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Bombenbauer
27.03.2020, 07:38
Also wo der Vorwurf mit der Arroganz jetzt herkommt fällt mir auch schwer nachzuvollziehen. Ich glaube niemand konnte sich noch vor wenigen Monaten vorstellen dass ein Szenario über die Welt hereinbricht welches standardmäßig dazu zwingt solche Entscheidungen zu treffen, weder in Deutschland noch in Italien, Frankreich, China, egal welches Land. Eine derartige Katastrophe war bisher Gegenstand von Büchern und Filmen und nicht die Realität. Klar, die Möglichkeit einer Virus-Pandemie bestand jederzeit (auch die Möglichkeit dass es sich um ein deutlich tödlicheres Virus hätte handeln können), aber hat irgendjemand von uns damit gerechnet dass das jetzt zur bitteren Realität wird? Also ich nicht.

Zum Inhalt: Bei erklärtem Patientenwillen oder klar palliativer Situation aufgrund entsprechend fortgeschrittener Grunderkrankungen ist die Sache ja klar, auch unabhängig von erschöpften ITS-Kapazitäten. Es wird ja aber Patienten treffen, bei denen es eben nicht klar ist... Wie eine solche Entscheidung (die ja im Zweifel schnell getroffen werden muss) dann jeweils über einen Ethikrat laufen soll, stelle ich mir ganz praktisch auch schwierig vor. Wo soll der denn herkommen und rund um die Uhr überall verfügbar sein? (Wir haben vor ein paar Jahren mal eine Ethikkommission hinzugezogen zu einem Langzeit- beatmeten Patienten, bei dem die Vorstellungen der Angehörigen zu den Therapiezielen nicht mit unseren vereinbar waren... das war eine Sache von Wochen und ist am Ende doch beim Anwalt gelandet.)

Hat man nicht deswegen Pandemiepläne ? Genau so wie wenn man im Falle eines Feuers einen Notausgang hat ? Bereits 2012 lag der Bundesregierung ein Papier vor bzw hatten sie eine mehrseitigen Pandemieplan herausgearbeitet (habe jetzt keine Quelle, ist aber irgendwo auf der Seite der Bundesregierung frei einsehbar, also keine Hinterhofquelle, versuche die nachzureichen).

Auf der Bundespressekonferenz wurde uns mitgeteilt dass das Durchschnittsalter der Verstorbenen 81 Jahren beträgt. Ärzte, die in New York auf Tagesschau&Co befragt werden, sagen dass es sowohl Junge als auch Alte gleichermaßen trifft.
Wem soll ich jetzt glauben ?


Mal was positives zwischendurch:
101 jähriger Italiener, wohl während der Spanischen Grippe geboren, ist von CoVid19 genesen und wieder Zuhause (http://www.today.it/attualita/coronavirus-guarisce-101-anni-rimini.html)

lol tagesschau würde sagen es sei fake news.

mich würde mal interessieren ob die behandlung der korona-erkrankten risikoarm ist bzw ob die eingesetzen medikamente starke nws haben ?

Bombenbauer
27.03.2020, 07:41
bitte löschen, doppelpost

DrSkywalker
27.03.2020, 07:56
Hat man nicht deswegen Pandemiepläne ? Genau so wie wenn man im Falle eines Feuers einen Notausgang hat ? Bereits 2012 lag der Bundesregierung ein Papier vor bzw hatten sie eine mehrseitigen Pandemieplan herausgearbeitet (habe jetzt keine Quelle, ist aber irgendwo auf der Seite der Bundesregierung frei einsehbar, also keine Hinterhofquelle, versuche die nachzureichen).

Auf der Bundespressekonferenz wurde uns mitgeteilt dass das Durchschnittsalter der Verstorbenen 81 Jahren beträgt. Ärzte, die in New York auf Tagesschau&Co befragt werden, sagen dass es sowohl Junge als auch Alte gleichermaßen trifft.
Wem soll ich jetzt glauben ?



lol tagesschau würde sagen es sei fake news.

mich würde mal interessieren ob die behandlung der korona-erkrankten risikoarm ist bzw ob die eingesetzen medikamente starke nws haben ?

Wem sollst du glauben? Einzelaussagen oder Statistiken? Als Akademiker sollte man das einordnen können. Und die Tagesschau ist ja für Fake News bekannt.

