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Kackbratze
22.11.2021, 21:41
Denkt hier eigentlich irgendjemand über die Tatsache nach, dass trotz Pandemie Betten gekürzt werden?

Hier werden sich die Köpfe eingeschlagen über mögliche Triagen von wenigen Betten, die man hätte erhalten oder sogar ausbauen müssen?
Klassische Fehlinterpretation der Diskussion; anstatt die Verursacher (wieviele Milliarden sind in ein angebliches "mehr" an ITS-Betten gewandert?) herauszusuchen wird stattdessen über die Verteilung der verbliebenen Brotkante gestritten.
Divide et empere. Funktioniert super hier.

Die abgebauten Betten kann Jeder im DIVI-Register nachlesen, die Gewinne der Konzerne in deren jeweiligen Berichten. Gleichzeitig sind mehr als 60% (man kann sich nach oben um bis zu 25% irren, ist halt Deutschland) geimpft, was zwar nicht vor Allem schützt, aber scheinbar vor schlimmeren Verläufen.
Leute wie Herrn Kimmich (diese Person ist exemplarisch) könnte man mit einem Totimpfstoff erreichen, die brauchen aber noch. Irgendwie ist deren Zulassung länger als die MRNA-Zulassung.

Einen "harten Kern" der Impfgegner erreicht man niemals. Egal was man macht, selbst eine Impfpflicht wird die nicht erreichen.
Solange solche Moves wie "Zulassungstudie bei Kindern mit kurzen Beobachtungsdauern", "Zulassungsdaten erst 2055 zugänglich" und "wir steigern das Myocarditis-Risiko bei Kindern im 8 Wochen-Takt" zusammen mit "heute nur Moderna, weil es sonst abläuft" auftreten, wird man die Leute, die von sich denken, dass sie gerne eigene Entscheidungen treffen oder einfach nur Angst haben, nicht erreichen. Egal wieviel Druck man ausübt.
Die Folgen sieht man in Rotterdam oder in Australien.

Die Lösung? Vielleicht mehr Impfstoffe zulassen, vielleicht mehr ITS-Kapazitäten schaffen, mehr kostenlose Tests. Ich weiss es nicht, aktuell wird die Politik nur für eine Radikalisierung der Menschen sorgen, wenn selbst die bereits Geimpften nicht mehr verstehen, warum von Lauterbach und Co zum Kreuzzug gegen die Ungeimpften aufgerufen wird bei gleichzeitig nicht eingehaltenen Versprechen bzgl. Wirksamkeit oder Nachimpfungen des bestehenden Materials.

Moorhühnchen
22.11.2021, 22:06
Bratze, wie willst Du mehr ITS-Betten schaffen, wenn das Personal einfach nur die Schnauze voll hat und schreiend wegläuft?

anignu
22.11.2021, 22:32
Denkt hier eigentlich irgendjemand über die Tatsache nach, dass trotz Pandemie Betten gekürzt werden?
Die korrekte Antwort wurde schon geliefert...

Bratze, wie willst Du mehr ITS-Betten schaffen, wenn das Personal einfach nur die Schnauze voll hat und schreiend wegläuft?
ich wollte nur zum Thema

Klassische Fehlinterpretation der Diskussion; anstatt die Verursacher (wieviele Milliarden sind in ein angebliches "mehr" an ITS-Betten gewandert?) herauszusuchen wird stattdessen über die Verteilung der verbliebenen Brotkante gestritten.
noch ein paar Sätze schreiben:

Ich denk wir müssen unterscheiden zwischen tatsächlichen Intensivbetten und zum Beispiel virtuell geschaffenen Intensivbetten der ersten Welle. In der ersten Welle gab es Kliniken die virtuelle Intensivbetten geschaffen haben indem sie Bett + Beatmungsplatz vorhielten ohne das zugehörige Personal. Dadurch ließ sich gut Kohle machen denn auf dem Papier waren die Betten ja da. Ich hoffe dass dies anders läuft inzwischen.

