Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
3 Monate vlt. 4 kann die Wirtschaft das aushalten ab da werden die Betriebe reihenweise pleite gehen. Ebenfalls in Italien. Dann ist völlig egal ob mit oder ohne Corona, wenn kein Geld mehr da ist für nichts, werden die Leute auch an anderen Erkankungen versterben.
Aber in Deutschland doch nicht. Die Krankenkassen haben Rücklagen, notfalls werden sie vom Staat gestützt und der macht notfalls Schulden.
Genau. Überall anders muss Wohlstand erwirtschaftet werden, nur in Deutschland fällt er vom Himmel.
GelbeKlamotten
28.03.2020, 20:50
Aber in Deutschland doch nicht. Die Krankenkassen haben Rücklagen, notfalls werden sie vom Staat gestützt und der macht notfalls Schulden.
Bin mir jetzt nicht ganz sicher ob das Ironie oder tatsächlich derart grenzenlose Naivität ist!?
Bin mir jetzt nicht ganz sicher ob das Ironie oder tatsächlich derart grenzenlose Naivität ist!?
Ich schwanke auch.
Aber in Deutschland doch nicht. Die Krankenkassen haben Rücklagen, notfalls werden sie vom Staat gestützt und der macht notfalls Schulden.
Für wie lange, 2 Wochen oder 1 Monat? Und das ohne die Extrakosten von Corona einkalkuliert zu haben.
Interessant wird auch die Steigerung der PKV Beiträge, die die Mehrkosten ja direkt auf ihre Kunden abwälzen können.
Wie schätzt ihr eigentlich die Behandlung von Europäern in Deutschland ein? Also dass die aus Frankreich, Italien usw eingeflogen werden und hier behandelt werden.
Ich vermute, dass bei einer potentiellen Überlastung des Systems schnell Rechtspopulisten auftauchen und sagen "weil man diesem Ausländer geholfen hat, ist Oma Irmgard gestorben" oder ähnlich. Habt ihr da bessere Hoffnungen?
Ich finds prinzipiell okay jetzt in begrenztem Umfang zu helfen solange wir die Kapazitäten dafür haben. Auf keinen Fall darf man jetzt aber unsere Kapazitäten voll machen und dann in 1 Woche sterben plötzlich die eigenen Bürger...
Matzexc1
28.03.2020, 21:11
Wie schätzt ihr eigentlich die Behandlung von Europäern in Deutschland ein? Also dass die aus Frankreich, Italien usw eingeflogen werden und hier behandelt werden.
Ich vermute, dass bei einer potentiellen Überlastung des Systems schnell Rechtspopulisten auftauchen und sagen "weil man diesem Ausländer geholfen hat, ist Oma Irmgard gestorben" oder ähnlich. Habt ihr da bessere Hoffnungen?
Himmels Willen jetzt kommt wieder diese Schiene. "Wir könnten ja damit den Rechten in die Hände spielen"
Vor einigen Tagen hat eine Migrationsaktivistin der Ärzteschaft regelrecht unterstellt das wir nach Aussehen und Hautfarbe Beatmungsgeräte verteilen.
Es ist mir völlig egal was irgendwelche Idioten daraus machen, in diesem Fall finde ich europäische Solidarität durchaus angebracht.
Aktuell können wir das noch leisten, bei den Schnapsaktionen der letzten Jahre dürfte das der geringste Aufreger für Rechtspopulisten sein.
Unsere Linkspopulisten träumen aktuell auch vom Sozialismus durch Corona
Unsere Linkspopulisten träumen aktuell auch vom Sozialismus durch Corona
Letzten Monat wollte man die "Reichen" ja noch erschießen bzw. ins Arbeitslager stecken. Dann kann man doch jetzt pauschal nach Kontostand (je höher desto weniger wahrscheinlich) Beatmungsgeräte verteilen? :-))
Matzexc1
28.03.2020, 21:14
Zur Quellenangabe
https://www.welt.de/politik/deutschland/article206755079/Corona-Eine-Ahnung-welche-Bevoelkerungsgruppen-zuerst-behandelt-werden.html
Das oberste Ziel muss eine vollständige Suppression der Ansteckungszahlen sein.
