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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread



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daCapo
28.03.2021, 21:14
Ist das so? Ich gehe oft nach 20 uhr einkaufen und es ist eigentlich schon immer noch was los. Ruhiger wird es hier im Rewe eher erst ab 22 uhr.


Gegen 22 Uhr ist in dem REWE am Stadtrand tatsächlich nur wenig los.
Doch in dem in der Innenstadt gelegenen 24h REWE ist auch um 23:30 relativ viel los, viele junge Leute.

WiWi18
28.03.2021, 21:46
Wobei das Argument, es sei ja in den meisten anderen Ländern mehr Freiheit da, nicht wirklich stimmt. Frankreich, Italien, Spanien z.B. hangeln sich von einer Ausgangssperre zur nächsten (und ich spreche hier nicht von nächtlicher, sondern von ganztägiger Ausgangssperre über Wochen). Meine Tante sitzt schon wieder seit Wochen daheim, denn Militär und Carabinieri patrouillieren in ihrem Wohnort, Verstoß gegen die Auflagen wird richtig teuer. Bei Ausbrüchen gibt es Massentests für das ganze Dorf (im Zweifelsfall unter Androhung von Waffengewalt, sollte sich jemand weigern). Ich finde davon sind wir in Deutschland noch sehr weit weg.

Stimmt halt nicht. In Italien waren z.B. Restaurants ab dem 1.2. offen. In Frankreich war der Einzelhandel den ganzen Winter über offen; jetzt freilich wieder Reconfinement in der Hauptstadtregion - wobei das dort recht locker gehandhabt wird. Es ist, in der gegenwärtigen Situation, schon ein Segen, ein paar Wochen oder Monate etwas mehr tun zu dürfen, als im Sinne von no Covid zu versuchen, die Inzidenz auf 0 zu drücken, obwohl man leider keine Insel ist.

Auch die Schweiz, Österreich, Schweden haben und hatten deutlich liberalere Regime als wir, ohne dass es dort zum Massensterben kam.

kartoffelbrei
28.03.2021, 22:47
Habt ihr eigentlich bei euren Überlegungen auch die erhöhte Mortalität und Morbidität berechnet, die dadurch zustande kommt, dass die Leute seltener zum Arzt gehen und somit Krebsdiagnosen später gestellt werden, Schlaganfälle und Herzinfarkte übersehen werden etc.?

Dieses Argument habe ich noch nie verstanden... Die Leute gehen doch nicht weniger zum Arzt, weil es Maßnahmen zum Schutz vor Corona gibt, sondern weil sie Angst haben, sich anzustecken. Wenn wir einfach nichts machen würden und die Zahlen dementsprechend höher wären, würden sich die entsprechenden Personen doch noch weniger zum Arzt trauen.

Freiwillig wird ja aktuell nicht mehr wirklich Elektivprogramm reduziert, was man hier so hört. Im Gegensatz dazu kann ich aber zumindest für mein Haus sagen, dass bei uns jetzt seit Monaten die chirurgische ITS um ein Drittel bis die Hälfte weniger Betten befahren kann, weil darin Covid-Patienten liegen. Das sind mehrere große Tumor-OPs pro Tag, die deshalb nicht laufen können. Und bei höheren Fallzahlen wären es noch mehr...

cartablanca
29.03.2021, 04:33
Du hast in deinem Szenario den Einfluss der Dauer der Pandemie nicht berücksichtigt. Um mal ein extremes Beispiel zu konstruieren. Theoretisch könnte man die Durchimpfung der Bevölkerung über die nächsten 20 Jahre in die Länge ziehen. Anstatt eine Durchseuchung mit Herdenimmunität innerhalb weniger Monate in Kauf zu nehmen. Es kann dann sein, dass im ersten Fall mehr Menschen sterben, weil sie bicht zum Arzt gehen als im zweiten Fall wo die Dauer der Pandemie zeitlich begrenzt ist.

kartoffelbrei
29.03.2021, 07:28
Du meinst nicht, dass irgendwann ein Gewöhnungseffekt eintreten würde? Ist doch jetzt schon so, dass während der ersten Welle deutlich weniger los war als in den darauffolgenden.