Dass der Pandemieplan so wenig beachtung bekam ist bitter, aber eben typisch.

arbeiter79
27.03.2020, 08:04
In den USA werden wohl schon erste Spezial-Ethikkommissionen gebildet, die entscheiden sollen, wer beatmet wird und wer nicht.

Ich find das jetzt nicht dramatisch beim aussichtslosen Fall die Therapie einzustellen.

Gesocks
27.03.2020, 08:16
... was selbstverständlich Augenwischerei beziehungsweise Themenverfehlung ist, weil im Triagefall die Therapie aufgrund von Ressourcenknappheit begrenzt wird und eben nicht individualmedizinischer "Aussichtslosigkeit".

Praia-do-Forte
27.03.2020, 08:19
Wir haben jetzt eine Corona-Ambulanz im nächstgrößeren Ort eröffnet.
Chic als Marsmensch verkleidet bekomm ich die Patienten mit Termin geschickt (3/4 über das Gesundheitsamt, 1/4 darf ich selbst bestellen) , entscheide über Abstrich ja/nein, kann klinisch untersuchen und die üblichen Papiere ausstellen.
Abgerechnet und Karten eingelesen wird über meine normale Praxis.
Bin also eine Schnittstelle zwischen Fieberambulanz, Praxis und KH.
So kommen 1.) möglichst keine verdächtigen Patienten in die Praxis, man kann 2.) im Gegensatz zur Fieberambulanz auch untersuchen und 3.) wenn es den bekannt positiven Patienten schlechter geht, können sie zu mir zum Abhören kommen anstatt direkt im KH zu landen.....

Bin mal gespannt wie viele Patienten letztendlich positiv getestet werden.
Wenn ich über die BDZ arbeite, erfahre ich das Ergebnis hinterher ja nicht.

freak1
27.03.2020, 08:47
Im Zweifelsfall wird natürlich nach dem Parteibuch gefragt. Die jetzt akut vom Aussterben bedrohten letzten CDU Wähler sind um jeden Preis zu schützen. </sarkasmus>

Markus-HEX
27.03.2020, 10:41
https://www.domradio.de/themen/vatikan/2020-03-26/pestkreuz-im-vatikan-vatikan-laesst-wundertaetiges-kreuz-herbeiholen irgendwie musste ich gerade an die "heilige Handgranate von Antiochia" denken...

Matzexc1
27.03.2020, 10:42
https://www.domradio.de/themen/vatikan/2020-03-26/pestkreuz-im-vatikan-vatikan-laesst-wundertaetiges-kreuz-herbeiholen irgendwie musste ich gerade an die "heilige Handgranate von Antiochia" denken...

Dann bin ich ja schon mal auf die Flagellanten gespannt ;-)

Fr.Pelz
27.03.2020, 13:00
Ja dieses Ethikpapier fand ich auch extrem schwammig, im Grunde steht da doch nichts drin, was nicht eh selbstverständlich ist bzw eh schon so gemacht wird. Der Patientenwille soll berücksichtigt werden, möglichst Team-Entscheidungen, nur Triage wenn auch nötig, alle Patienten gleich wichtig (wäre nur aufsehenderregend gewesen, wenn es irgendeine prinzipielle Alters- oder sonstwie Grenze gegeben hätte - aber im Grunde ist es klar, dass sowas nie festgelegt werden würde. Würde auch nichts bringen. Hier hat ein kleiner Hobbymathematiker mal durchgerechnet, dass wenn die von Ökonomen geforderten "Herdenimmunität für junge anstreben, nur alte isolieren, um die Wirtschaft nicht zu gefährden" trotzdem extrem viele junge Tote bedeuten würde.

"In den letzten 48h höre ich ständig etwas, dass wir ganz schnell wieder alles aufmachen sollen, weil die Wirtschaft wichtig ist. Ich höre auch, wir sollen die Alten einsperren, und den Jungen Herdenimmunität geben.

Das ist gerade populär. Aber VÖLLIGER Wahnsinn. Wir haben 25.000 Intensivbetten, 656.000 Krankenhausbetten. Der Virus hat eine durchschnittliche Verdoppelungsrate von 5.1 Tagen gezeigt, belastbar.

