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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread



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tarumo
17.12.2020, 17:35
Schwedens König Carl Gustav erklärt den schwedischen Sonderweg für gescheitert und entschuldigt sich bei den Angehörigen

https://www.welt.de/politik/ausland/article222697704/Koenig-Carl-XVI-Gustaf-Koenig-erklaert-Schwedens-Kampf-gegen-die-Pandemie-fuer-gescheitert.html

Von MP Löfgren kam vor ein paar Wochen ein ähnliches, aber weichgespültes Statement.

Ich denke, sofern sich hier nicht wieder ein paar Schreiberlinge finden, die von der heimatlichen Couch aus besser informiert sein wollen, als das nominale Staatsoberhaupt des Landes, kann man das Thema "aber die Schweden..." jetzt zu den Akten legen. Wer sich weiterhin den Fakten verschließt, kann ja ins Trump-Team wechseln und gegen Wahlbetrügereien weiterposten...

Shizr
17.12.2020, 17:37
1. Der Review enthält auch peer reviewte Studien. Zu behaupten es gäbe gar keine klinische Evidenz, wäre demnach auch falsch. Nur handelt es sich hierbei um OCTs, wie die ICON Studie von Rajter et al. (https://journal.chestnet.org/article/S0012-3692(20)34898-4/fulltext) mit stark reduzierter Motalität (13.3 vs. 24.5%) bei der Ivermectin Gruppe.
Und dabei handelt es sich um eine nicht-randomisierte, nicht-verblindete Studie.

Die kann peer-reviewt sein, so viel sie will, by design werden beobachtete Effektstärken nahezu sicher zugunsten von Ivermectin überschätzt.
Das Ausmaß an bias, das in dieser Studie unvermeidbar ist, ist jenseits des Kontrollierbaren.

Rajter et al schreiben auch selbst: "Further studies in appropriately designed randomized trials are recommended before any conclusions can be made."
Und da haben sie Recht. Diese Studie sagt allenfalls: "Ivermectin könnte eine spezifische Wirksamkeit bei COVID-19 haben".

Mehr nicht.



2. OCTs müssen nicht schlechter sein als RCTs (hier in diesen Review sind OCTs sogar eindeutig besser).
"besser" im Sinne von "bringen die Ergebnisse, die du sehen willst"? Definitiv.

Besser im Sinne von "höherer Evidenzgrad"? Niemals. Weil Beobachtungsstudien für gewisse bias-Formen einfach nicht kontrolliert werden können. Siehe oben.



3. Beim GRADE (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC428525/) System werden auch Richtung, Konsistenz und Effektstärke der Studien betrachtet. Diesen Teil kann der Review nach Präsentation der Daten für den Einsatz zur Prophylaxe und bei hospitalisierten Patienten bereits erfüllen.
Aber es wird halt auch die Methodik bewertet.

Und wenn Randomisierung und Verblindung fehlen, führt das nach GRADE konsistent zu einer Abwertung mit hoher Effektstärke.
Und zwar zu Recht.


Ich bleibe dabei.
Es ist die gleiche unwissenschaftliche, populistische Scheiße wie bei HCQ.

Während die HCQ- und Ivermectin-Claqueure noch rumweinen, in einer Pandemie wäre keine Zeit für RCTs, wir müssten jetzt sofort alle unsere Therapieschemata umstellen, und zwar sofort, hat die WHO hochwertige Evidenz zu Dexamethason, Remdesivir und Hydroxychloroquin produziert.
Ergebnis: Dexamethason hilft (in spezifischen Subgruppen), Remdesivir und Hydroxychloroquin sind nutzlos.

Und für Ivermectin gibt es halt an belastbaren Daten nur in-vitro-Experimente.

Plus einen Haufen bias-verseuchte Beobachtungsstudien oder RCTs mit ungenügender Power, um die behaupteten Effekte überhaupt zeigen zu können.


Wenn Ivermectin so geil ist, wäre es doch absolut trivial, das randomisiert, doppelblind und Placebo-kontrolliert zu reproduzieren.

Dass das noch nicht einmal versucht wird, sagt m.E. schon alles.
Stattdessen kriegen wir ungenügende Daten vorgesetzt und sollen ins Blaue hinein unsere Therapie ändern.


Übrigens sind die in-vitro-Daten 8 Monate alt. Ich hab im April erstmals von Ivermectin gelesen.
Und seitdem: Nix.