Und dann kann ich nur von unserer Klinik berichten: operative Intensivstation, 20 Plätze. Vor ein paar Monaten konnten von diesen 20 Plätzen aufgrund Pflegekräftemangel immerhin noch 14 Plätze belegt werden, inzwischen sind es meist nur noch 12. Die Plätze sind tatsächlich vorhanden, aber uns fehlt die Pflege.
Uns fehlt die Pflege auf Normalstation, daher werden auch auf Normalstation Betten gesperrt wegen Pflegemangel, uns fehlen die MTRAs nachts so dass das "Angebot" eingeschränkt wird, es fehlen Pflegekräfte in der Anästhesie also gibt es OP-Saal-Sperrungen, es fehlt OP-Pflege also gibt es OP-Saal-Sperrungen, es fehlen Pflegekräfte in der Notaufnahme also werden Pflegekräfte dorthin gefreiwilligt etc.
Erkennt man schon das Muster? Und die Stimmung in der Pflege ist mies, sehr sehr mies. Es gibt genug die sich überlegen auch noch zu kündigen.

Vor Corona war bei uns auch nicht alles heile Welt. Aber die Bedingungen sind einfach weiter schlechter und schlechter geworden und die Pflege hat kollektiv keinen Bock mehr.
Die Folgen haben wir dann die nächsten Jahrzehnte auszubaden.

Kackbratze
22.11.2021, 23:14
Deswegen ist es eben einfacher auf den Ungeimpften rumzuhacken, als zu überlegen, wie man den Pflegenotstand behebt.
In der Welt war gerade ein Artikel wie doof es ist für ausländische Ärzte in Deutschland anzufangen und wie lange es doch dauert, bis deren Zeugnisse anerkannt werden.
Hallo? Irgendwer zu Hause?

Wenn man als deutsche Arzt versucht im nicht-Deutsch-sprechenden Ausland die Lizenz zu erlangen, dauert es im Durchschnitt 1,5 Jahre. Aber weil wir ja so einen Fachkräfte-Mangel haben, den wir selber versursacht haben, soll das bei uns schneller laufen.
Warum bilden wir nicht mehr aus?

Warum finden wir Menschenhandel im Pflegebereich toll? Bitte einfach mal die Lokalpresse checken, welche Klinik sich gerade beweihräuchert, weil man gerade ostasiatische, afrikanische oder woherauchimmer Pflegekräfte soooo toll integriert hat?
Kleine Nebeninformation: die fehlen dann in dem entsprechenden Land. Das was wir abziehen, bedeutet, dass es woanders fehlt.

Wir lösen nicht irgendwelche Probleme im Bereich Pflege, Altenpflege oder medizinisches Personal, wir verlagern das Problem woanders hin (was interessiert ein Mangel auf den Philippinen?) um unsere eigenen Unzulänglichkeiten zu überdecken.

Wenn man den Pflegeberuf attraktiv machen will, muss man Geld in die Hand nehmen.
Die Leute mit denen ich spreche wollen nicht unbedingt mehr Geld, die wollen einfach nur pünktlich nach Hause.
Indem man das ermöglicht, sind vielleicht weniger Leute daran interessiert nur 50% zu arbeiten, oder man kann tatsächlich mehr Menschen zu Ausbildung bringen.
Stattdessen bashing der "Ungeimpften", von vorne bis hinten und keine Änderung der Arbeitsbedingungen.

In einem Haus, was ich gut kenne, wird denen, die "reduziert haben" nahegelegt, wieder mehr zu arbeiten. Die Frage, warum überhaupt reduziert wurde, wird nicht gestellt.
Genausowenig wie die Frage (um zum Thread zurückzukehren) warum sich Leute nicht impfen lassen.

Es geht am Ende um Glaubwürdigkeit.
Wenn Herr Spahn mal nicht bloss eine Pressekonferenz in Berlin, sondern mal einen Bericht von einer ITS bringen würde, würde das in den Landkreisen mit niedriger Indzidenz die Leute überzeugen sich imfpen zu lassen.
Irgendwelche Fraktionsphotos ohne Maske, Schlagerboom in der ARD und die 1000 Veranstaltung und Preisverleihung ohne Maske, aber ich darf zuschauen, wie mein Kind mit Maske in der Grundschule friert bei offenem Fenster....Glaubwürdigkeit.