Gehen wir davon aus, das Chinas Zahlen richtig sind (Was ich nicht unbedingt tun würde), und wir sperren alle ab 50 ein. Was würde passieren? Experten rechnen damit, dass wir 60% brauchen für Herdenimmunität. Wenn wir dem Virus freien Lauf lassen, hätten wir unseren Peak also in knappen 61 Tagen erreicht, angenommen die Verdoppelungsrate bleibt.

China gibt in den Regionen, in denen das System nicht überlastet war, eine Sterberate von 0.85% an. Unter jungen Menschen ist die Mortalitätsrate in Wuhan bei ca. 0.5% gewesen. Die Realität liegt also irgendwo dazwischen. Das erscheint erstmal niedrig. Aber da fehlt ein Stück des Puzzles. Denn 60% der Deutschen sind 49.2 Millionen Menschen. Eine krude Rechnung sagt, wenn alles glatt läuft, sterben also nur 246.000 Menschen unter 50 (!). Selbst das ist inakzeptabel. Wir opfern nicht einfach so eine Viertelmillion Menschen, damit es dem Kapital gut geht, habt ihr nen Knall? Aber das wars ja nichtmal.

In China geht man von 50% asymptomatischen Fällen aus, bleiben also 24.6 Millionen Menschen mit Symptomen. Davon müssen 10% ca. ins Krankenhaus und brauchen dort Hilfe. Das gilt für die Kohorte der 20 bis 44 Jährigen. Der durchschnittliche hospitaliserte Mensch ist zwei Wochen im Krankenhaus bei einem minderschweren Fall. Bei 656.000 Betten in ganz Deutschland, mal abgesehen davon, dass die quer über Deutschland verteilt sind, wäre sogar wenn wir die Menschen perfekt verteilen könnten (Können wir nicht), jedes Krankenhaus in Deutschland mindestens doppelt so stark belegt und die Menschen werden auf den Fluren liegen. 2% hingegen müssen auf die Intensivstation. Wir haben 25.000 Betten, nach Plänen der Regierung haben wir bald 35.000. Wir brauchen aber 2% von 24.6 Millionen, also 492.000. In der Gruppe der 20-44 Jährigen. Der Durchschnitt für einen solchen Aufenthalt aus den Daten von Italien: 4 Wochen. Wir können also nicht von viel Fluktuation ausgehen in diesen 60 Tagen.

Dazu kommen dann aber diejenigen, die auch ins Krankenhaus müssen. Unfallopfer, Krebspatienten, Herzinfarktpatienten, andere Infektionspatienten, usw. Das sind jährlich ca. 2 Millionen. Und wenn wir "Herdenimmunität aufbauen" dann brauchen auch diese Menschen ein Intensivbett. Wenn wir linear davon ausgehen, dass wir in den 3 Monaten bis zum Peak also ca. 450.000 Aufenthalte haben, dann sind auch diese gefährdet, oder sterben einfach.

Wenn das System überlastet ist, können alle die, die überschüssig sind, nicht behandelt werden.

Und das ist unabdingbar, dass euer Experiment mit Herdenimmunität dazu führen würde. Und das sind KONSERVATIVE Zahlen. Wie hoch wäre die Ziffer am Ende? Nur unter den 20-50 Jährigen und Unfallopfern? ca. 600.000 bis zu einer Million.

Keine Wirtschaft ist es wert, soviele Menschen zu opfern, weil man Angst um seinen Arbeitsplatz hat. Und wie gesagt: Ich rechne konservativ. Da das Virus dann endemisch wäre, wäre es nahezu unmöglich jeden Altenpfleger zu schützen. Es wäre gar nicht möglich, die alle zu isolieren. Und die würden dann leider auch das ein oder andere Altenheim komplett auslöschen. Also Leute: Zwei Monate zuhause sitzen. Lasst uns was draus machen."


Meine Klinik hat jetzt doch gesagt, dass alle Mitarbeiter und Patienten mit respiratorischen Symptomen getestet werden, ab Montag haben wir dann auch deutlich bessere Laborbedingungen dazu. So hat sich das RKI ja jetzt auch geäußert.

