Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Folgender Dialog, der im Optimalfall abgelaufen wäre, hätte kaum Zeit gekostet und wäre lösungsorientiert gewesen
"Lösungsorientiert" sind im Gesundheitswesen sehr sehr viele Dialoge... NICHT!
Das gibt's zwar keine Statistik drüber, aber umso mehr persönliche Erfahrung. Eminence-based quasi ;-)
Viel interessanter, als sich über diesen Fall aufzuregen, der auch einfach ein blödes Missverständnis sein kann, finde ich das Thema mit dem Chefarzt der seinen Impfpass gefälscht hat. Oh, moment, "haben soll". Keine Vorverurteilung ;-) Ist wie mit dem Fußball-Trainer. Da haben wir uns auch stundenlang in Nicht-Vorverurteilung geübt bis die Sache endlich klar war.
Das war gedacht für den Fall, dass es mit der allgemeinen Impfpflicht alle 6 Monate nicht ausreicht.
Besser wäre es natürlich Covid zu einer "normalen" Erkrankung zu machen, die in Schwere und Anzahl die bestehenden Häuser nicht überlastet.
Ich glaub halt nicht dass man das machen wird. Also rein realistisch betrachtet. Bis auch nur ein einziges solcher Häuser geplant ist vergehen bei der aktuellen Planungs-, Genehmigungs- und Bauarbeit heutzutage viele viele Jahre. Und alles was in sagen wir mal 5 Jahren mit Corona ist kann aktuell niemand realistisch vorhersagen. Dann hätte man hochspezialisierte Kliniken für die man erst mal Personal braucht in einer Situation in der Zukunft die völlig unklar ist. Das wird man nicht machen. Alleine schon auch deshalb weil ja zu erwarten ist dass gegen Covid noch sehr sehr viele Medikamente auf den Markt kommen werden die die Hospitalisierung senken.
man kann sich auch beim Arbeitgeber in der Klinik impfen
Hab ich gemacht, das Boostern sogar ohne Termin. Fand ich cool, musst man sich um nichts kümmern außer den Impfpass mitnehmen. Und diese Leistung hab ich grad noch bringen können...
Viel interessanter, als sich über diesen Fall aufzuregen, der auch einfach ein blödes Missverständnis sein kann, finde ich das Thema mit dem Chefarzt der seinen Impfpass gefälscht hat. Oh, moment, "haben soll". Keine Vorverurteilung ;-) Hahaha.
Momentan gibt es sehr viele Berichte über Schwurbel-Ärzt:innen (meist aus BY und BW) oder mir werden ständig diese Themen vorgeschlagen, weil ich die Seiten zu oft geöffnet hab, kp. Aber bis es zu gerichtlichen Entscheidungen kommt, dauert es ewig. Die eine HÄ aus NW, die Anfang des Jahres auch richtig bei Querdenken engagiert war, ist mittlerweile die Approbation entzogen worden. Hat aber insgesamt fast ein Jahr gedauert.
Wie steht ihr denn zu der Empfehlung der SLÄK, dass das Abraten von der COVID Impfung eine Pflichtverletzung der Ärzt:innen sein soll? https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/130007/Aerztekammer-Ablehnung-von-Coronaimpfung-kann-Behandlungsfehler-sein
Ungeimpfte und/oder Arschgesichter könnten das einfach ausnutzen, wenn sie wollten. :/
Also ich lehne eine allgemeine Impfpflicht ab. Im Grundgesetz steht, dass jeder Mensch das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat. Ich frage mich wohin wir da kommen, wenn man das Grundgesetz einfach durch andere Gesetze wie z.B das Seuchenschutzgesetz überbrücken kann. Das ist in meinen Augen nicht richtig. Jemanden einen Impfstoff zu spritzen, den er nicht möchte, ganz egal aus welchem Grund, ist für mich mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.
Ihr seid alle Ärzte. Der oberste ärztliche Leitsatz ist "Nicht schaden". Hier wurde ernsthaft in der Debatte vorgeschlagen Leute zu Hause zu besuchen und Ihnen die Spritze in den Arm zu jagen. Das kann doch nicht euer ernst sein. Es muss weiter für die Impfung Werbung gemacht werden. Diese muss aber in meinen Augen freiwillig bleiben.
