Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Wobei mir die Leute schon ein bisschen Leid tun, die jetzt mitten in dieser Situation ihren Berufseinstieg meistern müssen. Der ist vielerorts unter normalen Umständen schon mehr als schwer und wird sicher nicht leichter wenn man junge Ärzte mitten ins Chaos wirft.
Die Leute sind auch emotional darauf gar nicht vorbereitet. Schon unter normalen Umständen hatten manche meiner Jung-Assistenten daran zu knabbern, wenn ihnen in den ersten Wochen z.B. zwei oder drei Leute hintereinander gestorben sind. Und vor allem: Den Umgang mit aggressiven Angehörigen lernt man erst mit der Zeit. Es wird in Notaufnahmen und auf Stationen ja definitiv zu auch emotional äußerst unschönen Situationen kommen. Bedrohungen gibt es ja schon im Normalbetrieb gelegentlich.
FirebirdUSA
14.03.2020, 11:27
Bleibt mal ein bisschen auf dem Teppich mit eurer Panikmacherei hier. Ist ja langsam schlimmer hier als in der Bildzeitung.
In dem Bericht wird von einer Hospitalisierungsrate von mehr als 2/3, etwa 20% intensivpflichtigen Patienten und einer Mortalitätsrate von 10% ausgegangen. Nichts davon passt auch nur annähernd „1:1 zu den aktuellen zahlen“. Die Auswirkungen des dort beschriebenen Virus auf die Erkrankten und vor allem auch auf das Gesundheitssystem sind KOMPLETT unterschiedlich.
Erst wird hier pausenlos auf die Politiker geschimpft und jeder weiß alles besser hinsichtlich jeder eintscheidung. Und dann wird hier so ein unfug verbreitet. Langsam wirds lächerlich.
Du hast Recht was die Mortalitätsrate angeht, das hätte ich überlesen. Mea culpa!
Insofern hast du völlig Recht, dass die Todesrate min um Faktor 10 hoffentlich noch höher zu hoch ist. Die Ausbreitungsgescheschwindigkeit halte ich aber für realistisch.
Ich reihe mich hier mal aus der eher ungeilen Situation als Risikoperson in der "sozialen Isolation" im Frei ein. Weitergearbeitet wird nach "Aachener Modell" dann natürlich, falls symptomfrei. Gibt es Leidensgenossen?
Joar...Sohn und ich haben seit heute Erkältungssymptome. Werden morgen nicht zur Familienfeier gehen, aber solang keiner Fieber hat, raus in den Wald.
Die Mitarbeiterin, von der ich schrieb, ist allerdings negativ getestet worden, von daher wüsste ich jetzt nicht, was die Infektionskette wäre, wenn es Covid wäre - aber vorsichtig sind wir natürlich trotzdem.
vanilleeis
14.03.2020, 11:59
Ich bin auch erkältet, aber hauptsächlich Schnupfen. Bei Corona vermute ich eher Halsschmerzen und bronchiale Probleme, oder hat jemand andere Infos?
][truba][
14.03.2020, 12:10
Ja, so soll es wohl sein Vanilleeis.
Gut dass ich letztes Wochenende Halsschmerzen und seit Montag trockenen (Reiz-)Husten habe...
WackenDoc
14.03.2020, 12:19
https://www.thelancet.com/journals/lanres/article/PIIS2213-2600(20)30116-8/fulltext?fbclid=IwAR0_tB2E9ZBo_css5DvafABjDuC_Ai5g RxiwGtohUk6duoF3fwwBMe0q5_Y
mal was interessantes
Feuerblick
14.03.2020, 12:22
Ich hab im Winter auch ohne Corona ständig Reizhusten und Halskratzen. Solange ich nicht wieder Fieber bekomme zum fiesen Reizhusten (wie Anfang Februar), könnte ich sowieso nicht unterscheiden, ob Corona oder nur die üblichen nervigen Erkältungsviren. :-nix
geisterhome
14.03.2020, 12:30
Hier ist ein sehr interessanter Artikel von gesten Abend:
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30627-9/fulltext
Es geht um die Corona-Toten in Italien und die haben da eine statistische Auswertung gemacht.