GelbeKlamotten
27.03.2020, 13:09
Ich bin weiterhin der Meinung, dass in Deutschland derzeit alles ganz gut nach Plan läuft. Die Neuinfektionen werden offenbar schon gebremst, die Hospitalisierungen nehmen natürlich noch steil zu, da die logischerweise eine längere Latenz haben. Aber ich habe bei uns im Haus den Eindruck, dass noch lange keine maßlose Überforderung herrscht. Es sind sogar noch genug Kapazitäten da, um intubierte Corona-Patienten aus dem benachbarten EU Ausland einzufliegen.

Mit scheint, die Politik hat hier den Zeitpunkt für die Maßnahmen gut gewählt. Man hat bewusst nicht zu früh angefangen, um die wirtschaftsschädigenden Isolationsmaßnahmen nicht sinnlos ohne ausgelastete Krankenhäuser verpuffen zu lassen. Jetzt müssen wir schauen, wie wir sinnvoll Schritt für Schritt aus der Sache wieder rauskommen. Dafür sind mehr Daten notwendig. Insbesondere die bald wohl verfügbaren Antikörpertests werden, wenn sie dann mal tatsächlich validiert sind, extrem wertvoll sein, um die Aussichten auf eine baldige Herdenimmunität abzuschätzen. Es ist völlig richtig, dass jetzt die Politik erstmal eine Zeit lang die Füße stillhält.

Der einzige berechtigte Vorwurf ist meiner Meinung nach, dass man sich nicht zeitig genug um die Beschaffung von Schutzausrüstung gekümmert hat. Daraus wird man sicherlich lernen. Für den Fall dass mal eine richtig gefährliche Pandemie ausbricht, werden wir vermutlich besser vorbereitet sein.

Ich finde es fast schon erschreckend, wie sehr sich die Menschen vom Staat derzeit indoktrinieren lassen. Sobald jemand im Supermarkt kurzzeitig nicht 2 meter Sicherheitsabstand einhält wird ja schon geschimpft ohne Ende. Neulich bin ich an einem geschlossenen öffentlichen Sportplatz vorbeigelaufen, auf dem 2 Läufer es gewagt hatten, mit großem Abstand auf der Laufbahn zu joggen. Sofort kam ein wütender Herr im mittleren Alter an und hat die beiden angebrüllt. Ist ja richtig und wichtig, dass man sich an die Vorschriften hält, aber derzeit wird ja fast schon jeder der sich einen kleinen Fehltritt erlaubt, zum Massenmörder erklärt.

Da kann man sich so richtig vorstellen, wie totalitäre Systeme funktionieren. Und die Gefahr, dass sowas in eine sehr falsche Richtung umschlägt, ist sicherlich in Ländern wie China, wo die Bevölkerung nicht auf eine bis zum erbrechen aufgearbeitete NS-Zeit zurückblickt, noch viel größer. Den Gedanken finde ich beängstigender als Corona.

tarumo
27.03.2020, 13:13
Ich glaube niemand konnte sich noch vor wenigen Monaten vorstellen dass ein Szenario über die Welt hereinbricht welches standardmäßig dazu zwingt solche Entscheidungen zu treffen, weder in Deutschland noch in Italien, Frankreich, China, egal welches Land.

Das stimmt nicht. Es ist eben lange vorab bekannt gewesen:
https://www.mta-dialog.de/artikel/auswirkungen-der-corona-pandemie-haetten-bekannt-sein-muessen.html
Originalquelle:
https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf

Nur zur Erinnerung: damals wie heute hieß die Kanzlerin Merkel. Zwischenzeitlich hat sie noch die Banken, die Dieselbetrüger und halb Afrika retten müssen, klar, daß dann für Empfehlungen nach einer Fallstudie des staatseigenen RKI-Instituts nicht mehr übrig bleibt.

Dann gab es noch als Blaupause SARS, MERS und diverse andere kleinere glimpflich verlaufende Epidemien, wo man hätte gewarnt sein können.
Und ganz weiter zurück die Spahni...ähh, spanische Grippe, wo sich in Deutschland die seinerzeit neuen elektrischen Straßenbahnen als Vehikel der Wahl zur Virusverbreitung entpuppt hatten.

Das Unglück aus Fukushima zog seitens der Regierung unmittelbare "populistische" Konsequenzen nach sich, es war im mainstream halt angesagt, gegen Kernkraft zu sein. Eine vernünftige Epidemie-Vorbereitung ist wohl von keiner Umfrage erfaßt worden.

