Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Rettungshase
23.03.2020, 18:11
Unserer lautet: gar nicht mehr, egal was wie wo, seit einer Woche. Wobei ich mich da auch frage, inwiefern das legal ist?
Das ist ja knackig...
Bin heute auch durch einen Marathon an Telefonaten gelaufen, weil der Betriebsarzt sich an unserer großen Klinik nicht zuständig sah. Die Niedergelassenen haben es dann gewuppt.
WackenDoc
23.03.2020, 18:12
Wichtig ist auch, dass ihr selber versorgt seid.
Vielleicht ist das auch ein Betätigungsfeld für eure psychiatrischen Abteilungen.
Das ist auch was, das man aus Corona lernen kann für die Zukunft. Psych. Verarbeitung von Krisen, Symptome für bevorstehende Dekompensation etc. Die Bundeswehr macht das seit Jahren im Rahmen der Ersthelferausbildung und eigentlich auch in der Einsatzvorbereitung. Je nach Engagement gibt es auch im Einsatz Fortbildungen dazu.
GelbeKlamotten
23.03.2020, 18:18
Hier wird auch viel weniger getestet, keine Kontaktpersonen mehr und auf ITS meinte die Kollegin heute über einen Patienten mit Pneumonie „den testen wir nicht, hier wird niemand getestet“.
Spätestens in ein paar Wochen müssen wir in Deutschland eh aufhören zu testen, damit wir wie die Chinesen behaupten können, wir hätten jetzt keine Neuinfektionen mehr. Oder wir machens wie die Chinesen über Umwege und legen einfach eine Höchstgrenze fest, wie viele Fälle pro Arzt/Krankenhaus offiziell gemeldet werden dürfen.
schmapie
23.03.2020, 18:19
Wichtig ist auch, dass ihr selber versorgt seid.
Vielleicht ist das auch ein Betätigungsfeld für eure psychiatrischen Abteilungen.
Das ist auch was, das man aus Corona lernen kann für die Zukunft. Psych. Verarbeitung von Krisen, Symptome für bevorstehende Dekompensation etc. Die Bundeswehr macht das seit Jahren im Rahmen der Ersthelferausbildung und eigentlich auch in der Einsatzvorbereitung. Je nach Engagement gibt es auch im Einsatz Fortbildungen dazu.
Bei uns gibt es eine Hotline für Mitarbeiter, die von Psychiatern/Psychosomatikern besetzt ist. Finde ich gut. Außerdem werden wir jeden Tag informiert was der Krisenstab so plant, wieviele Patienten stationär. Wir haben ein Testzentrum und dort für Mitarbeiter eine eigene Hotline was Testung/Kontaktpersonenmanagement angeht. Die sind vom Gesindheitsamt autorisiert worden alle erforderlichen Qurantänemaßnahmen etc anzuordnen.
Bonnerin
23.03.2020, 19:31
https://m.faz.net/aktuell/sport/fussball/champions-league/coronavirus-war-bergamo-gegen-valencia-spiel-null-in-italien-16692610.html
Nicht Deutschland, aber eine sehr interessante These, die jetzt in Italien aufgestellt wurde. Zehntausende Fans aus der am stärksten betroffenen Stadt waren knapp 14 Tage vor dem Ausbruch bei einem CL-Spiel ihres Vereins in Mailand (hatte das nie auf dem Schirm, verfolge selten Fußball). Die haben dann zwei Wochen lang unbemerkt alle anderen langsam anstecken können. Die italienische Regierung sagt selbst, dass die sichere Nachverfolgung unmöglich ist, sehen es aber als Katalysator.
Also bei uns wird mit Symptomen und oder Kontakt getestet. Und da wir einige positive im Bereich medizinisches Personal hatten. Sind nun eine Vielzahl 14 Tage in Quarantäne und warten auf zwei negative Tests.
Bei uns hat es ganze Abteilungen stark dezimiert. Aber ich denke, dass es gut so ist im medizinischen Bereich stärker zu schauen und zu testen.
Mukopolysaccharid
23.03.2020, 21:03
Soll das eigentlich ein Scherz sein?! Es gibt Leute die lecken Einkaufswägen und Bankautomaten ab, um corona zu verbreiten ?! „Corona- Challenge“ :-wand auch wenn nicht positiv- einfach ekelhaft
Für die österreichischen Intensivmediziner und -medizinerinnen gibt es nun eine erste Behandlungsleitlinie für Coronavirus-Patienten. Erstellt wurde sie nach dem Stand des Wissens von einem Autorenteam der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI).