Und jetzt plötzlich kommen sie wieder damit um die Ecke, ohne adäquate Daten vorzuweisen.

Da hätte man drölf hochwertige RCTs machen können.
Wenn man denn nur gewollt hätte.

Und ebenso wie die HCQ-Promoter drängt sich mir auch bei Ivermectin der dringende Verdacht auf:
Die WOLLEN keine hochwertige Evidenz.
Die wollen POSITIVE Ergebnisse und pfeifen dabei aufs bias.

tarumo
17.12.2020, 17:45
An sich hat er ja Recht, der Herr Gassen.

Ich möchte nur anmerken, daß der Herr Gassen nicht "Ärztechef" ist, sondern der Leiter einer staatlichen Kontroll- und Regulierungsbehörde ohne wesentlichen persönlichen Entscheidungsspielraum (um es mal vorsichtig zu formulieren). Genausowenig wie der Herr Scheuer oder der Chef der Mautbehörde "Autofahrerchef" ist.

In dieser Funktion hat er gleich drei Interessenskonflikte:
- die Einnahmen der KV werden zu 100% aus Kassenbeiträgen generiert. Sinken die Löhne und damit die Kasseneinnahmen lockdownbedingt, hat die KV weniger Geld zu verteilen und wird damit ihrer Funktion noch weniger gerecht als jetzt schon.
- zweitens haben die Kassenärzte im lockdown weniger Umsatz, weil weniger Patienten (siehe Frühjahr)
- und drittens ist die KV ja gerade dabei, lieb Kind zu machen bei der Politik, in dem man gegen jegliche Gesetze einfach die Impfkampagne organisiert und finanziert. Würde ein lockdown a la longue bessere Verlaufszahlen bringen als eine Impfung, wäre das auch schlecht für seinen Laden.

Insofern handelt es sich nicht unbedingt um eine realistische Einschätzung, sondern um ein Statement eines Funktionärs, der bei Mißlingen um seinen gut dotierten Job fürchten muß.

mbs
17.12.2020, 17:58
Nochmal eine Frage zu den Masken:
Mittlerweile kriegt man ja günstig Großpackungen von Einwegmasken - die allerdings nicht als Medizinprodukt gelten. Sind die wirklich schlechter? Sie wirken zumindest nicht dünner. Kann es sein, dass einfach nur der Zertifizierungsschritt übersprungen wurde und der Preis dadurch niedriger, die Qualität bzw. Schutzwirkung aber die gleiche ist?

Bonnerin
17.12.2020, 18:10
Ich möchte nur anmerken, daß der Herr Gassen nicht "Ärztechef" ist, sondern der Leiter einer staatlichen Kontroll- und Regulierungsbehörde ohne wesentlichen persönlichen Entscheidungsspielraum (um es mal vorsichtig zu formulieren). Genausowenig wie der Herr Scheuer oder der Chef der Mautbehörde "Autofahrerchef" ist.

In dieser Funktion hat er gleich drei Interessenskonflikte:
- die Einnahmen der KV werden zu 100% aus Kassenbeiträgen generiert. Sinken die Löhne und damit die Kasseneinnahmen lockdownbedingt, hat die KV weniger Geld zu verteilen und wird damit ihrer Funktion noch weniger gerecht als jetzt schon.
- zweitens haben die Kassenärzte im lockdown weniger Umsatz, weil weniger Patienten (siehe Frühjahr)
- und drittens ist die KV ja gerade dabei, lieb Kind zu machen bei der Politik, in dem man gegen jegliche Gesetze einfach die Impfkampagne organisiert und finanziert. Würde ein lockdown a la longue bessere Verlaufszahlen bringen als eine Impfung, wäre das auch schlecht für seinen Laden.

Insofern handelt es sich nicht unbedingt um eine realistische Einschätzung, sondern um ein Statement eines Funktionärs, der bei Mißlingen um seinen gut dotierten Job fürchten muß.

Das Zitat war definitiv aus dem Zusammenhang gerissen ist, siehe den Satz, der dem zitierten folgt.

