Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Bei allem, was hier schon nachts in der Notaufnahme aufgeschlagen ist um nur mal eben dies und das machen oder nachschauen zu lassen, würde mich jetzt nicht wundern wenn ich Leute auch nachts um 3 Uhr impfen lassen....
Thomas24
29.11.2020, 22:49
Ich hatte mal nachts um 2 im Dienst einen, der allen Ernstes eine LESEBRILLE haben wollte.
Begründung: bei euch brennt doch Licht, ihr seid doch eh da und ich komm gerade von der Schicht... :-slap
Lesebrille war leider damals nicht drin. Aber eine sehr gründliche Kontaktglasuntersuchung.
GelbeKlamotten
30.11.2020, 00:55
Vielleicht hat man ja keine Wahl. Das geht dann mit zugeteiltem Termin. Und wenn er so eingeteilt wird, dann muss Opa Ulrich mit seinen 84 Jahren halt nachts um 3 zur Impfstelle. Alte Leute brauchen ja eh weniger Schlaf.
In dem Stellenangebot, das ich gesehen habe, soll von 7 bis 21 Uhr geimpft werden in 2 Schichten.
Was ich zuletzt immer weniger verstehe: Warum nutzen wir nicht die Instrumente, die wir haben wirklich konsequent? Halb Deutschland steckt im Lockdown, aber im Supermarkt trägt die Kassiererin keine Maske sondern sitz hinter ner 30cm Plastikscheibe, ein Großteil der Leute trägt die Maske unter der Nase, MNS (statt irgendeinem selbstgenähten Wischmopp) wird für die breite Bevölkerung gar nicht mehr thematisiert, FFP für potentielle Superspreader (Kellner, Verkäufer, usw.) war nie Thema und man ließt immer wie viele Leute "ermahnt" wurden, weil sie keine Maske tragen (aber offensichtlich wurden Busgelder selten bis nie verhängt).
Und der Sinn der App erschließt sich mir immer noch nicht: Wenn sie rot zeigt soll ich vorsichtig sein und kann mich evtl. testen (ähm, vorsichtig bin ich sowieso und fast alle meine Kontakte sind entweder auf der Arbeit oder nicht vermeidbar - was ändert sich jetzt also!?). Wenn dann das Ergebnis noch händisch dreimal bestätigt und wie bis vor kurzem mit bis zu 24h Verspätzung übertragen wird, dann wird das ganze völlig sinnlos. Und Datenschutz als Grundrecht sollte man auch ins Verhältnis zu den anderen derzeitigen Einschränkungen setzen...
Dann lieber ein paar Datenschützer als Nutzer verlieren und eine App die mein positives Laborergebnis unmittelbar mit Kontaktzeit, -ort und -name an alle meine Kontakte weiterleitet...
Ich würde erwarten, dass man damit die zweite Welle durchaus hätte verhindern können.
Aber alles was diskutiert wird ist Lockdown (der ja auch nichts halbes und nichts ganzes ist) und Schutz von Risikogruppen (also 30+ Millionen!?)...
Nicht, dass es falsch rüber kommt: Ich halte einen aktuellen Lockdown für unverzichtbar, aber ich denke man hätte ihn verhindern können und man könnte jetzt Pläne umsetzen um eine dritte Welle zu verhindern.
@ Lasse:
Welche Vermittlungsagentur war das denn? Suchen die auch in anderen Bundesländern?
Bei allem, was hier schon nachts in der Notaufnahme aufgeschlagen ist um nur mal eben dies und das machen oder nachschauen zu lassen, würde mich jetzt nicht wundern wenn ich Leute auch nachts um 3 Uhr impfen lassen....
Das sind die Leute, die den 17h Termin bekommen haben und solange in der Schlange warten mußten *duckundweg*
GelbeKlamotten
01.12.2020, 02:23
Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer verkündet schon mal bei „Hart aber Fair“, dass der Biontech Impfstoff O-Ton: ‚ganz sicher‘ keine Autoimmunreaktionen auslöst und die mRNA ganz sicher nicht ins Genom eingebaut werden kann. Sehr schlau.
Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer verkündet schon mal bei „Hart aber Fair“, dass der Biontech Impfstoff O-Ton: ‚ganz sicher‘ keine Autoimmunreaktionen auslöst und die mRNA ganz sicher nicht ins Genom eingebaut werden kann. Sehr schlau.
Politiker haften doch eh niemals für irgendetwas das sie tun oder sagen. Milliarden an Steuergeldern verschwunden? Tja, passiert halt.
Praia-do-Forte
03.12.2020, 09:20
In unserem "Aufruf zur Mitarbeit in den Impfzentren" steht folgender Passus:
Berufshaftpflichtversicherung
Ärztinnen und Ärzte, die auf Honorarbasis im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit hoheitliche Aufgaben bei der Pandemiebekämpfung für die zuständige Behörde (das Land bzw. die Kommune) übernehmen, sind während dieser Tätigkeit „Beamtinnen und Beamte“ im haftungsrechtlichen Sinn. Das bedeutet, dass die oder der Geschädigte nach den Grundsätzen der Amtshaftung (§ 839 BGB in Verbindung mit Art. 34 GG) grundsätzlich einen Schadensersatzanspruch gegen das Land bzw. die Kommune hat.
Kann mir das jemand "übersetzen"? Für welchen Fall gilt das ?
Eines meiner größten Bedenken hinsichtlich der Mitarbeit bezieht sich ja darauf dass einem diese Impfung irgendwann mal "um die Ohren fliegt" ....
Autolyse
03.12.2020, 09:40
Das Szenario sieht wie folgt aus: Der Staat (handelnd durch den Kreis respektive das Land) betreibt das Impfzentrum als hoheitliche Aufgabe. Als Mitarbeiter dieses Impfzentrums wirst Du für diese Tätigkeit mit hoheitlichen Befugnissen beliehen und handelst damit nicht mehr als Person, sondern als Staat, respektive der Staat handelt durch Dich. Das ist genauso wie im Notarztdienst - hier handelt die Kommune als Träger im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge - und als Durchgangsarzt - hier handelt die Berufsgenossenschaft - und damit haftet der Staat, weil er handelt und sich nur deiner als Amtswalter bedient.
Markus-HEX
03.12.2020, 10:02
wie ist eure Erfahrung mit den neuen Schnelltests / Antigentests?
diese haben offenbar eine gewisse Rate an falsch-positiven Ergebnissen. Offenbar geschieht das wohl durch Kreuzreaktion des Testdetergenz mit gewissen anderen Keimen - da diese Tests nun auch vermehrt zum Mitarbeiter- und Besucherscreening in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verwendet werden kommt es regelmäßig zu der Notwendigkeit von Kontroll-PCR.
Weiß jemand, ob bei einer Person, die einmal ein falsch-positives Ergebnis (Schnelltest pos. PCR neg, entsprechende korrekte Testabnahme vorausgesetzt) hatte, in Zukunft weiterhin mit dem Schnelltest gescreent werden kann, oder ob das Verfahren generell immer positiv werden wird (offenbar ja kreuzreaktion mit anderen Keimen in der Schleimhaut)?
romunken
03.12.2020, 10:32
Laut dem vorletzten NDR-Podcast mit Drosten bleiben die "falsch-positiven" im Schnelltest auch später "Falsch-positiv", weil die Besiedlung mit den entsprechenden Erregern ja weiterhin besteht.
siehe hier - ab Minute 53 https://www.ndr.de/nachrichten/info/66-Die-Stunde-der-Antigen-Tests,audio785002.html
Wobei ich nicht weiß, ob das dann auf alle auf dem Markt befindlichen Schnelltests übertragbar ist.
Praia-do-Forte
03.12.2020, 10:35
Unsere positiven Schnelltests (Ro...) waren bisher auch immer in der PCR positiv.
@Autolyse: Das klingt doch eher beruhigend, oder? :-wow Gibt es da noch ein "aber"?
Hier bekommt jeder sowohl Antigentest als auch PCR Test und bisher bisher hatten wir keine Fälle von falsch-positiven Antigentests.
