Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 [36] 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399

Pflaume
14.03.2020, 11:14
Wobei mir die Leute schon ein bisschen Leid tun, die jetzt mitten in dieser Situation ihren Berufseinstieg meistern müssen. Der ist vielerorts unter normalen Umständen schon mehr als schwer und wird sicher nicht leichter wenn man junge Ärzte mitten ins Chaos wirft.
Die Leute sind auch emotional darauf gar nicht vorbereitet. Schon unter normalen Umständen hatten manche meiner Jung-Assistenten daran zu knabbern, wenn ihnen in den ersten Wochen z.B. zwei oder drei Leute hintereinander gestorben sind. Und vor allem: Den Umgang mit aggressiven Angehörigen lernt man erst mit der Zeit. Es wird in Notaufnahmen und auf Stationen ja definitiv zu auch emotional äußerst unschönen Situationen kommen. Bedrohungen gibt es ja schon im Normalbetrieb gelegentlich.

FirebirdUSA
14.03.2020, 11:27
Bleibt mal ein bisschen auf dem Teppich mit eurer Panikmacherei hier. Ist ja langsam schlimmer hier als in der Bildzeitung.

In dem Bericht wird von einer Hospitalisierungsrate von mehr als 2/3, etwa 20% intensivpflichtigen Patienten und einer Mortalitätsrate von 10% ausgegangen. Nichts davon passt auch nur annähernd „1:1 zu den aktuellen zahlen“. Die Auswirkungen des dort beschriebenen Virus auf die Erkrankten und vor allem auch auf das Gesundheitssystem sind KOMPLETT unterschiedlich.

Erst wird hier pausenlos auf die Politiker geschimpft und jeder weiß alles besser hinsichtlich jeder eintscheidung. Und dann wird hier so ein unfug verbreitet. Langsam wirds lächerlich.

Du hast Recht was die Mortalitätsrate angeht, das hätte ich überlesen. Mea culpa!
Insofern hast du völlig Recht, dass die Todesrate min um Faktor 10 hoffentlich noch höher zu hoch ist. Die Ausbreitungsgescheschwindigkeit halte ich aber für realistisch.

cycy90
14.03.2020, 11:39
Ich reihe mich hier mal aus der eher ungeilen Situation als Risikoperson in der "sozialen Isolation" im Frei ein. Weitergearbeitet wird nach "Aachener Modell" dann natürlich, falls symptomfrei. Gibt es Leidensgenossen?

Fr.Pelz
14.03.2020, 11:56
Joar...Sohn und ich haben seit heute Erkältungssymptome. Werden morgen nicht zur Familienfeier gehen, aber solang keiner Fieber hat, raus in den Wald.
Die Mitarbeiterin, von der ich schrieb, ist allerdings negativ getestet worden, von daher wüsste ich jetzt nicht, was die Infektionskette wäre, wenn es Covid wäre - aber vorsichtig sind wir natürlich trotzdem.

vanilleeis
14.03.2020, 11:59
Ich bin auch erkältet, aber hauptsächlich Schnupfen. Bei Corona vermute ich eher Halsschmerzen und bronchiale Probleme, oder hat jemand andere Infos?

][truba][
14.03.2020, 12:10
Ja, so soll es wohl sein Vanilleeis.
Gut dass ich letztes Wochenende Halsschmerzen und seit Montag trockenen (Reiz-)Husten habe...

WackenDoc
14.03.2020, 12:19
https://www.thelancet.com/journals/lanres/article/PIIS2213-2600(20)30116-8/fulltext?fbclid=IwAR0_tB2E9ZBo_css5DvafABjDuC_Ai5g RxiwGtohUk6duoF3fwwBMe0q5_Y

mal was interessantes

Feuerblick
14.03.2020, 12:22
Ich hab im Winter auch ohne Corona ständig Reizhusten und Halskratzen. Solange ich nicht wieder Fieber bekomme zum fiesen Reizhusten (wie Anfang Februar), könnte ich sowieso nicht unterscheiden, ob Corona oder nur die üblichen nervigen Erkältungsviren. :-nix

geisterhome
14.03.2020, 12:30
Hier ist ein sehr interessanter Artikel von gesten Abend:

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30627-9/fulltext

Es geht um die Corona-Toten in Italien und die haben da eine statistische Auswertung gemacht.