Eine vollständige Suppression der Ansteckungszahlen, nachdem die Zahlen schon so weit fortgeschritten sind, ist in Deutschland vollkommen utopisch. Hast du die letzten Tage mal aus dem Fenster geschaut? Wir sind nicht China. Bei uns gehen die Leute freitagabends reihenweise wegen einer Flasche Alk in den Supermarkt. Ich wohne gegenüber von einem. Jugendliche ziehen dann in Grüppchen durch die Stadt. Die gesamte Rentnerschaft der Wohnanlage gegenüber trifft sich klönend beieinander auf dem Balkon. Auf der Wiese spielen ein Dutzend Kinder aus der Nachbarschaft gemeinsam Fußball. Eine Bekannte erzählt mir am Telefon, dass sie überzeugt ist, Corona zu haben, weil sie seit 1 Woche "fröstelt", trocken hustet und zeitweise auch richtig Luftnot hatte, wie sie es überhaupt nicht kennt. Die ist vor 2 Wochen noch geflogen (hat sich dabei möglicherweise angesteckt), war die letzten Tage mehrfach einkaufen (mit Husten). Die Großeltern meiner Kollegin verlangen ultimativ ("sonst sind wir geschiedene Leute"), dass sie sie weiterhin jedes Wochende zum Kaffee und Kuchen besucht. Die Verkäuferin beim Aldi ist total erkältet und arbeitet trotzdem weiter. Als ich heute am Fenster stand, hielt ein Kfz mit Kennzeichen eines anderen Bundeslands an und fragte einen Fußgänger nach dem Weg zu einer hiesigen Touristenattraktion, obwohl auf Schildern an jeder Autobahn steht, dass Touristen ins Bundesland nicht mehr einreisen dürfen. Der Rettungsdienst bringt weiterhin Patienten aus dem Pflegeheim mit Nasenbluten in die Notaufnahme, das bereits gestillt ist. Ein Teil der Leute ist vernünftig, ein großer Teil ist es nicht.
Wenn wir mit den getroffenen Maßnahmen die Ansteckung von 3,5 Ansteckungen pro Infiziertem auf 2 oder 2,5 pro Infiziertem senken, haben wir schon Glück. Die Kurve in die (fast) Horizontale zu bringen, so wie es China (hoffenlich) gelungen ist, aber mit Totalüberwachung, wo man sich sogar beim Betreten eines öffentlichen Verkehrsmittels und jedes Ladens mit dem Smartphone mittels QR-.Code registrieren muß, werden wir in Deutschland niemals schaffen. Jeder, der eine Weile im Krankenhaus gearbeitet hat, weiß doch, wie der Durchschnitts-Patient tickt und wie blöd / ungeschickt / gedankenlos die Menschheit ist.
Ich bin auch der Meinung, dass man an die Wirtschaft denken muß, die dieses gesamte schöne Gesundheitswesen finanziert. Zehn Jahre lang gab es immer weitere Steigerungen der Beschäftigungszahlen und Sozialversicherungsbeiträge, das hat uns die letzten Jahre so gut finanziert. Was ja gar nicht so gut war, aber besser als die Zukunft aussieht. Wenn nach Corona die Gesundheitsausgaben um ein Drittel zusammengestrichen werden müssen, dann herzlichen Glückwunsch. Ich bin sicher, dass auch unser Arbeitsplatz bald nicht mehr so sicher ist wie er immer schien.
Wohlgemerkt glaube ich nicht, dass die Freigabe aller Kontakte und ein Weiter so keinen großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schaden anrichten würden. Ich glaube, die Hauptaufgabe wird sein, in den nächsten Monaten den Mittelweg zwischen Einschränkung und Freigabe zu finden. Ganz wichtig dürfte werden, diejenigen, die Corona überlebt haben, zu identifizieren, damit die als erstes wieder am Wirtschaftsleben teilhaben können. Aber weder völliger Stillstand noch eine völlige Freigabe werden das Deutschland, wie wir es (wirtschaftlich) kennen, überleben lassen. Wir müssen hoffen, den richtigen Mittelweg zu finden, und Medikamente, die uns helfen können. Ich bin gespannt auf die nächsten zwei Wochen und die Entwicklung der Fallzahlen.
Es ist möglich, dass wir gerade eine Schwäche einer demokratischen Gesellschaft entdecken, die wir nie auf dem Schirm hatten. Wir dachten immer, eine freie und demokratische Gesellschaft sei langfristig stärker und stabiler als eine autokratische. Ich hoffe so sehr, dass wir uns nicht getäuscht haben. Denn die Diktatur bringt die Epidemie leichter unter Kontrolle. Wer die letzten Tage die Börsen beobachtet hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass asiatische Werte sich deutlich stabiler gehalten haben als europäische und amerikanische. Der weltwirtschaftliche Umbruch scheint mir bereits in vollem Gang zu sein.