Die einzig logische Konsequenz ist für mich, dass Leute, die sich aktiv gegen eine Impfung entscheiden halt in der Triagierung ganz unten landen, wenn sie wegen COVID-Pneumonie stationär behandelt werden müssen. Das ist fair. Wie jetzt schon mehrfach beschrieben, verhindert eine Impfung ja nicht, dass man andere anstecken kann, sondern lediglich die Wahrscheinlichkeit auf einen schlechten Verlauf der Krankheit.
Solidarität ist halt immer ein Todschlagargument. Ist es solidarisch, dass man Kinder ihrer Schulbildung beraubt werden, oder Jugendliche in der eigentlich schönsten Phase des Lebens nicht mal ins Schwimmbad gehen dürfen um Ihre Freunde zu treffen? Ist es solidarisch das zweite Jahr in Folge die Weihnachtsmärkte zuzumachen aber gleichzeitig 2 Wochen vorher noch 50.000 Leute ohne Maske ins Fußballstadion zu lassen, damit ein paar Profifußballer Millionen verdienen und der kleine Budenbesitzer aber seine Familie nicht mehr ernähren kann? Für mich ist die Pandemie vor allem ein kollosales Politikversagen und nicht die Schuld von ein paar verdummten Querdenkern. Wie weit soll die Solidarität in Zukunft gehen? Motorradfahren verbieten? Braucht kein Mensch und schafft Platz auf ITS. Sind schon mal einige Polytraumen weniger pro Jahr.
Aus ärztlicher Sicht:
1. Wo ist unser Coronabonus?
2. Warum wird auf meine Gesundheit geschissen? Ich muss mehr und länger Arbeiten alles im Sinne der Pandemie. Warum kriege ich keine angemessenen Pausen vom FFP2-Maske tragen? Ich trage sie jeden Tag 10h am Stück, das ist nicht gesund. Wo ist da die Solidarität der Gesellschaft?
Die Pandemie zeigt einfach auf wie schlecht das deutsche Gesundheitssystem ist. Wenn bei uns am Uniklinikum in der Inneren, zwei! Assistenten krank werden können nicht mehr alle Stationen ausreichend besetzt werden. Es lief alles eh schon auf Kante und eine Pandemie können wir mit den Mitteln langfristig nicht bewältigen, aber das liegt halt eben NICHT an den Ungeimpften, sondern am sowieso maroden Gesundheitsystem.
Solange ich noch selber Faxen muss, Befunde per Telefon anfordern muss und selber Blutabnehmen muss kann mir niemand erzählen, dass die Ungeimpften an allem schuld sind. Wenn ich nämlich diese ganzen Hilfsarbeiten nicht machen müsste, dann könnte ich 5 Patienten am Tag mehr auf Normalstation betreuen und einer meiner erfahreneren Kollegen wäre frei für die Intensivstation.
cartablanca
23.12.2021, 23:10
Die eine HÄ aus NW, die Anfang des Jahres auch richtig bei Querdenken engagiert war, ist mittlerweile die Approbation entzogen worden. Hat aber insgesamt fast ein Jahr gedauert
Na die Patienten, die jetzt einen Hausarzt (gibts ja wie Sand am Meer nicht) weniger haben, werden es danken. Wie man bei sowas Schadenfreude empfinden kann ergibt sich mir nicht.
cartablanca
23.12.2021, 23:13
Die Pandemie zeigt einfach auf wie schlecht das deutsche Gesundheitssystem ist.
Im Vergleich zu was? Hier gab es weniger Coronatote als anderswo. Im Vergleich zu vielen anderen Industrienationen gab es für fast alle verfügbaren Impfstoff. Die Verantwortlichen haben immer geschaut, dass die Intensivstationen nicht überlaufen wie das in anderen Ländern (zB Italien) der Fall war.
Ich finde man sollte mal etwas dankbarer sein und aufhören zu meckern.
Dass manche bezüglich diesem Verlauf Freude empfinden könnten, kann ich mir schon sehr gut vorstellen.
