Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Ich werde meine zum Amtsarzt schicken.
Moment - lieber doch nicht. Der hat wahrscheinlich schon Corona, denn von ihm kam der heiße Tip, Material mehrfach zu verwenden.
Mehr als Ironie hab ich im Moment nicht auf Lager. gibt’s noch irgendwo Stoffkittel?
Ich hab noch paar alte Tischdecken, von vor dem Krieg von Oma. die könnte ich mir irgendwie umhängen. Sind auch kochfest!
für mundschutz eignet sich vielleicht Vlieseline? Ich geh mal an den Handarbeitsschrank.
GelbeKlamotten
15.03.2020, 15:05
Das stimmt. Allerdings kann man auch aus den Fehlern der anderen lernen. Klar kann man auch solange warten bis das Gesundheitssystem so ausgelastet ist wie in Italien. Aber dann braucht man auch nichts mehr abzuschotten.
Du hast recht, die deutschen Politiker haben vermutlich noch gar nicht mitbekommen, dass es in Italien solche Probleme gibt. Sobald einer von denen mal auf tagesschau.de surft, fällt es dann auf und dann wird alles abgeschottet.
Oder könnte es auch möglich sein, dass längst über das Für und Wider von Maßnahmen wie einer generellen Ausgangssperre diskutiert wird, und zwar mit Experten verschiedener Gebiete, in einer Tiefe, die über die Diskussion hier weit hinausgeht?
Hier anzukommen mit einem plumpen "Da ist ein böses Virus. Wir müssen alle isolieren und die Grenzen dicht machen. Italien und Spanien machen das auch." und dann zu meinen man wäre schlauer als die ach so unfähigen Politiker, weil man ja schließlich Arzt ist und schon 5 Corona Patienten gesehen hat, ist schon etwas lächerlich.
Lustig ist auch, wie auf einmal offenbar jeder Experte darin ist, das Verhalten der Menschen in verschiedenen Ländern einzuschätzen. "Hier bei uns treffen sich Menschen im Park. Aber in Südkorea, daaa würden das niiiieee Menschen machen, die sind alle viel vernünftiger als wir. Ich war zwar noch nie dort und habe keine Ahnung wie man sowas überhaupt sinnvoll analysieren kann, aber ich hab schließlich einen 3 Minütigen Einspieler in den RTL2 News gesehen."
So etwa ist das Niveau hier inzwischen. Purer Stammtisch. Da kann man über vieles echt nur noch schmunzeln.
"Die Kommunalwahl in Bayern kann stattfinden, wir haben uns vorbereitet, achten auf ausreichend Abstand und jeder darf seinen eigenen Stift mitbringen!" Jaaa, is klar. Die Realität im Münchner Wahlbüro: Vier Wahlhelfer (alle übrigens Ü60) an einem zwei Meter Klapptisch pro Raum, vor jedem Raum eine Schlange von 20 bis 30 Wählern, bei nahezu jeder Übergabe der Wahlbenachrichtigung findet mindestens ein Auf-die-Pelle-Rücken von unter einem halben Meter, wenn nicht gar Hand-Hand-Kontakt statt, von Desinfektionsmittel keine Spur, Hände waschen kann man zugegebenermaßen auf der Toilette (hat sicherlich kein Wahlhelfer zwischen zwei Kontakten gemacht).
Und in fünf Tagen sind dann alle schockiert dass die Infektionen weiter exponentiell ansteigen. Ich bin echt nur stinksauer.
Feuerblick
15.03.2020, 15:27
Wer es vor lauter Meckern verpasst haben sollte: https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-117.html
Deutschland schließt (mit Ausnahmen) die Grenzen zu Österreich, Frankreich und der Schweiz ab morgen. Man darf wohl davon ausgehen, dass weitergehende Maßnahmen auch längst im Gespräch sind. Aber würde man das einfach mal raushauen, fänden sich bestimmt auch wieder Meckerfritzen, die "unüberlegt" brüllen würden. :-nix
GelbeKlamotten
15.03.2020, 15:34
Man darf wohl davon ausgehen, dass weitergehende Maßnahmen auch längst im Gespräch sind. Aber würde man das einfach mal raushauen, fänden sich bestimmt auch wieder Meckerfritzen, die "unüberlegt" brüllen würden. :-nix
Und das ist vollkommen in Ordnung und richtig so. Wir befinden uns bislang nicht in einer so großen humanitären Krise, dass man vollkommen überstürzt irgendwas beschließen muss. Solche Entscheidungen sind deutlich komplexer als sich das einige hier offenbar vorstellen und es ist alles andere als klar, ob sich solche Maßnahmen letztlich insgesamt positiv auswirken oder nicht. Panisch einfach irgendwelchen Aktionismus betreiben ist selten die beste Lösung, auch wenn manche Staatsoberhäupter gerne mal dazu neigen.
Wie komplex solche Entscheidungen sind, habe ich heute in unserer ZNA gesehen: Unangekündigte Einlieferung von sechs (!) beatmeten Patienten aus einer sog. Beatmungs-WG. Die dort beschäftigten polnischen Pflegekräfte haben fluchtartig das Land verlassen und sind nach Polen ausgereist.
