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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread



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Thomas24
24.12.2021, 12:48
Mal zum Kontext: Die WHO hat das Ziel für alle 194 Mitgliedstaaten bis Ende 2021 40% ihrer Bevölkerung zu impfen, und bis Mitte nächsten Jahres ca. 70%. Nur die Hälfte der Mitgliedsstaaten hat das 40% Ziel erreicht. Durchweg "High Income" oder "Upper middle Income" Staaten.

At least 126 countries worldwide have already issued recommendations on booster or additional vaccination and more than 120 have started programmatic implementation. The majority of these countries are classified as high-income, or upper middle-income. No low-income country has yet introduced a booster vaccination programme. The most commonly prioritized target populations for booster doses are older adults, health workers and immunocompromised individuals (in immunocompromised individuals the booster dose is considered as an additional primary series vaccination dose by WHO). The degree of primary vaccination coverage in the eligible adult population varies. In several of these countries which are administering booster doses the coverage rates for complete primary vaccination are below 30%.


Dies vor dem Hintergrund, dass bereits die Grundimmunisierung an Wirksamkeit verliert.
The vast majority of current infections and COVID-19 cases are observed in unvaccinated people. If breakthroughs occur in vaccinated persons, in most cases events are less severe than those in unvaccinated persons. However, emerging data consistently show a decline in vaccine effectiveness against SARS-CoV2 infection and COVID-19 with time since vaccination, and more significant decline in older adults. This evidence is mostly based on observational studies that may be subject to confounding factors (5).

Based on a recent systematic review and meta-regression analysis (6), across the four WHO EUL COVID-19 vaccines with the most data (i.e., BNT162b2, mRNA 1273, Ad26.COV2.S and ChAdOx1-S [recombinant] vaccine), vaccine effectiveness against severe COVID-19 decreased by about 8% (95% confidence interval (CI): 4-15%) over a period of 6 months in all age groups. In adults above 50 years, vaccine effectiveness against severe disease decreased by about 10% (95% CI: 6 – 15%) over the same period. Vaccine effectiveness against symptomatic disease decreased by 32% (95% CI: 11 – 69%) for those above 50 years of age.

Selbst unter der Annahme, dass genügend Impfstoff für eine globale Impfkampagne vorhanden wäre (gegenwärtig nimmt die WHO das 1 Quartal 2022 an), liefe im Hintergrund ja die Schutzwirkung für die bereits grundimmunisierte- aber noch nicht vollständig geboosterten- Teile der Welt wieder ab. Dies ist bei einem über Aerosole übertragenen Virus mit hoher genetischer Variabilität ja eher ungünstig, da genügend Zeit und Wirtspopulationen vorhanden sind, um lustig immer weiter zu mutieren.

https://www.who.int/news/item/22-12-2021-interim-statement-on-booster-doses-for-covid-19-vaccination---update-22-december-2021

Dr. Tedros said that with 20% of vaccine supplies going toward boosters, "blanket booster programs are likely to prolong the pandemic rather than ending it." By diverting the vaccine supply to countries with high levels of immunity, vaccine producers and those buying boosters from them are giving the virus "more opportunity to spread and mutate."

"No country can boost its way out of the pandemic," he added.

Insofern verstehe ich nicht, wieso man (auch hier im Forum) so aggressiv auf die heterogene Querdenker/ Coronaleugner/ Impfverweigerer- Birkenstocksandalenträgerfraktion so herumhacken muss. Selbst mit kompletter Immunisierung plus Boosterung der gesamten deutschen Bevölkerung (oder meinetwegen Europas), bekommen wir doch COVID 19 nicht in den Griff. Wir könnten selbst mit Impfpflicht so lange auf Zeit spielen, bis so etwas wie Herdenimmunität auftritt, wir als Gesellschaft mit einer neuen endemisch gewordenen Erkrankung zurechtkommen und zwischendurch die Albtraumszenarien wie einer "Überlastung des Gesundheitswesens" abfedern. Also seid im Forum weniger garstig zueinander- und trotz Corona- allen frohe Weihachten :knuddel:

Dooly
24.12.2021, 13:16
Ich bin langsam weniger optimistisch, dass sich durch die Impfpflicht noch viel an der Impfquote ändern wird. :( 2G und Druck seitens des Arbeitsplatzes haben jetzt schon alles ausgequetscht, was möglich war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bußgelder noch viel mehr bewirken können. Querdenken und andere Verschwörungstheorien halte ich für gefährlich und ich finde es gut, wenn sich Leute aktiv dagegen positionieren z. B., indem sie in Social Media abstruse Theorien nicht unkommentiert stehen lassen.

anignu
24.12.2021, 13:48
Jetzt nochmal kurz, damit es nicht heißt ich jammere nur
Sehr gut, damit kann ich arbeiten...

1. Klinikprozesse optimieren, Geld zum Beispiel aus dem Verteidigungsetat und aus allen anderen Eimern im Sinne der Pandemie ins Gesundheitswesen umverteilen. Damit mehr Kapazitäten auf COVID Normal und Intensivstationen schaffen.
Da bekommst du von mir eigentlich 100%ige Zustimmung. Warum nur eigentlich? Weil einfach kein Personal da ist. Es gibt einfach keine Pflegekräfte die da sind und die man einstellen könnte. Auf lange Sicht vielleicht schon, aber in der aktuellen Situation hilft das wenig.

2. Weiter Impfangebote und Werbung machen. Jeder Mensch soll weiter über seinen eigenen Körper entscheiden dürfen. Impfen soll freiwillig bleiben.
Wer Informationen lesen wollte, hat dies getan. Die Angebote waren und sind massig. Für mich ist das Thema Freiwilligkeit durch. Wenn es nicht genug Freiwillige gibt braucht es eine allgemeine Impfpflicht.

3. Kontaktbeschränkung einleiten und zumindest Teillockdown einleiten. Das ist nämlich zu 100% als wirksame Maßnahme bewiesen. Damit können Kranke geschützt werden und Infektionsketten vermieden werden.
Ein Teillockdown vermeidet einen Teil der Infektionen, Impfungen auch. Umso stärker der Lockdown umso mehr Infektionen werden verhindert, umso höhere Impfquote ebenso. Aus meiner Sicht befürworte ich somit Impfungen und nicht Lockdowns. Und wenn die Leute das nicht freiwillig machen dann halt mit einer allgemeinen Impfpflicht.

4. Scheinheiligkeit beenden. 50.000 Leute ins Stadion ohne Maske lassen, aber dann Ungeimpften die alleinige Schuld geben. Ekelhaft.
Scheinheiligkeit beenden ja, aber auch sich nicht einen Fehler der Politik raussuchen und damit den Mist der Anderen rechtfertigen. Die Leute ins Stadion lassen ist schlecht, aber dass Ungeimpfte draußen rumlaufen auch! Und an der 4. Welle sind nicht die 50.000 im Stadion schuld sondern die Ungeimpften.

Ich frage mich wirklich, in was für einer Welt manche Leute leben, sorry. Pro-Lockdown. Ja, unbedingt, die Wirtschaft noch mehr ruinieren, die Inflation noch weiter befeuern und noch mehr Existenzen ruinieren. Und viele davon werden von Leuten sein, die sich an die Regeln gehalten haben bis jetzt, brav zur Impfung gegangen sind und jetzt nur wieder verar**** werden von Politik und Experten.
Pro Lockdown sind die Priviligierten die davon nur minimal betroffen sind. Wer einen sicheren Job hat braucht sich diesbezüglich nicht zu fürchten. Wer keine Kinder hat, braucht sich auch nicht um seine Kinder sorgen. Wem Gastwirtschaft, Tourismus und Kulturschaffende egal sind, braucht sich diesbezüglich auch keine Sorgen machen. Es ist also einfach für den Lockdown zu sein...

Eine allgemeine Impfpflicht wird auch nicht die Lösung sein, da sich dennoch viele nicht werden impfen lassen. Und dann? Bußgeld? Beugehaft? Impfzwang? Wo soll das hinführen? Letztendlich bleibt dann nur das Land zu verlassen.
Menschen zu etwas zwingen war noch nie eine gute Lösung.
Typisch deutsch. Immer von hinten her betrachten...
Ja, es wird Verweigerer geben und ja vermutlich auch Attestfälscher.
Und? Wenn die Impfquote statt um die 60% wie bei uns dann plötzlich bei 80% oder sogar 90% ist, dann werden so viele Infektionen verhindert dass die verbleibenden Infektionen beherrschbar sind.