Die Praxis ist nahtlos übergeben worden. Heute war der letzte Tag, so steht's auf der Homepage. Wir reden hier ja von einer der Top 5 Städte, da steht sofort jemand in der Pipeline.
Also ich lehne eine allgemeine Impfpflicht ab.
Steht dir zu, ich nicht. Ich befürworte eine allgemeine Impfpflicht entschieden!
Im Grundgesetz steht, dass jeder Mensch das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat.
Korrekt. Aber du vergisst dabei einfach mal massiv, dass JEDER ein Recht auf körperliche Unversehrtheit hat. Und JEDER bezieht Leute mit ein die sich nicht impfen lassen können oder beispielsweise trotz zweifach-Impfung immer noch aufgrund neuer Varianten gefährdet sind. Auch diese Leute haben es verdient vom Staat geschützt zu werden denn diesen Leuten steht ein Recht auf körperliche Unversehrtheit zu.
Und dann geht es um die Interpretation. Ich bin der Meinung dass Ungeimpfte die Masse der Bevölkerung und das Gesundheitssystem an sich und damit die Gesamtbevölkerung gefährden. Und dabei geht es auch um Krebs-Patienten deren Behandlung verzögert wird und die damit eine höhere Streberate haben etc. Und du bist der Meinung dass der einzelne Pieks ganz ganz hoch zählt. Kannst du machen. Der Ethikrat ist auch meiner Meinung.
Das Problem ist ja auch nicht der einzelne Pieks. Das Problem ist dass die Ungeimpften sich ja dann auch nicht in Quarantäne begeben. Würden sich alle Ungeimpften in Quarantäne begeben, wäre es ja auch kein Problem. Aber diese maximalen Forderungen ohne irgendwas bei gleichzeitiger Gefährdung Anderer kotzt mich schön langsam an.
Der oberste ärztliche Leitsatz ist "Nicht schaden".
Korrekt. Nicht schaden, also alle impfen.
Es muss weiter für die Impfung Werbung gemacht werden.
Die Werbung ist gelaufen... Wer sich nach einem Jahr immer noch nicht geimpft hat, wie soll man den den noch durch Werbung erreichen? Das glaubst du doch wohl selbst nicht!
Die einzig logische Konsequenz ist für mich, dass Leute, die sich aktiv gegen eine Impfung entscheiden halt in der Triagierung ganz unten landen, wenn sie wegen COVID-Pneumonie stationär behandelt werden müssen. Das ist fair.
Das ist die Frage... ist das fair? Wie wird das denn dann mit anderen Risikofaktoren gehandhabt?
Ganz ehrlich: 1. will ich so eine Debatte ob das fair ist nicht führen, 2. will ich nicht an die Grenze der Triage kommen und 3. bleibt trotzdem die maximale Überlastung des Gesundheitssystems weil man versucht dies abzuwenden. Hierzu unten mehr.
Wie jetzt schon mehrfach beschrieben, verhindert eine Impfung ja nicht, dass man andere anstecken kann, sondern lediglich die Wahrscheinlichkeit auf einen schlechten Verlauf der Krankheit.
Korrekt. Und damit die Überlastung des Gesundheitssystems. Eine hohe Impfquote verhindert die Überlastung des Gesundheitssystems. Nicht zufällig waren die Regionen mit niedriger Impfquote in der 4. Welle überproportional betroffen incl. der Krankenhäuser. Nochmal: nicht zufällig!
Solidarität ist halt immer ein Todschlagargument. Ist es solidarisch, dass man Kinder ihrer Schulbildung beraubt werden, oder Jugendliche in der eigentlich schönsten Phase des Lebens nicht mal ins Schwimmbad gehen dürfen um Ihre Freunde zu treffen? Ist es solidarisch das zweite Jahr in Folge die Weihnachtsmärkte zuzumachen aber gleichzeitig 2 Wochen vorher noch 50.000 Leute ohne Maske ins Fußballstadion zu lassen, damit ein paar Profifußballer Millionen verdienen und der kleine Budenbesitzer aber seine Familie nicht mehr ernähren kann? Für mich ist die Pandemie vor allem ein kollosales Politikversagen und nicht die Schuld von ein paar verdummten Querdenkern. Wie weit soll die Solidarität in Zukunft gehen? Motorradfahren verbieten? Braucht kein Mensch und schafft Platz auf ITS. Sind schon mal einige Polytraumen weniger pro Jahr.