Kurz gefasst die wichtigsten Punkte:
Mal schauen, ob das jetzt endlich die von unseren Medien geschürte Panik bezüglich der Todesraten wieder in geregeltere Bahnen leitet.
Berichte von Ärzten aus Italien:
https://www.itv.com/news/2020-03-11/italy-doctors-coronavirus-covid-19-quarantine-milan-health/?fbclid=IwAR3qQlkrlvES3I6mDGBomd1s7G0Coc7fp83Z4cQV 1daXPuk5EKlGH39VKik
Steht im starken Widerspruch zu der Studie.
tragezwerg
14.03.2020, 12:45
Na ja, die sagen da nur dass sie junge Patienten intubieren müssen. Das heißt ja nicht, dass die dann auch alle sterben. Ist halt ne Glockenkurve, wie immer. Ein paar Junge trifft es natürlich auch. Wir hatten letztes Jahr auch mehrere Influenza-Todesopfer zwischen 25 und 37 Jahren, die in der Statistik auch nur Randzahlen sind.
Aber das Gros der schweren und tödlichen Verläufe sind halt die Alten und Kranken.
Und dass Italien ein sehr gutes Gesundheitswesen hat (wie in den Interviews behauptet wird) ist ein schlechter Scherz.
*milkakuh*
14.03.2020, 12:50
Im NDR gibt es übrigens einen sehr informativen Podcast mit
Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html
geisterhome
14.03.2020, 12:58
Na ja, die sagen da nur dass sie junge Patienten intubieren müssen. Das heißt ja nicht, dass die dann auch alle sterben. Ist halt ne Glockenkurve, wie immer. Ein paar Junge trifft es natürlich auch. Wir hatten letztes Jahr auch mehrere Influenza-Todesopfer zwischen 25 und 37 Jahren, die in der Statistik auch nur Randzahlen sind.
Aber das Gros der schweren und tödlichen Verläufe sind halt die Alten und Kranken.
Und dass Italien ein sehr gutes Gesundheitswesen hat (wie in den Interviews behauptet wird) ist ein schlechter Scherz.
Ja ok stimmt, da wird ja nicht von Toten ausgegangen. Hab aber schon vor paar Tagen eine andere Quelle gelesen wo ein italienischer Arzt behauptet das die offiziellen Zahlen können niemals stimmen.
Feuerblick
14.03.2020, 13:27
Stellt sich halt die Frage, ob die subjektive Wahrnehmung eines im System arbeitenden Arztes auch wirklich auf die objektiven Zahlen hochgerechnet werden kann. Subjektiv denkt man ja wirklich immer, dass man Krankheit X oder Verlauf Y viel häufiger sieht als die Statistik sagt... :-nix
Man wird es irgendwann vielleicht erfahren.
Gibt es denn hier im Forum jemanden, der direkte Kontakte zu den italienischen Kollegen hat und tatsächlich berichten kann, wie die Situation in den betroffenen Regionen momentan aussieht?
Denn bei der Arbeit ist mir schon von mehreren Personen (inkl. Chef) zugetragen worden, dass in manchen dortigen Krankenhäusern die Situation so kritisch ist, dass für die Intubation ein harter cut-off bei 65 Jahren gesetzt wird. Sprich über 65 wird niemand mehr intubiert. Aber persöhnlich verifizieren kann ich die Aussagen leider nicht.
Relaxometrie
14.03.2020, 15:07
Im NDR gibt es übrigens einen sehr informativen Podcast mit
Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html
Ja, das höre ich auch. Bzw. habe ich die letzten beiden Folgen gehört und werde die jetzt folgenden auch hören.
Ansonsten halte ich mich von den tausend Lesetips, die man bekommt, fern.
Ich lese auf der Seite des rki.s nach und gucke ab und zu bei SpOn und in der örtlichen Zeitung, ob es ganz aktuell etwas gibt, was von Interesse ist. Aber weder von SpOn, noch von der örtlichen Tageszeitung erwarte ich wissenschaftlich Hochtrabendes und gucke eher kursorisch rein, um nichts plötzlich Wichtiges zu verpassen.
Gibt es denn hier im Forum jemanden, der direkte Kontakte zu den italienischen Kollegen hat und tatsächlich berichten kann, wie die Situation in den betroffenen Regionen momentan aussieht?