Kurz gefasst die wichtigsten Punkte:


Mal schauen, ob das jetzt endlich die von unseren Medien geschürte Panik bezüglich der Todesraten wieder in geregeltere Bahnen leitet.

Berichte von Ärzten aus Italien:

https://www.itv.com/news/2020-03-11/italy-doctors-coronavirus-covid-19-quarantine-milan-health/?fbclid=IwAR3qQlkrlvES3I6mDGBomd1s7G0Coc7fp83Z4cQV 1daXPuk5EKlGH39VKik

Steht im starken Widerspruch zu der Studie.

tragezwerg
14.03.2020, 12:45
Na ja, die sagen da nur dass sie junge Patienten intubieren müssen. Das heißt ja nicht, dass die dann auch alle sterben. Ist halt ne Glockenkurve, wie immer. Ein paar Junge trifft es natürlich auch. Wir hatten letztes Jahr auch mehrere Influenza-Todesopfer zwischen 25 und 37 Jahren, die in der Statistik auch nur Randzahlen sind.
Aber das Gros der schweren und tödlichen Verläufe sind halt die Alten und Kranken.
Und dass Italien ein sehr gutes Gesundheitswesen hat (wie in den Interviews behauptet wird) ist ein schlechter Scherz.

*milkakuh*
14.03.2020, 12:50
Im NDR gibt es übrigens einen sehr informativen Podcast mit
Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

geisterhome
14.03.2020, 12:58
Na ja, die sagen da nur dass sie junge Patienten intubieren müssen. Das heißt ja nicht, dass die dann auch alle sterben. Ist halt ne Glockenkurve, wie immer. Ein paar Junge trifft es natürlich auch. Wir hatten letztes Jahr auch mehrere Influenza-Todesopfer zwischen 25 und 37 Jahren, die in der Statistik auch nur Randzahlen sind.
Aber das Gros der schweren und tödlichen Verläufe sind halt die Alten und Kranken.
Und dass Italien ein sehr gutes Gesundheitswesen hat (wie in den Interviews behauptet wird) ist ein schlechter Scherz.

Ja ok stimmt, da wird ja nicht von Toten ausgegangen. Hab aber schon vor paar Tagen eine andere Quelle gelesen wo ein italienischer Arzt behauptet das die offiziellen Zahlen können niemals stimmen.

Feuerblick
14.03.2020, 13:27
Stellt sich halt die Frage, ob die subjektive Wahrnehmung eines im System arbeitenden Arztes auch wirklich auf die objektiven Zahlen hochgerechnet werden kann. Subjektiv denkt man ja wirklich immer, dass man Krankheit X oder Verlauf Y viel häufiger sieht als die Statistik sagt... :-nix
Man wird es irgendwann vielleicht erfahren.

Gendra
14.03.2020, 15:06
Gibt es denn hier im Forum jemanden, der direkte Kontakte zu den italienischen Kollegen hat und tatsächlich berichten kann, wie die Situation in den betroffenen Regionen momentan aussieht?

Denn bei der Arbeit ist mir schon von mehreren Personen (inkl. Chef) zugetragen worden, dass in manchen dortigen Krankenhäusern die Situation so kritisch ist, dass für die Intubation ein harter cut-off bei 65 Jahren gesetzt wird. Sprich über 65 wird niemand mehr intubiert. Aber persöhnlich verifizieren kann ich die Aussagen leider nicht.

Relaxometrie
14.03.2020, 15:07
Im NDR gibt es übrigens einen sehr informativen Podcast mit
Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html
Ja, das höre ich auch. Bzw. habe ich die letzten beiden Folgen gehört und werde die jetzt folgenden auch hören.
Ansonsten halte ich mich von den tausend Lesetips, die man bekommt, fern.
Ich lese auf der Seite des rki.s nach und gucke ab und zu bei SpOn und in der örtlichen Zeitung, ob es ganz aktuell etwas gibt, was von Interesse ist. Aber weder von SpOn, noch von der örtlichen Tageszeitung erwarte ich wissenschaftlich Hochtrabendes und gucke eher kursorisch rein, um nichts plötzlich Wichtiges zu verpassen.

Kandra
14.03.2020, 15:12
Gibt es denn hier im Forum jemanden, der direkte Kontakte zu den italienischen Kollegen hat und tatsächlich berichten kann, wie die Situation in den betroffenen Regionen momentan aussieht?