Choranaptyxis
30.03.2021, 12:19
Das ist natürlich auch nicht repräsentativ, aber schon bitter und traurig.
Chefarzt am Klinikum Zittau nach Coronaerkrankung gestorben (https://www.zeit.de/news/2021-03/30/chefarzt-am-klinikum-zittau-nach-coronaerkrankung-gestorben)

Praia-do-Forte
30.03.2021, 17:35
Dieses Argument habe ich noch nie verstanden... Die Leute gehen doch nicht weniger zum Arzt, weil es Maßnahmen zum Schutz vor Corona gibt, sondern weil sie Angst haben, sich anzustecken. Wenn wir einfach nichts machen würden und die Zahlen dementsprechend höher wären, würden sich die entsprechenden Personen doch noch weniger zum Arzt trauen.

An dieser Stelle möchte ich doch kurz widersprechen.
Wir haben bei uns immer wieder Patienten (oder entscheidungsbefugte Angehörige) die eine stationäre Aufnahme ablehnen wegen der Corona-Maßnahmen.
Das fängt in der Aufnahme an wo z.B. demente Patienten nicht begleitet werden dürfen und deshalb relevante Infos untergehen,
geht über den Aufenthalt, wo desorientierte Patienten nicht engmaschig besucht werden dürfen und deshalb erst recht durchdrehen,
bis zum drohenden Tod, wo die Angst davor alleine zu sterben die Leute zu Hause bleiben lässt...
Alles schon oft so gesehen!

daCapo
30.03.2021, 17:53
Furchtbar, hoffentlich nimmt die Impfkampagne diesen Monat endlich Fahrt auf wie in GB oder den USA

kartoffelbrei
30.03.2021, 20:20
An dieser Stelle möchte ich doch kurz widersprechen.
Wir haben bei uns immer wieder Patienten (oder entscheidungsbefugte Angehörige) die eine stationäre Aufnahme ablehnen wegen der Corona-Maßnahmen.
Das fängt in der Aufnahme an wo z.B. demente Patienten nicht begleitet werden dürfen und deshalb relevante Infos untergehen,
geht über den Aufenthalt, wo desorientierte Patienten nicht engmaschig besucht werden dürfen und deshalb erst recht durchdrehen,
bis zum drohenden Tod, wo die Angst davor alleine zu sterben die Leute zu Hause bleiben lässt...
Alles schon oft so gesehen!

Ich habe mich primär auf private bzw. wirtschaftliche Beschränkungen bezogen. Im Hinblick auf die Maßnahmen im Krankenhaus gebe ich dir da völlig Recht!

Wir hatten schon mehrere Corona-Ausbrüche im Haus, die überhaupt nicht witzig waren, deswegen verstehe ich einerseits die Vorsicht der Betreiber. Andererseits könnte aber v.a. in punkto Schnelltests (z.B. bei Personal + "essentiellen" Besuchern) viel mehr gemacht werden, dann könnte wahrscheinlich auch manches weniger rigoros gehandhabt werden.

arbeiter79
01.04.2021, 11:28
Wurde in Deutschland jemals verboten, sich mehr als 1 km von der Wohnung wegzubewegen? Wurde hier jemals verboten, das Haus außer zum Einkaufen, zur Arbeit oder zum Arztbesuch zu verlassen? So richtig mit Sanktionen verboten? Mit Polizei, die dich kontrolliert? So wie in anderen Ländern? Nee, wir jammern, weil wir verschiedenen Freizeitaktivitäten nicht nachgehen dürfen und nennen das „eingesperrt“. Frag mal die z.B. Spanier, wie sie das finden.
Wir wurden in für das Leben unbedeutenden Freiheiten eingeschränkt. Von Polizeistaat und „eingesperrt“ sind wir weit weg, können aber schon mit dem bisschen Pseudo-Lockdown nicht umgehen. Kein Wunder, dass andere Länder das mit ihrem Lockdown konsequent und erfolgreich schaffen, Deutschland aber mit seinem Mimimi-Lockdown nie vom Fleck kommt.

Tja, in Spanien oder Italien haben die mit ihren strengen Einschraenkungen Corona mittlerweile hinter sich, davon kann Deutschland nur traeumen, frage mich ob der 1km Radius da den Ausschlag gegeben hat? Insgesamt stehen die Laender mit den haertesten Einschraenkungen eben deutlich besser da, die Zahlen tendieren ruckzuck gegen 0 und dann dann bleiben sie auch da! Eingeschraenkung von Freizeitaktivitaeten hilft da nichts, da brauchts schon anstaendig Polizei in den Strassen und Wohnung nur zum Einkaufen verlassen, alles laengst bewiesen durch den Erfolg der Laender in denen das genauso durchgezogen wurde, nur in Deutschland wirds natuerlich nichts.