Selbst mit kompletter Immunisierung plus Boosterung der gesamten deutschen Bevölkerung (oder meinetwegen Europas), bekommen wir doch COVID 19 nicht in den Griff.
Global betrachtet nicht. Lokal betrachtet (deutschlandweit) schon. Und ganz ehrlich? Das ist doch schon mal was für den Anfang.

Wir haben in der jetzigen Welle ganz klar gesehen dass diese Welle genau diejenigen Regionen trifft die eine niedrige Impfquote haben. Oder sind wir uns da etwa uneins? Muss ich tatsächlich die Zahlen raussuchen?
Insofern sollen sich die Leute doch bitte endlich Impfen lassen damit Ruhe wird!

Leucovorin
25.12.2021, 23:46
Anignu hat Recht, wir müssen viele Leute zum Impfen bekommen, so dass man langsam mal anfängt mit dem Virus und Infektionswellen zu leben. Ganz klar müssen Ungeimpfte deutlich höhere Beiträge an das Gesundheitswesen zahlen, sie wollen ja unbedingt ihre Sonderwurst...dann sollen sie auch dafür zahlen.
Sehr ungünstig war, dass man vor ein paar Monaten sich noch komplett gegen eine Impfpflicht ausgesprochen hat.

Was denkt ihr? Wann werden die Varianten weiter harmloser und das ganze abebben? Mitte 2024? Anfang 2027?

cartablanca
26.12.2021, 03:07
Anignu hat Recht, wir müssen viele Leute zum Impfen bekommen, so dass man langsam mal anfängt mit dem Virus und Infektionswellen zu leben. Ganz klar müssen Ungeimpfte deutlich höhere Beiträge an das Gesundheitswesen zahlen, sie wollen ja unbedingt ihre Sonderwurst...dann sollen sie auch dafür zahlen.
Sehr ungünstig war, dass man vor ein paar Monaten sich noch komplett gegen eine Impfpflicht ausgesprochen hat.

Was denkt ihr? Wann werden die Varianten weiter harmloser und das ganze abebben? Mitte 2024? Anfang 2027?

1. Bin ich dagegen. Jeder hat das Recht sich unverantwortlich zu verhalten und trotzdem Anspruch auf das volle Programm. Auch Raucher etc.. Bei einer Triage sollte man es aber berücksichtigen.
2. Ich schätze, dass es zu einem dauerhaften Phänomen wie Influenza wird, das halt das gleiche Klientel wie Influenza trifft und tötet. Nur halt etwas mehr Tote pro Jahr.

hebdo
26.12.2021, 08:10
……
Insofern verstehe ich nicht, wieso man (auch hier im Forum) so aggressiv auf die heterogene Querdenker/ Coronaleugner/ Impfverweigerer- Birkenstocksandalenträgerfraktion so herumhacken muss. Selbst mit kompletter Immunisierung plus Boosterung der gesamten deutschen Bevölkerung (oder meinetwegen Europas), bekommen wir doch COVID 19 nicht in den Griff. Wir könnten selbst mit Impfpflicht so lange auf Zeit spielen, bis so etwas wie Herdenimmunität auftritt, wir als Gesellschaft mit einer neuen endemisch gewordenen Erkrankung zurechtkommen und zwischendurch die Albtraumszenarien wie einer "Überlastung des Gesundheitswesens" abfedern. Also seid im Forum weniger garstig zueinander- und trotz Corona- allen frohe Weihachten :knuddel:

Das ist genau das Problem. Wir werden das Virus nicht in Griff bekommen, wenn wir nicht solidarisch dafür Sorgen, dass alle Menschen Impfstoff bekommen. Und das meine ich nicht nur medizinisch sondern auch wirtschaftlich. Es wird weiter Mutationen geben, die dem geboosterten Immunsystem entkommen werden.