DAS ist das grosse Problem.

Oder wie in Australien, wo die Infizierten in Lager gesperrt werden, aber die Politiker sich rausnehmen, sich nicht mal impfen zu lassen (nein, kein Fake, offizielle Pressekonferenz).

Durch Twitter und Co wird die Welt kleiner, die Leute reagieren auf weltweite Veränderungen. Wenn dann vor Ort Leute wie Lauterbach, Braun, Söder und Co im Tagesrhythmus ihre Meinung ändern sorgt das für mehr Probleme.

Wir müssen das System verändern. Wohin, weiss ich nicht. So wie es ist, kann es nicht sein, dass man eine Gruppe verunglimpft und versucht zu diskreditieren.

Wenn man mich fragt, sind nicht die Ungeimpften Schuld an der Misere. Ich sehe den schwarzen Peter bei den Krankenkassen und den Politikern, die entweder nicht sehen wollen, dass Gesundheit Geld kostet oder den Menschen einfach nicht sagen wollen, dass sie die Gesundheit nicht dem Solidarsystem, sondern dem Markt unterwerfen wollen, mit allen Folgen die dazugehören.

cartablanca
22.11.2021, 23:19
Bratze, wie willst Du mehr ITS-Betten schaffen, wenn das Personal einfach nur die Schnauze voll hat und schreiend wegläuft?

Man sollte den Wehrdienst wieder einführen und damit zusammen den Zivildienst. Das sorgt für Entlastung auf anderen Stationen. Zusätzlich sollte man Bürokratie reduzieren, um Arbeitsstunden zu gewinnen.

Kackbratze
23.11.2021, 00:02
Man sollte den Wehrdienst wieder einführen und damit zusammen den Zivildienst. Das sorgt für Entlastung auf anderen Stationen. Zusätzlich sollte man Bürokratie reduzieren, um Arbeitsstunden zu gewinnen.

Wieder nur Belastung der bestehenden Strukturen ohne Lösung. Einfach mal die Menschen zwangsverpflichten. Super Idee. Ändert nix, ausser dass Leute in Bereichen arbeiten müssen auf die sie keinen Bock haben.
Wird dadurch mehr kompetentes Personal gewonnen? Nein. Nur mehr Aushilfskräfte.

...und die Klinikkonzerne freuen sich weiter den Ar$ch ab, weil sie noch mehr Vollzeitkräfte zu Gunsten von FSJlern und Zivis streichen können.

Warum nicht einfach den internationalen Standard der 1:1 (Pflege zu Patient) umsetzen und gleichzeitig auch bezahlen?
Die aktuelle Politik würde höchstens 1:1 gesetzlich festlegen, aber diesen unwichtigen Teil der Finanzierung weglassen und dann am Ende dem bösen Pflegepersonal mangelnde Sympathie und Opferbereitschaft für die arme geimpfte Oma unterstellen.

Vom Balkonklatscher zum Pflegehasser, weil ja Alles auf der ITS ungeimpft durchs Leben rennt. Ne?

anignu
23.11.2021, 00:06
Deswegen ist es eben einfacher auf den Ungeimpften rumzuhacken, als zu überlegen, wie man den Pflegenotstand behebt.
Mei, du schreibst "einfacher", ich nenn es eine "kurzfristige Lösung".

Wir sind uns doch einig dass die Pflege zu wenig Geld bekommt, dass die Arbeitsbedingungen schlecht sind etc. Alles Fehler die man in der Vergangenheit gemacht hat. Und jetzt? Wir sind uns doch einig, aber was bringt uns das jetzt in der aktuellen Situation? Kurzfristig?

Ok, sagen wir jede Pflegekraft bekommt einfach mal 20% mehr im Monat. Bekommen wir dann wirklich so viele Pflegekräfte zurück? Ich glaub es nicht. Wir verhindern vielleicht dass noch mehr kündigen. Kurzfristig signifikant mehr Pflegekräfte werden es nicht werden. Meiner Meinung nach. Und die Infektionszahlen? Steigen weiter massiv. Kurzfristige Lösung? Nein. Längerfristig? Unbedingt.