Natürlich hat der als KV-Chef Probleme mit Einbußen. Aber das haben ja quasi alle, bis auf Herrn Lauterbach (der ja gerade ein Ende des Lockdowns bei <25 Infektion pro 100.000 Personen fordert, also...ähm...2022?) und Herrn Spahn. Und darum finde ich, dass der Gassen in gewissem Sinne Recht hat. Macht ja nicht nur er Verlust, sondern Millionen andere auch. Langfristig sinken dadurch natürlich die Steuereinnahmen und damit auch das Geld im Gesundheitssystem. Dementsprechend halt für hohe Impfraten sorgen und mit solchen Aussagen wird das halt vermutlich besser klappen als mit dem Drei-Tage-Regenwetter-Bedröppelt-Sein des Herrn Wieler, der sich um sein Einkommen keine Gedanken machen muss.

lilly_studi
17.12.2020, 18:14
Ich denke auch nicht, dass das im Frühjahr weggehen wird. Mal sehen wie die Menschen auf den Impfstoff reagieren werden.

tarumo
17.12.2020, 18:29
Nochmal eine Frage zu den Masken:
Mittlerweile kriegt man ja günstig Großpackungen von Einwegmasken - die allerdings nicht als Medizinprodukt gelten. Sind die wirklich schlechter? Sie wirken zumindest nicht dünner. Kann es sein, dass einfach nur der Zertifizierungsschritt übersprungen wurde und der Preis dadurch niedriger, die Qualität bzw. Schutzwirkung aber die gleiche ist?

Wenn der Händler/Hersteller den Zertifizierungsschritt überspringt, *kann* natürlich die Qualität die gleiche sein. Oder halt eben nicht...wenn Du natürlich in der Lage bist, privat Materialprüfungen durchzuführen, um die hinreichende Schutzwirkung nachzuweisen, steht dem nichts im Wege.
Den link, wo die Problematik erklärt wird, hatte ich neulich hier gepostet...
Meine Einschätzung ist, daß in dem nachfragestarken Markt, wie wir ihn jetzt haben, die (ohnehin umlegbaren) Mehrkosten für die Zertifizierung x-fach vom Händler reingeholt werden und bei eher ungeeignter Ware eben dann auf diesen Schritt verzichtet wird. Mit Elektrokleinprodukten aus China funktioniert es ja ganz ähnlich.



Das Zitat war definitiv aus dem Zusammenhang gerissen ist, siehe den Satz, der dem zitierten folgt.
Natürlich hat der als KV-Chef Probleme mit Einbußen.

Ich wollte darauf hinaus, daß der Artikel eben den Eindruck erweckt, es ginge um die Meinung eines weiteren "ärztlichen Experten". Als KV-Chef muß man nicht Arzt sein, der Chef der KVN ist zum Beispiel, wie viele in den KV-Führungsetagen auch, Jurist. Was auch besser paßt..
Und eine Meinung eines Lenkers eines staatlich kontrollierten Wirtschaftszweigs mit persönlicher Haftung hat eben doch ein anderes Gewicht als eine "ärztliche Meinung". Die Meinung des Lufthansa- oder Kaufhof-Chefs zu einem Lockdown dürfte auch eher klar sein, oder?

Evil
17.12.2020, 19:50
Ich wollte darauf hinaus, daß der Artikel eben den Eindruck erweckt, es ginge um die Meinung eines weiteren "ärztlichen Experten". Als KV-Chef muß man nicht Arzt sein, der Chef der KVN ist zum Beispiel, wie viele in den KV-Führungsetagen auch, Jurist. Was auch besser paßt..
Und eine Meinung eines Lenkers eines staatlich kontrollierten Wirtschaftszweigs mit persönlicher Haftung hat eben doch ein anderes Gewicht als eine "ärztliche Meinung". Die Meinung des Lufthansa- oder Kaufhof-Chefs zu einem Lockdown dürfte auch eher klar sein, oder?
Kollege tarumo argwöhnt ja bei allen Menschen gleich monetäre Interessenskonflikte als primäre Handlungsmotivation (was das wohl über seine eigenen Ziele aussagt?). Ich gebe eher mal grundsätzlich zu bedenken, daß Herr Gassen als Orthopäde und Ärztefunktionär nicht mehr Qualifikation hat, die positiven wie negativen Effekte der Maßnahmen zu beurteilen, wie beispielsweise ich als Hausarzt oder Feuerblick als Augenärztin und MDK-Gutachterin. Mit anderen Worten: das ist auch bloß eine einzelne ärztliche Meinungsäußerung, die nicht besonders hilfreich ist.

davo
17.12.2020, 19:55
Es ist einfach wichtig, sich vor Augen zu halten, dass die KBV keine Organisation ist, die die Interessen der Ärzte vertritt. Sie ist eine Organisation, die Ärzte als Arbeitskräfte einsetzt, um staatliche Interessen zu befriedigen.*

Und in so einer Position sind monetäre Motive dann eben schon äußerst wichtig. Nicht persönliche, sondern systemische. Wer gegen die Staatsfinanzen arbeitet, hat keine Chancen auf Karriere mehr.