Wer sehen will, was die Chinesen in Nanjing machen, kann sich dieses Video anschauen (ab ca. 1:30 wird es interessant):
https://youtu.be/YfsdJGj3-jM. Es ist für einen Europäer erschreckend, aber macht jedem klar, wie viel stärker die Überwachung ist. Alles gläsern und durchgeplant.
Matzexc1
28.03.2020, 21:15
Letzten Monat wollte man die "Reichen" ja noch erschießen bzw. ins Arbeitslager stecken. Dann kann man doch jetzt pauschal nach Kontostand (je höher desto weniger wahrscheinlich) Beatmungsgeräte verteilen? :-))
Bring diese Idioten nicht auch noch auf Ideen, zutrauen würde ich es Ihnen
schnix25
28.03.2020, 21:18
Wie man es macht, macht mans verkehrt. Wenn am Ende die Welle hier nicht auftreten sollte, wird man den Verantwortlichen zurecht vorwerfen warum in Italien, Spanien und co tausende Leute sterben und in Deutschland Tausende Intensivbetten leer stehen. Wenn man jetzt zu viele Betten voll macht, reichen sie am Ende aber vllt nicht mehr für die eigene Bevölkerung mit den entsprechenden Vorwürfen.
Ich frage mich ja immer ob zB in Frankreich denn überall die Lage so schwer ist. Ansonsten sollte natürlich erstmal versucht werden innerhalb eines Landes die Leute zu verlegen.
Wer sehen will, was die Chinesen in Nanjing machen, kann sich dieses Video anschauen (ab ca. 1:30 wird es interessant):
https://youtu.be/YfsdJGj3-jM. Es ist für einen Europäer erschreckend, aber macht jedem klar, wie viel stärker die Überwachung ist. Alles gläsern und durchgeplant.
Man kann dazu stehen wie man will, aber ich finde es beeindruckend wie unglaublich organisiert und effektiv die Chinesen bei sowas sind.
Das würde wir in Deutschland mit unbegrenzten Mitteln und 100% politischem Commitment niemals auch nur ansatzweise so hinbekommen.
schnix25
28.03.2020, 21:27
Eine vollständige Suppression der Ansteckungszahlen, nachdem die Zahlen schon so weit fortgeschritten sind, ist in Deutschland vollkommen utopisch. Hast du die letzten Tage mal aus dem Fenster geschaut? Wir sind nicht China. Bei uns gehen die Leute freitagabends reihenweise wegen einer Flasche Alk in den Supermarkt. Ich wohne gegenüber von einem. Jugendliche ziehen dann in Grüppchen durch die Stadt. Die gesamte Rentnerschaft der Wohnanlage gegenüber trifft sich klönend beieinander auf dem Balkon. Auf der Wiese spielen ein Dutzend Kinder aus der Nachbarschaft gemeinsam Fußball. Eine Bekannte erzählt mir am Telefon, dass sie überzeugt ist, Corona zu haben, weil sie seit 1 Woche "fröstelt", trocken hustet und zeitweise auch richtig Luftnot hatte, wie sie es überhaupt nicht kennt. Die ist vor 2 Wochen noch geflogen (hat sich dabei möglicherweise angesteckt), war die letzten Tage mehrfach einkaufen (mit Husten). Die Großeltern meiner Kollegin verlangen ultimativ ("sonst sind wir geschiedene Leute"), dass sie sie weiterhin jedes Wochende zum Kaffee und Kuchen besucht. Die Verkäuferin beim Aldi ist total erkältet und arbeitet trotzdem weiter. Als ich heute am Fenster stand, hielt ein Kfz mit Kennzeichen eines anderen Bundeslands an und fragte einen Fußgänger nach dem Weg zu einer hiesigen Touristenattraktion, obwohl auf Schildern an jeder Autobahn steht, dass Touristen ins Bundesland nicht mehr einreisen dürfen. Der Rettungsdienst bringt weiterhin Patienten aus dem Pflegeheim mit Nasenbluten in die Notaufnahme, das bereits gestillt ist. Ein Teil der Leute ist vernünftig, ein großer Teil ist es nicht.
Wenn wir mit den getroffenen Maßnahmen die Ansteckung von 3,5 Ansteckungen pro Infiziertem auf 2 oder 2,5 pro Infiziertem senken, haben wir schon Glück. Die Kurve in die (fast) Horizontale zu bringen, so wie es China (hoffenlich) gelungen ist, aber mit Totalüberwachung, wo man sich sogar beim Betreten eines öffentlichen Verkehrsmittels und jedes Ladens mit dem Smartphone mittels QR-.Code registrieren muß, werden wir in Deutschland niemals schaffen. Jeder, der eine Weile im Krankenhaus gearbeitet hat, weiß doch, wie der Durchschnitts-Patient tickt und wie blöd / ungeschickt / gedankenlos die Menschheit ist.