Spätestens dein Verweis dann auf die Pflegekräfte die irgendwo im Ausland fehlen ist dann ungefähr der Klassiker des Whataboutism wie er im Buche steht. Bei uns saufen die Intensivstationen ab, die Arbeitszeiten der Krematoriumsmitarbeiter werden erhöht um das Aufkommen zu stemmen und du sprichst von fehlenden Pflegekräften in den Philippinen.

Wir müssen das System verändern. Wohin, weiss ich nicht. So wie es ist, kann es nicht sein, dass man eine Gruppe verunglimpft und versucht zu diskreditieren.
Doch doch und nochmal doch!
Corona ist eine Erkrankung die über die Atemwege verteilt wird. Abstand, Hygiene etc. hilft. Wenn die Leute sich also nicht impfen lassen wollen dann sollen sie wenigstens massivst drauf achten Abstand, Hygiene etc. einzuhalten. Machen sie aber nicht. Keine Impfung machen und maximale Freiheiten fordern. Das geht halt nicht. Also ja, Ungeimpfte an den Pranger stellen. Die sind Schuld an der 4. Welle.

Kein Mensch hat sich bisher infiziert weil ein Politiker dummes Zeug gelabert hat. Die Leute infizieren sich aufgrund fehlender Antikörper (Stichwort Impfung) und Kontakt zu anderen Infizierten (Stichwort Abstand, Hygiene). Also muss man diese beiden Probleme angehen.

Wenn man mich fragt, sind nicht die Ungeimpften Schuld an der Misere. Ich sehe den schwarzen Peter bei den Krankenkassen und den Politikern, die entweder nicht sehen wollen, dass Gesundheit Geld kostet oder den Menschen einfach nicht sagen wollen, dass sie die Gesundheit nicht dem Solidarsystem, sondern dem Markt unterwerfen wollen, mit allen Folgen die dazugehören.
Die Politik, Krankenkassen etc. sind Schuld am Gesundheitssystem. An den langfristigen Planungen und Folgen. Aber die Ungeimpften sind Schuld an der aktuellen Situation der Krankenhäuser vor Ort.

Ich geh davon aus dass du nicht in einer Region bist in der die RKI-Corona Karte lila gefärbt ist. Was da vor Ort abgeht da kann ich nur sagen: Fehler der Vergangenheit sind mir grad vollkommen egal, wir brauchen eine Lösung für das Jetzt. Und wenn es mit Einführung einer allgemeinen Impfpflicht nur die Hoffnung ist dass in paar Monaten alles vorbei ist. So wie es aktuell läuft ist die Situation bescheiden, die Prognose noch bescheidener und die Hoffnung auf null. Das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen sowie der Pflegekräfte in die Mitmenschen ist vernichtend gering und der Wunsch nach einer allgemeinen Impfpflicht extrem hoch.
Und dann kommt man in die Notaufnahme zu den netten Patienten und die sagen einem "ach übrigens, ich bin ungeimpft. Aber das macht ja nichts, sie sind ja geimpft." und du bekommst ein ganz leichtes Zucken in den Fingern.

Aber Kackbratze machen wir es doch mal andersrum: stell dir vor du arbeitest in einem Bereich mit 1000er Inzidenz, Intensivstationen voll, Situation vor Ort grausam. Und täglich kacken dir Leute ins Gesicht dass sie Impfungen ablehnen und die Corona-Maßnahmen incl. Abstand sowieso. Und du hast den Spaß in der ersten Welle Vollgas mitgemacht, zweite und dritte Welle waren besser aber auch nicht schön und die vierte Welle toppt alles. Und die Inzidenzen bei den Ungeimpften sind übrigens Faktor sagen wir 10mal so hoch wie bei den Geimpften oder war es Faktor 15? Also: was ist deine Lösung? Lockdown für alle? Impfpflicht für alle? Beides? Lockdown nur für Ungeimpfte?