*) Man fragt ja auch nicht Bezos, wenn man wissen will, was die Amazon-Angestellten für Anliegen haben ;-)

tarumo
17.12.2020, 20:10
Kollege tarumo argwöhnt ja bei allen Menschen gleich monetäre Interessenskonflikte als primäre Handlungsmotivation (was das wohl über seine eigenen Ziele aussagt?).

Ich glaube nicht, daß sich diese Thesen besonders auf seine Finanzen auswirken werden, vielleicht darf er mal irgendwo als Redner auftreten, aber nicht mehr. Aber wie schon bemerkt, hinterfrage ich gerne Aussagen von hochrangigen Funktionären auf eventuell eigennützige Motive. Meinen persönlichen Finanzen und Karrieeambitionen hätte es eher geholfen, wenn ich mich schon in der WBZ auf die Seite der Schnittchenesser geschlagen hätte, aber ich verzichte lieber auf Karriere und Pöstchen bei Organisationen, deren Ziele und Vorstellungen ich nicht teile.
Das Gefährliche ist halt, daß er mit dieser Aussage als "Ärztechef" eben als ein Wissenschaftler mit eventuell abweichender Meinung wahrgenommen wird, und nicht als Funktionär.
Daß gerade letzte Woche in der SZ so eine Art homestory (Gassen mit Piratenmaske und Gummistiefeln im OP, der trotz Bentley und Praxis auf der KÖ selbstverständlich rund um die Uhr für seine Kassenpatienten da ist ) publiziert wurde, ist sicherlich auch reiner Zufall.

Mano
17.12.2020, 22:49
Kollege tarumo argwöhnt ja bei allen Menschen gleich monetäre Interessenskonflikte als primäre Handlungsmotivation (was das wohl über seine eigenen Ziele aussagt?). Ich gebe eher mal grundsätzlich zu bedenken, daß Herr Gassen als Orthopäde und Ärztefunktionär nicht mehr Qualifikation hat, die positiven wie negativen Effekte der Maßnahmen zu beurteilen, wie beispielsweise ich als Hausarzt oder Feuerblick als Augenärztin und MDK-Gutachterin. Mit anderen Worten: das ist auch bloß eine einzelne ärztliche Meinungsäußerung, die nicht besonders hilfreich ist.

Ich fürchte die Qualifikation von Herrn Gassen ist nicht die eines Hausarztes. Als Orthopäde dürfte er bisher keinem einzigen Coronapatient begegnet sein.
Ansonsten ist das, was er sagt - aktuell, aber auch schon vor Corona - nichts anderes als Lobbyismus für die niedergelassenen Ärzte. Seine Äußerungen zur ambulanten Notfallversorgung sind einfach nur lachhaft...

Leolinaa03
17.12.2020, 22:53
Bin zwar noch im Pj, aber hier ist mehr los und hoffe jmd war schon mal in einer ähnlichen Situation.
Ich habe richtig Glück aktuell. Extra 10 Tage vor geplanter Heimreise in Quarantäne begeben und niemanden mehr gesehen. Geplante Freitestung am Heimreisetag. Letzte Woche hab ich noch gearbeitet und wirklich sehr aufgepasst. Leider ist dann eben doch der ein oder andere covid positive Patient dabei, den man visitieren & bei dem man Blutabnehmen und Viggos legen darf. Wir haben im KH ausschließlich (auch auf covid Station / ITS) nur nicht CE geprüfte „ffp2“ Masken von einem chinesischen Hersteller. In den letzten Wochen gabs da einige Aussagen (auch vom lt. OA), dass dieses Modell wohl nur 40% der Viren abhält statt den vorgeschriebenen <6%.