Dooly
26.12.2021, 10:21
Es ist klar, dass eine isolierte sehr gute Impfquote in Deutschland keine Pandemie beseitigt und es ist unrealistisch, dass man so schnell wie möglich random 40% der Welt hätte impfen können. Selbst in unserer privilegierten Gesellschaft reicht die Impfquote nach einem Jahr gerade mal für 70%, darunter sind bestimmt 5%, die es kürzlich nur mit Druck zugelassen haben. Woanders wird es noch viel mehr Ablehnung gegenüber der Impfung geben, als hier, da wandert man auch nicht einfach mit seinem Impfstoff ein und hat viele Impfwillige.
Das Problem mit den Verschwörungstheorien hier und der weltweite Impfstoffmangel sind meiner Meinung nach zwei unterschiedliche Baustellen.

anignu
27.12.2021, 22:57
1. Bin ich dagegen. Jeder hat das Recht sich unverantwortlich zu verhalten und trotzdem Anspruch auf das volle Programm. Auch Raucher etc.. Bei einer Triage sollte man es aber berücksichtigen.
Wenn wir offenen Auges in die Situation der Triage kommen... ganz ehrlich? Dann haben wir versagt. Dann ist die Gesellschaft an sich so unvernünftig, unsolidarisch, fast schon dumm, dass wir uns eigentlich selbst abschaffen sollten. Vor einem Jahr konnte man noch sagen "wir kennen das Virus nicht" oder "wir wissen nicht wie wir mit dem Virus umgehen müssen". Diese Ausrede ist vorbei. Das Virus ist bekannt, die Möglichkeiten der Bekämpfung auch, allein die Gesellschaft ist nicht in der Lage damit umzugehen.
Und noch was: wie ich schon schrieb, man kann sich schon hinstellen und sagen "dann macht halt Triage, ist mir doch egal", wenn man selbst nicht betroffen ist. Der Staat an sich hat aber die Aufgabe alle Menschen zu schützen. Und damit auch zu schützen dass man gar nicht erst in so eine Situation kommt.

2. Ich schätze, dass es zu einem dauerhaften Phänomen wie Influenza wird, das halt das gleiche Klientel wie Influenza trifft und tötet. Nur halt etwas mehr Tote pro Jahr.
Für mich ist Corona nicht mit Influenza vergleichbar weil es bei Corona eine sehr sehr viele höhere Hospitalisierungsrate gibt. Es geht auch irgendwie um die Menge an Toten, aber vor allem auch darum dass das Gesundheitssystem nicht unter der Last der hohen Hospitalisierungszahlen zusammenbricht. Und um ungefähr vielleicht mal dahin zu kommen braucht es eine hohe Impfquote, die lässt sich offensichtlich freiwillig nicht erreichen. Also Impfpflicht.

Woanders wird es noch viel mehr Ablehnung gegenüber der Impfung geben, als hier
Bulgarien beispielsweise... Ist dort richtig krass mit dem Misstrauen gegenüber der Regierung, den Impfstoffen etc.

Das Problem mit den Verschwörungstheorien hier und der weltweite Impfstoffmangel sind meiner Meinung nach zwei unterschiedliche Baustellen.
Seh ich genauso. Den Verschwörungstheorien hier muss man mit klaren Fakten und Aufklärung begegnen und darf da auch nicht locker lassen. Beim weltweiten Impfstoffmangel hilft nur weiterhin viel Impfstoff zu produzieren und den in die Welt zu exportieren. Das wird gemacht aber noch zu wenig. Nichtsdestotrotz dürfen wir unsere eigenen Hausaufgaben (allgemeine Impfpflicht) nicht vernachlässigen.

Leucovorin
28.12.2021, 00:54
1. Bin ich dagegen. Jeder hat das Recht sich unverantwortlich zu verhalten und trotzdem Anspruch auf das volle Programm. Auch Raucher etc.. Bei einer Triage sollte man es aber berücksichtigen.


