Echinococcus
18.03.2020, 12:36
Hallo zusammen,
wüsste gerne mal was ihr hierzu sagt:
Arbeite in einer Notaufnahme. Letztens hieß es von der Führunsebene: Schutzmasken und Desinfekionsmittel sind noch ausreichend vorhanden und man bestelle auch immer wieder nach, dennoch müsse man damit rechnen, dass beides knapp werde. Im Zweifelsfall würde dann eben ohne weiter gearbeitet werden, ohne Schutzausrüstung.
Danke für eure Meinungen.
Es darf einfach nicht soweit kommen, gelinde gesagt. Wir haben uns zusammengesetzt und für unser Haus einen Plan erstellt, wie wir mit den verbliebenen PSA Materialien umgehen und versucht Alternativen zu den regulären Händlern zu finden.
Das Material wird nun eher zentral verwaltet, bunkern ist nicht erlaubt, unnötiges Personal (z.B. Studenten, Praktikanten) wurden aus allen kritischen Bereichen verbannt und elektive OPs möglichst ausgesetzt.
Wir versuchen so die Versorgung mit notwendigen Materialien für die absolut kritischen Bereiche sicherzustellen, denn sobald MNS und vor allem Desinfektionsmittel ausgehen ist im Endeffekt keine Patientenversorgung mehr möglich.
Ohne die nötige Barriere gefährden wir nicht nur uns, sondern alle Patienten. Ein Weiterarbeiten ist dann meines Erachtens einfach nicht mehr möglich.
Von improvisierten Schutzmaßnahmen (Windeln, Decken, BHs) raten wir aus mehreren Gründen ab. Die Wirksamkeit ist einfach nicht ausreichend getestet und wenn dann doch etwas passiert hat man auch fix Ärger mit den Winkeladvokaten.
Deshalb rate ich, diese Regeln hier zu befolgen:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ressourcen_schonen_Masken.pdf?__blob=publicationFi le
So könnt ihr die Bestände etwas strecken.
Hat irgendjemand gute Daten / Quellen zur Testqualität des Abstriches? Bei Diskussionen über die epidemiologische Daten wird ja eine hohe Dunkelziffer an Infizierten angemahnt va. wegen der begrenzten Testkapazitäten und Auswahlkriterien. Nach allem, was ich bisher finde, scheint die Sensitivität des Abstriches allenfalls mäßig zu sein, wisst ihr was anderes?
- Radiology-Artikel laut dem CT Thorax sensitiver ist als der Abstrich. Lese ich das richtig, dass die Sensitivität des Abstriches bei 60% liegt? (https://pubs.rsna.org/doi/10.1148/radiol.2020200642)
- JAMA-Artikel laut dem Rachenabstriche in nur 1/3 d.F. pos. ausfielen bei immerhin 126 Pat. (https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2762997)
Ich weiß, das sind nun keine großen randomisierten Studien. Und wir müssen mit den Tests klarkommen, die uns zur Verfügung stehen. Aber wir scheinen nun darauf alle unsere Quarantäne-Maßnahmen und epidemiologischen Berechnungen zu basieren und das Qualitätsproblem taucht in den Diskussionen gar nicht auf.... ??? Übersah ich was? Hab ich einen Denkfehler? Hat jemand bessere Quellen?
Das CDC empfiehlt tatsächlich immernoch den einfachen nasopharyngealen Abstrich, in Priorität sogar vor Sputum ...muss mal etwas über die Sensitivität recherchieren.
"For initial diagnostic testing for COVID-19, CDC recommends collecting and testing an upper respiratory nasopharyngeal swab (NP). Collection of oropharyngeal swabs (OP) is a lower priority and if collected should be combined in the same tube as the NP. Collection of sputum should only be done for those patients with productive coughs. Induction of sputum is not recommended. Specimens should be collected as soon as possible once a PUI is identified, regardless of the time of symptom onset. Maintain proper infection control when collecting specimens."