Wie es der Zufall nun will, hab ich nun in meiner Quarantäne Fieber um 39 grad, Gliederschmerz und Schüttelfrost bekommen. Kein Geschmacksverlust. Hab mich dann mit unserer zuständigen Hygienikerin in Verbindung gesetzt die für die gesamte Covid Situation im Haus zuständig ist. Auch auf Hinraten des ärztlichen Bereitschaftsdienst, damit es eben BGlich aufgenommen ist.
Die hat aber direkt gesagt:“ ja kommen Sie morgen es gibt dann einen antigenschnelltest und nur bei pos Ergebnis eine PCR.“ ich weiß selbst wie valide diese Schnelltest teilweise sind, wir haben noch gescherzt in der Abteilung, ob es da jemals ein positives Ergebnis gibt, weil gefühlt jeder bei uns im Haus falsch negativ war und am Ende dann in der PCR doch covid hatte.

Nun meine Frage an die Schwamintelligenz des Forums (insb. Arbeitsmediziner unter euch). Habe ich in diesem Fall ein Anrecht auf die PCR? Ich muss mich eig im KH angesteckt haben, da ich ja danach in Quarantäne war und bin eben klar symptomatisch.

Bin dankbar für eure Hilfe! & freue mich schon sehr auf ein einsames Weihnachten in meiner Wohnung. Yay

Thomas24
17.12.2020, 23:45
Ansonsten ist das, was er sagt - aktuell, aber auch schon vor Corona - nichts anderes als Lobbyismus für die niedergelassenen Ärzte.

Ich muss da mal kurz was richtig stellen: wenn Hr. Gassen Lobbyismus für die niedergelassene Ärzteschaft betreiben sollte, hat er das bislang aber gut vor den niedergelassenen Kollegen verbergen können ;-) Gebührenordnung auf dem Stand der 80 er Jahre und Scheitern der Novellierung an den Kostenträgern ('Eure neue Gebührenordnung darf insgesamt aber nicht teurer werden, als die bisherige aus den 80 er Jahren, gell') spricht nicht für eine effektive Interessenvertretung.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung ist kein Lobbyinstrument, sondern eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts, und Teil der vielen Aufsichtsorgane, die unseren Beruf regulieren... und auch diese Organisation zieht dabei den Typus Mensch an, der gerne von Macht und Einfluss angezogen wird. Glaub mal, es gibt genügend Kollegen, die gerne diese Art von Funktionärs - 'Lobby' aus KV und Kammern etc. los werden würden.

cartablanca
18.12.2020, 02:13
Tja für wen betreibt Herr Gassen also jetzt Lobbyismus: für die Ärzte, für die Regierung, für die Kassen... oder versucht er mit reverser Psychologie die Massen zur Impfung zu bewegen... man weiß es nicht.

https://gbdeclaration.org/die-great-barrington-declaration/

Harvard-, Stanford-, Oxford -Professoren... und von wem werden die gesponsored?

Laborwichtel88
18.12.2020, 04:06
Und dabei handelt es sich um eine nicht-randomisierte, nicht-verblindete Studie.

Die kann peer-reviewt sein, so viel sie will, by design werden beobachtete Effektstärken nahezu sicher zugunsten von Ivermectin überschätzt.
Das Ausmaß an bias, das in dieser Studie unvermeidbar ist, ist jenseits des Kontrollierbaren.

In der Studie von Rajter et al. (https://journal.chestnet.org/article/S0012-3692(20)34898-4/fulltext) wurde aus diesem Grund auch die Gruppe gematched, um einen solchen Bias zu vermeiden.
Es ist Quatsch zu behaupten, dass Effektstärken bei OCT Studien die Effekte "sicher" überschätzt werden. Wenn es einen Bias gibt, kann der je nach Situation in beide Richtungen gehen. Im Mittel gibt es bei OCTs und RCTs keine signifikanten Unterschiede in der Effektstärke (Anglemyer et al. 2014 (https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.MR000034.pub2/full)). Hier bei Corona liegt hier häufig genau das Gegenteil vor, nämlich dass in Observationsstudien Patienten mit schwerwiegenden Verlauf und mehr Komorbiditäten das Medikament erhalten, weil man denkt. "Naja viel kann man bei den Patienten X sowieso nicht mehr machen, es gibt zwar noch keine richtigen Beweise, dass Medikament Y wirkt, aber man kanns ja mal versuchen". Die ersten Studien zu HCQ waren ja deswegen einige Observationsstudien, bei denen die Behandelte Gruppe wesentlich schwerer erkrankt war und es in den Fall auch schon zu Beginn sich kein positiver Effekt bei HCQ zeigte (z.B. Magagnoli et al. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7274588/)) und aufgrund dieser Observationsstudien für HCQ haben genau einige Leute genau umgekehrt argumentiert haben, dass aufgrund des negativen Bias eine Wirksamkeit von HCQ nicht ausgeschlossen werden kann. Um so etwas zu vermeiden hat die Studie von Rajter et al. ja die Gruppen ja auch nach möglichen Variablen (Alter, Schwere, Komorbiditäten, Krankheiten, Medikation und viele andere) gematched, um die Fehler wie beim HCQ von Anfang an zu vermeiden.