GelbeKlamotten
15.03.2020, 15:47
Wie komplex solche Entscheidungen sind, habe ich heute in unserer ZNA gesehen: Unangekündigte Einlieferung von sechs (!) beatmeten Patienten aus einer sog. Beatmungs-WG. Die dort beschäftigten polnischen Pflegekräfte haben fluchtartig das Land verlassen und sind nach Polen ausgereist.
Und was willst du jetzt damit sagen? Dass man die polnischen Pflegekräfte längst im Land hätte einsperren lassen sollen, um sie in der Beatmungs-Wg mit einer Fußfessel festzuketten?
Wie fändest du das, wenn du bei Ausbruch einer solchen Erkrankungswelle gerade im Ausland wärst? „Ach, sie sind ja Ärztin. Tja, dann reisen sie jetzt erstmal 6 Monate nicht aus, sondern kümmern sich um unsere Kranken.“ ... „Ach, Ihre Angehörigen zu Hause sind auch krank? Tja, aber jetzt sind Sie ja hier und die Grenze ist zu, kann man wohl nichts machen.“
Super Idee!
Natürlich ist das sehr verantwortungslos, sich einfach aus dem Staub zu machen, aber das löst man doch nicht, indem man schnell und unüberlegt alle Grenzen dichtmacht.
Feuerblick
15.03.2020, 15:50
Nö. Ich denke, sie will sagen, dass man eben auch solche Folgen von Grenzschließungen und anderen Maßnahmen bedenken muss.
@Feuerblick: Danke, ja das möchte ich damit sagen.
GelbeKlamotten
15.03.2020, 15:51
Achso ok, hatte ich missverstanden, sorry.
Alphawave86
15.03.2020, 16:11
Du hast recht, die deutschen Politiker haben vermutlich noch gar nicht mitbekommen, dass es in Italien solche Probleme gibt. Sobald einer von denen mal auf tagesschau.de surft, fällt es dann auf und dann wird alles abgeschottet.
Oder könnte es auch möglich sein, dass längst über das Für und Wider von Maßnahmen wie einer generellen Ausgangssperre diskutiert wird, und zwar mit Experten verschiedener Gebiete, in einer Tiefe, die über die Diskussion hier weit hinausgeht?
Hier anzukommen mit einem plumpen "Da ist ein böses Virus. Wir müssen alle isolieren und die Grenzen dicht machen. Italien und Spanien machen das auch." und dann zu meinen man wäre schlauer als die ach so unfähigen Politiker, weil man ja schließlich Arzt ist und schon 5 Corona Patienten gesehen hat, ist schon etwas lächerlich.
Lustig ist auch, wie auf einmal offenbar jeder Experte darin ist, das Verhalten der Menschen in verschiedenen Ländern einzuschätzen. "Hier bei uns treffen sich Menschen im Park. Aber in Südkorea, daaa würden das niiiieee Menschen machen, die sind alle viel vernünftiger als wir. Ich war zwar noch nie dort und habe keine Ahnung wie man sowas überhaupt sinnvoll analysieren kann, aber ich hab schließlich einen 3 Minütigen Einspieler in den RTL2 News gesehen."
So etwa ist das Niveau hier inzwischen. Purer Stammtisch. Da kann man über vieles echt nur noch schmunzeln.
Ich habe nicht behauptet, dass ich schlauer als die Politiker bin. Sonst würde ich jetzt in irgendwelchen Gremien sitzen und über weitere Schritte entscheiden. Hier äußert jeder seine Meinung und da die wenigsten hier Epidemieexperten oder Virologen sind, ist es auch etwas auf Stammtisch Niveau. Ich verstehe auch, dass solche Maßnahmen weitreichende Konsequenzen haben und gut durchdacht werden sollten. Aber viele sehen meiner Meinung nach auch den Ernst der Lage nicht. Diskos, Clubs u.ä. setzen ihren Betrieb ganz normal fort (zumindest bei uns, in Bayern sieht es ja schon anders aus), man hört von irgendwelchen Coronaparties usw.
Und das verstehe ich dann nicht mehr. Da geht es nicht um das Spazierengehen im Park.
"Die Kommunalwahl in Bayern kann stattfinden, wir haben uns vorbereitet, achten auf ausreichend Abstand und jeder darf seinen eigenen Stift mitbringen!" Jaaa, is klar. Die Realität im Münchner Wahlbüro: Vier Wahlhelfer (alle übrigens Ü60) an einem zwei Meter Klapptisch pro Raum, vor jedem Raum eine Schlange von 20 bis 30 Wählern, bei nahezu jeder Übergabe der Wahlbenachrichtigung findet mindestens ein Auf-die-Pelle-Rücken von unter einem halben Meter, wenn nicht gar Hand-Hand-Kontakt statt, von Desinfektionsmittel keine Spur, Hände waschen kann man zugegebenermaßen auf der Toilette (hat sicherlich kein Wahlhelfer zwischen zwei Kontakten gemacht).