Denn bei der Arbeit ist mir schon von mehreren Personen (inkl. Chef) zugetragen worden, dass in manchen dortigen Krankenhäusern die Situation so kritisch ist, dass für die Intubation ein harter cut-off bei 65 Jahren gesetzt wird. Sprich über 65 wird niemand mehr intubiert. Aber persöhnlich verifizieren kann ich die Aussagen leider nicht.
HIer gibt es ein Interview mit Maurizio Cecconi aus Mailand:
https://www.youtube.com/watch?v=TKS1pahoPRU&app=desktop
Dort ist nur die Rede von einer sehr kritischen Situation, genauer wird nicht darauf eingegangen.
Ein sehr wichtiges Thema, was bei uns auch untergeht, wird in den Interview auch angesprochen: Der Umgang mit der Schutzkleidung. Cecconi beschreibt, dass sie schnell angefangen haben, die Leute in den richtigen Umgang mit der Schutzkleidung einzuweisen und auch in der Schutzkleidung Patientenversorgungen simuliert haben, da man natürlich auch erstmal lernen muss, mit dieser Masse an Be/Verkleidung irgendwelche Tätigkeiten auszuführen. Bei uns gabs diesbezüglich garnichts und an einer Geburtsklinik habe ich nur zufällig in der Frühbesprechung einer kleinen Einweisung beiwohnen dürfen, da gabs aber auch nur Powerpoint und den Hinweis sich "das bei Gelegenheit nochmal durchzulesen".
Dabei besteht die größte Infektionsgefahr des medizinischen Personals wohl darin, sich beim Ausziehen der Schutzkleidung zu kontaminieren.
Mukopolysaccharid
14.03.2020, 15:27
hoffentlich ist das nicht wahr.
Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an :-music
Gibt es denn hier im Forum jemanden, der direkte Kontakte zu den italienischen Kollegen hat und tatsächlich berichten kann, wie die Situation in den betroffenen Regionen momentan aussieht?
Denn bei der Arbeit ist mir schon von mehreren Personen (inkl. Chef) zugetragen worden, dass in manchen dortigen Krankenhäusern die Situation so kritisch ist, dass für die Intubation ein harter cut-off bei 65 Jahren gesetzt wird. Sprich über 65 wird niemand mehr intubiert. Aber persöhnlich verifizieren kann ich die Aussagen leider nicht.
DrSkywalker
14.03.2020, 15:31
hoffentlich ist das nicht wahr.
Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an :-music
Die Beatumgsbetten sind vielleicht nicht so wichtig wie man denkt:
31 von 32 Patienten, die in einer Studie beatmet werden mussten, starben. Alle 3 ECMO-Patienten starben. Alle, die dialysiert werden mussten starben. Vielleicht sollte man die Foci woanders setzen als bei den Beatmungsbetten und High-End-Medizin.
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30566-3/fulltext
"The potential risk factors of older age, high SOFA score, and d-dimer greater than 1 μg/mL could help clinicians to identify patients with poor prognosis at an early stage."
Soso, ein hoher SOFA Score ist also ein Risikofaktor, wer hätte das Gedacht ^^
Bleibt mal ein bisschen auf dem Teppich mit eurer Panikmacherei hier. Ist ja langsam schlimmer hier als in der Bildzeitung. In dem Bericht wird von einer Hospitalisierungsrate von mehr als 2/3, etwa 20% intensivpflichtigen Patienten und einer Mortalitätsrate von 10% ausgegangen. Nichts davon passt auch nur annähernd „1:1 zu den aktuellen zahlen“. Die Auswirkungen des dort beschriebenen Virus auf die Erkrankten und vor allem auch auf das Gesundheitssystem sind KOMPLETT unterschiedlich.
Der Bericht ist von 2013 und bezieht sich auf die damalige Situation. Die damals als bekannt angenommenen epidemiologischen Daten (eines anderen Erregers ...) sind entsprechend auch übernommen worden. Dass man es auf die Situation heute nicht anwenden ist klar und auch jedem sofort ersichtlich, der den Text gelesen hätte. Die Modellierung ist jedoch nicht im Grundsatz verkehrt, entgegen deiner Behauptung.
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