In der Regel sind die Patienten mit positiven Antigentest aber auch hochsymptonatisch. Asymptomatische Zufallsbefunde hatte ich bisher keine.
Dafür aber doch regelmäßig falsch negative Antigentests mit später dann positiver PCR.
Absolute Arrhythmie
03.12.2020, 15:58
Gestern hatten wir einen neuen Höchststand an Covid Patienten. Heute einen Höchststand auf der Intensivstation. Die Neuninfektionen könnten gerne langsam mal sinken...
Relaxometrie
03.12.2020, 16:07
Werden sie aber nicht. Bzw. vielleicht ein bißchen. Ab Neujahr geht es dann wieder los. (siehe Assistenten-Thread-Weihnachtsdiskussion).
Choranaptyxis
03.12.2020, 16:11
Hier kommen jetzt die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen. An sich finde ich ja strengere Maßnahmen ok, aber da würden mir andere Dinge einfallen. Warum z.B. Religionsausübung immer noch möglich ist (von Beerdigungen etc mal abgesehen), erschließt sich mir nicht, aber Spazieren gehen um 22 Uhr alleine ein Problem ist.
Antigen-Tests für Besucher in Altenheimen sind kostenlos, aber z.B. Krankenhauspersonal bekommt erstmal keinen (außer der Arbeitgeber hält es für notwendig). Oh man, oh man.
Und die Uni sucht für die mündlich-praktische Prüfung, 3 Tage, 100 Studenten, anscheinend 14 Stationen, Anfang Januar Hiwis. Hoffentlich erinnern Sie sich noch daran, dass wohl laut vorgelegtem Hygienekonzept (uns nicht einsehbar) allerdings kein Körperkontakt stattfinden soll.
Am Samstag gibt es eine Frage/ Antwort Runde mit Spahn und Prof. Wieler zur Impfung
https://www.zusammengegencorona.de/live/
Autolyse
03.12.2020, 18:01
[...]
@Autolyse: Das klingt doch eher beruhigend, oder? :-wow Gibt es da noch ein "aber"?
Noch gibt es die Dinger ja nicht. So lange der Staat das als hoheitliches Handeln bewertet (zwingend ist das nicht, kann man trefflich drüber streiten, aber das ist dann eine Frage der konkreten Ausgestaltung).
hier handelt die Kommune als Träger im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge - und als Durchgangsarzt - hier handelt die Berufsgenossenschaft - und damit haftet der Staat, weil er handelt und sich nur deiner als Amtswalter bedient.
Das ganze bewahrt natürlich nicht den einzelnen Arzt vor juristischen Folgen- genauso, wie BG-Ärzte und beamtete Ärzte jederzeit angreifbar sind. Und die Übernahme von anerkannten (!) Impfschäden durch den Staat hatte ja auch keiner infrage gestellt.
In jedem Fall würde ich mich von irgendwelchen "Honorar" und "KV"- Angeboten fernhalten.
In den ersten Landkreisen ist "race to the top" schon gut im Gange, mit einem Stundensatz von nicht ganz 100 EUR als Angestellter (süddeutsche Universitätsstadt), plus kostenfreie Hotelübernachtung. Über ANÜ...
Geplant ist das Szenario "Aufklärungsvideo", der ärztliche Dienst ist nur (!) für das kurze Gespräch zuständig und impfen wird eine MTA/MFA.
Das ganze zeigt eigentlich ganz gut, was eine Stunde nicht-fachärztlicher, aber auch nicht delegierbarer Arbeit dem Staat und der Gesellschaft wert ist, solange die Krakenkassen und der MB ihre Finger nicht mit drin haben.
Ich schätze, sobald auch die letzten Landkreise aufgewacht sind und feststellen, daß verfügbare Ärzte schon anderswo angeheuert haben, werden die Preise nochmal steigen.
Ein eHBA wird auch ausdrücklich nicht verlangt, der ist den tarifgebundenen Kräften im KH vorbehalten, deren famose Gewerkschaft nicht nur keinen Coronabonus durchgesetzt hat, dafür aber ein kostenpflichtiges Abo für Berufsdokumente.
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