DrSkywalker
23.11.2021, 04:37
Die ungeimpften sind das Hauptproblem im Moment. Wenn jeder, statt reden schwingen, sich wie ein verantwortungsvoller Erwachsener verhalten würde und einfach ohne zu jammern diese beknackten zwei Spritzen nehmen würde bräuchte man solche langen Diskurse gar nicht führen.

Kackbratze, das was du bringst sind alles nur Ausreden, Ausflüchte und Stellvertreter-Diskussionen die kein Mensch mehr hören kann und keinen weiterbringen.

Feuerblick
23.11.2021, 07:18
Vollste Zustimmung für anignu. Genau so ist es! Ungeimpfte sind das Problem in den Krankenhäusern. Und das Pflegeproblem wird man durch z.B. höhere Löhne und das Versprechen, mehr Pflegekräfte pro Station einzusetzen in einer Pandemie ganz sicher nicht lösen. Jeder sieht, was in den Krankenhäusern abgehen. Und jeder denkt sich „Äh ja, und wer garantiert mir, dass die Ideen auch umgesetzt werden können? Dann steh ich da, hab mich beworben und bin doch wieder der Honk, der 30 schwerkranke Patienten alleine versorgt.“

Kurzfristig: Impfpflicht! Die Ungeimpften gerne auch mit sehr unpopulären Maßnahmen dazu bringen, ihre Energien nicht in Diskussionen und Demonstrationen zu stecken. Freundliches Zureden gab es jetzt echt lang genug.
Langfristig: Gesundheitssystem umstrukturieren, mehr Pflege, mehr Ärzte, besser Arbeitsbedingungen.

Evil
23.11.2021, 10:45
Kackbratze, das was du bringst sind alles nur Ausreden, Ausflüchte und Stellvertreter-Diskussionen die kein Mensch mehr hören kann und keinen weiterbringen.
Nein, das ist nicht wahr. Auch wenn die mangelnde Impfbereitschaft ein Kernproblem darstellt und auch jenes, was sich mit einer Impfpflicht am schnellsten lösen lässt, so hat er in den anderen Punkten durchaus Recht.
Allerdings stellt sich mir eher die Frage, ob das systembedingt ist oder ob wir nicht alle eine Mitschuld tragen, weil wir zu bequem sind und den Wichtiguern und Demagogen das Feld überlassen.

Muriel
23.11.2021, 14:25
Natürlich hat Bratze mit seinen Ausführungen recht. Aber im Moment für die jetzige und zu erwartende Situation bzgl der Pandemie nützt das alles nix. Und selbst wenn wir kein Problem mit Pflegemangel sowie 3000 mehr betreibbare ITS-Betten hätten, sehe ich die Füllung dieser tatsächlich als die schlechteste Lösung zur Pandemiebekämpfung an. Ich möchte Infektionen möglichst vermieden wissen. Das sollte oberste Priorität haben.

Christoph_A
23.11.2021, 14:49
Vermeiden wird man eine Infektion nicht können, außer man versucht ein unbegrenztes 0 Covid Experiment mit halbjährlichen lockdowns über gefühlt 15 Jahre durchzuführen.
Das Ziel muß sein, eine kontinuierliche Durchseuchung unter maximalem Schutz der Bevölkerung und Verhinderung einer Kliniküberlastung, vulgo durch eine hohe Impfquote und konsequente Einhaltung der AHA Regeln, zu erzielen.
Wenn jetzt nicht a) ein größerer Prozentsatz der Bevölkerung, entschuldigt bitte die Wortwahl, ignorante Blitzbirnen wären und wir b) noch eine Regierung gehabt hätten, die nicht 2 Sommer hintereinander bzgl Allgemeinmaßnahmen völlig versagt hätte, dann würden wir jetzt besser dastehen. Daß es wahrlich kein Hexenwerk ist, Covid einzudämmen sieht man z.B. in Portugal und Spanien, beides Länder, die uns von der medizinischen Infrastruktur deutlich unterlegen sind, aber zeigen, wie man es richtig machen kann!