Sind wir jetzt im Kindergarten? Hat Motorradfahren einen Stellenwert wie Corona?
Und bzgl. Politiker: ja, haben versagt. Sind Feiglinge. Inzwischen liegt eine offizielle Bewertung des Deutschen Ethikrates vor, das Ergebnis war zu erwarten. Und? Ist was passiert? Wie lange sollen wir noch auf die allgemeine Impfpflicht warten?
Nochmal: den Kindern wird die Schulbildung geraubt und den Jugendlichen die schönste Phase des Lebens weil es um Menschenleben geht. Weißt schon, Grundgesetz und so. Der Lockdown wird gemacht um tatsächlich Menschenleben zu retten. Und ich verstehe dann wiederum schon einigermaßen dass beispielsweise in der ersten Welle es einen Komplettlockdown gab und damit maximale Kontaktbeschränkungen und damit sicherlich sehr viele Leben gerettet wurden. Auch weil es keine Alternative gab. Aber aktuell sind die Alternativen Lockdown und Impfen und da sag ich ganz klar: impft euch endlich!
Aus ärztlicher Sicht:
1. Wo ist unser Coronabonus?
Geht es jetzt wirklich um ein paar Euro? Es gibt genug Leute denen Corona finanziell das Genick gebrochen hat. Mir reicht mein Einkommen, die paar Euro wären schön aber deswegen mach ich kein Fass auf. Ist das dein Argument gegen eine Impfpflicht?
2. Warum wird auf meine Gesundheit geschissen? Ich muss mehr und länger Arbeiten alles im Sinne der Pandemie. Warum kriege ich keine angemessenen Pausen vom FFP2-Maske tragen? Ich trage sie jeden Tag 10h am Stück, das ist nicht gesund. Wo ist da die Solidarität der Gesellschaft?
Ganz ehrlich? Kein Mitleid. Du müsstest das nicht machen wenn mehr Leute geimpft wären. Oh, das lehnst du ab? Dann lebe mit den Konsequenzen und jammere nicht.
Die Pandemie zeigt einfach auf wie schlecht das deutsche Gesundheitssystem ist. Wenn bei uns am Uniklinikum in der Inneren, zwei! Assistenten krank werden können nicht mehr alle Stationen ausreichend besetzt werden. Es lief alles eh schon auf Kante und eine Pandemie können wir mit den Mitteln langfristig nicht bewältigen, aber das liegt halt eben NICHT an den Ungeimpften, sondern am sowieso maroden Gesundheitsystem.
Ja, das Gesundheitssystem ist deutlich verbesserungswürdig. Da sind wir uns doch alle einig. Aber wie kommen wir aktuell aus der Situation raus? Lockdown oder Impfpflicht. Ich hab meine Wahl längst getroffen. Das System an sich ändern wir nicht innerhalb von wenigen Wochen/Monaten. Lockdown oder Impfpflicht lässt sich in Wochen/Monaten einführen. Also: was willst du? Oder hast du einen besseren Vorschlag? Ich bin da ganz offen. Also nicht für Gejammere sondern für tatsächliche Vorschläge was man tun könnte.
Markian, ich sehe in deinem Post ganz viel Gejammere und wenig Konstruktives. Konstruktive Sachen kommen bei dem Zeitpunkt an dem du schreibst dass du der Meinung bist dass die Ungeimpften ganz unten triagiert werden sollten. Das ist konstruktiv aber entspricht nicht meiner Meinung.
