routinetätigkeiten in einem fachgerecht eingerichteten Umfeld und ohne größere Diskussionen oder weitreichende Haftungsrisiken.
Ich bin in mehreren Honorararztportalen angemeldet und wir kommen ja aus der gleichen Fachrichtung. Der übliche Stundensatz für einen Facharzt, der in den meisten Angeboten genannt wird, liegt bei 100 Euro. Und es kommen auch eher sporadisch Angebote.


Wieviel Massage bekomme ich bei Dir für 15 EUR?
Theoretisch 3 Minuten. So groß ist der Unterschied also gar nicht. Was aber ein entscheidender Unterschied ist, ist dass man solche Massagen nicht 8 Stunden am Tag im Akkord machen kann. Zum einen weil das körperlich zu anstrengend wäre, zum anderen weil man zwischendrin zumindest kurz duschen und sich wieder herrichten muss, sonst stinkt man spätestens bei der dritten Massage nach einer Mischung aus Massageöl und dem Körpergeruch des vorherigen Gastes. Fändest du wahrscheinlich dann nicht so gut, wenn du zu deiner 3-Minuten-Massage kämst :-D

Abgesehen davon hat man bei den Massagen auch keine garantierte Kundschaft wie bei den Impfungen. Um die Massagen theoretisch so auslasten zu können, dass immer direkt der nächste vor der Tür steht, müsste ich mich wahrscheinlich auf das Preisniveau eines Honorararztes herablassen ;)