Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Wo kommt denn der Mythos vom Hippokratischen Eid in den Köpfen der Menschen her?
Oder das Ärzte überhaupt irgendetwas in irgendeiner Form "schwören" würden?
Ich denke, uns hilft uns auch eine stärkere Lobby nicht gegen anti-ärztliche Hetze. Die Gesinnung der Menschen unterliegt kulturellen Schwankungen. Derzeit dominiert eine Amalgamation aus professionellem Opferrollentum, Empörung, Missgunst und sich daraus ableitenden Umverteilungsfantasien. Streiks, Forderungen für faire Arbeitsbedingungen oder Rufe nach einer Gehaltsentwicklung, die mindestens den Reallohn erhält, wandern beim Durchschnittsdeutschen ohne Umwege in die Schublade der "Elitenbereicherung".
Die meisten können nicht zwischen Niedergelassenen und Klinikärzten unterscheiden.
Hm, also mein ehemaliger Chef macht mindestens 12 Dienste im Monat, hatte zwar Familie aber die hatten sehr wenig von ihm, er war von 7-19 Uhr in der Klinik und selten in seinem Büro. Sein Gehalt weiß ich nicht, aber da hat er wohl ordentlich was falsch gemacht "ironie off".
Mein Chef stand gestern (am Samstag) plötzlich um 16:30 Uhr in Arztzimmer um noch ein paar Dinge zu besprechen… da hatte ich schon gemütlich die Füße hochgelegt und war auf meinem Handy am spielen weil ich nur noch darauf gewartet habe, dass der letzte Patienten auf Station zurück fährt. Auch sonst habe ich ihn schon zu jeder Tages- und Nachtzeit an 7 Tagen die Wochen in der Klinik angetroffen.
Mein anderer Chef macht im Schnitt 10 Dienste/Monat. Und hat auch schon am Sonntagmorgen mit mir Patienten intubiert…
Die goldenen Zeiten für Uniklinik-Chefärzte scheinen zumindest hier vorbei zu sein. War heute, am Sonntag, ca. 4 Stunden in der Klinik unterwegs und habe noch zwei weitere Chefs anderer Fachabteilungen angetroffen, die sicherlich auch nicht zum ersten Mal am Sonntag die Klinik betreten haben.
Bonnerin
23.01.2022, 17:39
Ja das sehe ich auch so. Gerade wer in Off-Zeiten arbeitet, der soll gut verdienen. Stellt sich mir aber noch die Frage, ob man wirklich für die Durchführung der Impfung zwingend einen Arzt brauch? Tut mir leid, das ist wirklich nicht so komplex. Das kann auch paramedizinisches Personal durchführen.
Well, yes; but actually no.
Im Prinzip hast du Recht. Ich sehe auch kein Problem darin, warum nicht auch andere Personen mit medizinischem Grundwissen impfen sollen (siehe ja auch die Lockerung bezüglich Zahn- und Tierärzt:innen sowie Apotheker:innen). Auch das nicht-akademische Personal würde ich grundsätzlich da mit einschließen. Aber: man darf nicht vergessen, wie unbeliebt geimpft werden in Deutschland ist. Und dass man damit rechnen muss, dass man von rechten oder linken Hetz...äh "besorgten Bürger:innen" "Besuch" bekommt und einen Online-Shitstorm gratis dazu, wenn mal wirklich bei einer Impfung was schief gehen sollte. Da sehe ich auch schon die Bild-Schlagzeile vor mir "Impfschaden durch Rettungsassitenten - Warum ist die Gesundheit in Deutschland nur Dumpinglohn wert?"
Die "Lockerungen" bezüglich Zahnärzten sind ein Witz :-wow man erwartet ernsthaft, dass wir als approbierte Zahnärzte, die jeden Tag wohl mehr spritzen in die Patienten stechen als die meisten humanmediziner, zunächst eine mehrstündige onlineschulung abarbeiten müssen! Daran schließt sich dann noch eine hospitation im impfzentrum bzw. bei einem impfenden Facharzt an, um den praktischen Ablauf kennenzulernen (damit wäre ich prinzipiell einverstanden und bereit dazu). Außerdem ist die Abrechnung und honorierung noch nicht geklärt, ich denke also nicht, dass sich viele Kollegen dazu bereit erklären werden :-nix
Also ich habe bisher 0 Patienten geimpft im Impfzentrum. Das machen durchweg MFA oder Pflegepersonal.