Und auch später noch hat man Zeit verschenkt:

Die ersten Meldungen aus China waren vom November/Dezember 2019.

Und Ende Januar hat ein hiesiger Hersteller noch gewarnt und einen Posten Schutzkleidung reserviert, Reaktion NULL.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-krise-hersteller-von-schutzkleidung-greift-jens-spahn-an-a-dba397bb-d86b-4779-af8c-1912aebce7ac

Das Verschenken von noch vorhandenem Material nach China und Iran bis Ende Februar kommt auch noch dazu. Und das "verlieren" von einer großen Lieferung in Schwarzafrika erst vor ein paar Tagen.

Und jetzt verlangt man von Ärzten und Pflegern, daß sie ohne Schutzkleidung quasi ins offene Feuer laufen, ihre eigene Gesundheit gefährden, den Virus damit immer weiter verbreiten (siehe Krankenhäuser in Bergamo, siehe Heim in Würzburg) und damit das Gesundheitswesen weiter gefähren, weil in Runde 2 dann noch weniger Personal da ist.

Es geht also nicht um den Umgang mit einer plötzlichen und unabwendbaren Naturkatastrophe, wie ein Meteoriteneinschlag, sondern der Verzicht auf Schutzkleidung soll vorrangig ein langanhaltendes und fortgesetztes politisches Versagen kompensieren.

Einige der Beteiligten wollen halt Kanzler werden und da macht sich eine hohe Sterberate gleich am Anfang halt einfach schlecht. Mit dem Verheizen von Personal kann man halt noch ein bißchen rausschieben.

Wie ich höre, bereitet ein französischer Ärzteverband eine Klage gegen die dortige Regierung vor, damit nach Überwindung der Krise die Unterlasser wenigstens strafrechtliche Konsequenzen erfahren.

EDIT: mit den (erst im März!) bestellten Beatmungsgeräten wird es wohl auch nichts.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article206843073/Corona-Krise-Jens-Spahn-verweigert-Auskunft-zu-Beatmungsgeraeten.html

Danke für nichts.

freak1
27.03.2020, 13:19
Wie ich höre, bereitet ein französischer Ärzteverband eine Klage gegen die dortige Regierung vor, damit nach Überwindung der Krise die Unterlasser wenigstens strafrechtliche Konsequenzen erfahren.

Konsequenzen für Politiker?

Hahahahahahahaha. Da musst du schon schrifltich einen Genozid anordnen - vor Zeugen und am besten auf Video dokumentiert. Sonst wird das nichts mit den Konsequenzen.

tarumo
27.03.2020, 13:45
Und noch zum Thema "mangelnde Vorbereitung".

Vor ein paar Jahren hatte das RKI im Nachgang der ersten Ebola-Epidemie einen von der Lufthansa ausrangierten Airbus A 340 zu einem speziellen Isolier-MEDEVAC- Flugzeug umgerüstet. Es dürfte sogar das weltweit größte Ambulanzflugzeug gewesen sein.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/deutsches-evakuierungsflugzeug-einmaliger-airbus-fliegende-isolierstation-fuer-ebola-patienten/11044374.html
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/R/RKI/A340_Robert_Koch-Endversion.pdf

Ich war damals auf einem Lehrgang in der Lufthansa-Basis in Frankfurt und durfte mir den Vogel von außen angucken, das Betreten des Innenraums hatte das RKI leider untersagt.

Was ist damit passiert? Man befand die Miete für das Flugzeug nach wenigen Monaten für zu teuer und hat die Maschine aus dem Verkehr gezogen, ohne daß sie je einzigen Einsatz absolviert hätte. Die Einrichtung ging entweder auf den Schrott oder ins Ausland.
Ich behaupte, in der heutigen Zeit wäre das Flugzeug Gold wert. Entweder zum Hin- und Herverlegen von isolierten Patienten, wie es ja derzeit erfolgt, oder stationär am Boden als Isolierkrankenhaus. Das moderate Investment von einem fünfstelligen oder niedrigen sechsstelligen Monatsbeitrag als Vorhaltekosten war offensichtlich nicht erwünscht.

rafiki
27.03.2020, 13:53
Ich finde es fast schon erschreckend, wie sehr sich die Menschen vom Staat derzeit indoktrinieren lassen. .

