Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
https://www.tagesspiegel.de/berlin/zu-wenig-rueckmeldung-zu-wenige-dosen-impfzentrum-arena-schliesst-voruebergehend-tegel-oeffnet-erst-spaeter/26756944.html
Berlin kann Organisation einfach!
https://www.tagesspiegel.de/berlin/zu-wenig-rueckmeldung-zu-wenige-dosen-impfzentrum-arena-schliesst-voruebergehend-tegel-oeffnet-erst-spaeter/26756944.html
Berlin kann Organisation einfach!
Genau! Und der Oberverantwortliche, nicht nur für die Impfzentren und Impfstoffbeschaffung, sondern auch die Finanzierung des gesamten Gesundheitswesens allgemein und des resultierenden Personalmangels im besonderen, ist diese Woche zum beliebtesten deutschen Politiker gekürt worden. Es war auch überhaupt keine Zeit zur Vorbereitung, und die zweite Welle ist mit der Vorwarnzeit eines Nordseeorkans über ´schland hereingebrochen.
Während sein großes Vorbild auf der anderen Atlantikseite für diversen Fehlleistungen und für bis jetzt nicht gekannten Nepotismus und Bereicherung im Amt abgewählt wurde. Genau mein...aber das wißt Ihr ja;-)
Wenn keine Nachfrage da ist, kann man bei fehlender Impfpflicht auch niemanden dazu zwingen.
Und was die Logistik angeht finde ich es bemerkenswert dass man innerhalb von wenigen Monaten nicht nur einen Impfstoff auf den Markt gebracht hat sondern diesen zunehmend flächendeckend anbieten und die Verabreichungen koordinieren konnte.
Wie seid ihr denn darauf aufmerksam gemacht worden dass ihr euch eigentlich impfen lassen solltet? Wurde euch ein Termin im Impfzentrum gleich angeboten bzw. organisiert? Und gibt es wirklich keine Konsequenzen wenn man sich nicht darum kümmert oder es sogar ablehnt? Am Ende wird einem noch die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe angedichtet - letztere macht ja offenbar je nach Statistik zwei Drittel bis die Hälfte der Bevölkerung aus. Im Sinne von "entweder impfen lassen oder sich keinem Risiko mehr aussetzen dürfen". Bin wirklich gespannt wie das in der nächsten Zeit weitergeht.
Matzexc1
29.12.2020, 20:52
Wenn keine Nachfrage da ist, kann man bei fehlender Impfpflicht auch niemanden dazu zwingen.
Und was die Logistik angeht finde ich es bemerkenswert dass man innerhalb von wenigen Monaten nicht nur einen Impfstoff auf den Markt gebracht hat sondern diesen zunehmend flächendeckend anbieten und die Verabreichungen koordinieren konnte.
Wie seid ihr denn darauf aufmerksam gemacht worden dass ihr euch eigentlich impfen lassen solltet? Wurde euch ein Termin im Impfzentrum gleich angeboten bzw. organisiert? Und gibt es wirklich keine Konsequenzen wenn man sich nicht darum kümmert oder es sogar ablehnt? Am Ende wird einem noch die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe angedichtet - letztere macht ja offenbar je nach Statistik zwei Drittel bis die Hälfte der Bevölkerung aus. Im Sinne von "entweder impfen lassen oder sich keinem Risiko mehr aussetzen dürfen". Bin wirklich gespannt wie das in der nächsten Zeit weitergeht.
Rundmail mit einem link und einer Telefonnummer. Die Einteilung erfolgte nach der gesetzlichen Regelung, Anästhesisten wurden offenbar auch in der nationalen Handlungsanweisung erstmal vergessen.
Wenn die Impfung berufswegen erwartet wird dann fände ich es besser, wenn man sich diese vom Betriebsarzt holen könnte. Zumindest für den auf die Gesamteinwohnerzahl bezogen doch ziemlichen Ausnahmefall dass es sich um Klinikpersonal handelt. Immerhin wäre die Motivation in dem Fall ja auch, dass man beruflich funktioniert.