Zu einer antivirale medikamentöse Therapie (nur bei schwerem Erkrankungsverlauf) schreiben die Autoren:
"Es gibt derzeit keine gesicherte, spezifische Therapie gegen das SARS-CoV-2 Virus.
Im Anschluss sind zurzeit diskutierte Therapieoptionen aufgeführt. [Work in Progress]
Das Evidenzlevel ist als sehr gering zu betrachten:"
Anstaltspflichtig, schwerer Verlauf:
Supportive Therapie: Zink30mg 1-1-1 p.o.
Vitamin C 1g 1x/Tag p.o.
Restrikte Flüssigkeitsgabe
Antivirale Therapie
Hydroxychloroquin 400 mg 1-0-1 am ersten Tag Anschließend 200 mg 1-0-1 bis 5 Tage
ODER
Lopinavir/Ritonavir (Kaletra) 400 mg/100 mg 1-0-1 + Hydroxychloroquin s.o.
Beatmungstherapie nasale high-flow-Therapie ODER NIV
Bei Intensivpatienten:
Supportive Therapie:
Zink30mg 1-1-1 i.v.
Vitamin C 1g 1x/Tag i.v.
Selen 200mcg 1-0-1 (Spiegel!)
Flüssigkeitsgabe
Antivirale Therapie
Remdesivir (named patient use program)
ODER
Favipiravir (Avigan®) Loading 2x 1600mg am 1. Tag. Anschließend 2x 600mg pro Tag über 5-22 Tage.
ODER
Lopinavir/Ritonavir (Kaletra) 400 mg/100 mg 1-0-1 + Hydroxychloroquin 400 mg 1-0-1 am ersten Tag anschließend 200 mg 1-0-1 bis 5 Tag
EVENTUELL(sehr niedrige Evidenz) Tocilizumab (hoher inflammatorischer Status, IL-6 hoch; keine bakterielle Superinfektion) Beatmungstherapie
NIV
frühzeitige Invasive Beatmung
Standard ARDS Therapie
Frühzeitige Bauchlagerung
Pdf hier. (https://www.anaesthesie.news/wp-content/uploads/OEGARI-ICU-Therapy-Guideline.pdf)
Gruß, Sabina (die gerade für ihre Großeltern aus den Umständen entsprechenden Gründen nach ein paar Schutzmasken sucht, ohne bei Betrügern Hunderte von Euro lassen zu müssen. Tipps gerne hier oder per PN.)
Bombenbauer
24.03.2020, 07:03
Kann mir mal bitte jemand sagen warum jeder die Sterberate auf die gesamte Population bezieht.
Wenn man sagt dass die Sterberate unteer 1% liegt und es wahrscheinlicher ist vom Auto überfahren zu werden, rechnen die Leute 1mio Tote aus, obwohl sie doch sehen dass wir hierzulande ein bisschen weniger als 1mio Tote haben. Dann wird man beschimpft, weil man die Toten nicht würdigt.
tragezwerg
24.03.2020, 07:20
Kann mir mal bitte jemand sagen warum jeder die Sterberate auf die gesamte Population bezieht.
Wenn man sagt dass die Sterberate unteer 1% liegt und es wahrscheinlicher ist vom Auto überfahren zu werden, rechnen die Leute 1mio Tote aus, obwohl sie doch sehen dass wir hierzulande ein bisschen weniger als 1mio Tote haben. Dann wird man beschimpft, weil man die Toten nicht würdigt.
Zu diesem Thema empfehle ich die Lektüre eines Buchs über Epidemiologie. Letalität vs. Mortalität vs. Fallsterblichkeit etc. pp.
WackenDoc
24.03.2020, 07:36
Ich will den anderen Thread nicht zerschießen. Aber noch ein paar Hintergrundinfos zu Berufskrankheiten und Corona.
Infektionskrankheiten sind eine Besonderheit in der Unterscheidung BK/Arbeitsunfall. Nämlich weil die Infektionskrankheiten explizit in der Berufskrankheitenliste genannt sind.
Jetzt kommt ein wichtiger Knackpunkt: Damit eine Berufskrankheit eine Berufskrankheit ist, muss das Risiko in der fraglichen Berufsgruppe doppelt so groß sein wie in der Bevölkerung. Treffen die Prognosen ein und es erkranken 70% der Bevölkerung, kann diese Verdoppelung zumindest nicht in der Gesamtheit der Berufsgruppe erreicht werden.