Ich auch. Und ich sehe schon die Auswirkungen auf die strukturell weniger gut Aufgestellten.



Sofort kam ein wütender Herr im mittleren Alter an und hat die beiden angebrüllt.

Das war der Blockwart.

vanilleeis
27.03.2020, 13:56
Gelöscht

tarumo
27.03.2020, 14:00
Das war der Blockwart.

Ja, die Krise bringt wieder den guten alten Blockwart oder den ABV hervor, die seit 1989 nix mehr zu tun hatten. Gibt mittlerweile zig Artikel dazu.
https://www.welt.de/vermischtes/article206806811/Corona-Aufpasser-Uns-wurde-gemeldet-dass-hier-ein-fremdes-Auto-steht.html
"Herumschreien" ist aber schon vorsätzliche Virenverteilung...

arbeiter79
27.03.2020, 14:07
Ja dieses Ethikpapier fand ich auch extrem schwammig, im Grunde steht da doch nichts drin, was nicht eh selbstverständlich ist bzw eh schon so gemacht wird. Der Patientenwille soll berücksichtigt werden, möglichst Team-Entscheidungen, nur Triage wenn auch nötig, alle Patienten gleich wichtig (wäre nur aufsehenderregend gewesen, wenn es irgendeine prinzipielle Alters- oder sonstwie Grenze gegeben hätte - aber im Grunde ist es klar, dass sowas nie festgelegt werden würde. Würde auch nichts bringen. Hier hat ein kleiner Hobbymathematiker mal durchgerechnet, dass wenn die von Ökonomen geforderten "Herdenimmunität für junge anstreben, nur alte isolieren, um die Wirtschaft nicht zu gefährden" trotzdem extrem viele junge Tote bedeuten würde.

"In den letzten 48h höre ich ständig etwas, dass wir ganz schnell wieder alles aufmachen sollen, weil die Wirtschaft wichtig ist. Ich höre auch, wir sollen die Alten einsperren, und den Jungen Herdenimmunität geben.

Das ist gerade populär. Aber VÖLLIGER Wahnsinn. Wir haben 25.000 Intensivbetten, 656.000 Krankenhausbetten. Der Virus hat eine durchschnittliche Verdoppelungsrate von 5.1 Tagen gezeigt, belastbar.

Gehen wir davon aus, das Chinas Zahlen richtig sind (Was ich nicht unbedingt tun würde), und wir sperren alle ab 50 ein. Was würde passieren? Experten rechnen damit, dass wir 60% brauchen für Herdenimmunität. Wenn wir dem Virus freien Lauf lassen, hätten wir unseren Peak also in knappen 61 Tagen erreicht, angenommen die Verdoppelungsrate bleibt.

China gibt in den Regionen, in denen das System nicht überlastet war, eine Sterberate von 0.85% an. Unter jungen Menschen ist die Mortalitätsrate in Wuhan bei ca. 0.5% gewesen. Die Realität liegt also irgendwo dazwischen. Das erscheint erstmal niedrig. Aber da fehlt ein Stück des Puzzles. Denn 60% der Deutschen sind 49.2 Millionen Menschen. Eine krude Rechnung sagt, wenn alles glatt läuft, sterben also nur 246.000 Menschen unter 50 (!). Selbst das ist inakzeptabel. Wir opfern nicht einfach so eine Viertelmillion Menschen, damit es dem Kapital gut geht, habt ihr nen Knall? Aber das wars ja nichtmal.

In China geht man von 50% asymptomatischen Fällen aus, bleiben also 24.6 Millionen Menschen mit Symptomen. Davon müssen 10% ca. ins Krankenhaus und brauchen dort Hilfe. Das gilt für die Kohorte der 20 bis 44 Jährigen. Der durchschnittliche hospitaliserte Mensch ist zwei Wochen im Krankenhaus bei einem minderschweren Fall. Bei 656.000 Betten in ganz Deutschland, mal abgesehen davon, dass die quer über Deutschland verteilt sind, wäre sogar wenn wir die Menschen perfekt verteilen könnten (Können wir nicht), jedes Krankenhaus in Deutschland mindestens doppelt so stark belegt und die Menschen werden auf den Fluren liegen. 2% hingegen müssen auf die Intensivstation. Wir haben 25.000 Betten, nach Plänen der Regierung haben wir bald 35.000. Wir brauchen aber 2% von 24.6 Millionen, also 492.000. In der Gruppe der 20-44 Jährigen. Der Durchschnitt für einen solchen Aufenthalt aus den Daten von Italien: 4 Wochen. Wir können also nicht von viel Fluktuation ausgehen in diesen 60 Tagen.