Rajter et al schreiben auch selbst: "Further studies in appropriately designed randomized trials are recommended before any conclusions can be made."


Ja genau, das entspricht der Definition von niedriger Evidenz nach GRADE (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC428525/). Im Übrigen widersprichst du dich auch selbst. Du sagst einerseits, soll man auf die GRADE Standards achten, anderseits ignorierst du Aussagen von GRADE, die dir nicht passen wie GRADEs Aussagen zum Studiendesign "observational studies commonly have results that are similar to those of randomised trials" und "randomised trials are not always feasible and, in some instances, observational studies may provide better evidence"



Wenn Ivermectin so geil ist, wäre es doch absolut trivial, das randomisiert, doppelblind und Placebo-kontrolliert zu reproduzieren.
Dass das noch nicht einmal versucht wird, sagt m.E. schon alles.
Übrigens sind die in-vitro-Daten 8 Monate alt. Ich hab im April erstmals von Ivermectin gelesen.
Und seitdem: Nix.

Es ist falsch zu behaupten es wird nicht versucht an Ivermectin zu forschen, wie gesagt Dutzende RCT Studien wurden oder werden durchgeführt (siehe hier (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7564151/) und hier (https://clinicaltrials.gov/ct2/results?cond=Covid19&term=ivermectin&cntry=&state=&city=&dist=)). Die frühesten RCTs wurden erst im Juni gestartet und was jetzt zu Verfügung steht sind hastig durchgeführte Studien in Entwicklungsländern und wie gesagt auch einige bessere OCTs. Es gibt einige RCT Studien in Italien, Großbritannien, USA, Japan und Israel, aber die werden erst Ende dieses Jahres oder nächstes Jahr abgeschlossen sein. Es ist Schade, dass die Forschung an Generika zu COVID-19 in Industriestaaten vernachlässigt wird und die meisten Studien in Entwicklungsländern durchgeführt werden.



Ich bleibe dabei.
Es ist die gleiche unwissenschaftliche, populistische Scheiße wie bei HCQ.
Stattdessen kriegen wir ungenügende Daten vorgesetzt und sollen ins Blaue hinein unsere Therapie ändern.
Und jetzt plötzlich kommen sie wieder damit um die Ecke, ohne adäquate Daten vorzuweisen.
Und ebenso wie die HCQ-Promoter drängt sich mir auch bei Ivermectin der dringende Verdacht auf:
Die WOLLEN keine hochwertige Evidenz.
Die wollen POSITIVE Ergebnisse und pfeifen dabei aufs bias.

Das ist aber eine ganz schöne Verschwörungstheorie. Welche Medien, welche große Organisation fordern denn den Einsatz von Ivermectin zu Zeit in Deutschland?? Nur einige verstreute Länder wie Peru, Bolivien, Ägypten und Teile Indiens wird von den Behörden der Einsatz von Ivermectin gefördert. Siehst du eine peruanische Unterwanderung Deutschlands? Wer sind denn "die" oder "sie" die keine hochwertige Evidenz wollen? Welche Organisation hat die Macht hochwertige Evidenz bei Generika zu unterdrücken? Das ist doch einfach nur Verschwörungsgeschwurbel. Also wenn du mit derselben Argumentation bei Impfstoffen oder Lockdown daherkommst, wie du gegen Ivermectin agitierst, müsstest du eigentlich ein radikaler Impfgegner sein, der mit Aluhut mit den Querdenkern marschiert.