Ich bin mir da einfach noch nicht ganz sicher, lehne es aber eher ab. Wie will man beurteilen warum jemand sich nicht impfen hat lassen? Ob es aufgrund medizinischer Ursachen oder aufgrund Angst oder aufgrund aktiver Entscheidung dagegen war? Und wenn der junge Familienvater damit auf der Intensivstation landet weil er zu viel bei Telegram unterwegs war dann schaltest du ihm die Geräte ab während nebenan die durchverkrebste 90jährige am Leben bleiben darf? Das sind krasse Entscheidungen und ganz ehrlich: ich will das nicht. Wenn wir in der aktuellen Situation sehends in die Triage laufen dann nicht weil Corona so schlimm ist sondern weil wir als Gesellschaft versagt haben. Und das will ich nicht. Dann lieber Lockdown oder Impfpflicht. Und aus meiner Sicht allgemeine Impfpflicht.
cartablanca
24.12.2021, 05:58
Dein Motiv ist also dass du als Arzt keine Triage entscheiden möchtest. Das ist verständlich.
Aber ist das nicht ein bisschen so wie generell den Konsum von Alkohol zu verbieten, um nicht entscheiden zu müssen wer eine neue Leber kriegt und wer sterben muss?
Ich bin eher pro Lockdown, als pro Impfpflicht. Nur weil der Ethikrat eine Impfpflicht als angemessen sieht ist das nicht die richtige Meinung. In der Ethik gibt es immer verschiedene Standpunkte. Übrigens muss man dazu auch sagen, dass man halt aus dem Ethikrat entfernt werden kann, wenn man sich kritisch äußert. Siehe in Bayern Anfang des Jahres. https://www.google.com/amp/s/www.br.de/nachrichten/amp/bayern/ethikrat-staatsregierung-entlaesst-lockdown-kritiker-luetge,SOjalPE
In dem "Gejammere" steht einfach, dass Klinikprozesse optimiert werden müssen, um freie Kapazitäten zu schaffen. Ich finde es scheinheilig hier mit Totenzahlen zu kommen. Das ist einfach nur das leitende OA/ Chefarztgelaber "Wo anders ist es viel schlimmer als bei uns, als meckern Sie nicht. Unbezahlte Überstunden gehören halt dazu" in einer anderen Farbe und einem anderen Setting. Jahrelang laufen die Kliniken auf Kosten von Mitarbeitern und alles auf billig und in Minimalbesetzung und jetzt wundert man sich, dass in der Extremsituation das System droht zu kollabieren? Wir haben jetzt die 4. Welle und man ist immer noch nicht adäquat vorbereitet. Dass nur auf Ungeimpfte zu schieben finde ich nicht in Ordnung. Als Beispiel aus eigener Erfahrung unsere ITS musste für 6 Monate!! Auf 50% fahren, wegen eines Kabeldefekts. Du magst ja Vergleiche mit anderen Industrienationen. In China haben die am Anfang der Pandemie in 14 Tagen ein komplettes Krankenhaus hochgezogen. Ist natürlich für mich kein Argument, weil wo anders ist es besser, zählt halt in meinen Augen nicht. Du schätzt den Vergleich mit anderen Ländern aber als wichtiger ein.
Wir brauchen eine passende Intensivstation mit genug Intensivbetten und intensiv geschulten Ärzten und Pflegepersonal. Dafür müssen halt auch finanzielle Anreize geschaffen werden.
Die Ausstattung und das Personal muss verbessert werden und das geht halt nur mit Geld. Dann muss man sich auch nicht mehr darüber aufregen, dass es zu wenig Intensivbetten gibt. Mir fällt dazu eine Textpassage aus einem KIZ-Lied ein:
"Vor der Glotze sauer auf die scheiß Sozialschmarotzer
Anstatt auf den Chef, der mit dem Geld aus eurer Arbeit
Seiner Tochter noch nen Lamborghini kauft
Alter, dann verdient ihr's auch"
Die Politik hat versagt die Pandemie entschieden anzugehen. Jetzt gibt man halt den Ungeimpften die Schuld. Davor hat man sich durch Maskenskandale bereichert. Wie kann man bitte dem 0815 Bürger vorwerfen, dass er da das Vertrauen verliert. Du bist Arzt du kannst die Nutzen/Kosten-Relation adäquat einschätzen. Viele Menschen können das halt leider nicht.