Und irgendwann wird jeder dran sein. Wie viele es machen werden hängt vermutlich damit zusammen wie viel Druck in der Richtung ausgeübt wird. Solange die Kontingente noch begrenzt sind und nur wenige bedient werden können wird der Druck vermutlich sehr viel geringer sein als wahrscheinlich irgendwann in ein paar Monaten. Oder spürt ihr schon einen gewissen Druck von seiten der Klinik euch impfen zu lassen?
Nun gibt es Näheres zum Procedere bei der Panne:
(...)
Eine Krankenschwester habe den Inhalt der Gläser zwar mit der korrekten Menge an Natriumchloridlösung verdünnt, dann aber dem Arzt zum Impfen jeweils Spritzen mit dem kompletten Inhalt des Fläschchen gereicht.
Das habe sie achtmal gemacht. Danach sei der Impstoff, der eigentlich für 40 Personen vorgesehen war, verbraucht gewesen.
Also wie ich vermutet hatte. War rein von der Mathematik her irgendwie logisch, dass das Verdünnen nicht das Problem gewesen sein konnte :-))
Frage aus dem Impfzentrum:
Krankenpflegerin (29 Jahre) mit relevanten Vorerkrankungen (DM1 und Morbus Crohn) möchte sich impfen lassen. Allerdings wurde sie im April positiv getestet, war laut ihrer Aussage aber komplett asymptomatisch. Laut STIKO sollte sie demnach nicht geimpft werden ("Zur Frage, wann Personen mit nachgewiesener-maßen durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion eine Impfung angeboten werden sollte, kann die STIKO auf Basis der aktuell vorliegenden Evidenz noch kei-ne endgültige Aussage machen. Nach überwiegen-der ExpertInnenmeinung sollten Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben, zunächst nicht geimpft werden"), so ist auch die Anweisung unseres ärztlichen Leiters.
Sie möchte sich allerdings trotzdem impfen lassen, da sie Angst hat, dass sie keinen ausreichenden Antikörpertiter mehr hat und einen Todesfall in der Familie hatte. Im Notfall würde sie die positive Testung verschweigen.
Wir würdet ihr in dieser Situation verfahren (ich würde sie impfen)?
Ich würde sie nicht impfen, auch wenn ich ihre Gedanken nachvollziehen kann. Aber mich entgegen die Empfehlungen zu stellen, halte ich nicht für ratsam. Wenn sie so unbedingt geimpft werden will, dann soll sie halt wirklich verschweigen (ein Tipp, den ich ihr nicht geben würde), aber nicht die impfende Person in diese mitwissende Lage bringen.
Feuerblick
30.12.2020, 17:11
Ich würde sie nicht impfen, auch wenn ich ihre Gedanken nachvollziehen kann. Aber mich entgegen die Empfehlungen zu stellen, halte ich nicht für ratsam. Wenn sie so unbedingt geimpft werden will, dann soll sie halt wirklich verschweigen (ein Tipp, den ich ihr nicht geben würde), aber nicht die impfende Person in diese mitwissende Lage bringen.
Sehe ich ähnlich. Ich würde zumindest zum jetzigen Zeitpunkt und angesichts der ja noch nicht im Übermaß vorhandenen Impfstoffe nicht impfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch geschützt ist (Antikörper sind ja, wie man weiß, nicht alles), ist doch recht hoch.
Später, wenn alle Zugang zu ausreichend Impfdosen haben, kann man das sicher nochmal überdenken.
Ob sie es verschweigen will, muss sie mit sich selbst ausmachen...
Relaxometrie
30.12.2020, 17:13
Sie möchte sich allerdings trotzdem impfen lassen, da sie Angst hat, dass sie keinen ausreichenden Antikörpertiter mehr hat
Hat sie den Titer denn bestimmen lassen? Aber letztlich ist der Antikörpertiter doch eh nicht aussagekräftig, weil er nichts über die T-Zell-Immunität, die wohl so gut wie bei allen Erkrankten vorliegt (oder stimmt das nicht?), aussagt.
In den USA sieht man das anders:
https://abcnews.go.com/Health/people-covid-19-vaccine-doctors/story?id=74783687
Ich würde die derzeitige deutsche Empfehlung also nicht als die einzige wahre Wahrheit ansehen.