Aber trotzdem bin ich dir dankbar. Als ich die Reviews gelesen habe, war ich mir am Anfang unsicher und wollte mal allgemein rumfragen, was die Leute davon halten, weil das klingt eigentlich auf den ersten Blick zu gut, um wahr zu sein. Dank dir habe ich mich mit den Details des Reviews beschäftigt und denke das an der Geschichte mit den Ivermectin was dran ist. Mit der Ausnahme der Argumente zur Methodik der RCTs (die finde ich gut waren), waren deine anderen Argumente besonders in deinen letzten Beitrag Verzerrungen, Falschdarstellungen, Verschwörungsgeschwurbel und widersprichst dich auch selbst. Ich weiß nicht, was deine Motive sind ein Anti-Generika Propagandist zu ein, aber da du sozusagen mein kleiner Arschengel bist, rate ich dir entweder auf die Sachebene zurückzukehren, ansonsten wirkst du ziemlich unseriös.

tarumo
18.12.2020, 05:33
Ich muss da mal kurz was richtig stellen: wenn Hr. Gassen Lobbyismus für die niedergelassene Ärzteschaft betreiben sollte, hat er das bislang aber gut vor den niedergelassenen Kollegen verbergen können ;-) Gebührenordnung auf dem Stand der 80 er Jahre und Scheitern der Novellierung an den Kostenträgern ('Eure neue Gebührenordnung darf insgesamt aber nicht teurer werden, als die bisherige aus den 80 er Jahren, gell') spricht nicht für eine effektive Interessenvertretung.


Die gezielte Verschleppung der GOÄ-Novellierung fällt ausnahmsweise nicht unter Gassens Verantwortung, sondern ist primär von dem jetzt intergalaktischen Ärztepräsidenten "ich-will-auch-noch-was-dazu-sagen" Montgomery und seinem Nachfolger "Einstecktuch" Reinhardt veranlaßt worden. Das nicht nur sehr zum Schaden der anvertrauten Ärzteschafe und mit Wohlwollen der Politik, sondern auch mit einer Kompetenzüberschreitung mangels Zuständigkeit und auch außerhalb der geltenden Gesetze (die BÄK ist ein nicht rechtsfähige Arbeitsgemeinschaft).
Gassen ist einer der typischen Funktionäre, wie sie in sozialistischen Konstrukten auftreten. Extrem gut bezahlt, aber komplett abhängig von dem Wohlwollen der übergeordneten (Gesundheits)politik und der mächtigen Kassen, dafür aber bezahlt von denen, die er kunjoniert. Gleichzeitig aber was von der "Interessenvertretung des kleinen Mannes" schwafeln...wie gesagt, Geschichte wiederholt sich...

Mit Ausnahme der Frisur und des Bentley könnte er auch als SED-Bezirksparteileiter durchgehen...

123Test
18.12.2020, 10:34
Hi. Wie ist der aktuelle Stand bzgl. Quarantäne bei positiv getestetem Partner? Meine Freundin wurde heute positiv getestet per Schnelltest (der in Kliniken durchgeführte mit ganz guter Validität, keiner von denen aus der Apotheke). Sie hat direkt einen weiteren Roche Test sowie eine PCR abgegeben. Sie hatte zuletzt auch viel Kontakt zu positiven Patienten mit Corona
Wir sind beide Ärzte in kommunalen KH. Ich warte noch bis ich die vollen Infos von ihr habe und informiere dann direkt meinen AG.
Bis das Gesundheitsamt sich meldet dauert es ja aktuell wohl ewig.
Achso, wir wohnen in einem Haushalt.

Hierzu eine Nachfrage:
Die PCR meiner Freundin ist negativ, sie soll somit ab Montag wieder arbeiten gehen. (Schnelltest war der Antigen Schnelltest von vonminden der eigentlich eine Spezifität von 99,9% haben solle).
Mein Schnelltest ist ebenfalls negativ, das PCR Ergebnis steht bei mir noch aus. Meine Hygiene ist nicht erreichbar gerade, aber ich gehe damit davon aus dass ich ebenfalls arbeiten werde.

roxolana
18.12.2020, 12:09
Letztlich zählt die PCR. Wie stark war denn der Teststrich beim Schnelltest? Ich hatte hier auch mal so einen falsch positiven Schnelltest, allerdings war dort der Teststrich auch ziemlich dezent.

123Test
18.12.2020, 13:27
Der Schnelltest war wohl eindeutig positiv.
Letzte Woche hatte sie schon mal einen schwach positiven Schnelltest, da ist aber dann, außer weiterer PCR, keine weitere Konsequenz gezogen worden da der Ausbruch im Hause und der Kontakt geringer waren.

roxolana
18.12.2020, 13:37
Wurde sie also mit zwei unterschiedlichen Schnelltests (Roche und Nadal) positiv getestet? Hat sie irgendwelche Symptome? Wurden Schnelltest und PCR beide nasopharyngeal abgenommen?