Dazu kommen dann aber diejenigen, die auch ins Krankenhaus müssen. Unfallopfer, Krebspatienten, Herzinfarktpatienten, andere Infektionspatienten, usw. Das sind jährlich ca. 2 Millionen. Und wenn wir "Herdenimmunität aufbauen" dann brauchen auch diese Menschen ein Intensivbett. Wenn wir linear davon ausgehen, dass wir in den 3 Monaten bis zum Peak also ca. 450.000 Aufenthalte haben, dann sind auch diese gefährdet, oder sterben einfach.

Wenn das System überlastet ist, können alle die, die überschüssig sind, nicht behandelt werden.

Und das ist unabdingbar, dass euer Experiment mit Herdenimmunität dazu führen würde. Und das sind KONSERVATIVE Zahlen. Wie hoch wäre die Ziffer am Ende? Nur unter den 20-50 Jährigen und Unfallopfern? ca. 600.000 bis zu einer Million.

Keine Wirtschaft ist es wert, soviele Menschen zu opfern, weil man Angst um seinen Arbeitsplatz hat. Und wie gesagt: Ich rechne konservativ. Da das Virus dann endemisch wäre, wäre es nahezu unmöglich jeden Altenpfleger zu schützen. Es wäre gar nicht möglich, die alle zu isolieren. Und die würden dann leider auch das ein oder andere Altenheim komplett auslöschen. Also Leute: Zwei Monate zuhause sitzen. Lasst uns was draus machen."


Meine Klinik hat jetzt doch gesagt, dass alle Mitarbeiter und Patienten mit respiratorischen Symptomen getestet werden, ab Montag haben wir dann auch deutlich bessere Laborbedingungen dazu. So hat sich das RKI ja jetzt auch geäußert.

Ich habe grade gelesen 200.000 Infizierte pro Woche kann sich Deutschland leisten bis die ITS Kapazität voll ausgelastet ist. In dem Tempo brauchen wir 7.5 Jahre bis einmal alle durchinfiziert sind.

tarumo
27.03.2020, 14:42
Der Hartmannbund ruft dazu auf, die Arbeit niederzulegen, falls keine geeignete Schutzausrüstung vorhanden ist.



„Schon aus Verantwortung für die Gesundheit des medizinischen Personals und der uns anvertrauten Patienten rufen wir aufgrund der sehr hohen Ansteckungsgefahr zur sofortigen Einstellung der Tätigkeit in Praxis und Klinik ohne entsprechende Schutzausrüstung auf.“ .

https://www.hartmannbund.de/detailansichten/landesverbaende/thueringen/presse/meldung/mueller-ohne-lieferungen-muessen-wir-dicht-machen/

Vom Marburger Bund hört man leider seit Wochen nichts diesbezüglich, dabei sollte die Chefin ausweislich ihres Lebenslaufs Expertin auf diesem Gebiet sein.

Ich mache mal den advocatus diaboli und sage, das geradezu dröhnende Schweigen rührt daher, daß man nach Beendigung der Krise gerne weiter beim Schnittchenessen und Auf-die-Schulter-Klopfen mit der Politik, insbesondere mit den CDU-buddies, dabei wäre.

Ansonsten sollte das Sich-Kümmern um potentiell lebensbedrohliche Arbeitsbedingungen aufgrund von "Anordnungen" die vornehmste Aufgabe einer "Gewerkschaft" sein.

So, und jetzt dürft Ihr mich gerne wieder bashen. Aber vielleicht wären ein paar Zeilen an den MB angebrachter?

S.Pearce
27.03.2020, 14:56
Ich habe grade gelesen 200.000 Infizierte pro Woche kann sich Deutschland leisten bis die ITS Kapazität voll ausgelastet ist. In dem Tempo brauchen wir 7.5 Jahre bis einmal alle durchinfiziert sind.

da geht man mit einer ITS verweildauer von 1 woche aus. weiß ja nicht, ob das so realistisch ist, insbesondere mit Beatmung etc.