Hmmm...du schaufelst dann die Gräber und entscheidest wer auf die Intensivstation kommt oder nicht?
Du bietest kein vernünftiges Gegenkonzept. Du sagst einfach nur: Ich bin dagegen. Sehr destruktiv.:-dagegen

Leucovorin
28.12.2021, 00:59
Für mich ist Corona nicht mit Influenza vergleichbar weil es bei Corona eine sehr sehr viele höhere Hospitalisierungsrate gibt. Es geht auch irgendwie um die Menge an Toten, aber vor allem auch darum dass das Gesundheitssystem nicht unter der Last der hohen Hospitalisierungszahlen zusammenbricht. Und um ungefähr vielleicht mal dahin zu kommen braucht es eine hohe Impfquote, die lässt sich offensichtlich freiwillig nicht erreichen. Also Impfpflicht.


Naja, die spanische Grippe hatte ja ebenfalls eine sehr hohe Hospitalisierungsrate sowie Letalität. Nach ein paar Jahren war der größte Spuk (wie wir ihn jetzt erlebt haben) vorbei. Und zwar ohne Impfung und mit extrem vielen Toten.
Es ist ja immer wahrscheinlicher, dass die Varianten sich mehr an den Menschen anpassen und weniger Letalität verursachen. Übrigens ein bekanntes Phänomen von Viren, die einen Wirtssprung machen.

anignu
28.12.2021, 01:26
Der Ausgangspost von cartablanca war dass es zu einem "dauerhaften Phänomen wie Influenza" wird. Mit diesem "dauerhaft" meint cartablanca die Grippe wie sie jedes Jahr auftritt und nicht die Spanische Grippe von vor über hundert Jahren...

Und darauf war meine Antwort dann, dass ich diese beiden Sachen, Corona und die jährlich wiederkehrende Influenza, nicht vergleichen kann/soll weil es eben bei Corona eine so hohe Hospitalisierungsrate gibt. Und die ist gefühlt bei der Grippe nicht hoch. Das geht irgendwie so nebenbei im Krankenhaus, dafür werden nicht Stationen gesperrt etc.

cartablanca
28.12.2021, 04:43
Es ist leichter die Toten von oder mit Corona zu berechnen als die Toten durch Kollateralschäden (verspätete Operationen, Krebsdiagnosen, vermehrte Suchtproblematik, etc.).
Es ist leichter die medizinischen Folgen abzuschätzen als die gesamtgesellschaftlichen und politischen. Es ist auch leicht sich als Arzt mit sicherem Arbeitsplatz hinzustellen und diejenigen, die um ihre Existenz fürchten, zu verurteilen.
Man kann auch nicht leichtfertig hingehen und wirtschaftliche Interessen gegenüber menschlichen immer zurückstellen. Ohne wirtschaftlichen Wohlstand wird man nämlich in Zukunft vielleicht nicht das bisherige Niveau an Gesundheitsleistungen erbringen können. Da kommen wir zur Berechnung von Kollateralschäden, die man sich leicht machen kann oder eben nicht.
Es ist auch leichter jeden im Dienst aufzunehmen anstatt zu selektieren. Es ist auch leichter jeden 80 Jährigen auf ITS am Leben zu halten als einen Schlussstrich zu ziehen. Hauptsache man macht sich selbst nicht die Hände schmutzig oder sich gar strafbar. Man kann immer den leichten Weg gehen und sich dann in seiner Selbstgerechtigkeit sonnen. Verantwortung übernehmen heißt nicht um jeden Preis unschuldig zu bleiben.
Was mir fehlt sind die Zahlen zu Kollateralschäden und was die ganze Party irgendwann mal kosten wird, wenn die Rechnung kommt.
Für mich spricht nichts gegen eine allgemeine Impfpflicht. Ich erkenne aber die Argumente der Leute an die sagen, dass sie keine Medikamente oder Impfungen akzeptieren. Rein theoretisch könnte man auch sagen, dass jeder der sich selbst schützen will auch einfach isoliert zuhause bleiben kann. Da steckt man sich nicht an. Das ist dann natürlich etwas egoistisch von Seiten der Impfgegner. Der Staat muss seine Bürger schützen. Was ist wenn ein Teil der Bürger das nicht will? Die Bürger vor sich selbst schützen hat was von zwangspsychiatrischen Maßnahmen.
Allgemeine Impfpflicht ist okay, aber es muss eine deadline für die restlichen Maßnahmen geben.