Jetzt nochmal kurz, damit es nicht heißt ich jammere nur
1. Klinikprozesse optimieren, Geld zum Beispiel aus dem Verteidigungsetat und aus allen anderen Eimern im Sinne der Pandemie ins Gesundheitswesen umverteilen. Damit mehr Kapazitäten auf COVID Normal und Intensivstationen schaffen.
2. Weiter Impfangebote und Werbung machen. Jeder Mensch soll weiter über seinen eigenen Körper entscheiden dürfen. Impfen soll freiwillig bleiben.
3. Kontaktbeschränkung einleiten und zumindest Teillockdown einleiten. Das ist nämlich zu 100% als wirksame Maßnahme bewiesen. Damit können Kranke geschützt werden und Infektionsketten vermieden werden.
4. Scheinheiligkeit beenden. 50.000 Leute ins Stadion ohne Maske lassen, aber dann Ungeimpften die alleinige Schuld geben. Ekelhaft.
Bonnerin
24.12.2021, 06:53
Ich frage mich wirklich, in was für einer Welt manche Leute leben, sorry. Pro-Lockdown. Ja, unbedingt, die Wirtschaft noch mehr ruinieren, die Inflation noch weiter befeuern und noch mehr Existenzen ruinieren. Und viele davon werden von Leuten sein, die sich an die Regeln gehalten haben bis jetzt, brav zur Impfung gegangen sind und jetzt nur wieder verar**** werden von Politik und Experten.
Es wird auch nicht mit einem neuen Lockdown enden und auch nicht mit 100 neuen Lockdowns. Es wird enden, wenn die Bevölkerung durch Impfungen so weit geschützt ist, dass fast alle Infektionen asymptomatisch oder mild verlaufen. Und das erreicht man nicht durch Bitten, das haben wir jetzt 12 Monate lang versucht. Es wird nur noch durch eine Pflicht für alle gehen.
Klar, Leute zwangsverpflichten, auf ner COVID-ITS zu arbeiten. So nötig wird niemand (!) im ärztlichen oder pflegerischen Bereich das Geld haben, dass sich das jemand freiwillig antut. Die Kündigungszahlen lassen ja auch wenig Spielraum für Interpretationen. Die Leute sind müde, haben keinen Bock mehr und vor allem keinen Bock mehr auf die Leute, die sich mit fadenscheinigen Argumenten nicht impfen lassen. Wenn alle so sehr auf körperliche Unversehrtheit pochen, wieso wollen sie dann trotzdem die Maximaltherapie mit Intubation, ECMO, Hämofiltration...die wenigsten stecken das weg (auch unabhängig von COVID).
Bei den Fußballspielen gebe ich dir Recht, ich halte eh nix von solchen Sportveranstaltungen.
Aber es sind mal wieder diejenigen die Dummen, die alles richtig gemacht haben und dass da jetzt Widerstand gegen Kontaktbeschränkungen etc. aufkommt, weil eine Minderheit der Meinung ist, allen ihren Willen aufzwingen zu dürfen...ist klar.
Sorry aber diese Antwort ist schlichtweg falsch! In Bayern ist genau das rechtlich absolut möglich. Im Rahmen einer Mangelversorgung kann dich die Regierung als Arzt zum Arbeiten ZWINGEN.
Wo bedingt ein Lockdown eine Wirtschaftskrise? Es gibt viele Berufe, in denen man seine Arbeit im Homeoffice genauso gut ausführen kann. Ich würde alle diese Berufsgruppen fürs Homeoffice verpflichten. Der Arbeiter aus dem Stahlwerk muss halt dann trotzdem in die Arbeit. Da muss man schon differenzieren.
Feuerblick
24.12.2021, 07:47
Geschäfte, Restaurants, Veranstaltungsbranche? Lockdown = alles zu, was nicht für das tägliche Leben gebraucht wird. Alle anderen gehen dann halt kaputt. :-nix
Geschäfte, Restaurants, Veranstaltungsbranche? Lockdown = alles zu, was nicht für das tägliche Leben gebraucht wird. Alle anderen gehen dann halt kaputt. :-nix
Ein Lockdown geht halt schneller, als alle nicht Geimpften durchzuimpfen und alle sonstigen zu boostern. Ein Lockdown hilft JETZT sofort.