Und in fünf Tagen sind dann alle schockiert dass die Infektionen weiter exponentiell ansteigen. Ich bin echt nur stinksauer.
Bei uns gab es heute Desinfektionsmittel für die Wahlhelfer und die Leute haben brav Abstand gehalten.
Ich denke, dass es jetzt nach den Kommunalwahlen zu deutlicheren Einschränkungen in Bayern kommen wird.
GelbeKlamotten
15.03.2020, 16:27
Ich habe nicht behauptet, dass ich schlauer als die Politiker bin. Sonst würde ich jetzt in irgendwelchen Gremien sitzen und über weitere Schritte entscheiden. Hier äußert jeder seine Meinung und da die wenigsten hier Epidemieexperten oder Virologen sind, ist es auch etwas auf Stammtisch Niveau. Ich verstehe auch, dass solche Maßnahmen weitreichende Konsequenzen haben und gut durchdacht werden sollten. Aber viele sehen meiner Meinung nach auch den Ernst der Lage nicht. Diskos, Clubs u.ä. setzen ihren Betrieb ganz normal fort (zumindest bei uns, in Bayern sieht es ja schon anders aus), man hört von irgendwelchen Coronaparties usw.
Und das verstehe ich dann nicht mehr. Da geht es nicht um das Spazierengehen im Park.
Ich denke das ist ein ganz normales Phänomen in einer sozialen Marktwirtschaft. Der Clubbetreiber setzt aus finanziellem Interesse den Betrieb so lange wie möglich fort. Wäre er ein Aktienunternehmen, dann wäre er seinen Anteilseignern sogar dazu verpflichtet. Gesundheitspolitik ist auch nicht seine Aufgabe, seine Aufgabe ist es, mit seinem Unternehmen wirtschaftlich zu handeln. Wenn die Regierung das Weiterbetreiben des Clubs als insgesamt schädigend für die Interessen des Volkes einstuft, also darin ein Marktversagen erkennt, dann ist es ihre Aufgabe, den Betrieb des Clubs zu unterbinden. Bislang funktionieren diese Mechanismen offenbar soweit ungestört. Ein systematisches Problem entsteht dann, wenn die Betreiber ihre Clubs trotzdem öffnen, obwohl sie es von Gesetzeswegen nicht dürfen.
Ich weiß gar nicht was du willst. Die Schulen sind zu, die Grenzen schließen, es wurde alle Großveranstaltungen abgesagt, sogar die heilige Bundesliga stellt ihren Spielbetrieb ein. In einigen Bundesländern sind auch schon alle Clubs, Bars und Co. dicht, der Rest folgt wahrscheinlich bald.
Krankenhäuser stellen die elektiven Betrieb an, es darf vielerorts nur noch notfallmäßig operiert werden und es herrscht Besuchsverbot. Nicht nur in Krankenhäusern sondern auch in vielen Seniorenheimen.
Es ist ja nicht so als würde gar nichts passieren. Und wir sind in Deutschland gerade mal bei knapp 3800 nachgewiesenen Fällen (ja, ich weiß... Dunkelziffer, exponetielles Wachstum...). Aber man kann sicher nicht behaupten, dass nichts passiert und ich kann nicht nachvollziehen, dass hier immer noch Leute schreien „Es muss was passieren!“ als würde die Politik nur mit den Schultern zucken und sagen „Corona? Das gibts doch nur ins Asien oder?“
Hier stellen Unikliniken und Maximalversorger fast ihren kompletten Regelbetrieb ein, Kliniken die bisher ihre Coronafälle an einer Hand abzählen können. Ich würde das schon als drastische Maßnahme bezeichnen.
Feuerblick
15.03.2020, 16:34
Danke @nie! Auch wenns wohl inzwischen deutlich über 4000 Fälle sein dürften, es passiert etwas. Und für deutsche Verhältnisse sogar verdammt schnell. Jeder versucht, irgendwie das Beste zu tun. Und wem es nicht reicht, dem steht es frei, Menschen in seinem Umfeld davon zu überzeugen, dass Sozialkontakte eben möglichst eingeschränkt werden sollten, Disco, Club und Kneipe keine gute Idee sind uvm.
Bei uns im Wahllokal war auch alles vorschriftsmäßig.
altalena
15.03.2020, 16:57
edit....
Ich werfe in den Raum:
Gefahrenzulage o.ä.?
Gibt es sowas für TV-Ä VKA?
Remember
15.03.2020, 17:35
Ich finde diese ständige regierungsbashing auch einfach nur anstrengend.
Wir sind eben nicht eine Woche hinter Italien. Die hatten bei 12 erkannten Todesfällen (26.02) 455 bestätigte Fälle. DE hat über 5500.
Die Zeit drastische massnahmen zu evaluieren,und die sind deutschlandweit mitlerweile strenger als sie in Italien bis vor ein paar Tagen waren, muss man sich nehmen. Zumindest solle die Zeit da sein um Experten zu befragen was wirklich sinnvoll und was reiner Populismus ist.
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