Relaxometrie
28.12.2021, 10:23
Wie Evil bereits schön herausgearbeitet hat, führt genau diese dogmatische Herangehensweise allerdings auch zur Definition eines "lebensunwerten" Lebens und damit stehst Du durchaus auf der selben moralischen Stufe wie das dutzendjährige Reich.
Es ist nicht unsere Aufgabe als Ärzte, über unsere Patienten zu richten, sondern sie zu behandeln.
Genau, es ist nicht unser Aufgabe, Triagekriterien zu erstellen. Das machen zum Glück andere Berufsgruppen.
Z.B. manchen sich Juristen dazu Gedanken, wie z.B. diese Frau (https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/rechtswissenschaftlerin-tatjana-hoernle-empfiehlt-beruecksichtigung-des-impfstatus-bei-triage-entscheidungen-a-c89855e0-1022-44d2-be30-4e8535454386). Konsequenterweise musst Du ihr jetzt auch Nazigedanken vorwerfen.

Feuerblick
28.12.2021, 10:26
Relaxo, kannst du bitte endlich Ruhe geben? Danke!

Übrigens: https://www.tagesschau.de/inland/triage-bverfg-101.html

Christoph_A
28.12.2021, 11:26
Genau, es ist nicht unser Aufgabe, Triagekriterien zu erstellen. Das machen zum Glück andere Berufsgruppen.
Z.B. manchen sich Juristen dazu Gedanken, wie z.B. diese Frau (https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/rechtswissenschaftlerin-tatjana-hoernle-empfiehlt-beruecksichtigung-des-impfstatus-bei-triage-entscheidungen-a-c89855e0-1022-44d2-be30-4e8535454386). Konsequenterweise musst Du ihr jetzt auch Nazigedanken vorwerfen.

Konsequenterweise verbirgt sich der von Dir verlinkte Artikel hinter einer Bezahlschranke. Eine Triagerückstufung alleinig nur aufgrund einer Nichtimpfung wird die Dame wohl kaum gefordert haben.
Rest siehe Antwort Feuerblick.
P.s.: Trotz des erneut heraufbeschworenen Untergangs des Abendlandes sind wir weiterhin doch ein paar Schrittchen von einer Überlastung der IT Betten oder gar einer echten Triage entfernt und daher ist dieser Gedankengang Deinerseits bestenfalls als müßig zu betrachten.

Relaxometrie
28.12.2021, 11:33
Eine Triagerückstufung alleinig nur aufgrund einer Nichtimpfung wird die Dame wohl kaum gefordert haben.
Habe ich auch nicht gefordert. Aber man wollte mich missverstehen. Thema erledigt.

Christoph_A
28.12.2021, 11:52
Habe ich auch nicht gefordert. Aber man wollte mich missverstehen. Thema erledigt.

Niemand hat Dich mißverstanden, Du hattest Dich klar ausgedrückt. Thema erledigt

anignu
28.12.2021, 23:07
Für mich spricht nichts gegen eine allgemeine Impfpflicht. Ich erkenne aber die Argumente der Leute an die sagen, dass sie keine Medikamente oder Impfungen akzeptieren. Rein theoretisch könnte man auch sagen, dass jeder der sich selbst schützen will auch einfach isoliert zuhause bleiben kann. Da steckt man sich nicht an. Das ist dann natürlich etwas egoistisch von Seiten der Impfgegner. Der Staat muss seine Bürger schützen. Was ist wenn ein Teil der Bürger das nicht will? Die Bürger vor sich selbst schützen hat was von zwangspsychiatrischen Maßnahmen.
Passiert aber nicht. Genau die größten Impfgegner laufen ohne Maske in Pulks draußen rum. Genau die größten Impfgegner lehnen sämtliche Isolationsmaßnahmen oder auch die einfache Maske ab.
Zwangspsychiatrische Maßnahmen ist wieder so eine Denkweise aus der Querdenkerszene. Das ist dieses "maximale Freiheit, keine Konsequenzen" und das geht halt nicht. Nicht in Pandemiezeiten.