Feuerblick
24.12.2021, 07:52
Ja, aber ein Lockdown ist keine Dauerlösung. Darum geht es hier und darum geht es bei der Impfpflicht. Ich dachte, das hätte sich zumindest rumgesprochen?
Bonnerin
24.12.2021, 09:04
Dass Lockdowns auf Dauer gar nichts bringen mussten auch die "Zero-Covid" Staaten wie Neuseeland einsehen.
Wir hier sind in der priviligierten Position, dass wir im Regelfall nicht in Kurzarbeit mussten oder arbeitslos geworden sind. Meine "studierten" Freunde aus dem nichtmedizinischen Bereich hatten eigentlich alle Glück (dank klugen Studiengangswahlen) und konnten halt im Homeoffice weiterarbeiten und regulär Geld bekommen.
Aber ich habe auch Freunde, die in der Gastronomie tätig sind und Bekannte im Kulturbereich. Auch Läden des nicht-alltäglichen Gebrauchs mussten ja schließen. Diese Leute sind alle psychisch am Ende, viele stehen vor dem Nichts. Für all diese Personen (und das sind nicht wenige!) wäre ein neuer Lockdown der Todesstoß, vielleicht sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Gerade die Personen in den Branchen haben ja an Sicherheitskonzepten gearbeitet, sind sehr oft selbst geimpft und kontrollieren die Regeln streng - in dem Wissen, dass Infektionen ihre Lebensgrundlage zerstören.
Um die Zwangsverpflichtung im Katastrophenfall sollte man sich inzwischen weniger Gedanken machen, als zu Beginn der Pandemie. Die Politik ist manchmal nicht so doof, wie sie tut und die Kündigungszahlen bis jetzt sind eindeutig. Wenn man jetzt mit derartigen Verpflichtungen kommt, wird nach Covid kein Personal mehr da sein, um irgendwen medizinisch zu versorgen. Und selbst wenn Bayern das gerne hätte, die werden sich Drohungen von Arbeitgebern im medizinischen Bereich anhören müssen, sobald die Planungen konkreter werden würden. Denn auch, wenn defacto das Arbeitszeitgesetz ausgehebelt werden dürfte, können sich dann die Krankenhäuser und Betriebe über Krankmeldungen freuen, um die Zwangseinsätze zu kompensieren. Und das wird niemandem passen, in keiner Fachrichtung.
- klinische Fächer im stationären Bereich? Mindestens die stationäre Notfallversorgung muss ja gewährleistet werden, trotz Covid. Da kann man höchstens Personal auf Isolierstationen allokieren, aber das wird ohnehin bereits in Teilen gemacht
- klinische Fächer im ambulanten Bereich? Abgesehen von Impf- und Abstrichleistungen werden die Leute ja auch trotzdem krank und wollen versorgt werden. Da kann man politisch auch keine Engpässe riskieren, wenn da Personal abgezogen wird
- nicht-klinische Fächer? Ich bin mir sicher, dass mein Arbeitgeber und auch die anderen im Bereich der "Laborfächer" einen Personalabzug nicht hinnehmen werden. Wie auch? Wenn man die Laboratoriumsmediziner und die Mibi/Viro/Epidemiologie-Ärzt:innen in die Versorgung schickt bleibt halt die ganze Laborarbeit liegen. Inklusive der Covid-PCRs. Das möchte ich sehen, wie die Politik kundtut, dass nicht mehr getestet werden kann, weil keiner mehr da ist um die Ergebnisse zu kontrollieren. Abgesehen davon, dass eben auch alle anderen Tests (inkl. BEs von Intensiv) ärztlich gesehen werden müssen...
Boostern, boostern, boostern und die Impfquote steigern. Wenn ja sogar mein Chaos-Bundesland NRW eine Erstimpfungsquote von 76,8% und eine Vollimmunisierung von zumindest 73,1% + 30,4% Boosterungen "geschafft" hat, sollte Herr Söder eventuell mal überlegen, ob nicht seine 70,6%/68,5%/27,8% zu erhöhen das probate Mittel wäre (Zahlen von statista).