Evil
01.04.2021, 12:36
Italien hat Corona hinter sich? Ach, deswegen haben sie die Maßnahmen bis nach Ostern verlängert...

Kackbratze
01.04.2021, 13:05
In Spanien liegt ein Massnahmenflickenteppich wie bei uns vor. Madrid ist Anders als Barcelona, als Valencia oder die Balearen. Da ist auch noch nicht Alles vorbei.

Christoph_A
01.04.2021, 13:19
Zumal weder in Spanien noch in Italien die auf dem Papier wirklich sehr harten lockdown Regeln a la long gegriffen haben, wie die immer wiederkehrenden Lockdowns sowie die doch sehr langsame Fallzahlentwicklung während der Lockdownphasen zeigen.
Der einzige südeuropäische harte Lockdown, der bis jetzt dauerhaft wirkt, ist der portugiesische, da sind die Leute aber auch etwas anders gestrickt, als in Italien oder Spanien.

tragezwerg
01.04.2021, 17:31
Meine Tante wohnt in Italien, die hocken gerade alle ganztags wieder zuhause während draußen das Militär patroulliert...klingt für mich nicht nach "Corona hinter sich haben".

GelbeKlamotten
01.04.2021, 20:28
In Japan gibt es für Einreisende 3 Tage Quarantäne auf Staatskosten inklusive Hotel und Verpflegung.

https://www.tagesschau.de/ausland/asien/tokio-einreisebestimmungen-corona-101.html (mit Audio!)

Aber die Tagesschau schafft es in einem katastrophal schlecht recherchierten Artikel, das ganze unfassbar negativ darzustellen.

„Wie im Knast“, „dünne Schweinelappen“, „Trockenfutter“...

Die Strategie ist wohl neuerdings, die Covid-Maßnahmen anderer Länder konsequent schlecht zu machen, um vom Chaos in Deutschland abzulenken. Dieser Trend hat ja auch schon Einzug hier ins Forum gefunden.

Ein absolut unmöglicher Bericht meiner Meinung nach. Wie leider immer öfter in der Tagesschau. Mit gutem professionellem Journalismus hat das nichts zu tun. Das ist eher das Niveau, auf dem sich die Bildzeitung vor 20 Jahren bewegte.

FirebirdUSA
01.04.2021, 22:02
In Japan gibt es für Einreisende 3 Tage Quarantäne auf Staatskosten inklusive Hotel und Verpflegung.

https://www.tagesschau.de/ausland/asien/tokio-einreisebestimmungen-corona-101.html (mit Audio!)

Aber die Tagesschau schafft es in einem katastrophal schlecht recherchierten Artikel, das ganze unfassbar negativ darzustellen.

„Wie im Knast“, „dünne Schweinelappen“, „Trockenfutter“...

Die Strategie ist wohl neuerdings, die Covid-Maßnahmen anderer Länder konsequent schlecht zu machen, um vom Chaos in Deutschland abzulenken. Dieser Trend hat ja auch schon Einzug hier ins Forum gefunden.

Ein absolut unmöglicher Bericht meiner Meinung nach. Wie leider immer öfter in der Tagesschau. Mit gutem professionellem Journalismus hat das nichts zu tun. Das ist eher das Niveau, auf dem sich die Bildzeitung vor 20 Jahren bewegte.

Und wo hast du den Wahrheitsgehalt besser recherchiert? Ich erlaube mir im Moment keine Wertung, liest sich aber als ob die Redakteurin selbst 3 Tage drin saß und es nicht so toll fand...

GelbeKlamotten
01.04.2021, 22:45
Und wo hast du den Wahrheitsgehalt besser recherchiert? Ich erlaube mir im Moment keine Wertung, liest sich aber als ob die Redakteurin selbst 3 Tage drin saß und es nicht so toll fand...

Die wenigen objektiven Fakten zweifle ich nicht an: Man muss drei Tage in staatlich finanzierte Quarantäne, es passt jemand auf, dass man wirklich im Zimmer bleibt und es gibt Schweinefleisch mit Reis und Gemüse zu essen.