Ich bin auch der Meinung, dass man an die Wirtschaft denken muß, die dieses gesamte schöne Gesundheitswesen finanziert. Zehn Jahre lang gab es immer weitere Steigerungen der Beschäftigungszahlen und Sozialversicherungsbeiträge, das hat uns die letzten Jahre so gut finanziert. Was ja gar nicht so gut war, aber besser als die Zukunft aussieht. Wenn nach Corona die Gesundheitsausgaben um ein Drittel zusammengestrichen werden müssen, dann herzlichen Glückwunsch. Ich bin sicher, dass auch unser Arbeitsplatz bald nicht mehr so sicher ist wie er immer schien.
Wohlgemerkt glaube ich nicht, dass die Freigabe aller Kontakte und ein Weiter so keinen großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schaden anrichten würden. Ich glaube, die Hauptaufgabe wird sein, in den nächsten Monaten den Mittelweg zwischen Einschränkung und Freigabe zu finden. Ganz wichtig dürfte werden, diejenigen, die Corona überlebt haben, zu identifizieren, damit die als erstes wieder am Wirtschaftsleben teilhaben können. Aber weder völliger Stillstand noch eine völlige Freigabe werden das Deutschland, wie wir es (wirtschaftlich) kennen, überleben lassen. Wir müssen hoffen, den richtigen Mittelweg zu finden, und Medikamente, die uns helfen können. Ich bin gespannt auf die nächsten zwei Wochen und die Entwicklung der Fallzahlen.
Es ist möglich, dass wir gerade eine Schwäche einer demokratischen Gesellschaft entdecken, die wir nie auf dem Schirm hatten. Wir dachten immer, eine freie und demokratische Gesellschaft sei langfristig stärker und stabiler als eine autokratische. Ich hoffe so sehr, dass wir uns nicht getäuscht haben. Denn die Diktatur bringt die Epidemie leichter unter Kontrolle. Wer die letzten Tage die Börsen beobachtet hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass asiatische Werte sich deutlich stabiler gehalten haben als europäische und amerikanische. Der weltwirtschaftliche Umbruch scheint mir bereits in vollem Gang zu sein.
Wer sehen will, was die Chinesen in Nanjing machen, kann sich dieses Video anschauen (ab ca. 1:30 wird es interessant):
https://youtu.be/YfsdJGj3-jM. Es ist für einen Europäer erschreckend, aber macht jedem klar, wie viel stärker die Überwachung ist. Alles gläsern und durchgeplant.
Kein Politiker, der am Ende nicht völlig in der Versenkung verschwinden will wird nach dieser Krise das Gesundheisbudget zusammenstreichen, das glaub ich nicht. Iwie müssen die Kosten wieder reinkommen, vllt wird die Soli Streichung aufgehoben und es gibt nen gesundheitssoli oder sonst was.
Mein Landkreis bezuschusst seine drei kommunalen Häuser jährlich mit 10 Millionen Euro. Bei einer Arbeitslosenquote von knapp 3% kann er sich das leisten. Wenn wir aber demnächst Arbeitslosenquoten von 10% haben und entsprechende Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen, werden zwei Häuser dichtgemacht und 50% vom Personal entlassen. Nix privatisieren, die Häuser sind seit Jahrzehnten - auch schon vor DRGs - ein Draufzahlgeschäft, weil sich auf dem platten Land mit vielen alten, kranken Leuten kein Geld verdienen lässt. Die kauft keiner.
Ja, wir brauchen die Betten. Das ist am Ende aber sch***egal - sollen sich doch die Leitstellen, die Hausärzte oder die Patienten selbst drum kümmern, wo sie ein Bett finden.
Und daran werden auf lange Sicht 10x mehr Patienten sterben als an Covid-19.
Matzexc1
28.03.2020, 21:40
Wie man es macht, macht mans verkehrt. Wenn am Ende die Welle hier nicht auftreten sollte, wird man den Verantwortlichen zurecht vorwerfen warum in Italien, Spanien und co tausende Leute sterben und in Deutschland Tausende Intensivbetten leer stehen. Wenn man jetzt zu viele Betten voll macht, reichen sie am Ende aber vllt nicht mehr für die eigene Bevölkerung mit den entsprechenden Vorwürfen.