Die Ärzte braucht man "nur" für das ärztliche Aufklärungsgespräch. Die Verantwortung tragen nämlich am Ende die Ärzte.
Andererseits bin ich bei meinem Hausarzt noch nie über irgendeine Impfung aufgeklärt und immer von einer MFA geimpft worden.
Thomas24
23.01.2022, 18:27
Die "Lockerungen" bezüglich Zahnärzten sind ein Witz :-wow man erwartet ernsthaft, dass wir als approbierte Zahnärzte, die jeden Tag wohl mehr spritzen in die Patienten stechen als die meisten humanmediziner, zunächst eine mehrstündige onlineschulung abarbeiten müssen! Daran schließt sich dann noch eine hospitation im impfzentrum bzw. bei einem impfenden Facharzt an, um den praktischen Ablauf kennenzulernen (damit wäre ich prinzipiell einverstanden und bereit dazu). Außerdem ist die Abrechnung und honorierung noch nicht geklärt, ich denke also nicht, dass sich viele Kollegen dazu bereit erklären werden :-nix
Bei den Veterinären wohl ganz ähnlich konfus. Die sollen zwar mitimpfen, aber es sind weder Haftungsrechtliche Fragen etc. geklärt. Und der erste Vergütungsvorschlag der Politik für die zusätzliche Tätigkeit, Logistik, Aufwand, Helferinnen etc war: 0 Euro. Mit einem 0 Euro Vorschlag lockt man auch keinen Veterinär aus dem Stall hervor...
Leucovorin
23.01.2022, 19:14
Hm, also mein ehemaliger Chef macht mindestens 12 Dienste im Monat, hatte zwar Familie aber die hatten sehr wenig von ihm, er war von 7-19 Uhr in der Klinik und selten in seinem Büro. Sein Gehalt weiß ich nicht, aber da hat er wohl ordentlich was falsch gemacht "ironie off".
Das ist ungewöhnlich für einen Chef. Hat er kein Personal?
Die goldenen Zeiten für Uniklinik-Chefärzte scheinen zumindest hier vorbei zu sein. War heute, am Sonntag, ca. 4 Stunden in der Klinik unterwegs und habe noch zwei weitere Chefs anderer Fachabteilungen angetroffen, die sicherlich auch nicht zum ersten Mal am Sonntag die Klinik betreten haben.
Möglicherweise auch eine Frage des Alters, Charakters und auch des Fachs.
Mein ehemaliger Chef trudelt weiter aus. Klar gibt es Gerede in der Uniklinik, wie wenig in der Abteilung läuft, das stört jedoch offensichtlich nicht allzuviel.
Also ich habe bisher 0 Patienten geimpft im Impfzentrum. Das machen durchweg MFA oder Pflegepersonal.
Die Ärzte braucht man "nur" für das ärztliche Aufklärungsgespräch. Die Verantwortung tragen nämlich am Ende die Ärzte.
Andererseits bin ich bei meinem Hausarzt noch nie über irgendeine Impfung aufgeklärt und immer von einer MFA geimpft worden.
Ich bin 3x von Ärzten geimpft worden. 2x davon im Impfzentrum einer Mio-Stadt.
Grippeschutz uneinheitlich, mal MFA, mal wars die Infektiologin der Klinik (gab da so ein Programm)
Und dass man damit rechnen muss, dass man von rechten oder linken Hetz...äh "besorgten Bürger:innen" "Besuch" bekommt und einen Online-Shitstorm gratis dazu, wenn mal wirklich bei einer Impfung was schief gehen sollte. Da sehe ich auch schon die Bild-Schlagzeile vor mir "Impfschaden durch Rettungsassitenten - Warum ist die Gesundheit in Deutschland nur Dumpinglohn wert?"
Nicht jeder der impft, kriegt sowas ab. Unschön ist das Verhalten von Querdenker&Co allemal
Für mich ist das ein sinnloses Aufbauschen von Tatsachen. Ja, manche Ärzte bekommen soundsoviel Euro fürs impfen. Na und?
Biontech zahlt soundsoviel Steuern und verdient viel Kohle. Na und?