Allgemeine Impfpflicht ist okay, aber es muss eine deadline für die restlichen Maßnahmen geben.
Wenn das IMPP schreiben würde welche Antwort korrekt ist und dann kommt "wenn wir eine Impfpflicht einführen und dafür definitiv alle restlichen Maßnahmen für immer beenden" zu welchem Ergebnis kommst du dann? Dass du gar nicht mehr weiterlesen musst, weil diese Aussage ist garantiert falsch.
Und genauso verhält es sich hier. Wir haben eine Pandemie und der Verlauf ist dynamisch. Es gibt neue Varianten, neue Ausbruchsgeschehen, Super-Spreader-Ereignisse, Impfstoffe die besser oder weniger wirken etc. Dynamisch halt. Eine deadline für die restlichen Maßnahmen verlangt nur derjenige der im Nachhinein dann den Politikern wieder Wortbruch vorwerfen will. Einen medizinischen Sinn hat das nicht.

Wieso bin ich trotzdem für die allgemeine Impfpflicht? Weil es die Maßnahmen reduziert. Wir haben jetzt schon gesehen dass bei höherer Impfquote weniger Maßnahmen erforderlich sind und waren. In Zukunft wird das genauso sein. Ist zumindest meine Hoffnung. Und bei sehr sehr hoher Impfquote KANN es sein dass die Maßnahmen fast komplett auf null gefahren werden. Kann. Wenn es funktioniert. Ob das klappt weiß ich nicht, aber mit niedriger Impfquote kann ich inzwischen bestätigen dass es nicht klappt.

Genau, es ist nicht unser Aufgabe, Triagekriterien zu erstellen. Das machen zum Glück andere Berufsgruppen.
Das seh ich nicht so. Triagekriterien ohne Mediziner zu erstellen wäre Wahnsinn. Es liegt an den Juristen die Kriterien zu überprüfen oder mitzuarbeiten, aber erstellen sollten sie Mediziner und Ethiker.

Trotz des erneut heraufbeschworenen Untergangs des Abendlandes sind wir weiterhin doch ein paar Schrittchen von einer Überlastung der IT Betten oder gar einer echten Triage entfernt und daher ist dieser Gedankengang Deinerseits bestenfalls als müßig zu betrachten.
Sagt einer der "München" als seinen Ort angibt... Gibt es endlich mal wieder Intensivbetten in München? Ich könnte jedes einzelne Mal ko... wenn ich versuchen muss einen Patienten sofort zu verlegen der auch Intensiv braucht. München ist da quasi immer wie zugesperrt.
Und bei uns kann ich auch sagen dass die Intensivbetten definitiv voll waren. Mei, dann werden halt quasi intensivpflichtige Patienten auf Normalstation gelegt. Nicht beatmet und Nor ist seit drei Sekunden aus? Dann ist der Patient nicht mehr intensivpflichtig oder was?

Wenn die echte Triage (z.B. Beatmungsgerät abschalten weil es ein anderer braucht) kommt dann haben wir als Gesellschaft versagt, egal wie die Kriterien tatsächlich sind. Was vor 2 Jahren in Bergamo passiert ist, da kann man nur sagen "traurig". Damals wusste man noch quasi nichts und hatte wenig Möglichkeiten. Inzwischen haben wie flächendeckend Tests, flächendeckend Impfangebote, kennen die Übertragungswege etc.
Wenn wir jetzt noch in Triage-Situationen kommen, dann haben wir versagt.

Leucovorin
28.12.2021, 23:31
Gab es nicht vor kurzem Bilder, wo von München nach NRW verlegt wurde wegen Bettenmangel?

Christoph_A
28.12.2021, 23:47
Passiert aber nicht. Genau die größten Impfgegner laufen ohne Maske in Pulks draußen rum. Genau die größten Impfgegner lehnen sämtliche Isolationsmaßnahmen oder auch die einfache Maske ab.
Zwangspsychiatrische Maßnahmen ist wieder so eine Denkweise aus der Querdenkerszene. Das ist dieses "maximale Freiheit, keine Konsequenzen" und das geht halt nicht. Nicht in Pandemiezeiten.