Ich frage mich ja immer ob zB in Frankreich denn überall die Lage so schwer ist. Ansonsten sollte natürlich erstmal versucht werden innerhalb eines Landes die Leute zu verlegen.
Man hat vor kurzem einen TGV umgerüstet um Patienten Richtung Westen zu bringen. Um Straßburg herum sind die INT überlastet
Ich kann dieses "Oooh, aber die Wirtschaft!!!" echt nicht mehr hören! Adidas hat allein 2019 zwei Mrd. Gewinn gemacht! Und fängt jetzt schon an, keine Miete zahlen zu wollen. Gehts noch? Die letzten Jahre waren für die Wirtschaft wie für die Made im Speck. Wo ist denn das ganze Geld hin? Versoffen?
Es wird jetzt ein Horrorszenario konstruiert, der Staat wirft panisch unser aller Geld raus und in zwei, drei Monaten, wenn die Infektionszahlen sinken und alle ihren Konsum nachholen wird es munter weiter gehen.
Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.
Das ganze ist nicht in 2-3 Monaten vorbei! Einmal "flattening the curve" reicht nicht. Was passiert wenn man jetzt alle Maßnahmen, die man eingeleitet hat, wieder aufgibt und "weitermacht, wie bisher" hat das Imperial College (https://www.imperial.ac.uk/mrc-global-infectious-disease-analysis/news--wuhan-coronavirus/) in London anschaulich vorgerechnet.
Aktuell haben wir knapp 58 000 Infizierte (von denen wir wissen) in D und können die ganz gut versorgen. Aber es wurden auch drastische Maßnahmen eingeleitet um kein weiteres exponentielles Wachstum zu bekommen und die Kliniken haben sich maximal vorbereitet (OP-Programm reduziert, etc). Die Durchinfektion der ganzen Bevölkerung wurde Jahre dauern (wurde hier im Thread ja auch schon anschaulich vorgerechnet). Natürlich hofft man auf einen Impfstoff, im besten Fall in ca einem Jahr. Bis dahin müssten alle (bzw. sehr viele) bislang ergriffenen Maßnahmen weitergeführt werden (bzw. dynamisch angepasst werden), vgl. "the hammer and the dance" (https://medium.com/@tomaspueyo/coronavirus-the-hammer-and-the-dance-be9337092b56)
Also bleibt als Strategie nur das wirtschaftlich verträgliche Containment - und da wird man wird man sich an Ländern orientieren müssen, die das erfolgreich machen (Singapor, Hongkong, Taiwan, etc) und es werden Maßnahmen zum "digital tracing" nötig sein.
Bonnerin
29.03.2020, 08:11
Drosten hatte es gesagt und in dem Punkt stimme ich ihm vollkommen zu: flächendeckende Antikörpertests für absolut jeden.
Wir habe nie und nimmer nur diese ca. 60.000 Infizierten in D. Wenn ich draußen manche Leute (vor allem Rentner) krass trocken rumhusten höre etc. oder die Obdachlosen...die Dunkelziffer wird viel, viel höher sein. Vielleicht in gewissen Regionen (z.B. Meck-Pomm) nicht so viel höher, weil es da generell geringer besiedelt ist.
Aber nach Karneval in NRW, Skiurlaub in Bayern etc. werden hier die Zahlen viel, viel höher sein. Sowohl bei den Leuten, die es momentan haben, als auch bei den bereits geheilten.
Ein bisschen ketzerisch, die Frage, aber wenn der Heinsberger Patient 0 (wo die Infektionsquelle nicht klar ist) nicht zufällig auf der ICU im UKD gelandet wäre, wäre das überhaupt rausgekommen mit dem Cluster? Gestorben sind einige ältere Menschen, die laut Statistik und ohne Test auch der Grippewelle hätten zugerechnet werden können (nein, es geht nicht um Mortalitätsvergleiche o.ä. gerade).
Und als ob sich in den rheinischen Großstädten Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen niemand Covid-19 geholt hat beim Karneval. Das wären dann aber vermutlich wieder sehr viele junge Menschen mit asymptomatischem Verlauf gewesen.
Genau deshalb brauchen wir Antikörpertests, und zwar dringend und flächendeckend. Momentan kann niemand sagen (auch nicht das RKI mit ihrem tollen hashtag) ob nicht eventuell schon nach Ostern die ersten Maßnahmen fallen oder gelockert werden. Wenn man in Landesteilen bereits in bestimmten Gruppen >50-60% Immunität erreicht, gibt es keine Grund für diese Personen und ihre peers das "schwedische Modell" nicht zu fahren.
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