Corona-Testzentren schießen aus dem Boden und rechnen viel Geld ab. Und jetz?
Das Geld für die Impfung oder Testung ist, wie meist, eine Mischung aus Angebot und Nachfrage. Würde man für 5 Euro impfen? Nicht wirklich. Für 10 Euro? Naja, schwierig. Für 100 Euro? Definitiv. Also müssen wir nur eine Zahl zwischen 10 und 100 zu finden die passt und es gibt genug Ärzte die impfen.
Unser Kinderarzt impft trotzdem nicht. Zuviel administrativer Aufwand für seine MFAs, das kann er einfach nicht stemmen. Also ist es offensichtlich für manche doch zu wenig Geld, sonst wäre die Motivation höher.
habichnicht
25.01.2022, 07:54
Aus einem recht seltsam anmutenden Leserbrief in einer Tageszeitung:
Da schreibt eine Leserin, sie versuche, sich eine Meinung zum Thema Corona und Impfung zu bilden.
Ihre Quellen seinen „zum Beispiel“ „Jens Spahn, Herr Wieler, Herr Drosten und Herr Lauterbach“
Auch „folgende wissenschaftlich oder politisch arbeitende Menschen“ hätten ihr Interesse:
„Dr. Wolfgang Wodarg, Professor Dr. Dr. Christian Schubert, Professor Bhakdi, Dr. Peter F. Mayer, Tom Lausen, Marco Rima, Dr. Philipp Bagus, Dr. Norbert Häring, Sarah Wagenknecht, Wolfgang Kubicki, Professor Dr. Gerald Hüther ...“
Sie schreibt, es sei mühsam und verwirrend, so viele unterschiedliche Informationen einzuordnen.
Zu welchem Ergenis sie dabei kommt, schreibt sie nicht.
Ihre Bewertung der genannten Personen und deren Arbeiten soll wohl in der subtilen Abwertung der vier zuerst Genannten stecken, indem sie bei allen Vieren die Arbeitsgebiete/Fachgebiete weglässt und bei dreien davon auch Vornamen und Titel, während sie bei der zweiten Gruppe (Außer bei S. Wagenknecht. Die ist auch promoiviert) alles anführt.
Die einzige Meinung zum Thema, die sie expliziert darstellt, besteht darin, zu sagen, sie sei neulich „sehr glücklich“ gewesen, als sie in eine Ausstellung gelassen worden sei, ohne ihre negative Testung zeigen zu müssen.
Sie ist also glücklich über einen Kontrolleur, der seine Aufgabe nicht wahrgenommen hat, aber immerhin hatte sie sich demnach anscheinend wenigstens testen lassen.
Ich hatte gerade eine Diskussion mit einem impfgegner: er selbst Hausmeister mehrere MFH, hat von der Bundeswehr laut eigener Aussage eine Bescheinigung, dass er alle Krankheiten ohne Impfung überstanden hat und daher keine Impfung braucht. Er selbst habe Corona ohne Impfung gehabt ohne schweren Verlauf, deshalb brauche man die Impfung micht. Natürlich....Zahlreiche seiner bekannten sind entweder durch die Impfung gestorben oder haben jetzt eine Armlähmung. Lauterbach solle seiner Meinung nach in Therapie.
Impfungen bräuchten wenn überhaupt Alte und kranke... freiwillig.
Angst habe er allerdings vor Krebs und das sollten alle haben. Vor Corona nicht, das sei aufgebauscht.
Auf die Diskussion hätte ich mich nicht einlassen sollen. Insbesondere die fehlende Selbstreflexion , dass sein Verlauf und Gesundheitszustand auf die ganze Republik übertragbar ist.
Sehr darüber geärgert. Manchmal ist es besser zu schweigen.
Speranza100
19.03.2022, 08:41
Ich habe auch oft Impfgegner in der SPrechstunde und muss ehrlicherweise sagen, dass ich mittlerweile quasi aufgegeben habe, da noch jemanden Überzeugen zu wollen, der Zug ist gefühlt abgefahren. Ich gebe nur noch eindringlich die Empfehlung ab, frage immer nach den Beweggründen und daran merkt man dann doch schnell dass Argumentativ wenig zu machen ist und die Diskussionen mir zu viel Kraft und Zeit rauben und ich auch zu wütend werde... Ich habe nicht das Gefühl dass der Großteil über irgendwelche wissenschaftlichen Argumente erreichbar wäre. Eine Begegnung gab es, wo die Betreffende so verzweifelt war und sich eine "IMpfpflicht wünschte" damit ihr die Entscheidung abgenommen wird. Der Rest war Beratungsresistent und sie am Ende auch.