Das tut hier auch keiner. Aber mich gegen sie zu stellen, wenn erstens nicht genügend Impfstoff zum jetzigen Zeitpunkt da ist und zweitens auch keine Erfahrungswerte da sind, die ein abweichendes Verhalten meinerseits rechtfertigen würden.
WackenDoc
30.12.2020, 17:48
Vielleicht doch mal AK bestimmen lassen?
Relaxometrie
30.12.2020, 17:50
Ich würde die derzeitige deutsche Empfehlung also nicht als die einzige wahre Wahrheit ansehen.
Ich würde sie als impfender Arzt jedoch sehr penibel umsetzen. Die Priorisierung ist ja der noch herrschenden Impfstoffknappheit geschuldet und hat schon eine gewisse Logik. Diskutieren kann man immer. Aber wenn man jetzt mit jeder Person, die haarscharf an den aktuellen Priorisierungskriterien vorbeischrappt, aber trotzdem geimpft werden möchte, diskutiert, kommt man mMn in Teufelsküche. Und gerechter wird es dadurch auch nicht. Im Gegenteil.....dann werden eher diejenigen geimpft, wie wortgewandter oder fordender auftreten.
Feuerblick
30.12.2020, 17:59
So sehe ich das auch. Es ist die Empfehlung hierzulande und die sollte man umsetzen.
Nicht zuletzt auch, um sich bei Problemen nicht später rechtfertigen zu müssen, warum man genau diese Person entgegen aller zu dieser Zeit geltenden Empfehlungen doch geimpft hat.
Ja, das ist sowieso klar. Ich hab es aus der Sicht der betroffenen Person betrachtet. Nicht aus der Sicht des impfenden Arztes.
In den USA sieht man das anders:
https://abcnews.go.com/Health/people-covid-19-vaccine-doctors/story?id=74783687
Ich würde die derzeitige deutsche Empfehlung also nicht als die einzige wahre Wahrheit ansehen.
Die deutsche Empfehlung unterscheidet sich nicht groß.
Das RKI sagt, zum jetzigen Zeitpunkt erstmal nicht impfen, also nicht in der ersten Welle. Aber eben durchaus später.
„should still be vaccinated when they are eligible” sagt nichts anderes.
Danke für eure Einschätzungen. Ich werde ihr mal die Bestimmung des IgG-Titers empfehlen.
Relaxometrie
30.12.2020, 19:44
Danke für eure Einschätzungen. Ich werde ihr mal die Bestimmung des IgG-Titers empfehlen.
Wobei sie mit dem Ergebnis nur zufrieden sein wird, wenn die Titer ausreichend hoch ist. Ist er negativ, wird sie weiterhin darauf bestehen, die Impfung so schnell wie möglich zu bekommen.
Aber über den normalen Weg würde sie doch gar nicht mehr allzu lange auf die Impfung warten müssen. Ggfs. gehört sie ja aufgrund ihres Berufs zur "hohen Priorität". Aufgrund ihres Diabetes Mellitus gehört sie spätestens in die Gruppe mit "erhöhter Priorität". Sie wird also nicht warten müssen, bis "Hinz&Kunz" dran ist.
Wobei sie mit dem Ergebnis nur zufrieden sein wird, wenn die Titer ausreichend hoch ist. Ist er negativ, wird sie weiterhin darauf bestehen, die Impfung so schnell wie möglich zu bekommen.
Ohne Titer sehe ich keinen Grund, ihr die Impfung vorzuenthalten. Der Einfluss der T-Zell-gestützten Immunität ist meines Kenntnisstandes nach noch nicht gänzlich gesichert.
Aber über den normalen Weg würde sie doch gar nicht mehr allzu lange auf die Impfung warten müssen. Ggfs. gehört sie ja aufgrund ihres Berufs zur "hohen Priorität". Aufgrund ihres Diabetes Mellitus gehört sie spätestens in die Gruppe mit "erhöhter Priorität". Sie wird also nicht warten müssen, bis "Hinz&Kunz" dran ist.
So wie ich das verstehe, sollen in der Vergangenheit positiv getestete Personen nicht nachrangig, sondern vorerst überhaupt nicht geimpft werden.
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