Muriel
23.11.2021, 15:16
Mit dem, was du beschreibst, vermeidet man sehr wohl Infektionen und genau das möchte ich ja. Es gibt ja nun wirklich vernünftig gangbare Wege zwischen Komplettdurchseuchung und Versagen auf kompletter Linie und No Covid. Wenn schon kein flächendeckender Distanzunterricht sollte zumindest ein Aussetzen der Präsenzpflicht eigentlich möglich sein, insbesondere wenn wir uns Sachsen und Bayern ansehen, wäre das da wohl keine dumme Idee. Das Narrativ, dass Kinder sich nicht anstecken, nicht ansteckend sind und niemals mehr als nur ein Schnüpfchen haben, kann ich nicht mehr hören

Christoph_A
23.11.2021, 15:25
Wobei Kinder ja durchaus vom Präsenzunterricht auch aus anderen Gründen profitieren und ich diesen nun wirklich auch als letztes Mittel aussetzen würde, zumal da das Risiko einer symptomatischen Infektion einfach meiner Meinung nach zu gering ist, um einen Distanzunterricht zu rechtfertigen.
Ist aber, wie gesagt, nur meine Meinung und kann auch verstehen, wenn Eltern ihre Kinder aus Bedenken zuhause lassen wollen, hier sollte man nicht dogmatisch vorgehen.
Was mich deutlich mehr fassungslos macht, ist die Tatsache, daß noch immer ungeimpfte Kollegen von uns in Krankenhäusern/Praxen rumlaufen und sogar noch Stolz darauf sind und ebensolche Kollegen suchen, siehe diese ungeimpft seiten im netz, da schwillt mir echt der Kamm.

Muriel
23.11.2021, 15:36
Ich spreche von einem Aussetzen der Pflicht, also dass Präsenzunterricht stattfindet, es den Eltern aber freigestellt isr, aus welchen Gründen auch immer genau, zu Hause zu lassen.

Was mich viel mehr aufregt, ist das, was ich gerade gelesen habe. Alle Mitarbeiter einer Einrichtung des Gesundheitswesens müssen unabhängig vom Impfstatus tägliche Tests vorweisen. Patienten Sind davon ausgenommen. Wollen die uns verarschen? Unser gesamtes Personal ist mindezweimal, ab Freitag dreimal geimpft. 32 Leute testen sich täglich. Wir müssen aber weiterhin jeden impfverweigernden Schwurbel restlos annehmen, da ja 2/3G verboten ist. Ich kotze

Moorhühnchen
23.11.2021, 15:42
Ja, darüber musste ich auch gerade schmunzeln. :-))

Völlig verrückt alles gerade nur noch. Eigentlich kann ich echt froh sein, dass ich atuell anderweitig abgelenkt bin, sonst würde ich vermutlich ausrasten.

Evil
23.11.2021, 15:42
Alle Mitarbeiter einer Einrichtung des Gesundheitswesens müssen unabhängig vom Impfstatus tägliche Tests vorweisen.
Wo steht das? Und wer will das flächendeckend kontrollieren?

nie
23.11.2021, 15:44
Spannend. Das wäre aber auch schwierig mit der „wer nicht testet hat kein covid“ Strategie meiner Klinik zu vereinbaren…

Christoph_A
23.11.2021, 16:06
Wo steht das? Und wer will das flächendeckend kontrollieren?

In Bayern wurde das seitens der KV nur für ungeimpfte Mitarbeiter so kommuniziert, unsere paar Ungeimpften rücken auch bereits täglich an. Für Geimpfte kenne ich keine Testpflicht, wäre auch vollkommen lächerlich, wenn das so wäre.

@Muriel: Siehste, da sind wir völlig d´accord, würde auch die Präsenzpflicht aussetzen, auch, wenn ich bzgl. meines eigenen Kindes keine Bedenken, was Covid angeht, habe. Hier sollten die Eltern individuell entscheiden können.

DrSkywalker
23.11.2021, 16:25
Das steht hier und ist durchaus einen Witz vor allen Dingen da man die Ergebnisse noch alle zwei Wochen schriftlich melden muss.

https://www.aend.de/article/215379

Die einzig gute Sache ist, dass man jetzt zweimal pro Woche einen kostenlosen PCR-Test machen kann das ist ja nicht so falsch aber die schnelltest sind doch für den Fuß.