Der Rest ist pure negative Stimmungsmache. „Knast“, „Gefangenschaft“, „dünne Schweinelappen mit Fettrand“ (übrigens ein ganz normales und typisches Essen in Japan, schmeckt sehr gut), „Fütterung“, usw. Ich bitte dich. Wenn man mit so einer Wortwahl über deutsche Maßnahmen berichten würde, dann würde man sofort in die Verschwörungstheoretiker- und Volksverhetzerecke gestellt werden. Aber wenns um die Japaner geht, dann ist es in Ordnung?

Dann noch so Peinlichkeiten wie das: „Der international anerkannte PCR-Test reicht den Behörden nicht mehr aus. Japan verlangt jetzt einen Abstrich aus Nase und Rachen.“

Die Frau hat noch nicht mal verstanden, dass Nasenrachenabstrich und PCR keine alternativen Methoden sind.

Der Artikel ist von vorne bis hinten eine absolute Katastrophe. Sowas hat in seriösen Medien nichts verloren.

In manchen anderen Ländern zahlt man für die dort bis zu 14-tägige Quarantäne selbst, teils mehrere 1000 Euro. Japan übernimmt das inklusive Verpflegung. Und in dem Land sind Unterkünfte nicht gerade billig, genauso wenig wie essen. Was hat die Frau denn erwartet? Ein 5 Sterne Hotel mit eigenem Sushi-Laufband und einer Geisha die jeden Nachmittag im Schutzanzug reinkommt und ihr die Füße massiert?

FirebirdUSA
02.04.2021, 07:57
Also geht es um die Art der Präsentation und nicht den Inhalt, da gebe ich dir Recht. Wahrscheinlich würde sie lieber die 1000 $ zahlen und Sushi in der Quarantäne bekommen. Wenn du keine Wahl über essen und Appellzeiten hast, kann ich den Vergleich mit Gefägnis schon verstehen.
Trozdem hast du natürlich viele richtige Punkte wenn man es von extern betrachtet.

Für mich liest man daraus die gleiche Anspannung die eigentlich gerade alle befallen hat und die man auch hier im Forum findet. Es fällt zunehmend schwer andere Sichtpunkte anzunehmen oder als valide anzuerkennen und es wird vieles ins extreme gezogen. Dauerpandemie
tut keinem gut

Speranza100
02.04.2021, 09:24
Für mich liest man daraus die gleiche Anspannung die eigentlich gerade alle befallen hat und die man auch hier im Forum findet. Es fällt zunehmend schwer andere Sichtpunkte anzunehmen oder als valide anzuerkennen und es wird vieles ins extreme gezogen. Dauerpandemie
tut keinem gut

Das setzt mir in der Pandemie derzeit fast am meisten zu und ich frage mich wie es erst wird, wenn wir den Ressourcenmangel der Erde auch hier zu spüren bekommen, muss meine Gedanken diesbezüglich gerade aktiv oft begrenzen, weil es sonst eine wirklich düstere Zukunftsprognose gibt, wenn ich an Wassermangel und dergleichen denke. Das hat jetzt aber auch wenig mit Corona zutun, sorry für Off Topic.

GelbeKlamotten
02.04.2021, 11:12
Wahrscheinlich würde sie lieber die 1000 $ zahlen und Sushi in der Quarantäne bekommen.

Ich wahrscheinlich auch. Also nicht aus eigener Tasche, aber ich reise auch öfter mal mit Leuten, die mir sowas bezahlen würden. Ich liebe auch Luxushotels. Und Sushi (bzw. Sashimi, Reis esse ich nicht). Und Ausschlafen.

Aber ich finde es bedenklich, wenn man nicht auch mal 3 Tage aushalten kann ohne im Luxus zu schwelgen. Da kann man es dann auch schaffen, ein oder zweimal um eine bestimmte Zeit aufzustehen, um einen Test zu machen. Essen kann sie sich ja auch einfach mitnehmen.



düstere Zukunftsprognose gibt, wenn ich an Wassermangel und dergleichen denke.

Einfach nicht so viel im Parteiprogramm der Grünen lesen. Wasser gibt es - außer in bestimmten Mangelgebieten - auch in Zukunft genug. Allein schon der Begriff Wasser"verbrauch" ist irreführend, denn in den allermeisten Fällen wird Wasser nicht verbraucht, sondern es wird genutzt und danach wieder dem Grundwasser zugeführt, sodass es erneut genutzt werden kann.