Man kann es also erst am Ende genauer sagen. Interessanter werden dann Subgruppenanalysen z.B. nach Alter, Ausmaß der Exposition, Berücksichtigung von Vorerkrankungen.
Wichtig ist das Ganze weniger für die normal durchgemachte Krankheit, sondern für Folgeschäden und schwere Verläufe.
Da geht es nämlich um Rentenzahlungen und ggf. spezielle Rehas etc. Die Behandlung selber wird weniger das Problem sein.
Melden kann den Verdacht auf Berufskrankheit JEDER! Auch Betroffene und Angehörige. Meldet der Betroffene, ist das formlos möglich und es entfällt die Bedingungen "BEGRÜNDETER Verdacht". Der ist bei der ärztlichen Meldung erforderlich. Entscheidet man sich für die ärztliche Meldung, kann das JEDER Arzt melden, nicht nur der behandelnde oder der Betriebsarzt.
Zum Thema Eigenschutz:
"Risk of SARS CoV-2 transmission A recent report from the Chinese Center of Disease Control and Prevention described 72,314 cases of COVID-19 from China, of which 44,672 were laboratory confirmed. Among laboratory-confirmed cases, 1,716 (3.8%) were healthcare workers, most of whom, 63% (1080 of 1716), acquired the infection in Wuhan. The report describes that 14.8% (247 of 1668) of infected healthcare workers had severe or critical illness, and that 5 died (12). In Italy, as of March 15, 2020, there are 2026 documented COVID-19 cases among healthcare workers (13). Although incidence data is not available, these data point to a considerable burden of infection among healthcare workers. The risk of patient-to-patient transmission in the ICU is currently unknown, therefore, adherence to infection control precautions is paramount. "
Quelle:
Surviving Sepsis Campaign: Guidelines on the Management of Critically Ill Adults with Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)
Und:
https://www.aerzteblatt.de/news/111232.htm
Parallel lockert das RKI die Quarantänebestimmungen für medizinisches Personal
https://www.divi.de/aktuelle-meldungen-intensivmedizin/covid-19-erste-daten-fuer-die-anzahl-von-patienten-sowie-verfuegbaren-intensivbetten
diesen Link fand ich recht interessant. Weiß aber nicht, ob wir den schon hatten.
Hatten heute wieder Diskussionen mit der ITS. Unserer Meinung nach sollten auf der ITS, auf der schon positiv getestetes Personal rumgelaufen ist, sollte ein Patient mit Pneumonie (oder am besten gleich alle Patienten dort, die respiratorische Probleme haben, also 95%) getestet werden, auch wenn andere Ursachen für die Pneumonie wahrscheinlicher sind. Aber no way.
Gleich startet eine Onlinefortbildung zum Thema Intubation in Zeiten von COVID-19
NOW TO GO - Notfallmedizinisches Wissen TO GO – Fortbildung immer und überall
now.medizintogo.de
https://www.divi.de/aktuelle-meldungen-intensivmedizin/covid-19-erste-daten-fuer-die-anzahl-von-patienten-sowie-verfuegbaren-intensivbetten
diesen Link fand ich recht interessant. Weiß aber nicht, ob wir den schon hatten.
Die Auslastung scheint aber nicht aktuell zu sein.
Hatten heute wieder Diskussionen mit der ITS. Unserer Meinung nach sollten auf der ITS, auf der schon positiv getestetes Personal rumgelaufen ist, sollte ein Patient mit Pneumonie (oder am besten gleich alle Patienten dort, die respiratorische Probleme haben, also 95%) getestet werden, auch wenn andere Ursachen für die Pneumonie wahrscheinlicher sind. Aber no way.
Fahrt ein CT und fragt den Radiologen ob das nicht auch eine Viruspneumonie, DD Covid19 sein könnte. Da bekommt ihr in jedem Fall ein "könnte" raus. Bei uns auf ITS werden die dann entsprechend auch getestet.
Die Auslastung scheint aber nicht aktuell zu sein.
ja, der Artikel oben ist vom 20.3., aber die Links im Verlauf der Seite verweisen auf aktuelle Listen, die hoffentlich sowas wie den Ist-Zustand abbilden.
Definitiv nicht aktuell...
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