Einen hab ich noch überzeugen können, sich nach Erkrankung impfen zu lassen, der lag aber auch 4 Wochen beatmet auf Intensiv im September 21 und selbst der hat sich schwer getan, die Impfung zu nehmen, obwohl er jetzt nur noch eingeschränkt belastbar ist und wirklich Glück hatte, überlebt zu haben. Beim letztgenannten fällt es mir auch immer sehr schwer, Professionell zu bleiben und nicht mal fallen zu lassen, welche Kosten er da am Ende auch verursacht mit allmöglichen Anschlussbehandlungen, wenn er wieder anfängt über den wirtschaftlichen Schaden zu fluchen, den Lockdowns auslösen würden.
Feuerblick
19.03.2022, 08:50
Ich hatte gestern in den sozialen Medien auch so eine Diskussion. Eine meiner Freundinnen scheint auch in die „Corona is nich schlimm“-Ecke abzudriften - da konnte ich die Klappe nicht halten. Führte dazu, dass ich drei von vier Diskussionsteilnehmern blocken musste (Corona ist weniger schlimm als Grippe, die Leute sterben ja fast nur MIT und nicht AN Corona und die Impfung hilft gar nicht). Es wird mir eine Lehre sein. Man kann sie nicht alle retten. Aber ich werde mir vorbehalten, diesen Leuten ein „Seht ihr… hättet ihr euch mal „zwingen“ lassen, hättet ihr jetzt kein Long Covid“ entgegenzuwerfen, wenn es soweit ist.
Kackbratze
19.03.2022, 11:46
Gibt es jetzt langsam verlässliche Zahlen zu long covid?
die Leute sterben ja fast nur MIT und nicht AN Corona
Genau! https://www.youtube.com/watch?v=VgT3h0opGYM
Gibt es jetzt langsam verlässliche Zahlen zu long covid?
Anfang März wurde diesbezüglich eine Studie im Ärzteblatt veröffentlicht.
Kackbratze
19.03.2022, 15:02
EPILOC ist noch nicht fertig, die anderen Daten sind ja für die Erkrankten nicht sehr ermutigend. Allerdings habe ich nur die Befragung nach 12 Wochen gefunden, längere Beobachtungszeiten sind bislang rar, oder?
Letztens gab's die Meldung, dass man LongCovid im CT-Thorax mit AirTrapping durchaus sehen kann.
Grundsätzlich vorstellbar ist auch LongCovid mit Impfung bei leichten Verlauf. Insofern wird das hartgesottene Impfgegner, die sich höchstens von Putin persönlich immunisieren lassen (Ironie), nicht überzeugen.
Kackbratze
19.03.2022, 16:40
Es sind nicht alle hartgesottem, manche wurden mit ihren Fragen abgewimmelt, sind dann zu Dr.google gewechselt, haben dann mit dem gefährlichen Halbwissen wieder einen Arzt angesprochen und wurden dann endgültig vergrault. Ich hab etwas mehr Zeit für solche Leute und habe eine Handvoll dann doch überzeugen können. Mit der Schlagzahl einer Arztpraxis ist das schwer möglich.
Feuerblick
19.03.2022, 16:46
Ich hörte kürzlich in einer Fortbildung, dass es in sehr seltenen Fällen eine Symptomatik, die Long-Covid entspricht, auch nach Impfung geben kann. War aber nicht auf Grundlage von Studien sondern lediglich Einzelfallbeschreibungen. An und für sich durchaus denkbar.
Nefazodon
19.03.2022, 16:55
Ich hörte kürzlich in einer Fortbildung, dass es in sehr seltenen Fällen eine Symptomatik, die Long-Covid entspricht, auch nach Impfung geben kann. War aber nicht auf Grundlage von Studien sondern lediglich Einzelfallbeschreibungen. An und für sich durchaus denkbar.
Wobei ich da dann wieder ketzerisch die Frage nach dem Nocebo-Effekt und der Psyche in den Raum werfen würde....
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