Denn bei der Arbeit ist mir schon von mehreren Personen (inkl. Chef) zugetragen worden, dass in manchen dortigen Krankenhäusern die Situation so kritisch ist, dass für die Intubation ein harter cut-off bei 65 Jahren gesetzt wird. Sprich über 65 wird niemand mehr intubiert. Aber persöhnlich verifizieren kann ich die Aussagen leider nicht.

HIer gibt es ein Interview mit Maurizio Cecconi aus Mailand:
https://www.youtube.com/watch?v=TKS1pahoPRU&app=desktop

Dort ist nur die Rede von einer sehr kritischen Situation, genauer wird nicht darauf eingegangen.


Ein sehr wichtiges Thema, was bei uns auch untergeht, wird in den Interview auch angesprochen: Der Umgang mit der Schutzkleidung. Cecconi beschreibt, dass sie schnell angefangen haben, die Leute in den richtigen Umgang mit der Schutzkleidung einzuweisen und auch in der Schutzkleidung Patientenversorgungen simuliert haben, da man natürlich auch erstmal lernen muss, mit dieser Masse an Be/Verkleidung irgendwelche Tätigkeiten auszuführen. Bei uns gabs diesbezüglich garnichts und an einer Geburtsklinik habe ich nur zufällig in der Frühbesprechung einer kleinen Einweisung beiwohnen dürfen, da gabs aber auch nur Powerpoint und den Hinweis sich "das bei Gelegenheit nochmal durchzulesen".
Dabei besteht die größte Infektionsgefahr des medizinischen Personals wohl darin, sich beim Ausziehen der Schutzkleidung zu kontaminieren.

Mukopolysaccharid
14.03.2020, 15:27
hoffentlich ist das nicht wahr.
Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an :-music


Gibt es denn hier im Forum jemanden, der direkte Kontakte zu den italienischen Kollegen hat und tatsächlich berichten kann, wie die Situation in den betroffenen Regionen momentan aussieht?

Denn bei der Arbeit ist mir schon von mehreren Personen (inkl. Chef) zugetragen worden, dass in manchen dortigen Krankenhäusern die Situation so kritisch ist, dass für die Intubation ein harter cut-off bei 65 Jahren gesetzt wird. Sprich über 65 wird niemand mehr intubiert. Aber persöhnlich verifizieren kann ich die Aussagen leider nicht.

DrSkywalker
14.03.2020, 15:31
hoffentlich ist das nicht wahr.
Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an :-music

Die Beatumgsbetten sind vielleicht nicht so wichtig wie man denkt:

31 von 32 Patienten, die in einer Studie beatmet werden mussten, starben. Alle 3 ECMO-Patienten starben. Alle, die dialysiert werden mussten starben. Vielleicht sollte man die Foci woanders setzen als bei den Beatmungsbetten und High-End-Medizin.

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30566-3/fulltext

Lizard
14.03.2020, 15:41
"The potential risk factors of older age, high SOFA score, and d-dimer greater than 1 μg/mL could help clinicians to identify patients with poor prognosis at an early stage."

Soso, ein hoher SOFA Score ist also ein Risikofaktor, wer hätte das Gedacht ^^

Schubbe
14.03.2020, 16:34
Bleibt mal ein bisschen auf dem Teppich mit eurer Panikmacherei hier. Ist ja langsam schlimmer hier als in der Bildzeitung. In dem Bericht wird von einer Hospitalisierungsrate von mehr als 2/3, etwa 20% intensivpflichtigen Patienten und einer Mortalitätsrate von 10% ausgegangen. Nichts davon passt auch nur annähernd „1:1 zu den aktuellen zahlen“. Die Auswirkungen des dort beschriebenen Virus auf die Erkrankten und vor allem auch auf das Gesundheitssystem sind KOMPLETT unterschiedlich.

Der Bericht ist von 2013 und bezieht sich auf die damalige Situation. Die damals als bekannt angenommenen epidemiologischen Daten (eines anderen Erregers ...) sind entsprechend auch übernommen worden. Dass man es auf die Situation heute nicht anwenden ist klar und auch jedem sofort ersichtlich, der den Text gelesen hätte. Die Modellierung ist jedoch nicht im Grundsatz verkehrt, entgegen deiner Behauptung.