Endoplasmatisches Reticulum
24.12.2021, 09:06
Mein liebster Burgerlieferant hat seine Grundpreise um 25 % erhöht + 3 € Liefergebühr eingeführt. Mein liebster Grieche hat schon 2020 das zeitliche gesegnet. Unwichtig angesichts einer Pandemie? Vielleicht. Aber zumindest Symptom eines sehr realen und schwerwiegenden Problems. Die langfristigen Auswirkungen auf die Wirtschaft bahnen sich doch gerade erst an. Da ist es natürlich (noch) leicht, einfach zu ignorieren, wessen Folgen erst später richtig einschlagen werden.
Steht dir zu, ich nicht. Ich befürworte eine allgemeine Impfpflicht entschieden!
Eine allgemeine Impfpflicht wird auch nicht die Lösung sein, da sich dennoch viele nicht werden impfen lassen. Und dann? Bußgeld? Beugehaft? Impfzwang? Wo soll das hinführen? Letztendlich bleibt dann nur das Land zu verlassen.
Menschen zu etwas zwingen war noch nie eine gute Lösung.
Zudem dann vermutlich die Impfabstände immer kürzer werde sollen. 6 Monate? 3 Monate? Monatlich? Würde ich persönlich auch nicht mitmachen. Hätte ich nicht schon das Weite gesucht, würde ich es spätestens dann tun.
Feuerblick
24.12.2021, 10:06
Menschen nicht zu zwingen führt, wie wir alle sehen, auch zu nichts. Selbst moderater Zwang (z.B. durch 2G) bringt nur wenig. Und ja, wer sich nicht impfen lässt, kann seinen Beruf nicht ausüben, bekommt ein Bußgeld. Why not? Wer sich nicht anschnallt, bekommt auch ein Bußgeld.
Thomas24
24.12.2021, 12:17
Mein liebster Burgerlieferant hat seine Grundpreise um 25 % erhöht + 3 € Liefergebühr eingeführt. Mein liebster Grieche hat schon 2020 das zeitliche gesegnet. Unwichtig angesichts einer Pandemie? Vielleicht. Aber zumindest Symptom eines sehr realen und schwerwiegenden Problems. Die langfristigen Auswirkungen auf die Wirtschaft bahnen sich doch gerade erst an. Da ist es natürlich (noch) leicht, einfach zu ignorieren, wessen Folgen erst später richtig einschlagen werden.
Ach, wenn Dir das schon gut gefallen hat, wird Dir nächstes Jahr richtig gefallen :-D
Die Megawattstunde Baseload - Strom zur Lieferung im nächsten Jahr (also Grundlast für Großkunden wie Industrie und Stadtwerke usw.) hat letzte Woche knapp über 240 Euro pro Megawattstunde gekostet.
Zum Kontext: letztes Jahr hat die Megawattstunde noch 43 Euro gekostet.
Nächstes Jahr wird Weihnachten hoffentlich sehr feucht/warm, oder eben für einige (ich sag mal die untere 50% der Bevölkerung) Mitbürger, recht ungemütlich und/ oder teurer.
(Fun fact, weil du schon deinen Burgerbrater angeführt hast: auch die Düngemittelindustrie ist ein großer Stromverbraucher. Was höhere Strompreise für den Düngemittelpreis bedeuten, und höhere Düngemittelpreise wiederum für Nahrungsmittel wie Weizen etc.... und diese wiederum für deinen Burgerlieferanten, kannst du dir ja ausdenken). Merry X- Mas.
Sorry aber diese Antwort ist schlichtweg falsch! In Bayern ist genau das rechtlich absolut möglich. Im Rahmen einer Mangelversorgung kann dich die Regierung als Arzt zum Arbeiten ZWINGEN.
Naja, gelber Schein und fertig. Krank kann dich niemand zum arbeiten zwingen, auch mit IfSG haben wir ja nicht das Grundgesetz ausgehebelt. Und manchmal schlägt meine Migräne einfach völlig random zu. :-slap
Und genau deswegen wird der Gesetzgeber das vermeiden wie der Teufel das Weihwasser.
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