Wenn das IMPP schreiben würde welche Antwort korrekt ist und dann kommt "wenn wir eine Impfpflicht einführen und dafür definitiv alle restlichen Maßnahmen für immer beenden" zu welchem Ergebnis kommst du dann? Dass du gar nicht mehr weiterlesen musst, weil diese Aussage ist garantiert falsch.
Und genauso verhält es sich hier. Wir haben eine Pandemie und der Verlauf ist dynamisch. Es gibt neue Varianten, neue Ausbruchsgeschehen, Super-Spreader-Ereignisse, Impfstoffe die besser oder weniger wirken etc. Dynamisch halt. Eine deadline für die restlichen Maßnahmen verlangt nur derjenige der im Nachhinein dann den Politikern wieder Wortbruch vorwerfen will. Einen medizinischen Sinn hat das nicht.

Wieso bin ich trotzdem für die allgemeine Impfpflicht? Weil es die Maßnahmen reduziert. Wir haben jetzt schon gesehen dass bei höherer Impfquote weniger Maßnahmen erforderlich sind und waren. In Zukunft wird das genauso sein. Ist zumindest meine Hoffnung. Und bei sehr sehr hoher Impfquote KANN es sein dass die Maßnahmen fast komplett auf null gefahren werden. Kann. Wenn es funktioniert. Ob das klappt weiß ich nicht, aber mit niedriger Impfquote kann ich inzwischen bestätigen dass es nicht klappt.

Das seh ich nicht so. Triagekriterien ohne Mediziner zu erstellen wäre Wahnsinn. Es liegt an den Juristen die Kriterien zu überprüfen oder mitzuarbeiten, aber erstellen sollten sie Mediziner und Ethiker.

Sagt einer der "München" als seinen Ort angibt... Gibt es endlich mal wieder Intensivbetten in München? Ich könnte jedes einzelne Mal ko... wenn ich versuchen muss einen Patienten sofort zu verlegen der auch Intensiv braucht. München ist da quasi immer wie zugesperrt.
Und bei uns kann ich auch sagen dass die Intensivbetten definitiv voll waren. Mei, dann werden halt quasi intensivpflichtige Patienten auf Normalstation gelegt. Nicht beatmet und Nor ist seit drei Sekunden aus? Dann ist der Patient nicht mehr intensivpflichtig oder was?

Wenn die echte Triage (z.B. Beatmungsgerät abschalten weil es ein anderer braucht) kommt dann haben wir als Gesellschaft versagt, egal wie die Kriterien tatsächlich sind. Was vor 2 Jahren in Bergamo passiert ist, da kann man nur sagen "traurig". Damals wusste man noch quasi nichts und hatte wenig Möglichkeiten. Inzwischen haben wie flächendeckend Tests, flächendeckend Impfangebote, kennen die Übertragungswege etc.
Wenn wir jetzt noch in Triage-Situationen kommen, dann haben wir versagt.

@anignu: Dann mal Butter bei die Fische, sag mir doch bitte, wann die Stadt München keine freien Intensivbetten hatte. Laut Mitternachtsstatistik heute sind 1/3 aller IT Betten frei, Minimum waren 15%, ohne die Reservekapazitäten der Unis oder der großen städtischen Häuser auch nur angezapft zu haben.
Auch deutschlandweit haben wir in dieser Welle die 5000 IT Betten durch Covidpatienten nicht erreicht, es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr einer landesweiten Überlastung. Lokal ja, klar, bin ich voll bei Dir, aber landesweit und in Muc definitiv nicht. Und auch in keiner Welle davor übrigens. Funfact am Rande, sowohl in Muc als auch in Augsburg und Regensburg wurden Patienten aus Österreich und Tschechien aufgenommen, während die IT Patienten aus Niederbayern nach Nrw und welche aus Rosenheim nach Südtirol verschifft wurden, Logistik zum Haare raufen, aber auch das ist D in der Pandemie.
Ansonsten bin ich voll bei Dir, je mehr geimpft, desto besser. Und da hat sich grade die bayrische Mentalität des schau ma moi dann seng ma scho, die ich sonst sehr liebe, leider als unpraktisch erwiesen. Die schlechten Impfquoten hier waren kein Ruhmesblatt und bedürfen im Nachgang der Pandemie sicher einer genauen Untersuchung.