LG von der Hygiene :)
wüsste gerne mal was ihr hierzu sagt:
Arbeite in einer Notaufnahme. Letztens hieß es von der Führunsebene: Schutzmasken und Desinfekionsmittel sind noch ausreichend vorhanden und man bestelle auch immer wieder nach, dennoch müsse man damit rechnen, dass beides knapp werde. Im Zweifelsfall würde dann eben ohne weiter gearbeitet werden, ohne Schutzausrüstung.
Danke für eure Meinungen.
Es darf einfach nicht soweit kommen, gelinde gesagt. Wir haben uns zusammengesetzt und für unser Haus einen Plan erstellt, wie wir mit den verbliebenen PSA Materialien umgehen und versucht Alternativen zu den regulären Händlern zu finden.
Das Material wird nun eher zentral verwaltet, bunkern ist nicht erlaubt, unnötiges Personal (z.B. Studenten, Praktikanten) wurden aus allen kritischen Bereichen verbannt und elektive OPs möglichst ausgesetzt.
Wir versuchen so die Versorgung mit notwendigen Materialien für die absolut kritischen Bereiche sicherzustellen, denn sobald MNS und vor allem Desinfektionsmittel ausgehen ist im Endeffekt keine Patientenversorgung mehr möglich.
Ohne die nötige Barriere gefährden wir nicht nur uns, sondern alle Patienten. Ein Weiterarbeiten ist dann meines Erachtens einfach nicht mehr möglich.
Von improvisierten Schutzmaßnahmen (Windeln, Decken, BHs) raten wir aus mehreren Gründen ab. Die Wirksamkeit ist einfach nicht ausreichend getestet und wenn dann doch etwas passiert hat man auch fix Ärger mit den Winkeladvokaten.
Deshalb rate ich, diese Regeln hier zu befolgen:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Ressourcen_schonen_Masken.pdf?__blob=publicationFi le
So könnt ihr die Bestände etwas strecken.
Hat irgendjemand gute Daten / Quellen zur Testqualität des Abstriches? Bei Diskussionen über die epidemiologische Daten wird ja eine hohe Dunkelziffer an Infizierten angemahnt va. wegen der begrenzten Testkapazitäten und Auswahlkriterien. Nach allem, was ich bisher finde, scheint die Sensitivität des Abstriches allenfalls mäßig zu sein, wisst ihr was anderes?
- Radiology-Artikel laut dem CT Thorax sensitiver ist als der Abstrich. Lese ich das richtig, dass die Sensitivität des Abstriches bei 60% liegt? (https://pubs.rsna.org/doi/10.1148/radiol.2020200642)
- JAMA-Artikel laut dem Rachenabstriche in nur 1/3 d.F. pos. ausfielen bei immerhin 126 Pat. (https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2762997)
Ich weiß, das sind nun keine großen randomisierten Studien. Und wir müssen mit den Tests klarkommen, die uns zur Verfügung stehen. Aber wir scheinen nun darauf alle unsere Quarantäne-Maßnahmen und epidemiologischen Berechnungen zu basieren und das Qualitätsproblem taucht in den Diskussionen gar nicht auf.... ??? Übersah ich was? Hab ich einen Denkfehler? Hat jemand bessere Quellen?
Das CDC empfiehlt tatsächlich immernoch den einfachen nasopharyngealen Abstrich, in Priorität sogar vor Sputum ...muss mal etwas über die Sensitivität recherchieren.
"For initial diagnostic testing for COVID-19, CDC recommends collecting and testing an upper respiratory nasopharyngeal swab (NP). Collection of oropharyngeal swabs (OP) is a lower priority and if collected should be combined in the same tube as the NP. Collection of sputum should only be done for those patients with productive coughs. Induction of sputum is not recommended. Specimens should be collected as soon as possible once a PUI is identified, regardless of the time of symptom onset. Maintain proper infection control when collecting specimens."
LG von der Hygiene :)